21. Juli 2012

[Rezension] Gayle Forman - Wenn ich bleibe

Gayle Forman
Wenn ich bleibe
Originaltitel: If I stay
Verlag: blanvalet
Seiten: 304 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinungstermin: 18. April 2011
ISBN: 978-3-442-37727-5
Preis: € 8,99
Leseprobe




Mia ist 17 Jahre alt und eine begabte Cellistin. Kein Wunder, liegt die Musik doch in ihrem Blut. So war ihr Vater früher Punkmusiker, bevor er sich dazu entschloss Lehrer zu werden. Auch Mias Mutter liebt Rockmusik, ist aber eine eher unkonventionelle Frau.
Alles scheint in dieser Familie perfekt zu sein, bis an einem verschneiten Februartag Mia und ihre Familie an einem freien Tag zu Freunden fahren, ein LKW von der Straße abkommt und ungebremst in ihr Auto prallt. Mias Eltern sind sofort tot, und ob ihr Bruder Teddy überlebt hat kann Mia nicht sagen, da sie kurz darauf selber ins Koma fällt. Ihr Geist hat sich dabei jedoch von ihrem Körper getrennt und verfolgt die Bemühungen der Ärzte wie sie versorgt wird und schließlich wegen den starken Verletzungen mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen wird. Mia betrachtet alles von „außen“ und hat mit ihrem jetzigen Zustand zwischen Leben und Tod zu kämpfen. Mit verknüpft ist natürlich die Frage, ob sie ihren Eltern ins Jenseits folgen soll oder lieber im Diesseits bleibt..
Sie erhält in der Zeit auf der Intensivstation Besuch von ihren Großeltern, ihrer treuen Freundin Kim, aber auch von ihrem Freund Adam, der durch Gespräche versucht Mias Lebenswillen zu stärken. Diese bewegenden Momente führen Rückblenden herbei, in denen sich Mia an ihr bisheriges Leben erinnert. So denkt sie zurück als die erwachende Leidenschaft für Musik eine große Rolle in ihrem Leben gespielt hat, an die Geburt ihres kleinen Bruders, an ihre Freundin Kim und ihren Freund Adam. Wird sie genug Kraft finden um in ihr richtiges Leben zurückzukehren?




Gayle Formans Roman „Wenn ich bleibe“ ist ein sehr gefühlvolles Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Es beschäftigt sich mit einem sehr ernsten Thema, das unter die Haut geht. Mit viel Gefühl erzählt die Autorin die Geschichte von Mias Schicksal, das sehr traurig ist und zeigt, wie vergänglich das Leben sein kann und wie schnell man alles verlieren kann, was einem etwas bedeutet. Ohne dass man Einfluss darauf hätte.




Nachdem Mias Familienleben kurz am Anfang des Buchs beschrieben wird, kommt der verheerende Autounfall um die Seite 20 des Buchs. Von da an ist der zeitliche Rahmen der Geschichte vorgegeben, denn sie endet am darauf folgenden Tag um genau 7:16 mit Mias Entscheidung in dem Krankenhaus. Ab da gibt es zwei Handlungsebenen. Zum einen berichtet Mia davon, was im Krankenhaus mit ihr geschieht und zum anderen erfährt der Leser Rückblenden aus den Höhepunkten ihres Lebens.
Obwohl diese Abschnitte kreuz und quer durch das Buch verteilt sind und immer wieder von einem anderen Thema handeln, unabhängig ihrer tatsächlichen Ereignisses, verleihen sie diesem Buch eine ungewohnte Tiefe. Es geht um Mias Gefühle, ihr nahezu perfektes Leben, ihrer Liebe zur Musik und ihrer Beziehung zu ihrem Freund Adam, die nicht ganz einfach ist. Dabei geht es aber weniger um Kitsch, sondern um berührende und wunderbar erzählte Familien und Freundschafts-Geschichten.




Eine Fortsetzung zu diesem Roman gibt es auch schon und ist unter dem Titel „Lovesong“ ebenfalls beim Verlag Blanvalet erschienen.




Gayle Forman hat ihre Figuren sehr individuell gestaltet, genau gezeichnet und genau das macht sie allesamt sehr sympathisch. Man merkt der Autorin an, dass sie bei der Ausarbeitung sehr viel Spaß hatte, denn das Trio Mia, Adam und Kim hätte von den Charakterzügen einzeln gesehen nicht unterschiedlicher sein können. Zusammen aber ergeben sie ein völlig gegensätzliches Trio, dass, zwischen den Zeilen gelesen, eine sehr tiefe Freundschaft verbindet.



Mein Fazit:
„Wenn ich bleibe“ ist ein Buch, das zum nachdenken anregt. Die Idee, dass Mia außerhalb ihres Körpers alles um sich herum mitbekommt, während sie im Koma liegt, hat mir sehr gut gefallen. Und wer kann denn schon sagen, dass es bei so vielen Komapatienten auf der ganzen Welt nicht tatsächlich auch bei dem einen oder anderen so sein könnte? Welche Gefühle gehen mit diesen Personen einher? Das ist Gänsehautfeeling pur. Nur eine Kleinigkeit hat nicht ganz zu dem Buch gepasst: Einige Rückblenden waren etwas „lahm“ und haben die Geschichte in die Länge gezogen und man musste aufpassen, dass man die Leselust nicht verliert. Ansonsten freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Mia und Adam im Nachfolgeroman „Lovesong“.

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