15. Juni 2012

[Rezension] George Mann - Osiris Rirual

George Mann
Osiris Ritual
Originaltitel: The Osiris Ritual. A Newbury & Hobbes Investigation
Verlag: Piper
Seiten: 400 Seiten
Ausgabe: Klappbroschur
Erschienen am: 27.02.2012
ISBN: 978-3-492-70259-1
Preis: € 16,99
Leseprobe


Sir Maurice Newburry erhält von der Krone den Auftrag, den Agenten William Ashford am Londoner Bahnhof zu empfangen. Doch dort gibt es kein Anzeichen von ihm und zudem riecht es in seinem Zugabteil eigenartigerweise stark nach Verwesung. Bei eigenen Ermittlungen erfährt Newburry, dass Ashford vor fünf Jahren bei der Festnahme seines ehemaligen Kollegen Dr. Knox getötet wurde. Mit Hilfe von Dr. Fabian bekam er ein zweites Leben und floh daraufhin nach Russland. Nun ist er gegen den Willen der Königin nach England zurückgekehrt...

Ein paar Tage später wird Newburry von seinem Freund Inspektor Sir Charles Bainbridge, der bei Scotland Yard arbeitet, um Hilfe gebeten. Der angesehener adliger Wissenschaftler Lord Henry Winthrop ist von einer Ägyptenexpedition zurückgekehrt und öffnet bei einer öffentlichen Zurschaustellung den Sarg einer altägyptischen Mumie. Schnell stellt sich heraus, dass der darin liegende Mensch bei lebendigem Leibe mumifiziert und somit ermordet wurde. Und nicht nur er. Der Lord wird am nächsten Tag mit aufgeschlitzter Kehle vorgefunden. Ein weiterer Grund dem „Fluch der schreienden Mumie“ nachzugehen...

Währenddessen verschwinden in London dutzende Frauen – ein Grund für Ms. Veronica Hobbes eigene Nachforschungen anzustellen. Da ein Teil der Frauen die Magiershow von Alfonso besucht haben und danach tot aufgefunden wurden, begibt sie sich freiwillig in seine Hände, um ihn auf frischer Tat zu überführen und gerät in tödliche Gefahr…

Noch ahnt das erfolgreiche Ermittlerduo der Krone nicht, dass alle drei Fälle irgendwie zusammenhängen...


„Osiris Ritual“ ist bereits der zweite Roman von George Mann, der sich um die beiden britischen Agenten der Krone Sir Maurice Newburry und seine Assistentin Miss Veronica Hobbes dreht. Bereits im Vorgängerband „Affinity Bridge“ hat der Autor gekonnt eine wunderbare Grundlage für die bisher geplante sechsteilige Geschichte in die Wege geleitet und ich bin mir sicher, dass wir in dieser mehrteiligen Buchreihe noch so einiges erleben werden. Denn seine Stärke ist ganz klar eine gelungene Detektivgeschichte, die in einer Retro-Steampunk-Kulisse zu Beginn der 1900er Jahre spielt. In dieser Zeit des viktorianischen Londons, gibt es technischen Veränderungen und Entwicklungen, die vor allem dem Hauptprotagonist Newburry in Form von dampfbetriebenen Fortbewegungsmitteln sehr gefallen, aber auch den Leser faszinieren können. Mit dabei ist aber auch wieder Königin Viktoria, die durch Pumpen, Schläuche und technisches Geschick am Leben gehalten wird. Jedoch muss man ganz klar sagen: Haben in „Affinity Bridge“ Luftfahrtschiffe, Dampffahrzeuge und mechanische Diener die Geschichte dominiert, tauchen sie in „Osiris Ritual“ nur als schickes Beiwerk auf.

In dem vorliegenden Buch mischt Georg Mann also sein viktorianisches London mit dem Geheimnis der altägyptischen Mythen. Dreh- und Angelpunkt hierfür ist die Sucht nach dem ewigen Leben, ohne Rücksicht auf groteske Experimente und Ergebnisse. So ist der Höhepunkt ein Lebewesen, halb Mensch, halb Maschine, das eine sehr tragische Rolle in der Geschichte einnimmt.

Der Roman ist sehr flüssig zu lesen und sehr spannend geschrieben. Zudem kommt, dass Georg Manns Welt im victorianischen Zeitalter ein sehr interessantes Flair vermittelt und es für den Leser greifbar machen. Die Handlung ist aufgrund der drei Handlungsstränge vielschichtig und man knobelt als Leser automatisch mit, wie die drei zusammenhängen und was die Hintergründe dafür sein könnten.

Die Charaktere in der Geschichte entwickeln sich weiter und zeigen auf, dass auch sie ernsthafte Probleme haben und nicht in einer Welt leben, in der alles eitel Sonnenschein ist. So entdeckt Newburry zufällig, dass seine Assistentin ebenfalls eine Agentin der Krone ist. Weshalb er selbstverständlich nicht mehr weiß ob und in wie weit er ihr noch vertrauen kann. Und das obwohl er noch immer in sie verliebt ist. Aber auch Miss Veronica Hobbes ist die ganze Situation zunehmend unangenehm. So muss sie einerseits „nur“ die Assistentin von Sir Newburry geben, um ihren Auftrag der Krone zu erfüllen. Sie wurde von Königin Victoria nämlich höchstpersönlich dazu abkommandiert aufzupassen, dass Newburry sich nicht, wie sein Vorgänger Aubrey Knox, vom Okkulten hingezogen fühlt und negativ verändert wird. Nur leider hat er schon eine Schwäche für Laudanum… Sehr gefallen hat mir, dass George Mann den Reporter George Purefoy in seine Geschichte eingebunden hat. Er ist sehr sympathisch und könnte als Newburrys Lehrling ihm tatkräftig zur Hand gehen und frischen Wind reinbringen. Leider kommt in der Geschichte dann doch alles ganz anders. Schade. Auch Amelia Hobbes, die Schwester von Veronica, ist wieder mit dabei. Sie wird in dem Roman in die Klinik von Dr. Lucius Fabian, dem Leibarzt der Königin, verlegt und trifft dort auf Personen, die sie aus ihren Visionen kennt. Ich bin davon überzeugt, dass sie noch eine wichtige Person in George Manns Welt wird, jedoch würde der Autor gut tun, nicht immer nur Andeutungen zu machen, sondern dem Leser auch mal ein paar handfeste Fakten geben würde.

Als Abschluss möchte ich euch ein Bild nicht vorenhalten, welches auf der Internetseite von George Mann zu sehen ist und die Protagonisten des Buchs zeigt.
Viel Spaß damit!

copyright: http://georgemann.wordpress.com/

Mein Fazit:
Der Steampunk-Reihe von George Mann spreche ich meine absolute Leseempfehlung aus. Der Autor vermischt gekonnt Steampunk mit einer spannenden Detektivgeschichte, die den Leser in ein magisches London voller dunkler Geheimnisse entführt. Ich freue mich auf weitere Erlebnisse der beiden Agenten Newburry und Hobbes und bin schon auf den dritten Band „Immortaly Engine“ gespannt, der am 10.09.2012 beim Piper Verlag erscheinen wird.

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