1. April 2012

[Rezension] Alina Bronsky - Spiegelkind



Alina Bronsky
Spiegelkind
Verlag: Arena
Seiten: 304
Ausgabe: Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-401-06798-8  
Leseprobe

Zum Inhalt:
-->
Die 15-jährige Juli ist ein normales Mädchen, das in einer geregelten Gesellschaft aufwächst und glücklich ist. Bis zu jenem Tag, als sie nach Hause kommt, die Wohnung verwüstet vorfindet und die Mutter verschwunden ist. Seltsamerweise nimmt die Polizei allerdings keine Ermittlungen auf und stuft die Sache als harmlos herab. Auch Julis Vater scheint das Verschwinden der Mutter nicht zu interessieren, aber Juli selber kann das nicht so hinnehmen. Sie versucht ihre Mutter auf eigene Faust zu finden und stellt Nachforschungen an. Dabei erfährt sie, dass ihre Mutter eine Phee ist – laut Gesellschaft jedoch ein schlimmes Wesen und ein genauso schlimmes Schimpfwort. Aber warum sollen Pheen denn schrecklich sein, wenn ihre Mutter immer so herzensgut zu ihr war? Und warum verachten die normalen Menschen die Pheen, während andere, die sogenannten Freaks, sie verehren? Gehört Juli nun auch zu den Pheen und ist somit eine Ausgestoßene? Indem sie sich mit ihrer Freundin Ksü und ihren Bruder Iwan auf die Suche nach Antworten begibt, ahnt sie nicht, dass sie damit gegen die Gesellschaft rebelliert und in eine verbotene Welt eintaucht...


Meine Rezension: 
-->
„Spiegelkind“ ist der erste Teil einer neuen Jugendbuchtrilogie von der Autorin Alina Bronsky. Wobei „Jugendbuch“ nicht wirklich ganz zutrifft, denn die Geschichte ähnelt ein wenig der von „Momo“, was ihr einen überaus interessanten Charme verleiht und auch von Erwachsenen ohne Bedenken gelesen werden kann.



Der Leser wird sehr schnell in den Bann der fantastischen Geschichte gezogen, dessen Handlung eine Mischung aus modernem Märchen und Dystopie ist.



In dem Buch ist die Gesellschaft in 2 Schichten aufgeteilt. Da gibt es zum einen die „Normalen“. Menschen, die sich der Gesellschaft angepasst haben und in gepflegten und reinen Wohngegenden ihrem geregelten Leben nachkommen. Dann gibt es noch die „Freaks“. Menschen, die die sich an keine Regeln halten und als Abweichler von der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Deswegen sind sie unter den normalen als so was wie „Asoziale“ verpönt. Neben diesen beiden Schichten gibt es noch die Wesen der Pheen. Sie haben zwar übersinnliche Kräfte, haben aber nichts mit den Feen aus den Märchen gemeinsam. Deshalb werden sie auch in „Spiegelkind“ mit „Ph...“ geschrieben. Zu ihnen gehört auch Julis Mutter, die, so wie Juli erfährt, eine berühmte Malerin ist, die wunderbare aber auch seltsam aussehende Bilder malt, in die Juli und ihre Freundin Ksü hineinschlüpfen können und sich in einer ganz anderen Welt wiederfinden. Doch was genau ist eine Phee? Warum sind sie in der Gesellschaft so gehasst? Leider gibt es auf diese Fragen in diesem Teil dieser Trilogie noch keine Antworten. Aber ich hoffe, dass die Autorin im zweiten teil näher darauf eingehen wird.



Der Schreib- und Erzählstil ist in dem Jugendbuch eher einfach gehalten, was auch für die eigentliche Zielgruppe angemessen ist. Das Buch ist flüssig zu lesen und man kann ganz einfach in eine andere zauberhafte Welt eintauchen. Obwohl die Handlung eher ruhig ist, nimmt sie doch kontinuierlich bis zum Ende an Spannung auf und macht Lust auf den Fortsetzungsband.



Alina Bronsky hat wunderbar lebendige Figuren ausgearbeitet, ohne die die Geschichte nicht die Gleiche wäre. Juli ist die 15-jährige Hauptprotagonisten der Geschichte. Sie geht aufs Lyzeum, eine Eliteschule, ist eine Einserkandidatin und erhofft sich einen guten Abschluss. Regeln über Regeln bestimmen jedoch ihren Alltag und so verbringt sie den Rest des Tages nach dem Unterricht zu Hause mit ihren zwei Geschwistern und ihren geschiedenen Eltern. Alles scheint perfekt geregelt zu sein – doch das Verschwinden ihrer Mutter stellt Julis komplettes Leben auf den Kopf und sie macht im Verlauf der Geschichte eine sehr große Verwandlung durch.


Ksü hingegen ist eine Außenseiterin der Gesellschaft. Ein Freak, mit dem kein Normaler etwas zu tun haben will. Das spiegelt sich auch in ihrem Aussehen wieder, weshalb Julis Vater auch den Umgang der beiden Mädchen verbieten möchte. Doch Ksü ist es egal, was andere über sie denken und hat in Juli eine Freundin gefunden.

Mein Fazit:
--> -->
„Spiegelkind“ ist ein lesenswertes und gut geschriebenes Dystopien-Märchenbuch, dass nicht nur Jugendliche sondern auch Erwachsene spannend finden werden. Das Buch bietet alles, was für ein unterhaltsames und kurzweiliges Lesevergnügen sorgt: Sympathische und interessant gestaltete Charaktere, eine klare Sprache und eine spannende Handlung. Neue Ideen geformt zu liebevollen Details machen es so, dass es sich von der breiten Masse der anderen Bücher abhebt. Besonders gut hat mir gefallen, dass einmal nicht die Liebe zweier Personen im Vordergrund steht, sondern vielmehr die Liebe der Menschen untereinander. Ein Top-Buch und absolut zu empfehlen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen