30. Mai 2012

Achtes literarisches Fantasy-Festival

Auf dem zauberhaften Naturgelände der Weilbacher Kiesgruben


Fantasy pur heißt es am 24.08.2012 bereits zum achten Mal auf dem Naturgelände der Weilbacher Kiesgruben in Südhessen. Ab 19.00 Uhr sind erwachsene und junge Gäste ab acht Jahren eingeladen, sich beim „Familientreffen“ der Fantasy-Gemeinde bis gegen Mitternacht in andere Welten entführen zu lassen und ihren Autoren ganz nah zu kommen.
Wie in jedem Jahr ist Wolfgang Hohlbein dabei, der zusammen mit seinem Co-Autor Dieter Winkler lesen wird. Auch Nina Blazon zählt als „Dauergast“, wogegen die Autorin Mechthild Gläser ihr Debüt gibt. Zum zweiten Mal werden Thomas Thiemeyer und Bettina Belitz hier auf der Bühne stehen.
Der Jazzer und Percussionkünstler Dieter Arnold verleiht den Texten mit seiner Interpretation eine ergänzende, musikalische Dimension. Kompetent und charmant moderiert Monika Trapp dieses außergewöhnliche literarische Fantasy-Festival.
Ein naturnahes Catering rundet diese in Deutschland einmalige Veranstaltung ab.

Das Festival wird vom Bücher-Medien-Magazin HITS für KIDS in Kooperation mit dem Bücherhaus Jansen, Rüsselsheim, der Buchhandlung in der Villa Herrmann, Ginsheim-Gustavsburg, dem Loewe Verlag und der GRKW, Flörsheim-Weilbach, organisiert.

Eintritt/Kosten: Vorverkauf (Abendkasse)
12,50 € (16,- €) für Erwachsene
6,50 € (8,- €) für junge Gäste bis 14 Jahren
Gruppenermäßigung ab 10 Personen 11,50 € /5,50 € pro Person

Weitere Informationen unter:

Kartenvorverkauf:

Bücherhaus Jansen GmbH
Marktstraße 10-14
65428 Rüsselsheim
Tel. 06142/61844
buecherhaus.jansen@gmx.de

Die Buchhandlung
Wickerer Straße 13
65439 Flörsheim
Tel. 06145/941004

Buchhandlung in der Villa Herrmann
Mozartstraße 3
65462 Ginsheim-Gustavsburg
Tel. 06134/566960
buchhandlung@hitsfuerkids.de

Naturschutzhaus
Weilbacher Kiesgruben
Frau Martina Teipel
Frankfurter Straße 74
65439 Flörsheim-Weilbach
Tel. 06145/936360

28. Mai 2012

[Rezension] John Katzenbach - Der Professor

John Katzenbach
Der Professor
Originaltitel: What comes next
Verlag: Knaur
Seiten: 560 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Erschienen am: 01.12.2011
ISBN: 978-3-426-50070-5
Preis: € 9,99
Leseprobe


Nach einer neurologischen Untersuchung steht für den pensionierten Psychiologieprofessor Adrian Thomas fest, dass er sterben wird. Diagnose: Demenz, in einem sehr schnell fortschreitenden Stadium. Somit sind seine schlimmsten Befürchtungen wahr geworden und vor seinem inneren Auge sieht er scherzhaft immer wieder seinen psychischen und körperlichen Zerfall.

Als er nach Hause kommt, bleibt er noch einen Moment in seinem Auto sitzen und spielt mit dem Gedanken sein Leben mittels einer Pistole zu beenden. Sein Blick geht über die Straße, wo er in der beginnenden Dämmerung ein etwa 16-jähriges Mädchen sieht. Sie trägt heruntergekommene Kleidung, und an ihrem Rucksack hängt ein Teddybär.
 
Dann rollt plötzlich ein Lieferwagen heran, der sein Tempo drosselt, stehen bleibt und kurz darauf mit aufheulendem Motor und durchdrehenden Reifen davon rast. Das Mädchen jedoch scheint spurlos verschwunden zu sein. Oder hat ihm etwa seine Krankheit einen Streich gespielt und er hat sich alles nur eingebildet? Auf der Straße findet er schließlich die rosarote Baseballkappe des Mädchens. Mit dem Namen Jennifer Riggins darin.
 
Doch warum wurde sie entführt? Geht es hier um Entführung und Erpressung? Wer aber sollte ein Mädchen entführen, das scheinbar von daheim ausgerissen ist? Was haben die Entführer also mit ihr vor?
 
