22. Juli 2012

[Rezension] Christopher W. Gortner - Die Tudor-Verschwörung

Christopher W. Gortner
Die Tudor-Verschwörung
Originaltitel: The Tudor Secret
Verlag: Goldmann
Seiten: 416 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinungstermin: 18.06.2012
ISBN: 978-3-442-47734-0
Preis: € 8,99
Leseprobe


Brendan Prescott weiß nichts über seine Vergangenheit, als dass er als Baby von dem Dienstmädchen Alice großgezogen wurde, die bei der reichen Familie Dudley im Haushalt arbeitete. Als Bastard, ohne Familie und familiären Hintergrund, weiß er nur zu gut, wo sein Platz im Haushalt der Dudleys und in der Gesellschaft ist.
Eines Tages wird er von Lady Dudley dazu berufen, ihrem ältesten Sohn Robert als Knappe zu dienen. Viel lieber würde er jedoch in den Ställen bei den Pferden arbeiten, da Robert noch nie ein gutes Haar an ihm gelassen hat. Und so kommt es, dass Brendan sich sehr schnell in der Rolle des Laufburschen wiederfindet. So soll er der Prinzessin Elisabeth eine Nachricht überbringen, in der Robert sie zu einem Treffpunkt bezüglich ihrer geheimen Liaison bittet. Brendan schafft es auch zu der Prinzessin vorzudringen und ihr die Nachricht zu übermitteln, doch wie es so kommt, stolpert er schon in die nächste Gefahr und wird in einen Spionagering hineingezogen. Brendan wird von seinem neuen Meister Cecil in Dinge eingeweiht, die er sich nie zu träumen gewagt hat und endet als Doppelagent, der nicht nur für Robert Dudley, sondern auch für Prinzessin Elisabeth arbeitet, da ihre Schwester Mary Königin werden will…

„Die Tudor-Verschwörung“ ist der neueste Roman von Christopher W. Gortner, der bereits zwei historische Romane „Die florentinische Prinzessin“ und „Die Tränen der Königin“ geschrieben hat.

Die meisten Fans kennen die Geschichte der Tudor-Familie: Die Monarchie ging von Edward, auf Lady Jane und anschließend auf Queen Mary I (Maria) über und wechselte dann zu Elisabeth. In der vorliegenden Geschichte will Herr Gortner den Leser aber nicht mit der Wiederholung der Geschichte langweilen sondern nutzt für diese historische Geschichte die zu Grunde liegenden Themen Freundschaft, Loyalität. Der Romantik und die Tiefen der Romantik.



Der Autor bringt uns zurück ins schicksalhafte Jahr 1553, in dem erst mal herausgefunden werden muss, wer die „Guten“ und die „Bösen“ sind. Zu dieser Zeit hat sich König Edward zurückgezogen und man munkelt am Hofe, dass er evtl. von einer dritten Person in seiner Handlung kontrolliert und gezwungen wird. Welche Macht hat dabei Lady Dudley über die Familie von Lady Jane Grey?



Die Hauptfigur in diesem verwinkelten Rätsel ist der 20-jährige Brendan Prescott. Ihm folgt der Leser als er an den Hof von Edward VI reist, um Robert Dudley, fortan zu dienen. Doch je länger er an Hofe bleibt desto mehr wird er von Verschwörung und Verrat umgeben. So kommt es, dass er bald als Doppelagent fungiert, um neben Cecil und Francis Walsingham auch der rätselhaften Elizabeth Tudor zu dienen, die um die Gesundheit ihres Halbbruders, Edward VI, besorgt an den Hof gekommen ist. Dies macht sein Leben aber nicht einfacher. Wer genau ist Brendan Prescott? Und wem kann Brendan wirklich vertrauen?



Brendan wird mit vielen Gefahren konfrontiert, die Gortner in lebendiger Beschreibung das Buch zu einem Pageturner werden lassen. Seine Sprache ist lebendig und er hat ein erstaunliches Talent Intrigen, Spionage Gefahren und den Hof der Tudors interessant zu machen.

Mein Fazit:
Der Roman „Die Tudor-Verschwörung“ ist voller Spannung und rasanter Abenteuer, weshalb man schon sagen kann, dass er nicht nur ein historischer Roman ist, sondern auch in Richtung rasanter Thriller geht. Die Charaktere sind dunstig geschrieben, was sie sehr interessant macht. Lediglich der Plot kam mir an einigen Stellen zu komplex vor, da nicht jeder so tief in den Tudor-Verwirrungen drin steckt, um die ganzen Verwandtschafts-Eskapaden zu wissen. Dennoch muss ich sagen, dass der Unterhaltungswert sehr hoch war, da es viele überraschende Wendungen und skandalöse Geheimnisse gibt. Bleibt mir nur eines zu sagen: Herzlichen Glückwunsch, Christopher W. Gortner, für diesen ausgezeichneten Roman!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen