31. Oktober 2012

[Rezension] Kiersten White - Dreams 'n' Whispers

Kiersten White
Dreams 'n' Whispers (Band 2)
Originaltitel: Supernaturally
Verlag: Loewe
Seiten: ca. 384
Ausgabe: Gebunden
ISBN: 978-3-7855-7239-9
Preis: 17,95€
Erscheinungstermin: 06.2012
Leseprobe

Evie ist der Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler IBKP entkommen und versucht nun mit ihrem Freund Lend ein normales Leben zu führen. DAS Leben, nachdem sie sich immer gesehnt hat, und ist schockiert, als sie erfährt, wie langweilig und „gewöhnlich“ dieses sein kann. So versucht sie in der Schule gut zu sein und gute Noten zu bekommen. Aber irgendetwas fehlt ihr, denn als sie noch bei der IBKP gearbeitet hat, konnte sie Menschen helfen. Gerade als sie verzweifelt versucht eine Pause von dem ganzen Frust zu finden, taucht plötzlich ihre Ziehmutter Raquel auf und bietet ihr den alten Job bei der IBKP an. Natürlich zu Evies Bedingungen. Evie fühlt sich hin und her gerissen. Während Ihr Freund Lend und sein Dad das Angebot sofort abgelehnt hätten, willigt sie nach kurzem Zögern ein.

Zur gleichen Zeit lernt sie auch Jack kennen, der als Mensch bei den so verhassten Feen aufgewachsen ist und nun für Raquel bei der IBKP arbeitet, um Feenpfade zu öffnen.

Doch schon bei Evies erster Mission fragt sie sich, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Denn wie soll sie ihre Arbeit im Diner, die Schule, den verrückten Jack und die IBKP-Missionen unter einen Hut bekommen, ohne dass ihr Freund Lend etwas davon mitbekommt? Soll sie ihm überhaupt etwas sagen? Die ständigen Lügen um die paranormalen Zwischenfälle belasten sie sehr. Da ist Ärger durchaus vorprogrammiert. Aber warum tauchen denn plötzlich so viele Feen und Elementarwesen auf? Hier scheint Evies Ex-Freund Reth Licht ins Dunkel bringen zu können und enthüllt ihr die schreckliche Wahrheit über ihre Herkunft…

Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von dem Buch halten soll, da ich ein paar Probleme damit hatte und es irgendwie nicht meinen Erwartungen entsprochen hat. Kiersten Whites erschaffene Welt ist immer noch fabelhaft, spannend und interessant wie im ersten Buch „Flames 'n' roses“. Ich bewundere ihren Einfallsreichtum an der Erschaffung verschiedenster paranormaler Wesen. Aber vom Gefühl her hat irgendwas gefehlt. Vielleicht lag es daran, dass der erste Teil ein bisschen unbeschwerter und spaßiger war, und es nicht wie in „Dreams 'n' Whispers“ eine sehr ernste Wendung gibt. So erfährt Evie mehr über sich und ihre Herkunft und lernt auch ihren leiblichen Vater kennen.

Es gibt neue Charaktere, die dem Buch aber auch eine gewisse Note verleihen. So war mir Jack ein ziemliches Rätsel. Seine Kommentare und sein Humor sind sehr einzigartig und stehen konträr mit einer seltsamen Stimmung, die der Leser bei seinen Buchpassagen bekommt. Auch mochte ich Arianna mit ihrem launischen Verhalten und Lend mit seinem sehr einfühlsamen und verständlichen Wesen, aber gerade mit dem Hauptcharakter Evie hatte ich dieses Mal Probleme, da sie sich in Momenten der Hoffnungslosigkeit und Zickereien wie eine bedrückende Wolke angefühlt hat, die gar nicht mehr zu dem Charakter passt, den man aus dem ersten Buch kennt.
Der Schreibstil wird, in der Manier des 1. Buchs, unbeschwert und wunderbar fortgesetzt, während der Erzählstil etwas schwächelt und einige langatmige Passagen hat. Vielleicht liegt das auch nur am verflixten mittleren Band einer Trilogie?

Fazit:
„Dreams 'n' Whispers“ ist leider nicht so gut wie der erste Teil, da er manchmal etwas oberflächlich wirkt. Dennoch schön zu lesen und wunderbar zum abtauchen in eine andere Welt voller paranormaler Wesen und viel Humor. Wer den ersten Teil liebt, wird auch diesen mögen. Jetzt heißt es: Abwarten, bis der dritte Teil „Endlessly“ endlich auf Deutsch erscheint.

24. Oktober 2012

[Rezension] Jens Schumacher - Frozen.Tod im Eis

Jens Schumacher
Frozen - Tod im Eis
Verlag: Loewe
Seiten: ca. 368
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 8-3-7855-7471-3
Preis: 7,95€
Erscheinungstermin: 10.2012
Leseprobe


Henrys Vater, der berühmte und international anerkannte Anthropologe Donald Wilkins, ist in die Antarktis gereist, um dort Forschungen nachzugehen. Um seinen Vater zu überraschen, fliegt auch Henry dorthin. Als er aber zusammen mit einem Kollegen seines Vaters in der Antarktis eintrifft, müssen beide erfahren, dass Henrys Vater mit seiner Crew während einer Expedition auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Henry und ein Rettungsteam machen sich sofort auf die Suche. Als sie schließlich das Lager des Expedition erreichen, ist dieses zerstört, und neben Blutlachen gibt es auch ein paar Tote zu beklagen. Was ist hier geschehen? Und was kann so schlimm gewütet haben?
 