Währenddessen startet im Internet eine neue Nummer des Snuff-Webstream-Drama „What comes next“. In der Hauptrolle: Die ahnungslose Jennifer…


„Der Professor“ von John Katzenbach ist ein handwerklich sehr gut durchdachter Psychothriller. Mit ihm taucht der Leser in eine Welt ein, deren psychische Grundlage das World Wide Web ist. Hier beschreibt und vermittelt der Autor erschreckende Einblicke in die düstere Welt des Internets. Sehr schnell wird klar, dass es sich um Internetverbrechen mit pornographischem Hintergrund handelt. So sitzen zum Beispiel die anonymen Kunden der Internetseite „whatcomesnext.com“ auf der ganzen Welt verstreut und entscheiden über das Schicksal ihres Opfers. Wo die einen von ihnen glauben das Opfer zu lieben, warten andere nur auf weitere Demütigungen, die das Opfer über sich ergehen lassen muss. Es sind jedoch gerade diese willigen Zuschauer, die sich hinter der zahlungskräftigen Anonymität ihrer Kreditkarten verstecken, die dieses Spiel erst möglich machen.

Sehr eindringlich beschreibt der Autor auch dabei die Ängste und Gefühle des Opfers, in diesem Fall des Mädchens Jennifer. Die psycho-Spielchen bringen in ihr Verzweiflung und Ohnmacht hervor, da es immer wieder perverse Kundschaft gibt, die mit ihren Vergnügungen Jennifer an den Rand ihrer physischen und geistigen Belastbarkeit bringen. Kein Wunder, dass sie anfängt mit einem Kuscheltier, Mr. Braunbär, zu reden, den sie als einzigen Freund betrachtet.

Die Handlung der Geschichte ist gradlinig und überrascht einen nicht wirklich, da man während des Lesens vertraute Szenarien durchlebt, die man bereits von anderen Filmen, Büchern oder realitätsnahen Medienereignissen kennt. Dennoch hat das Buch einen enormen Spannungsbogen, der über den Fortlauf der Geschichte ohne jegliche Action aus kommt, und mal sehr interessant ist zu lesen.
Die Figuren in dem Roman sind so intensiv und spannend ausgearbeitet, dass gerade sie es sind, welche den Thriller zu einem absoluten Page-Turner machen. So bewegt sich Adrian Thomas zwischen Realität und einer imaginären Welt, in der er von seinen verstorbenen Verwandten umgeben ist. Sie sind es, die ihm Denkanstöße geben um Jennifer zu finden. Vor allem ihr Charakter berührt den Leser, denn sie ist das unschuldige minderjährige Opfer perfider Machenschaften und man würde ihr nur zu gerne in ihren schweren Stunden beistehen, oder sie aus dieser Situation befreien. Ganz klar: Ihre Situation lässt die Wut im Bauch groß werden.

Fazit:
Trotz des sehr gut durchdachten, spannenden und unvorhersehbaren Handlung bin ich doch etwas zwiegespalten. Der Thriller schreckt in dem vorhanden Thema nicht vor explizierter Brutalität zurück und ich habe mich in den detailreich beschriebenen Vorkommnissen im Keller geekelt. Die Demütigung durch ein perverses Paar und die sexuelle zur Schau Stellung eines Kindes hätten nicht in dieser Form sein müssen.
Ansonsten ist das Buch sehr spannend geschrieben und wartet mit einer glaubwürdigen Handlung und Charakteren auf. 
Ich denke, jeder der sich mit diesem Buch auseinandersetzen will, sollte erst mal für sich erwägen, ob ihm das Thema nicht zu sehr an die Nerven geht. Alles in allem ist es aber ein tolles Buch, welches sich lohnt mal genauer anzuschauen.
 

27. Mai 2012

[Rezension] George Mann - Affinity Bridge

George Mann
Affinity Bridge
Originaltitel: The Affinity Bridge
Verlag: Piper
Seiten: 448 Seiten
Ausgabe: Klappbroschur
Erschienen am: September 2011
ISBN: 978-3-492-70238-6
Preis: € 16,99
Leseprobe


Im London des Jahres 1901 regiert Königin Victoria, die durch eine Maschine am Leben erhalten wird. Riesige Luftschiffe schweben über den mit Rauch verhangenem Himmel und die Stadt liegt unter dichtem Smog und Nebel.
Doch etwas Unheilvolles kündigt sich an. Ein Überlebender eines Zombieangriffs, der selbst gebissen wurde, hat aus Indien eine Zombieseuche eingeschleppt, deren Infektion sich rasend in London und England ausbreitet. Doch nicht nur hier gibt es Opfer, sondern auch ein geisterhafter blauer Polizist mordet in der Stadt und tötet scheinbar wahllos Menschen.
Sir Maurice Newbury ist ein treuer Ermittler von Königin Victoria und betraut vorwiegend mysteriöse und okkulte Fälle. Da ist es selbstverständlich, dass er zusammen mit seiner Assistentin Miss Veronica Hobbes zum Absturz des Luftschiffes „Lady Armitage" gerufen werden. Der Absturz bietet jedoch viel Raum für Spekulationen und gemeinsam mit Inspektor Bainbridge von Scotland Yard versuchen sie nicht nur die Geheimnisse des blauen Polizist, sondern auch den vermutlich gescheiterten Anschlag auf die Königin aufzuklären. Schon bald scheinen Sie einer Spur von Verschwörern auf die Schliche gekommen zu sein, und Newburys Ermittlungen führt sie zu dem Luftschiffunternehmen Chapman & Villiers. Hier finden sie heraus, dass ihre Luftschiffe von vollautomatischen Maschinenmenschen gesteuert werden. Diese scheinen wiederrum perfekt zu funktionieren und der Erfinder schließt eine Fehlfunktion, welches die „Lady Armitage" hat abstürzen lassen, definitiv aus.
Doch bald stoßen Maurice Newbery und Veronica Hobbes auf ein Geflecht aus Intrigen und Geheimnissen, welches sie und zu grausigen Enthüllungen führt...

