4. März 2012

[Rezension] Daniel Glattauer - Ewig Dein


  Daniel Glattauer
Ewig Dein
Verlag: Deuticke
Seiten: 208
Ausgabe: Fester Einband
ISBN: 978-3-552-06181-1
Leseprobe
 
 

Zum Inhalt:
Judith lernt Hannes zufällig im Supermarkt kennen, als er ihr aus Versehen auf die Fersen tritt. Er ist höflich und entschuldigt sich – Julia findet ihn durchaus nett, verliebt ist sie jedoch nicht, sondern genießt seine Zuwendungen in vollen Zügen. Er ist freundlich, liebevoll, schmeichelt ihr und macht ihr Komplimente. Doch Hannes schleicht sich immer mehr in ihren Alltag ein und die Beziehung wird enger. Sie sehen sich täglich, simsen und er legt ihr rote Rosen vor die Tür. Schließlich lernt er Judiths Freunde kennen – die sind begeistert von ihm. Ebenso wie Judiths Familie, die in ihm den perfekten Schwiegersohn sehen. Judith ist das eigentlich gar nicht so recht und sie fühlt sich nicht mehr wohl mit ihm, da sie jeden Moment das Gefühl hat, durch seine Liebe ersticken zu müssen. Sie kann ihn auch nicht auf Distanz halten, da Hannes immer überall präsent ist und auch für sie ins kleinste Detail mit plant. Dann, nach einem Urlaub in Venedig weiß sie: Es geht nicht mehr und sie will sich trennen. Aber sie wird ihn und seine Liebesbezeugungen einfach nicht los. Wieso kann und will er nicht verstehen, dass sie Schluss gemacht hat? Auch ihre Familie und ihre Freunde hat er längst auf seine Seite gezogen und keiner von ihnen versteht, warum Judith sich so kaltherzig von so einem tollen Mann trennt, der sie doch einfach nur liebt.


Und das so, bis sie irgendwann Gespenster sieht...



Meine Rezension:
Daniel Glattauers Roman „Ewig Dein“ fängt an wie ein ganz normaler Liebesroman. Judith stolpert über den Architekten Hannes und sie verlieben sich. Nachdem Hannes ihr aber immer unheimlicher in seinen Aktionen, seinen Denken und Fühlen wird, trennt sie sich von ihm. Jedoch muss sie feststellen, dass er sozusagen ihre Freunde „übernommen“ hat und sich wie ein Stalker zurück in ihr Leben schleicht. „Ewig Dein“ ist somit nicht nur ein Liebesroman, sondern auch ein Psycho-Thriller, in dem es um Drohung und Einschüchterung geht.


Daniel Glattauer war lange Zeit Gerichtsreporter und hat sehr gut zum Thema „Stalking“ recherchiert. Er stellt Hannes und das Stalking sehr authentisch dar, dass die Geschichte dem Leser selbst sehr nahe geht und man selber die Ängste empfindet, die Hannes in Judith weckt. Denn, was soll man tun, wenn einem keiner glaubt? Wenn man von allen für Verrückt gehalten wird?


Denkt man anfänglich noch, wie Krank Hannes ist, passt dieses Bild bald auf Judith, die an Verfolgungswahn leidet. Aber ist das alles nur Einbildung? Ist sie es, die Verrückt ist? Oder hat Hannes sie mit seiner krankhaften Liebe in den Wahnsinn getrieben? Und was soll sie tun weil ihr keiner glaubt?


Die Geschichte ist aus Judiths Sicht geschrieben. Gekonnt setzt der Autor aber bestimmte Akzente in ihrer Gefühlswelt. So wechselt er von Freude, Aufregung und Verwirrung, die dem Leser oft eine spannende Wendung bringt. Auch der Spannungsbogen dreht sich wie ein Schraubstock immer weiter, bis er am Ende des Buchs leider in ein mageres Ende mündet. Der Schluss kommt einfach zu schnell und hört so auf, dass der Autor gut und gerne noch 20 Seiten hätte schreiben können.



Mein Fazit: 
Mit „Ewig Dein“ hat Daniel Glattauer ein abgrundtiefes Psychodrama hingelegt. Der Leser weiss wie Judith nie, was Hannes als nächstes plant. Dieses Buch beschreibt real ein aktuelles Thema der heutigen Welt und der Zukunft. Und ich bin mir sicher: „Ewig Dein“ wird auch noch in 20 Jahren ein Toptitel sein.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen