24. Oktober 2012

[Rezension] Jens Schumacher - Frozen.Tod im Eis

Jens Schumacher
Frozen - Tod im Eis
Verlag: Loewe
Seiten: ca. 368
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 8-3-7855-7471-3
Preis: 7,95€
Erscheinungstermin: 10.2012
Leseprobe


Henrys Vater, der berühmte und international anerkannte Anthropologe Donald Wilkins, ist in die Antarktis gereist, um dort Forschungen nachzugehen. Um seinen Vater zu überraschen, fliegt auch Henry dorthin. Als er aber zusammen mit einem Kollegen seines Vaters in der Antarktis eintrifft, müssen beide erfahren, dass Henrys Vater mit seiner Crew während einer Expedition auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Henry und ein Rettungsteam machen sich sofort auf die Suche. Als sie schließlich das Lager des Expedition erreichen, ist dieses zerstört, und neben Blutlachen gibt es auch ein paar Tote zu beklagen. Was ist hier geschehen? Und was kann so schlimm gewütet haben?
 
Die einzige Antwort scheint Donalds Tagebuch zu geben, in dem er von einem phänomenalen Fund berichtet: einer unbekannten Spezies, die zu einer Zeit auf Erde lebte, als es sonst noch kein Leben gab. Doch so toll dies klingt, wichtiger ist die Frage, wo die lebend verschwundenen Crewmitglieder sind. Auf der weiteren Suche stößt das Rettungsteam sowohl auf ein unbekanntes, riesiges Gebirgsmassiv, als auch auf eine gigantische Ruinenstadt. Was noch keiner von ihnen ahnt: Tief unter der Stadt wartet etwas Uraltes und Böses. Und es ist erwacht …
 
Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen uneins, was ich von dem Buch halten soll.
 
Kein Zweifel: Mit „Frozen – Tod im Eis“ ist Jens Schumacher ein toller Thriller gelungen, der Spannung, Fantasy und Science-Fiction miteinander vereint. Die Geschichte weist eine langsam ansteigende Spannungskurve auf, die auf ein Nerven zerreißendes Finale hinarbeitet. Die wissenschaftliche Herangehensweise der Figuren an den Schrecken macht das Ganze noch interessanter, und man möchte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Fieberhaft will man wissen, was dem Team um Henrys Vater zugestoßen ist und welcher versunkenen Kultur die Stadtruinen angehören.
 
Aber der Autor hat noch eine Wendung auf Lager, und als Henry und sein Team tief in die labyrinthartige Unterwelt eindringen, kommt es dann zu dem sicheren Wissen, dass da unten noch etwas lebt, und es scheint außerirdisch zu sein, denn Form und Gestalt der unbekannten Spezies passen zu nichts Bekanntem auf dieser Welt. Die Wesen werden genau und sehr detailliert beschrieben, und langsam schleicht sich beim Leser die Angst ein: Was wäre, wenn diese Kreaturen tatsächlich hier auf der Erde wären?
 
Es macht sehr viel Spaß der Geschichte zu folgen, der es an nichts fehlt. Dazu tragen natürlich auch die sympathischen Protagonisten bei, wovon jeder von ihnen sehr viel an eigener Persönlichkeit mitbringt.
 
Leider kommt jetzt das große ABER.
 
Um es kurz zu machen: Liest man die alte Geschichte „Berge des Wahnsinns“ von H.P. Lovecraft, hat man praktisch das gleiche Buch. Es ist der gleiche rote Faden: eine Expedition in die Antarktis, es gibt nicht katalogisierte Fußabdrücke und Überbleibsel einer Spezies, die nicht von dieser Welt ist, ebenso die merkwürdig gleichförmige Tempelanlage mit der Stadt, das Höhlensystem usw. Es ist wirklich sehr auffallend. Auch die unbekannte Lebensform wird von Jens Schumacher von dem über 70 Jahre alten Werk im Aussehen fast Eins-zu-Eins übernommen, genauso deren außerirdischer Ursprung. Schade, dass der Autor auf eine bereits 1936 veröffentlichte Geschichte zurückgreift, die Grundhandlung übernimmt und nur mit neuem Beiwerk schmückt.
 

Fazit:
Wie gesagt ist „Frozen – Tod im Eis“ ein Buch, das ich in meinem Buchregal nicht missen möchte. Es hat alle guten Voraussetzungen mitgebracht: eine spannende Geschichte, nette Charaktere, gefährliche Kreaturen … Auch der Erzählstil ist so packend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Aber findet man als Autor heutzutage keine eigenen Geschichten mehr und muss man sich deswegen so deutlich an anderer Leute Werk bedienen?

1 Kommentar:

  1. Oha, dann werd ich vor der Lektüre von Frozen nochmal Lovecraft aus dem Regal holen, den ich als Teenager sehr gern gelesen habe.

    LG,
    Ina

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