„Affinity Bridge“ ist der erste Steampunk-Roman einer Reihe von George Mann, und präsentiert mit dem Ermittlerduo Sir Maurice Newbury und Miss Veronica Hobbes eine wunderbare Detektivgeschichte im viktorianischen London. Dieser Schauplatz wurde im Roman wunderbar eingefangen. Die Dampfmaschinenrevolution ist zu dieser Zeit im vollen Gange und so ist es kein Wunder, dass Newbury auf die neuen und stinkenden Automobile steht, die seit neuestem in Londons Straßen verkehren. Aber auch die Zeppeline haben den Himmel für sich revolutioniert und transportieren Passagiere auf ihren Reisen. Gesteuert werden sie hierbei seit neuestem von Maschinenmenschen, die aber auch in anderen Berufssparten als Arbeitskraft eingesetzt werden und so z.B. als Bedienstete im Haushalt helfen. Bei all der Technik im Jahr 1901 scheinen sie mit ihrer Lochkartenprogrammierung irgendwie aus der Rolle zu fallen. Mit all diesen Eindrücken schafft es George Mann spektakuläre Bilder im Kopf zu zaubern, die auch zum Träumen einladen.

In dieser Phase des Wandels von Pferdekutschen zu Automobilen und anderen technischen Geräten wird London von einer Seuche, von Morden und einem Luftschiffabsturz erschüttert, die den Ermittler der Königin Sir Maurice Newbury und seine Assistentin Miss Veronica Hobbes auf den Plan rufen.

Das Verbrechen, welches die beiden aufklären müssen scheint verzwickt zu sein. Nicht nur, dass sie wegen den glühenden Polizisten der in Whitechapel sein Unwesen treibt alleine bereits im dunkeln tappen, nun kommt auch noch ein unerklärlicher Absturz eines Luftschiffes hinzu, dessen verbrannte Passagiere mit eisernen Fesseln an die Sitzplätze gebunden wurden. Vom Piloten jedoch fehlt jede Spur. Die Auflösung des Rätsels hat mir sehr gefallen, wobei ich auch etwas schockiert war, da der Buchtitel nicht das mit der Geschichte zu tun hatte, als was ich es erwartet hätte. Dennoch sind alle Fäden der Geschichte sinnvoll verknüpft und bilden ein schlüssiges Ende, welches in sich abgeschlossen ist. Der Epilog hat es dann noch einmal in sich, da er die Charaktere plötzlich und für kurze Zeit in einem ganz anderen Licht beleuchtet und ich kann es kaum erwarten im nächsten Teil mehr darüber zu erfahren.
Alles in allem ist „Affinity Bridge“ eine sehr gut durchdachte und komplexe Geschichte, die an Sherlock Holmes anlehnt. Auf den ersten Seiten mag zwar die Kombination von Steampunk und Zombies etwas befremdlich wirken, jedoch sind auch Fantasy-Elemente vorhanden und lässt somit dem Leser sehr viel Interpretationsfreiraum. Jedoch braucht die Handlung erst einmal Zeit um sich voll zu entfalten, legt dann aber an Tempo zu und ist sehr Actionreich .Dazu trägt auch die schaurig-gruselige Atmosphäre in London bei, in denen der Zombie-Horror herrscht. Durch den spannenden und flüssigen Schreibstil, sowie den lebendigen Worten George Manns erweist sich der Roman als absolut gelungener Pageturner.

Auch mit seinen Charakteren kann der Autor überzeugen. Sie sind sympathische und einprägsame Figuren, und jeder hat so seine kleinen und dunklen Geheimnisse. Jeder hat unverkennbare Charaktereigenschaften, Stärken und Schwächen, die sie auszeichnet. So ist Sir Maurice Newbury abhängig von Laudanum, welches ihm ermöglicht zu schlafen. Wenn er mal nicht von den Drogen umnebelt ist, ist sein Verstand hell und erinnert irgendwie an Sherlock Holmes. Er sammelt Kunstgegenstände, lebt in einer Wohnung unter der Obhut einer mütterlichen Haushälterin und ist ein aufmerksamer Beobachter, weshalb er auch als Sonderermittler in den Diensten von Königin Victoria steht. Seine Kollegin Veronica Hobbes könnte eigentlich der weibliche Dr. Watson sein, da sie sich als eine scheue und zurückhaltende Frau der damaligen Zeit gibt, allerdings kann sie auch anders und wird in den Ermittlungen zu einer selbstbewussteren und entschlossenen Frau, die sich sehr gerne durchsetzt. Sie birgt viele Rätsel in sich und ich bin gespannt welche Rolle ihr George Mann in der Geschichte zugetan hat.

