14. Juli 2012

[Rezension] Cindy Spencer Pape - Steam & Magic. Feuerspiel

Cindy Spencer Pape
Steam & Magic. Feuerspiel
Originaltitel: Steam & Sorcery - Gaslight Chronicles
Verlag: Heyne
Seiten: 352 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheintermin: 09.05.2012
ISBN: 978-3-453-52990-8
Preis: € 8,99
Leseprobe

London, Mitte des 19. Jahrhunderts: Sir Merrick Hadrian verfügt über besondere magische Fähigkeiten, die er der Krone zur Verfügung gestellt hat und bekämpft neben normalen auch übernatürliche Gefahren. Wie zum Beispiel Vampire, die ihn auch eines Nachts in die Enge treiben. Während er sich mit allen Kräften gegen die Angreifer wehrt kommen ihm plötzlich unverhofft fünf Straßenkinder zur Hilfe. Aus Dankbarkeit, und weil er spürt, dass deren Anführer wie er selber besondere Gaben hat, nimmt er die Jugendlichen in seinem Haus auf. Merrick ist von nun an fest entschlossen den Jungen Tommy zum Ritter auszubilden und macht die fünf Kinder kurzerhand zu seinen Mündel. Doch damit sie in der hohen Gesellschaft bestehen können benötigen sie Umgangsformen, die sie bisher nicht gekannt haben. Aus diesem Grund schreiben Merrick und seine Tante, die ebenfalls in dem Haus wohnt, eine Stelle als Gouvernante aus.
Caroline Bristol erklärt sich schließlich bereit, sich den Kindern anzunehmen. Nicht dass sie die Kinder gut im Griff hat und diese ihre neue Gouvernante sehr lieben, entwickelt auch Sir Merrick Gefühle für die bodenständige und resolute Caroline. Es stellt sich bald heraus, dass sie ebenfalls über magische Gaben verfügt und Merrick im Kampf gegen die dunklen Wesen unterstützen kann. Was auch gut ist, denn schon bald geraten Merrick, Caroline und die Kinder in große Gefahr…

„Steam & Magic – Feuerspiel“ ist der erste Band einer Reihe von Cindy Spencer Pape. Da es sich hierbei um einen Steampunkroman handelt, erfährt der Leser etwas über die Zeit des viktorianischen Londons und Steampunkelementen wie mechanische Tiere und andere Geräte. Aber auch Fantasy-Elemente sind in dem Buch vorhanden. So gibt es Magier und Fantasywesen wie zu, Beispiel Vampire und Werwölfe. In den USA gibt es bereits zwei weitere Romane zu dieser Reihe, wobei jeder Band einen neuen Protagonisten hat. Weitere Bände sind in Vorbereitung.

Das vorliegende Buch liest sich am Anfang wie ein echter Steampunk-Fantasy-Roman und bietet alles was dazu gehört: Das viktorianische Setting, die Stimmung der feinen Gesellschaft und viele magische und mystische Elemente. Alles ist sehr abenteuerlich und verspricht ein gutes Buch zu werden. Doch leider widmet sich die Autorin gerade im ersten Drittel des Buches zu lange mit der Einführung der Kinder in Merricks Haus sowie deren Erziehung durch die Gouvernante Caroline. Zeitweise hat man das Gefühl „Mary Poppins“ zu lesen, was mir ziemlich schwer gefallen ist. Immerhin hätte die Autorin mehr Energie in die Ermittlungen von Dir Merrick stecken können, denn die kam mir zu kurz vor. Auch liegt der Fokus in einzelnen Textabschnitten sehr auf der Liebesgeschichte zwischen Caroline und Sir Merrick, wo auch hier die Autorin einen Fehler begeht. Sie beginnt schon auf den ersten wenigen Seiten zu beschreiben wie Sir Merrick sich von Caroline angezogen fühlt. Verfolgt man diesen Faden durch das Buch hindurch, bis zu jenen erotischen Szenen der beiden, stellt man auch hier erneut fest, dass sie Autorin ihr Augenmerk sehr auf die Gefühlswelt der beiden gelegt hat, und den Handlungsstrang verliert, den das Buch eigentlich ausmacht. Schade, denn die Grundidee des Ordens und der Vielzahl der verschiedener Wesen birgt ein enormes Potential, das in meinen Augen verschenkt wird.
Ansonsten ist die Idee der Geschichte, wie bereits erwähnt, wirklich sehr gut und vor allem sehr schön, wie die Autorin die britischen Mythen und Legenden zurückgegriffen hat, indem sie auf die Sage von Artus und die Ritter der Tafelrunde zurückgreift.

Cindy Spencer Pape schreibt sehr flüssig und leicht verständlich. Dennoch hat die Spannung in der Rahmenstory gefehlt. Wenn man die Actionszenen mit den Liebeszenen vergleicht kann man sagen, dass die Liebeszenen das Doppelte an Seitenanzahl einnimmt als die Actionszenen. Hier merkt man sehr, dass sie eigentlich eine Autorin ist, die viele Frauen- und Liebesromane geschrieben hat. Deswegen fällt auch leider auf, dass die vorhandenen Fantasy- und Steampunkelemente keine fließende Verbindung zum Rest der Geschichte aufweisen.

Die Hauptcharaktere Sir Merrick und Caroline sind mehr sofort ans Herz gewachsen, da sie vielschichtig und lebendig dargestellt sind. Sir Merrick ist stets korrekt und vornehm, was er auch sein muss, da er ein Ritter im Orden der Tafelrunde, einem Geheimbund der auf die uralten Sagen von König Artus, ist. Er verliebt sich Hals über Kopf in die neue Gouvernante seiner Mündel, Miss Caroline. Sie steht jedoch mit den dampfbetriebenen Maschinen im Haus von Sir Merrick auf Kriegsfuß und ist nicht sonderlich angetan von den dunklen Ecken, in denen er sich zwecks Nachforschungen aufhalten muss. Auch sie empfindet bald mehr für Merrick und weicht ihm bei seinen Nachforschungen nicht mehr von der Seite. Was sie jedoch für eine Gabe hat und was sie genau ist, werde ich hier nicht verraten, sondern kann im Buch nachgelesen werden…

Fazit:
Das Buch ist für ein Steampunk-, Fantasy- und Romantik-Buch klassisch gestrickt und bietet eine eigentlich vorhersehbare Story. Der Mix aus Fantasywesen aller Art ergänzt sich wunderbar zu den Hauptcharakteren. Einziges Manko ist der Schwerpunkt der Familienzusammenführung mit den fünf Straßenkindern und das der Steampunkanteil im Lauf der Geschichte geringer wird. Trotzdem sorgt das Buch für unterhaltsame Stunden und macht dem Leser Lust auf die folgende Teile der Reihe.

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