5. Juni 2012

[Rezension] Marc Elsberg - BLACKOUT. Morgen ist es zu spät

Marc Elsberg
BLACKOUT. Morgen ist es zu spät
Verlag: Blanvalet
Seiten: 800 Seiten
Ausgabe: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Erschienen am: 19.03.2012
ISBN: 978-3-7645-0445-8
Preis: € 19,99
Leseprobe


In Schweden und Spanien bricht plötzlich das komplette Stromnetz zusammen und verbreitet sich rasend schnell über das restliche Europa. Nachdem es nun in weiten Teilen des Kontinents keinen Strom mehr gibt, bricht die ganze Infrastruktur zusammen. Heizung, Wasser, öffentliche Verkehrsmittel sowie Krankenhilfe gibt es bald nicht mehr und als die Lebensmittel knapp werden versucht jeder sich und seiner Familie der nächste zu sein. Kurz: Das reinste Chaos bricht aus – und mittendrin ist der italienische Informatiker und Hacker Piero Manzano. Er will der Ursache dieses Kollapses auf den Grund gehen. Immer bei ihm ist eine Reporterin von CNN. Gemeinsam kommen sie bei ihrer Suche Terroristen auf die Spur, nur um daraufhin selbst ins Visier dieser Kriminellen zu gelangen. Als dann auch noch das Stromnetz in den USA zusammenbricht, steht der Welt ein wirtschaftlicher Kollaps bevor…

Mit „BLACKOUT. Morgen ist es zu spät“ hat Marc Elsberg ein Horrorszenario mit erschreckender Präsenz geliefert. Ein europaweiter – sogar weltweiter Stromausfall ist kaum vorstellbar. Aber genau mit dieser möglichen Situation spielt der Autor, denn Strom ist wie Wasser und Lebensmittel ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebens geworden. So könnten zum Beispiel Lebensmittel nicht mehr richtig gekühlt werden, die Toilettenspülung funktioniert nicht, Krankenhäuser könnten Patienten nicht versorgen und Autos nicht mehr ohne Benzin fahren und wie lange würde ein Dieselvorrat reichen um die Notkühlysyteme von Atomkraftwerken zu versorgen? Auch die Sicherheitsfrage ist erschreckend: von Plünderungen, Raub und Überfall wäre die Rede. Und wie sieht es mit den betroffenen Ländern aus? Wären Sie auf so ein Szenario, einen derartigen Blackout, vorbereitet?

Marc Elsberg hat den Nerv dieses Themas komplett getroffen und wirft den Leser zu Anfang seines Buches ins Geschehen, wo plötzlich nach und nach der Strom ausgeht und Europa, einem Endzeitszenario gleich, dunkel wird. Leider ist es aber so, dass es auf den ersten 150 Seiten sehr schwer ist in das Buch reinzukommen, da der Autor sehr ausführlich auf die Technik-Beschreibungen der europäischen Stromnetze zurück kommt. Allerdings muss man auch sagen, dass er dabei sehr gut recherchiert hat. Denn nur mit dem Fachwissen, wie komplex Stromnetze wirklich aufgebaut sind, konnte er überzeugende Szenarien schreiben. Dabei sind die Passagen für den „Laien“ sehr verständlich und anschaulich beschrieben und für mein Empfinden gibt es auch keine Passagen, die irgendwie unglaubwürdig erscheinen. Zudem werden dem Leser hierbei interessante Informationen und Hintergundwissen zum Thema vermittelt.

Die Spannung des Romans liegt durchgängig im oberen Bereich. Am Anfang ist das Buch in Tage aufgeteilt, die kurz nach dem Beginn des Blackouts beginnen. Innerhalb dieser Tage ist das Geschehen in verschiedene Schauplätze bzw. Städte aufgeteilt, die als Überschrift für die nachfolgende Passage dient. Da Marc Elsberg die Auswirkungen der Geschehnisse rasant erzählt, wechseln diese Blickwinkel von den verschiedenen Städten ebenso rasant alle 1 bis 2 Seiten. Diese „Filmschnitte“ steigern das Tempo und machen das Drama der Geschehnisse greifbar. Die Katastrophe ist ein wirklicher Pageturner, und auch wenn man mal die Namen der Protagonisten durcheinander wirft, hat man keine Probleme der Handlung und dem roten Faden zu folgen.

Wie angedeutet, platziert Marc Elsberg viele Charaktere in seinem Roman, deren Namen und Funktionen vor allem zu Beginn des Lesens sehr verwirrend sind. Aber gerade sie ermöglichen es dem Leser das unvorstellbare Chaos aus verschiedenen Perspektiven mitzuerleben. Sie, und vor allem Piero Manzano, begleiten den Leser durch das Buch und bringen es dem Leser nahe. Auch wenn ich ab und zu bei ihm und seiner begleitenden Reporterin das Gefühl hatte, ein Buch von Dan Brown zu lesen, da alle Protagonisten sich ein unverwüstliches Wettrennen leisten, indem sie gut kombinieren, Fachwissen austauschen und knifflige Aufgaben lösen.

Fazit:
„BLACKOUT. Morgen ist es zu spät“ ist ein sehr gut recherchierter und erschreckend realistischer Roman, der den Leser nachdenklich mit einem Endzeit-Feeling zurück lässt. Die beschriebenen Hintergründe sind überzeugend, viele Blickwinkel machen das Drama spannend und schaffen ein glaubhaftes Gesamtbild. Einzig und allein der etwas schwierige Einstieg hat das Lesen etwas erschwert, aber wenn die Geschichte läuft kann man sich kaum von dem Buch trennen

1 Kommentar:

  1. Vielen lieben Dank für diese tolle Rezension! Wir freuen, dass das Buch so gut ankommt :)
    Herzliche Grüße vom Blanvalet-Team

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