Fazit:
„Affinity Bridge“ von George Mann ist einer der besten Steampunk-Romane auf dem derzeitigen Markt. Er beinhaltet ein fantastisches Kriminalabenteuer, gespickt mit einer schaurig-morbiden Note und natürlich den nicht fehlen dürfenden Steampunk-Elementen. Die Charaktere sind einzigartig und passen mit ihren Stärken und Schwächen genau in die spannende Geschichte. Abschließend kann ich nur eines sagen: Lest dieses Buch. Es lohnt sich!

20. Mai 2012

[Rezension] Wulf Dorn - Dunkler Wahn

Wulf Dorn
Dunkler Wahn
Verlag: Heyne
Seiten: 432 Seiten
Ausgabe: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Erschienen am: 5. September 2011
ISBN: 978-3-453-26705-3
Preis: € 17,99
Leseprobe


Nachdem Jan Forstner den Klinikskandal in der Fahlenberger Klinik aufgedeckt hat, ist er durchaus berühmt geworden. Seine Freundin Carla verarbeitete das Erlebte in einem Buch und ist damit recht erfolgreich. Jan ist über die Veröffentlichung der Geschichte seines Bruders nicht sonderlich begeistert, weswegen, und durch ein paar andere Differenzen, die beiden nicht wissen wie es mit ihrer Beziehung weitergehen soll. Sie nehmen Carlas Lesereise als Auszeit um sich über ihre Beziehung klar zu werden.
Momentan ist Dr. Jan Forstner damit beschäftigt eine neue Abteilung für Kinder- und Jugendpsychatrie zu eröffnen, als der befreundeter Journalist, Volker Nowak, anruft und ihn um ein dringendes Treffen bittet. Doch der taucht am besagten Treffpunkt leider nicht auf. Kurz darauf erfährt Jan, dass Volker Nowak brutal ermordet wurde. Zuvor muss er sich angeblich lautstark mit einer Frau gestritten haben.
Zeitgleich erhält Jan anonyme Rosen in sein Klinikbüro, seltsame anonyme Anrufe und Umschläge mit kindlichen Zeichnungen. Die Bilder sind nach der Analyse seines Kollegen Franco von einer weiblichen, schon älteren Person gemalt worden. Die unbekannte Frau scheint ein äußerst perfides und krankes Spiel mit Jan zu treiben und er gerät immer mehr ins Visier der Stalkerin.
Auch rund um die Fahlenberger Kirche geschehen seltsame Dinge. Die Halle der Kapelle wurde von einer unbekannten Person mit Opferkerzen bedeckt und der junge Pfarrer Felix Thanner bekommt Besuch von einer Frau, die ihm in der Beichte zwei Morde gesteht, die sie wegen unerwiderter Liebe begangen hat, und dass sie einen weiteren Geliebten gefunden hat. Der Pfarrer kommt in einen Gewissenskonflikt. Das Beichtgeheimnis verbietet ihm mit der Polizei darüber zu sprechen. Aber er kann auch nicht abwarten, bis der nächste Mord passiert.
Wie hängen die Vorfälle zusammen?

Bereits im ersten Roman „Kalte Stille“ lernten wir den Psychiater Dr. Jan Forster kennen, wo er sich seinen Erlebnissen in der Kindheit sowie seinem psychischen Träume gestellt hat. In „Dunkler Wahn“ führt Wulf Dorn seine Geschichte fort und zeigt wie schon im Vorgängerbuch welch hervorragender Geschichtenerzähler er ist.
Und es dauert auch nicht lange bis etwas passiert. Der anonyme Strauß Rosen sowie der Mord an dem Journalisten fesseln den Leser gleich ans Buch. Man weiß instinktiv, dass beide Dinge zusammengehören und man will herausfinden, wer diese mysteriöse und geheimnisvolle Frau ist. Sicherlich wirkt ein Strauß Rosen im ersten Moment recht harmlos, doch der Leser muss schnell feststellen, dass die Steigerung hiervon schnell voran schreitet und die Stalkerin ein abgrundtiefes Geheimnis mit sich trägt und selbst vor einem Mord nicht zurückschreckt.   

