13. November 2012

[Rezension] Sebastian Fitzek & Michael Tsokos - Abgeschnitten

Sebastian Fitzek & Michael Tsokos
Abgeschnitten
Verlag: Droemer
Seiten: 400
Ausgabe: Gebunden
ISBN: 978-3-426-19926-8
Preis: 19,99€
Erscheinungstermin: 26.09.2012
Leseprobe


Rechtsmediziner Paul Herzfeld  findet im Kopf einer übel zugerichteten Leiche eine kleine Kapsel. In ihr befindet sich ein Zettel mit dem Vornamen seiner Tochter Hannah und einer Handynummer. Als er die Nummer anruft, sind seine schlimmsten Befürchtungen wahr geworden: Hannah wurde entführt…
 
Zur gleichen Zeit versucht die Comic-Zeichnerin Linda auf Helgoland zur Ruhe zu kommen. Sie ist gerade erst ihren Freund Danny, ein Stalker, losgeworden,  der ihr in ihre Hautcreme Säure gemischt hat, was ihre Haut vernarbt hat. Eigentlich will sie sich nun auf Helgoland ihren Zeichnungen und der Ruhe widmen, doch Danny scheint ihr auf die, von einem Orkan vom Festland abgeschnittene Insel, gefolgt zu sein. Als sie panisch das Haus verlässt, findet sie am Strand eine Leiche, die ein Handy bei sich trägt und welches von Paul Herzfeld angerufen wird…
 
Da Herzfeld selber leider keine Chancen hat nach Helgoland zu kommen und die Leiche mit präparierten Hinweisen zu obduzieren, versucht er Linda zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell in der Hand gehalten, geschweige denn einen Menschen seziert…
Nach ein paar weiteren Hinweisen und weiteren Toten glaubt Herzfeld zu wissen, wer hinter der Entführung und der perfiden Schnitzeljagd steckt. Doch ihm rennt die Zeit davon, und er muss auch erkennen, dass bei dem ganzen Spiel nicht nur das Leben seiner Tochter auf dem Spiel steht…
 
Sebastian Fitzek hat den vorliegenden Roman „Abgeschnitten“ zusammen mit Michael Tsokos geschrieben, der als Pathologe an der Berliner Charité arbeitet. Zusammen ist den beiden ein wirklich  faszinierender Psychothriller gelungen, der den Leser von der ersten Sekunde an fesselt. Dabei merkt man ganz genau, dass der Co-Autor sein Fachwissen als Pathologe beigesteuert hat. Zwar sind die Details in Fitzeks Romanen immer erschreckend, aber dieser Roman ist absolut nichts für zartbesaitete Menschen. So wird die Obduktion einer Leiche genau beschrieben oder gar die Pein eines entführten Mädchens, das mit ihrer Psyche am Ende ihrer Kräfte angelangt ist. Wobei: Gewisse Zweifel hab ich immer noch, ob so eine angewiesene Obduktion per Telefon, wie im Buch, tatsächlich bei einem Laien so gut funktioniert… Zudem frage ich mich auch rückblickend: Wie kommt man als Autor auf solch grauenhaften Ideen, wie sie Fitzek und Tsokos hier beschreiben? Zumal die Psyche mehrerer Protagonisten in eine Tiefe abdriftet, die definitiv nichts für schwache Nerven ist.
Der Thriller ist ausgesprochen fesselnd, der den Puls beim Lesen genauso rasen lässt, wie den Protagonisten im Fortlauf der Geschichte. Der Spannungsbogen wird permanent aufrecht erhalten, was auch den gemeinen Cliffhengern am Ende eines jeden Kapitels zu verdanken ist, die den Leser immer weiter lesen lassen.  Das Buch hat zwei Haupt-Handlungsstränge, mit Herzfeld auf dem Festland und Linda auf Helgoland, sowie kleinere  eingeschobene Kapitel über ein entführtes Mädchen. Die beiden Autoren wissen ganz genau, wie man den Leser knobeln lässt und spielen mit ihm durch immer neue Wendungen und Irrungen ein gekonntes Katz und Maus-Spiel. Leider muss ich aber sagen, dass ich diesem Spielchen in den letzten Kapiteln leider nicht mehr folgen konnte, da es dann doch zu verwirrend wurde. Zwar habe ich die betreffenden Szenen noch ein paar Mal gelesen, um das ganze Geschehen nachzuvollziehen; für mein Empfinden wollte sich jedoch durch all die Irrungen und Wendungen kein abschließendes Komplettbild einstellen.

Loben möchte ich zu guter Letzt noch eines, nämlich den Hinweis darauf, dass es in unserem Gesetz immer noch Lücken bzw. falsche Entscheidungen zu Grunde liegen. So werden Sexuelle Straftäter nicht so stark bestraft wie Steuer- und Finanzbetrüger. Und das ist eine Tatsache, die so nicht sein kann bzw. die dringend überarbeitet werden sollte.
Mein Fazit:
Sebastian Fitzek und Michael Tsokos haben eine wirklich faszinierenden und erschreckenden Psychothriller geschrieben, der zahllose Überraschungen parat hält. Die beiden Autoren schaffen es den Leser ab der ersten Sekunde zu fesseln – auch wenn die Auflösung am Ende etwas verwirrend ist. Trotzdem: Das Buch muss man gelesen haben und ich bin gespannt, ob ein weiteres Buch des Autorenduos folgen wird.

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