10. November 2012

[Rezension] Marie Lu - Legend


Marie Lu
Legend

Verlag: Loewe
Seiten: 368
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3-7855-7394-5
Preis: 17,95€
Erscheinungstermin: 2012

Leseprobe
 
Los Angeles, Kalifornien, im Jahre 2130: Durch Umweltkatastrophen und Krieg haben sich die Vereinigten Staaten in zwei Teile gespalten. Die große, reiche Republik im Westen wird von einem Diktator geführt, der sich im immer währenden Kampf mit den armen Kolonien im Osten befindet. Der 15-jährige Day, der mit bürgerlichem Namen Daniel Altan Wing heißt, führt ein einsames Leben auf der Straße und unterstützt durch ein paar Vergehen seine Familie, in der, bis auf seinen Bruder, niemand weiß, dass er noch lebt.
Als 10jähriger musste Day wie alle anderen Kinder den „Großen Test“ absolvieren und fiel dabei glatt durch. Ohne sich von seiner Familie verabschieden zu können, wurde er in ein Lager der Republik überführt. Doch Day ist alles andere als dumm, und so gelang ihm irgendwann die Flucht. Seitdem ist der Untergrund sein zu Hause. Durch seine Aktionen und Handlungen gegen die Republik wurde er zum meistgesuchten Verbrecher, den niemand zu fassen bekommt.
Eines Tages muss Day aus einem Versteck zusehen, wie sein Elternhaus in einem Slumsektor von den Militärs mit einem großen roten X markiert wird. Das Zeichen, dass darin die Seuche ausgebrochen ist. Um seinen kleinen Bruder zu retten bricht Day in ein Krankenhaus ein, um das begehrte Medikament gegen die Seuche zu stehlen. Bei seiner Flucht verletzt er versehentlich den Militärpolizisten Captain Metias Iparis schwer, der daraufhin seinen Verletzungen erligt.
Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen kann: Metias‘ Schwester June ist die Einzige, die den „Großen Test" mit der vollen Punktzahl abgeschlossen hat, und die wegen ihrer außerordentlichen Intelligenz für eine Karriere beim Militär vorgesehen wurde. Sie wird fortan jagt auf Day machen, auch weil sie Rache für ihren toten Bruder möchte. Doch ihr Weltbild wird völlig erschüttert, als sie es dabei mit den Menschen zu tun bekommt, die sie bisher als Feind der Republik betrachtet hat. Unweigerlich fragt sie sich, ob diese Menschen tatsächlich der eigentliche Feind sind…
 
"Legend 01. Fallender Himmel" heißt der Auftakt von Marie Lus Legends-Trilogie, die schon viele Leser begeistert hat. Aber schon vor der Veröffentlichung macht das Buch Schlagezeilen, da die Filmrechte bereits zuvor verkauft wurden. Ein Grund das Buch mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
 
Marie Lu hat mit der vorliegenden Dystopie eine düstere und bedrückend wirkende Welt in der Zukunft erschaffen. So ist die Republik von der strengen Hand eines Diktators geführt, der mit der absoluten Kontrolle seiner Militärs präsent ist. Sie bewachen die Sektoren der Stadt, vor allem die ärmlichen Slums, in denen die Menschen in ständiger Angst vor dem Arbeitslager, der Armut, dem Hunger und der präsenten Seuche leben.
 
Wie man erkennt, spielt die Geschichte also zu Kriegszeiten und es kommt schon in einigen Stellen des Buchs zu gewaltigen Szenen, die aber vollkommen im Rahmen der Jugendliteratur liegen und weder eklig noch brutal sind.
 
Durch den fesselnden Schreibstil, den gut aufgebauten Spannungsbogen und die Cliffhenger an den Enden der Kapitel überzeugt die Autorin auf ganzer Linie. Marie Lu schreibt in einfachen Sätzen aber dennoch emotionsreich und spannend bis zum Ende, wo es darum geht eine Rebellion gegen die Militärs anzuzetteln und eine Flucht aus einem Gefängnis gelingen muss.
 
Die Autorin transportiert die Gefühle der beiden Hauptprotagonisten sehr gut in das Buch, in dem sie sich einer wechselnden Erzählperspektive hält, die in jedem Kapitel aus der Sicht von Day und June erzählt wird. Dadurch kann der Leser die Gedanken und Gefühle von beiden gut nachvollziehen und mit ihnen mitfühlen und mitleiden.
 
Beide Protagonisten sind interessant und sehr gut ausgearbeitet. Leider wirken sie in meinen Augen jedoch zu erwachsen für ihre 15 Jahre. Sie sind für mich Kinder, von denen einer schon der meistgesuchtester Verbrecher ist und die andere DAS Supergenie schlechthin sein soll, die sogar in ihrer Position Erwachsenen Befehle geben kann. Für mich ist das einfach sehr schwer vorstellbar.
 
 
Fazit:
Marie Lu hat mit "Legend 01. Fallender Himmel" eine überzeugende Dystopie erschaffen, der eine spannende Geschichte zu Grunde liegt. Der einfache Schreibstil katapultiert den Leser direkt in die Geschichte und man erlebt interessante Charaktere in einer Welt, die voller Ungerechtigkeit zu sein scheint. Die angepriesenen Liebesgeschichte kann ich allerdings nicht wirklich finden. Die Gefühle von Day und June kommen zwar sehr schnell füreinander auf, verlieren aber an Tiefe bzw. werden von der Autorin im Verlauf der Geschichte nur noch oberflächlich thematisiert. Das Buch ist alles in allem ein wirklich toller Auftaktband, der den Leser berührt. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

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