Wer jetzt denkt, „nicht schon wieder ein Stalking-Thriller“, dem soll versichert sein, dass es sich bei diesem Roman um einen ganz besonderen Thriller handelt. Wulf Dorn hat selber einmal in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet und hat sehr viel Erfahrungen mit diesen Menschen gesammelt. Diesem Wissensschatz ist es zu verdanken, dass er in seinen Roman tiefe Einblicke in die Psyche von schwer geschädigten Persönlichkeiten geben kann. Er transformiert dieses in seine Romane, was die Spannung enorm steigert. Man kann sich seiner Erzählweise auch nur schwer entziehen, denn sein Thriller ist gut ausgearbeitet, in seiner Handlung abwechslungsreich und sehr fesselnd erzählt.
Dazu trägt sicher bei, dass er nicht nur auf den Handlungsstrang von Jan Forstner zurückgreift, sondern auch aus der Sicht der Stalkerin schreibt. Der Leser erlebt hautnah mit, wie sie auf der einen Seite auf der Suche nach Liebe ist und auf der anderen Seite sehr gewalttätig wirkt.
Wulf Dorn schickt den Leser oft auf Irrwege, wenn es darum geht die psychisch kranke Frau zu enttarnen. Und ich muss wirklich sagen, dass ich bis zur Auflösung nicht gewusst habe, wer die Schurkin ist. Ich musste mir die bestimmte Passage bestimmt vier Mal durchlesen, da die Auflösung so abwegig aber auch so genial ist, dass ich nie, wirklich niemals, darauf gekommen wäre. Deswegen ein großes Lob an den Autor, denn solch ein Kunststück gelingt nicht jedem Thriller-Autoren!

Wulf Dorns Hauptcharakter ist ein sympathisch wirkender, umgänglicher und netter Mann, der zwar normal wirkt, aber auch von den Schatten seiner Vergangenheit geprägt ist. Mir ist Jan Forstner schon im Vorgängerbuch ans Herz gewachsen, doch in „Dunkler Wahn“ hat er mich mitgerissen wie fast kein anderer.
Ein weiterer, sehr gelungener Protagonist ist der junge Pfarrer Thanner, dessen Gewissenskonflikte nach der beichte der Stalkerin, bzw. der Mörderin, sehr nachvollziehbar sind. Ich möchte ehrlich gesagt aber auch gar nicht näher auf ihn eingehen, da ich dem Leser nicht vorgreifen will. Auf jeden Fall aber hat der Autor mit ihm einen sehr beeindruckenden Protagonisten erschaffen, wie es keinen zweiten gibt.

Fazit:
Wulf Dorn hat mit „Dunkler Wahn“ erneut einen grandiosen Psychothriller abgeliefert. Die Geschichte fesselt von Anfang bis Ende und zeigt die Auswirkungen eines Liebeswahns in Verbindung mit einer scher geschädigten Persönlichkeit auf. Diesen Roman sollte man wirklich nicht verpassen. Die Geschichte ist beeindruckend und fesselnd und es gibt bis zum Ende spannende und erschütternde Überraschungen. Somit ist „Dunkler Wahn“ ein Psychothriller auf höchstem Niveau und ich bin gespannt, welchen Schachzug der Autor in seinem nächsten Roman präsentiert.

19. Mai 2012

[Rezension] Wulf Dorn - Kalte Stille

Wulf Dorn
Kalte Stille
Verlag: Heyne
Seiten: 448 Seiten
Ausgabe: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Erschienen am: 23. August 2010
ISBN: 978-3-453-26686-5
Preis: € 16,99
Leseprobe


Einige traumatische Ereignisse Verfolgen den 35-Jährigen Jan Forstner bis in die Gegenwart. Als er im Alter von 12 Jahren seinen Hund Gassi führte, musste er mit ansehen, wie die psychisch kranke Tochter seines Nachbarn in einen gefrorenen See einbrach und ertrank. Doch wieso oder besser wovor hatte sie zuvor so panische Angst gehabt? Und warum ist sie von der Waldklinik weggelaufen?
Da er ein Buch über paranormale Dinge gelesen hat, nimmt er sich heimlich das Diktiergerät seines Vaters und macht sich des Nachts auf zum See um ihre Stimme auf Band aufzunehmen. Er ahnte jedoch nicht, dass sein kleiner Bruder Sven ihm gefolgt war und kurz darauf verschwunden war. Selbst bei der umfangreichen Suche fehlte, bis auf ein Wäschestück, von Sven jede Spur. Doch nicht nur das: Im Laufe des Abends verliert er auch seinen Vater, der nach einem mysteriösen Anruf einen Autounfall hatte und starb. Jan leidet sehr unter den traumatischen Ereignissen und gibt sich selbst für alles die Schuld. Aber auch seine Mutter kann dies alles nicht verwinden und schneidet sich in einem Anfall von tiefen Depressionen die Pulsadern auf.
Nach all dem beschließt Jan einige Jahre später in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und schließt sein Studium zum Psychiater erfolgreich ab. Doch nachdem er einen pädophilen Patienten krankenhausreif schlägt, scheint seine Karriere erstmals vorbei zu sein, doch dann gibt ihm der Klinikleiter Dr. Fleischer eine zweite Chance für einen beruflichen Neuanfang. Er darf in der Waldklinik arbeiten, wenn er einer Therapie bei Professor Rauh zustimmt und somit sein eigenes Trauma aufarbeitet.
Doch der Alptraum ist nicht zu Ende: Auf dem Weg zur Arbeit wird Jan eines Tages mit einem mysteriösen Selbstmord konfrontiert. Bei der Toten handelt es sich um eine gewissen Nathalie Köppler, die vor einigen Wochen aus der Waldklinik entlassen wurde. Jan fällt sofort die Ähnlichkeit zwischen ihr und seiner einstigen Nachbarin auf, die beide Patienten in der Waldklinik waren.
Zusammen mit Nathalies bester Freundin, der Journalistin Carla Weller, versucht Jan die Hintergründe herauszufinden…

