13. Mai 2012

[Rezension] Gail Carriger - Feurige Schatten (Teil 4)

Gail Carriger
Feurige Schatten (Teil 4)
Originaltitel: Heartless (04)
Verlag: Blanvalet
Seiten: 416
Ausgabe: Taschenbuch, Klappbroschur
Erschienen am: 17. April 2012
ISBN: 978-3-442-37928-6
Preis: € 9,99
Leseprobe

Lady Alexia Maccon befindet sich bezüglich ihrer Schwangerschaft im Stadion eines gestrandeten Wals. Sie kann sich nur noch watschelnd fortbewegen und wird von permanentem Hunger geplagt. Da kommt ihr überaus ungelegen, dass die Vampire in ihrem entwürdigenden Zustand Jagd auf sie machen, um ihr Kind zu töten. Da muss ganz schnell eine Lösung her. Und die kommt auch in Form von Lord Akeldama, der immerhin der Wesir der Königin, und bereit ist, ein Vampiradoptivvater für das ungeborene Ungemach zu werden, so dass er das Kind nach den richtigen ethischen Normen erziehen kann. So kommt es, dass Lady Maccon zusammen mit ihrem Mann und dem Werwolfsrudel in Vampir Akeldamas Nachbarhaus einziehen.
In dieser bereits über alles angespannten Situation bekommt Alexia von einem Geist den Hinweis, dass ein Attentat auf die Königin verübt werden soll. Erschwert werden die Ermittlungen aber nicht nur alleine durch ihre Schwangerschaft, Watschelgang und untoten Stachelschweinen, sondern auch durch die Tatsache, dass ihre jüngere Schwester und ihre beste Freundin darin verstrickt sind.
Eine Spur führt sie zu einem Giftanschlag auf die Königin, der vor über 30 Jahren stattgefunden hat und der sie ausgerechnet zu dem alten Rudel ihres Mannes führt, woraufhin ihre Nachforschungen interessante Dinge ans Licht bringt.

„Feurige Schatten“ ist der vierte Roman von Gail Carrigers Steampunk-Reihe, die allerdings auch ein Mix aus Romance-Urban-Fantasy beinhaltet. Und wie wir die Autorin und die Hauptprotagonisten bereits kennen, geht es wieder einmal sehr turbulent zu.
Alexia befindet sich in den letzten Zügen ihrer Schwangerschaft und man erlebt mit, wie sie Heißhungerattacken und Stimmungsschwankungen erleidet. Leider wirkt sie mit all der Hysterie gar nicht mehr so sympathisch wie in den Vorgängerbüchern. Vielleicht hat gerade diese Tatsache den Einstieg in die Geschichte schwer gemacht. Natürlich findet sich Gail Carrigers typischer Humor wieder, konnten mich aber dieses Mal in der Geschichte nicht so mitreißen. Beim Lesen hat man das Gefühl, dass, abgesehen von untoten Stachelschweinen und dem Oktopus, nicht wirklich viel passiert und sich die Autorin viel mehr auf detaillierte Schilderungen von Modetrends und Alexias Schwangerschaft bezieht. Erst gegen Ende des Buchs wird es spannend und die Spannungskurve zieht etwas an.
Neben der Hauptcharakterin Alexia steht diesmal auch der Vampir Lord Akeldama im Vordergrund, was sehr interessant ist. Durch seine außergewöhnliche Art und seiner Artikulation ist er sehr sympathisch und immer wieder einen Schmunzler gut. Auch der Charakter von Biffy wird dem Leser näher gebracht und er kann einem wirklich leidtun. Er muss mit seiner Situation klar kommen, was gar nicht so leicht ist, da er gegen seinen Willen von einem Vampir in einen Werwolf verwandelt wurde und immer noch den Vampirlord liebt.
Gail Carriger baut dazu auch ihre übernatürliche Welt kontinuierlich aus. So berichtet sie über die Anpassungsschwierigkeiten neu gewandelter Werwölfe. Im speziellen den vom Vampir gewandelten Biffy zu einem Werwolf. Aber auch andere Begebenheiten wie der Aufbau und das Verlegen von Vampirstöcken und das Schwärmen einer Vampirkönigin sind sehr interessante Themen, die man so noch nie gelesen hat. Mit großer Faszination kann man diese Ideen nur verfolgen und lassen einen gespannt auf den nächsten und letzten Band dieser Reihe blicken, der im November 2012 erscheint und den Titel „Sengendes Zwielicht“ tragen wird.

Fazit:
Trotz des schwierigen Anfangs und den vorhandenen Längen ist das Buch nicht schlecht. Jedoch sollte man die vorherigen Teile gelesen haben, um die komplexe Welt von Gail Carriger zu verstehen. Des Weiteren sollte man nicht allzu viel auf den Klappentext geben, denn er stimmt nur Bedingt mit dem Inhalt überein und führt den Leser in eine ganz andere Richtung. So heißt es: „Doch während ihrer Nachforschungen stößt sie auf ein düsteres Geheimnis aus der Vergangenheit ihres geliebten Werwolfs. Ein Geheimnis, das ihr Mann um jeden Preis vor ihr verbergen wollte …“ Das ist so nicht ganz korrekt. Alexias Mann wusste nichts von dem Geheimnis, weshalb er auch nichts vor Alexia verbergen kann. Ansonsten erwarte ich schon gespannt den fünften und vorübergehend letzten Teil der Serie, in dem es nach Ägypten geht, wo Pharaonen und Mumien bestimmt so einiges an Überraschung parat halten.

1 Kommentar:

  1. Vielen lieben Dank für die tolle Rezension!
    Herzliche Grüße vom Blanvalet-Team

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