22. Juni 2012

[Rezension] Celine Kiernan - Königspfade


Celine Kiernan
Königspfade, Morkawk-Trilogie, Teil 3
Originaltitel: The Rebel Prince - (Vol. 3 The Moorehawke Trilogy)
Verlag: Heyne
Seiten: 496 Seiten
Ausgabe: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Erschienen am: 21. Mai 2012
ISBN: 978-3-453-26635-3
Preis: € 18,99
Leseprobe


Endlich haben Wynter, Christopher und Razi das Lager des abtrünnigen Prinzen Alberon erreicht. Jedoch wird das freudige Wiedersehen zwischen den Brüdern Alberon und Razi von den Jahren des Kriegs überschattet. Schnell merken sie, dass sie unterschiedlicher Meinungen sind. So ist Alberon entschlossen, anstelle von Diplomatie, wie es sein Vater König Jonathan bisher gepflegt hat, das Reich durch Stärke zu schütze. Dafür setzt er auf eine geheimnisvolle, aber auch umstrittene Waffe: Die Lorcan Moorhawke Blutmaschine. Doch Razi befürchtet, dass diese Maschine all das Gute, welches sein Vater während seiner Regierungszeit im Königreich erreicht hat, zunichte macht…


Endlich ist sie da! Der letzte Teil der Moorhawke-Trilogie von Celine Kiernan. „Königspfade“ reiht sich von der Covergestaltung zu den Vorgängerbänden ein, womit ein großer Wiedererkennungswert der Trilogie gegeben ist und sie sich im Bücherregal sehr schick ansehen lässt. Auf dem Cover ist das Gesicht einer Katze zu sehen, das vermutlich Coriolanus, die sprechende Katze von Wynter, darstellen soll. Im Innern des Buchs findet man wie in den Vorgängerbänden eine Landkarte des alternativen Europas sowie ein paar Worte der Autoren. Im hinteren Bereich des Buchs gibt es ein Merronisch-Glossar, welches als Übersetzung der gälischen Worte dient. Mir persönlich hat eine Personenübersicht gefehlt, da in dem vorliegenden Buch sehr viele Namen vorkommen, und es echt schwierig ist, ihre Herkunft und Funktionen im Kopf zu behalten.

Im nun dritten Buch dieser Trilogie treffen wir nun schließlich auf den angeblichen Verräter, Prinz Alberon. Und der ist gar nicht so, wie man ihn erwartet hatte. Bisher hat man ihn nur durch die Augen von Razi und Wynter gesehen, die dem Leser ihre Kindheitserinnerungen mitgeteilt haben. Durch ihre Kinderaugen war er stets nett und mit Güte im Herzen. Dem nun erwachsenen Alberon merkt man zwar seine königliche Herkunft noch an, dennoch ist er verwöhnt, ungestüm und sogar ein Choleriker. Obwohl es zwischen den Halbbrüdern Razi und Alberon immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen kommt, weiß Alberon, dass er Razi braucht um zwischen ihm und dem König zu vermitteln. Denn Alberon hat sich in den Kopf gesetzt, alle Königreiche im nördlichen Europa neu zu ordnen.

Doch kommen wir zu den Kritikpunkten an diesem Buch.
Da zwischen der Veröffentlichung von Band 2 und 3 ein gutes Jahr ins Land gezogen ist, kann man nicht alle Geschehnisse der Vorgängerbände im Kopf parat haben. Soll heißen, die Autorin hätte gut getan vor der eigentlichen Geschichte von „Königspfade“ eine kleine Zusammenfassung über die bisherigen Ergebnisse zu geben. Ohne Rückblende fällt es echt schwer in bestimmte Geschehnisse wieder hinein zu finden. So zum Beispiel: Was genau ist geschehen, dass Prinz Alberon abtrünnig wurde? Und was hatte es mit den Loup-Garous auf sich? Und warum haben die Wynter, Razi und vor allem Christopher einen Hass auf sie? Zugegeben, ein paar Punkte werden im Fortlauf der Geschichte geklärt, aber in den Passagen, wo dem Leser die Fragen aufkommen, hätte man auch gerne gleich eine Antwort gehabt.

Der größte Kritikpunkt an dem Buch ist jedoch, dass in der Geschichte sehr viel über Politik geredet wird, die man kaum nachvollziehen kann. Sie ist sehr komplex und die vielen Charaktere, Stämme und Nationen, die noch darin mitmischen, machen das Ganze nicht leichter. Im Kopf entsteht ein großes Wirrwarr und irgendwann liest man nur noch (leider) darüber, um die Geschichte voran zu treiben.

Des Weiteren fällt bei dem Buch auf, dass die Autorin irgendwie nicht auf den Punkt kommt und alles irgendwie schön umschrieben wird. Aber eben nicht genau, so dass sich der Leser die Hintergründe selber zusammenreinem muss. Was eben bei einer so komplexen Geschichte, wie bereits erwähnt, nicht einfach ist und man sehr schnell auf dem Holzweg landet oder eben den Sinn nicht versteht.
Das beste Beispiel sind wichtige Zusammenhänge oder die geheimnisvolle Blutmaschine, die König Jonathan und Wynters Vater mit aller Macht verbergen wollten. Aber warum? Es ist immer nur die Rede, dass die beiden sie versuchen zu verheimlichen und dass irgendwelche Pläne existieren. Warum? Was hat es mit ihr auf sich? Warum war sie, wie Wynter vermutet hat, bereits im Einsatz? Ich hätte sehr gerne mehr Details gehabt: Wie man auf die Idee kommt sie zu entwickeln, wie sie hergestellt wurde, wie sie aussieht und was sie genau macht. Zwar wird sie im Finale eingesetzt, aber meine Fragen sind nur zum Teil beantwortet worden. Schade, denn da hätte man bestimmt noch mehr herausholen können.


Mein Fazit:
„Könisgpfade“ hätte ein so spannender Abschluss der mittelalterlichen Moorhawke -Trilogie werden können. An fesselnden Abenteuern und Romantik fehlt es nicht, ebenso wenig wie an wunderbaren Charakteren. Einzig und alleine das viel politische Gerede und die kaum verständlichen Hintergründe lassen das Buch sehr mühsam werden. Zwar sollte man Rückblickend alle drei Bücher als ein Ganzes betrachten, aber gerade das fällt mir schwer. Der erste Teil hat mir sehr gut gefallen - der zweite hat etwas geschwächelt und vom dritten Teil bin ich irgendwie enttäuscht.
Dennoch muss ich sagen, dass die Geschichte von Wynter, Christopher und Razi sehr schöne und spannende Momente beinhaltet und aus einem Fantasyregal nicht wegzudenken ist.

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