Schon im ersten Kapitel legt sich Wulf Dorns Buch „Kalte Stille“ mächtig ins Zeug und beginnt mit einer Rückblende, als Jans Vater bei einem Autounfall ums Leben kommt. Dabei taucht eine mysteriöse Person auf, die Jans Vater keine erste Hilfe leisten, sondern ihn sterben sehen will. Es gibt keinerlei Hinweise wer die geheimnisvolle Person ist und gerade das macht diese Szenen so spannend für den Leser um das Buch weiterzulesen. Im anschließenden Kapitel geht es in der Gegenwart weiter, wo Jan bei Herrn Dr. Fleischer in der Waldklinik vorstellig wird und die ganze Geschichte schließlich seinen Lauf nimmt. In einer Spirale aus Vermutungen, Wirrungen aus Alpträumen, Erinnerungen, Fiktion und Klaren Fakten sucht Jan seinen Weg die Schatten seiner Vergangenheit loszuwerden. Als Leser fiebert man da automatisch mit, will wissen wie es weitergeht und überlegt, wie wohl die Auflösung aussehen könnte. Nach und nach fügen sich dann auch immer mehr Puzzleteiule zusammen und man merkt dem Roman an, dass Wulf Dorn als langjähriger Mitarbeiter einer psychiatrischen Klinik die besten Voraussetzungen mitbringt um eben diese Thematik in einem Thriller niederzuschreiben. Er schreibt in einer lebendigen Atmosphäre und der Spannungsaufbau sitzt immer genau an der richtigen Stelle eines neuen Ereignisses. Gerade sie lassen den Leser immer wieder in anschaulichen Szenen und einem hohen Tempo weiterlesen.

Die unterschiedlichen Charaktere sind Wulf Dorn sehr gut gelungen und bilden eine große Stärke des Romans. Er zeigt dem Leser an ihnen die Abgründe der menschlichen Psyche, so dass keine Person - ob gut oder böse- plump oder stereotyp wirkt. Hinter jeder Handlung stecken immer irgendwelche Beweggründe, die sich entweder sofort oder erst später im Roman dem Leser offenbaren. So zum Beispiel der Hauptcharakter Jan Forstner. Obwohl er selber Psychiater ist, wird sehr glaubhaft dargestellt wie er auf einer nahezu krankhaften Suche nach Erklärungen ist, die seine Kindheit betreffen.

Fazit:
Kalte Stille ist ein packender Thriller voller mysteriöser Geheimnisse und verborgenen Verkettungen. Die fesselnde Geschichte wird zu keiner Zeit langweilig, auch wenn ich ziemlich schnell dahinter gestiegen bin, wer der Schurke in der Geschichte ist. Das Buch liest sich sehr flüssig und bietet am Ende eines jeden Kapitels einen Cliffhenger, der das Lesen geradewegs vorantreibt. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Thriller von Wulf Dorn und bin gespannt, mit was er sich darin hat einfallen lassen.

13. Mai 2012

[Rezension] Gail Carriger - Feurige Schatten (Teil 4)

Gail Carriger
Feurige Schatten (Teil 4)
Originaltitel: Heartless (04)
Verlag: Blanvalet
Seiten: 416
Ausgabe: Taschenbuch, Klappbroschur
Erschienen am: 17. April 2012
ISBN: 978-3-442-37928-6
Preis: € 9,99
Leseprobe