Die einzige Antwort scheint Donalds Tagebuch zu geben, in dem er von einem phänomenalen Fund berichtet: einer unbekannten Spezies, die zu einer Zeit auf Erde lebte, als es sonst noch kein Leben gab. Doch so toll dies klingt, wichtiger ist die Frage, wo die lebend verschwundenen Crewmitglieder sind. Auf der weiteren Suche stößt das Rettungsteam sowohl auf ein unbekanntes, riesiges Gebirgsmassiv, als auch auf eine gigantische Ruinenstadt. Was noch keiner von ihnen ahnt: Tief unter der Stadt wartet etwas Uraltes und Böses. Und es ist erwacht …
 
Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen uneins, was ich von dem Buch halten soll.
 
Kein Zweifel: Mit „Frozen – Tod im Eis“ ist Jens Schumacher ein toller Thriller gelungen, der Spannung, Fantasy und Science-Fiction miteinander vereint. Die Geschichte weist eine langsam ansteigende Spannungskurve auf, die auf ein Nerven zerreißendes Finale hinarbeitet. Die wissenschaftliche Herangehensweise der Figuren an den Schrecken macht das Ganze noch interessanter, und man möchte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Fieberhaft will man wissen, was dem Team um Henrys Vater zugestoßen ist und welcher versunkenen Kultur die Stadtruinen angehören.
 
Aber der Autor hat noch eine Wendung auf Lager, und als Henry und sein Team tief in die labyrinthartige Unterwelt eindringen, kommt es dann zu dem sicheren Wissen, dass da unten noch etwas lebt, und es scheint außerirdisch zu sein, denn Form und Gestalt der unbekannten Spezies passen zu nichts Bekanntem auf dieser Welt. Die Wesen werden genau und sehr detailliert beschrieben, und langsam schleicht sich beim Leser die Angst ein: Was wäre, wenn diese Kreaturen tatsächlich hier auf der Erde wären?
 
Es macht sehr viel Spaß der Geschichte zu folgen, der es an nichts fehlt. Dazu tragen natürlich auch die sympathischen Protagonisten bei, wovon jeder von ihnen sehr viel an eigener Persönlichkeit mitbringt.
 
Leider kommt jetzt das große ABER.
 
Um es kurz zu machen: Liest man die alte Geschichte „Berge des Wahnsinns“ von H.P. Lovecraft, hat man praktisch das gleiche Buch. Es ist der gleiche rote Faden: eine Expedition in die Antarktis, es gibt nicht katalogisierte Fußabdrücke und Überbleibsel einer Spezies, die nicht von dieser Welt ist, ebenso die merkwürdig gleichförmige Tempelanlage mit der Stadt, das Höhlensystem usw. Es ist wirklich sehr auffallend. Auch die unbekannte Lebensform wird von Jens Schumacher von dem über 70 Jahre alten Werk im Aussehen fast Eins-zu-Eins übernommen, genauso deren außerirdischer Ursprung. Schade, dass der Autor auf eine bereits 1936 veröffentlichte Geschichte zurückgreift, die Grundhandlung übernimmt und nur mit neuem Beiwerk schmückt.
 

Fazit:
Wie gesagt ist „Frozen – Tod im Eis“ ein Buch, das ich in meinem Buchregal nicht missen möchte. Es hat alle guten Voraussetzungen mitgebracht: eine spannende Geschichte, nette Charaktere, gefährliche Kreaturen … Auch der Erzählstil ist so packend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Aber findet man als Autor heutzutage keine eigenen Geschichten mehr und muss man sich deswegen so deutlich an anderer Leute Werk bedienen?

23. Oktober 2012

[Rezension] Dianne Duvall - Düstere Zeichen

Dianne Duvall
Düstere Zeichen (Immortal Guardians Band 1)Verlag: Egmont-LYX
Seiten: ca. 400
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 978-3-8025-8660-6
Preis: 9,99 €
Erscheinungstermin: 10.2012
Leseprobe


Die Musikprofessorin Sarah lebt in einem kleinen Haus auf dem Land, wo sie sich einen Traum erfüllen und ein eigenes Gemüsebeet anpflanzen will. Doch plötzlich hört sie etwas Seltsames. Sie wird auf irgendeine seltsame Art und Weise angerempelt – kann aber nichts genaues erkennen und hört schließlich Andeutungen eines Kampfes. Im Wald findet sie schließlich einen am Boden liegenden Verletzten, der von zwei Männern gequält wird. Kurzerhand schlägt sie die Angreifer nieder und rettet den Verletzten. Doch durch Rolands Rettung gerät nun auch Sarah in Gefahr und beim nächsten Angriff bleibt ihm gar nichts anderes über, als dass er Sarah sein wahres Naturell, ein „Vampir“, zeigt. Während sie natürlich einen Schreck bekommt, dass auch Roland ein Vampir ist, findet sie sich doch schließlich damit ab. Immerhin ist er ganz anders als die angreifenden Vampire, vor denen er sie beschützt und die ein persönliches Interesse haben, Roland lebend in die Finger zu bekommen…
 

Dianne Duvalls Debütroman „Düstere Zeichen“ ist das erste Buch einer neuen paranormalen Romance Serie mit den Immortal Guardians.
Die Immortal Guardians sind eine kleine Gruppe von Unsterblichen, die die Menschheit vor Vampiren schützen. Dazu gehen sie auf Vampirjagd und töten die Vampire, bevor diese unschuldige Menschen anfallen, töten oder gar mit dem Vampir-Virus infizieren. Diese Infizierung hat Blutdurst und Wahnsinn zur Folge, was auch bedeutet, dass die Vampire ein elendes und ziemlich kurzes Leben haben. Um dies alles zu verhindern, setzen die Immortal Guardians alles daran, gegen die Vampire vorzugehen.

Aber auch die Immortal Guardians trinken Blut – jedoch unterscheiden sie sich von den restlichen Vampiren, was mit einem bestimmten Gen zusammen hängt. So werden alle Vampire durch einen Blutaustausch mit Menschen erschaffen – wenn ein Mensch jedoch besondere Gaben (wie Telekinese, Teleportieren, Gedankenlesen usw.) hat, während sie verwandelt werden, werden sie Unsterbliche, die man nur töten kann, indem man ihnen den Kopf abschlägt, sie zu Asche verbrennt oder in der Sonne rösten lässt.

Während des Lesens dieses Romantasybuchs findet man logischerweise immer wieder parallelen zu anderen Romantasy-Autorinnen wie zum Beispiel Lara Adrian. Jedoch muss man sagen, dass Dianne Duvall ihre ganz eigene, individuelle Geschichte erzählt und diese mit den anderen Romanen dieses Genres durchaus mithalten kann. So gibt es auch hier lustige Momente, Herzklopfen, Action-Sequenzen, und heißen süß-sinnlichen Sex.

Dennoch hat das Buch auch ein paar Schwachstellen wie zum Beispiel der Anfang, wo Sarah und Roland sich zum ersten Mal treffen, Seth in der Halle seines Schlosses auf Ahnenforschung geht oder einfach nur die Angriffe der Vampire selber. Manchmal hat man das Gefühl, dass das ganze etwas Oberflächlich wirkt oder die Handlung Lücken aufweist (Was vielleicht an der Übersetzung liegen könnte).

Der Erzählstil ist flüssig, spannend und unterhaltsam und die Autorin kommt ohne große Umschweife immer direkt zum Punkt.
Das Beste ist aber, dass es am Ende der Geschichte keinen Cliffhenger gibt und dass die anderen Unsterblichen, die der Leser im Lauf des Buchs kennenlernt, sehr viel Potential für weitere Geschichten bieten.

Hier eine kurze Übersicht der Charaktere:

  • Roland Warbrook ist 973 Jahre alt und wurde von den 3 wichtigsten Menschen in seinem Leben hintergangen. Was ihn natürlich geprägt hat, denn fortan war er Einzelgänger und hat gelernt, keinem anderen außer sich selber zu trauen. Seine Gabe ist das heilen von Wunden, die er für kurze Zeit auf sich überträgt, um sie anschließend durch seine Unsterblichkeit zu heilen. Sarah ist seine Frau.
  • Seth ist der Anführer der Unsterblichen und zugleich der älteste. Er hat die größten übernatürliche Talente und ist in meinen Augen DER Über-Unsterbliche. Auch er verbirgt er einige Geheimnisse, die es in den nächsten Büchern zu lüften gilt.
  • Bastien ist in dem vorliegenden Buch der Vampir-Anführer und will laut eigenem Ermessen, Rache an Roland nehmen, da er seine Schwester umgebracht hat. Als er schließlich dahinter kommt, dass er einer Lüge erlegen ist, schließt er sich den Unsterblichen an.
  • Marcus ist in letzter Zeit unberechenbar geworden, da er mit einer unerwiderten Liebe zu kämpfen hat. Vor vielen hundert Jahren hat er ein Mädchen aus der Zukunft kennengelernt, die in die Vergangenheit gereist ist und seinen besten Kumpel geheiratet hat. Während die Jahre vergingen und sie eines natürlichen Todes gestorben war, hat er sich auf ihre eigentliche Geburt gefreut und war so lange an ihrer Seite, bis sie in die Vergangenheit gereist ist, wo sie sich kennengelernt haben. Seine Fähigkeit ist es, Geister zu sehen.

Fazit:
Insgesamt wartet das Buch mit allem auf, was das Genre Romantasy ausmacht: Action, Drama, lustige Momente, Romantik und natürlich Sex. Trotz einiger Schwächen kann ich nur sagen, dass paranormal Romane Fans diese Serie nicht verpassen dürfen und ihr eine Chance geben sollten.