Lady Alexia Maccon befindet sich bezüglich ihrer Schwangerschaft im Stadion eines gestrandeten Wals. Sie kann sich nur noch watschelnd fortbewegen und wird von permanentem Hunger geplagt. Da kommt ihr überaus ungelegen, dass die Vampire in ihrem entwürdigenden Zustand Jagd auf sie machen, um ihr Kind zu töten. Da muss ganz schnell eine Lösung her. Und die kommt auch in Form von Lord Akeldama, der immerhin der Wesir der Königin, und bereit ist, ein Vampiradoptivvater für das ungeborene Ungemach zu werden, so dass er das Kind nach den richtigen ethischen Normen erziehen kann. So kommt es, dass Lady Maccon zusammen mit ihrem Mann und dem Werwolfsrudel in Vampir Akeldamas Nachbarhaus einziehen.
In dieser bereits über alles angespannten Situation bekommt Alexia von einem Geist den Hinweis, dass ein Attentat auf die Königin verübt werden soll. Erschwert werden die Ermittlungen aber nicht nur alleine durch ihre Schwangerschaft, Watschelgang und untoten Stachelschweinen, sondern auch durch die Tatsache, dass ihre jüngere Schwester und ihre beste Freundin darin verstrickt sind.
Eine Spur führt sie zu einem Giftanschlag auf die Königin, der vor über 30 Jahren stattgefunden hat und der sie ausgerechnet zu dem alten Rudel ihres Mannes führt, woraufhin ihre Nachforschungen interessante Dinge ans Licht bringt.

„Feurige Schatten“ ist der vierte Roman von Gail Carrigers Steampunk-Reihe, die allerdings auch ein Mix aus Romance-Urban-Fantasy beinhaltet. Und wie wir die Autorin und die Hauptprotagonisten bereits kennen, geht es wieder einmal sehr turbulent zu.
Alexia befindet sich in den letzten Zügen ihrer Schwangerschaft und man erlebt mit, wie sie Heißhungerattacken und Stimmungsschwankungen erleidet. Leider wirkt sie mit all der Hysterie gar nicht mehr so sympathisch wie in den Vorgängerbüchern. Vielleicht hat gerade diese Tatsache den Einstieg in die Geschichte schwer gemacht. Natürlich findet sich Gail Carrigers typischer Humor wieder, konnten mich aber dieses Mal in der Geschichte nicht so mitreißen. Beim Lesen hat man das Gefühl, dass, abgesehen von untoten Stachelschweinen und dem Oktopus, nicht wirklich viel passiert und sich die Autorin viel mehr auf detaillierte Schilderungen von Modetrends und Alexias Schwangerschaft bezieht. Erst gegen Ende des Buchs wird es spannend und die Spannungskurve zieht etwas an.
Neben der Hauptcharakterin Alexia steht diesmal auch der Vampir Lord Akeldama im Vordergrund, was sehr interessant ist. Durch seine außergewöhnliche Art und seiner Artikulation ist er sehr sympathisch und immer wieder einen Schmunzler gut. Auch der Charakter von Biffy wird dem Leser näher gebracht und er kann einem wirklich leidtun. Er muss mit seiner Situation klar kommen, was gar nicht so leicht ist, da er gegen seinen Willen von einem Vampir in einen Werwolf verwandelt wurde und immer noch den Vampirlord liebt.
Gail Carriger baut dazu auch ihre übernatürliche Welt kontinuierlich aus. So berichtet sie über die Anpassungsschwierigkeiten neu gewandelter Werwölfe. Im speziellen den vom Vampir gewandelten Biffy zu einem Werwolf. Aber auch andere Begebenheiten wie der Aufbau und das Verlegen von Vampirstöcken und das Schwärmen einer Vampirkönigin sind sehr interessante Themen, die man so noch nie gelesen hat. Mit großer Faszination kann man diese Ideen nur verfolgen und lassen einen gespannt auf den nächsten und letzten Band dieser Reihe blicken, der im November 2012 erscheint und den Titel „Sengendes Zwielicht“ tragen wird.

Fazit:
Trotz des schwierigen Anfangs und den vorhandenen Längen ist das Buch nicht schlecht. Jedoch sollte man die vorherigen Teile gelesen haben, um die komplexe Welt von Gail Carriger zu verstehen. Des Weiteren sollte man nicht allzu viel auf den Klappentext geben, denn er stimmt nur Bedingt mit dem Inhalt überein und führt den Leser in eine ganz andere Richtung. So heißt es: „Doch während ihrer Nachforschungen stößt sie auf ein düsteres Geheimnis aus der Vergangenheit ihres geliebten Werwolfs. Ein Geheimnis, das ihr Mann um jeden Preis vor ihr verbergen wollte …“ Das ist so nicht ganz korrekt. Alexias Mann wusste nichts von dem Geheimnis, weshalb er auch nichts vor Alexia verbergen kann. Ansonsten erwarte ich schon gespannt den fünften und vorübergehend letzten Teil der Serie, in dem es nach Ägypten geht, wo Pharaonen und Mumien bestimmt so einiges an Überraschung parat halten.

6. Mai 2012

[Rezension] Sarah Winman - Als Gott ein Kaninchen war

Sarah Winman
Als Gott ein Kaninchen war
Verlag: Limes
Seiten: 384
Ausgabe: Gebunden mit Schutzumschlag
Erschienen am: 26. März 2012
ISBN: 978-3-8090-2612-9
Preis: € 18,99


Elly erzählt ihre Geschichte in „Als Gott ein Kaninchen war“ in zwei Teilen.

Der Erste handelt von ihrer Kindheit in einer englischen Kleinstadt. Sie erzählt von ihrer besten Freundin Jenny Penny, die immer irgendwie nach Pommes gerochen hat und wildes, unbändiges Haar hatte. Von ihrem Bruder, der eine Beschützerrolle ihr gegenüber eingenommen hat und der immer irgendwie anders war als die anderen Jungs. Und natürlich, wie sie ein Kaninchen geschenkt bekommen hat und es damals in ihrer kindlichen Art einfach Gott getauft hatte, da es für sie der einzige Freund war, der sie voll und ganz verstanden hat. Eines Tages haben Elly Eltern im Lotto gewonnen. Nach langem hin und her haben sie beschlossen einen Schritt für einen Neuanfang zu wagen und entschlossen, eine kleine Frühstückspension zu eröffnen. Das heißt für Jenny und Elly Abschied nehmen – beide schwören sich aber in Kontakt zu bleiben. Doch es kommt natürlich alles anders: Jenny hat mit der Zeit den Kontakt zu Elly abgebrochen und ist mir ihrer durchgedrehten Mutter auf Nimmerwiedersehen verschwunden.
Im zweiten Teil des Romans haben wir es mit einer erwachsenen Elly zu tun. Zwischenzeitlich lebt sie in London und schreibt wöchentliche Kolumnen für eine Zeitung. Ihr Bruder lebt derweil in New York, wo er seine Jugendliebe wieder gefunden hat. Und dann kommt aus heiterem Himmel urplötzlich ein Brief von Ellys alter Freundin Jenny, die sie unter unglücklichen Umständen vor 10 Jahren hinter Gittern gebracht haben. Beide sind bereit ihrer Freundschaft eine zweite Chance zu geben. Doch dann passiert etwas, was Ellys Leben komplett aus der Bahn wirft und jegliche Träume zu zerstören droht…

Es fällt mir ziemlich schwer dieses Buch zu bewerten. Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, dessen einzigartiger Titel mich doch sehr neugierig gemacht hat. Auch die hübsche Aufmachung und der Klappentext ließen auf eine spannende Geschwister-Geschichte hoffen. Vor allem wollte ich aber wissen, welchen Vergleich der Titel mit dem Kaninchen hatte. Aber irgendwie wurden meine Erwartungen nur im Ansatz erfüllt.
Das Buch ist sehr mühsam zu lesen und ich empfand die Lektüre oft als sehr anstrengend.
Im ersten Teil lässt die Autorin die Kinderaugen von Elly sprechen. Das ist auch sehr interessant, denn kindliche Naivität lassen sie Dinge ganz anders sehen, als Erwachsene.
Im zweiten Teil wird es ruhiger und die Geschichte sackt ab. Man merkt der Autorin richtig an, wie sie verzweifelt versucht die die Seiten zu füllen. Vielleicht liegt es auch daran, dass mich die erwachsene Elly nicht erreicht hat – was also nicht unbedingt an der Autorin liegen muss. 
 
Die Geschichte an sich fließt im Allgemeinen vor sich hin – hat aber auch spannende und dramatische Momente. Die Sprache ist manchmal undeutlich zu verstehen, da Elly als Kind erzählt, oder auch Dinge passieren, die sich erst im Nachhinein klären. Oft bleibt die Autorin aber auch nur bei einer Anspielung oder Andeutung, lässt die Erklärung aber aus, so dass ich der Leser alles weitere selber denken muss. Dies ist in manchen Passagen echt mühsam, da man die Anspielungen nicht immer versteht und erst viel später dann doch der Groschen fällt. Das kann auf Dauer anstrengend sein. Im Nachhinein bin ich auch etwas von dem Klappentext enttäuscht, da nur am Anfang des Buchs und gegen Ende es um Elly und ihren Bruder Joe geht. Dazwischen tauchen immer wieder mal Leute und Handlungsstränge auf, die den Leser oft den roten Faden nicht erkennen lassen. 
 
Dabei kam mir die Hauptprotagonistin Elly in dem ganzen Buch nur bedingt nahe. Zum einen muss sie schnell lernen auf eigenen Füßen zu stehen, da sich die Eltern nie viel um ihre Kinder gesorgt und gekümmert haben. Auf der anderen Seite konnte ich den Sprung von über 20 Jahren ins Erwachsenenalter nicht ganz nachvollziehen. Erzähltechnisch bleibt die langatmige Schreib- und Erzählweise bestehen, ohne dass sie in meinen Augen erwachsen geworden ist.

 
Mein Fazit: 
Als Gott ein Kaninchen war“ ist ein Roman, der, wenn man ihr durchhält, melancholisch, lustig und traurig zugleich sein kann. Man muss sich dafür wirklich Zeit nehmen und es vielleicht sogar ein zweites Mal lesen. Ich persönlich hatte mir davon mehr erhofft. Da ich den Zugang zu der Geschichte nur bedingt gefunden habe, lässt mich das Buch eher etwas enttäuscht zurück.