31. März 2012

[Rezension] Jonas Jonasson - Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

  Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Verlag: Carl´s book
Seiten: 416
Ausgabe: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-570-58501-6
Leseprobe

 

Zum Inhalt:
Allan Karlson hat das stolze Alter von 100 Jahren erreicht und ist geistig noch so fit, dass er keine Lust hat, im Altenheim mit all den anderen Greisen, der lästigen Schwester Alice und dem Bürgermeister seinen Geburtstag zu feiern. Deswegen klettert er kurzerhand aus dem Fenster. Mit Pantoffeln und etwas Geld geht er zum Bahnhof, wo er kurzerhand einem jungen Mann seinen Koffer stiehlt und Richtung Bushalte verschwindet. Was Allen noch nicht ahnt: In dem Koffer befinden sich unendlich viele Geldscheine. Die anstehende Busfahrt ist schließlich nur der Beginn einer abenteuerlichen Roadtrips, in dem Allan neue Freunde findet, viele Zeitungsschlagzeilen liefert, 2 Todesopfer fordert und ihm eine Freundschaft mit einem Elefanten einbringt. Doch das alles beeindruckt den 100-jährigen Allan nicht wirklich, hat er schon mit General Franco, Präsident Truman und Stalin getrunken und am Bau der Atombombe seine Finger im Spiel gehabt. Dies sind aber nur ein paar kleine Auszüge aus seinem Leben...

 
Meine Rezension:
„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ ist ein Buch, bei dem schon der sperrige Titel des Romans zeigt, dass den Leser hier keine leichte Story erwartet. Die eigentliche Handlung gleicht viel mehr einem Roadmovie, denn Allan löst nach seiner Flucht aus dem Altenheim eine Kette unglaublicher Ereignisse aus. Was zufällig damit begann, dass der den Koffer eines Drogendealers mit sage und schreibe 50 Millionen Kronen stiehlt. Ab diesem Moment, mit seinem unerwarteten Reichtum, jagen ihn nicht nur die Polizisten, sondern auch eine Maffia-Truppe und die Journalisten.

In einem parallel laufenden Handlungsstrang erzählt Jonas Jonasson die Lebensgeschichte seiner Hauptfigur. Sie ist jedoch eine einzige Abfolge von abstrusen Zufällen und Zusammentreffen, in denen Allan einfach so in scheinbar alle Krisenherde dieser Welt purzelt und naiv-unpolitisch gegenüber hohen Regierungsleuten seine Meinung äußert. So trinkt er im spanischen Bürgerkrieg General Franco unter den Tisch, verhindert das Attentat auf Churchill, gibt Oppenheimer entscheidende Hinweise zum Bau der Atombombe, bringt Stalin so richtig in Rage, spioniert für die CIA die Sowjets aus und jagt halb Moskau in die Luft. Das ist alles so verrückt und übertrieben, dass man schon einen trockenen Humor braucht um das alles, ohne Rücksicht auf die historischen Tatsachen, mit einem Lächeln lesen zu können.

Sprachlich wurde das Buch so gehalten, dass es anspruchsvoll ist und sich nicht unbedingt leicht lesen lässt. Jonas Jonasson erzählt die Geschichte seines Hauptprotagonisten in der Gegenwart sowie in der Vergangenheit und wirft alle wichtigen Ereignisse der gesamten Weltgeschichte auf. Dabei will der Autor auch nichts verbergen, sondern setzt Allan dem Leser in einer ironisch und grotesken Story vor, dessen Handlungen von schwarzem Humor und Situationskomik durchzogen sind.

Den Charakter Allan kann man lieben oder man kann nichts mit ihm anfangen. Für ein nettes Gespräch, leckeres Essen sowie Alkohol würde er fast alles tun. Dabei kommt ihm sehr zu Gute, dass er sehr trinkfest ist – und getrunken wird wahrlich viel in diesem Roman. Doch leider gerät er durch seine Fertigkeiten als Sprengstoffexperte immer wieder in neue politische Verwicklungen und dass obwohl er sich nicht die Bohne für Politik interessiert.

Mein Fazit:
Der Roman fängt gut an: Ein 100-Jähriger entwischt aus dem Altenheim, gelangt an einen Koffer mit viel Geld und geht auf die Reise. Dann plätschert jedoch alles vor sich hin und die Rückblenden in Allans Leben fand ich überzogen und zu weit hergeholt. Leider habe ich Jonas Jonasson schrägen Humor nicht nachempfinden können. Beim Lesen kam ich mir irgendwie wie in dem Film „Forrest Gump“ vor – nur dass das Original mehr Charme und keine grenzenlose Naivität besitzt. Für mich war die Geschichte an manchen Stellen langatmig, da ich die Verkettung der Umstände mehr als Absurd empfand. Wer also eine realitätsnahe Handlung sucht, sollte um den Roman einen großen Bogen machen. Wer sich gut unterhalten will und die historischen Tatsachen bei Seite legen und alles mit einem Augenzwinkern betrachten kann, der ist hier genau richtig.


30. März 2012

[Rezension] Hélène Grémillon - Das geheime Prinzip der Liebe

  Hélène Grémillon
Das geheime Prinzip der Liebe
Verlag: Hoffmann und Campe
Seiten:255
Ausgabe: Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-455-40096-0
 
Zum Inhalt:
Paris im Jahr 1975. Camille hat vor kurzem ihre Mutter bei einem Autounfall verloren. Da sie selber im Moment schwanger ist und selber ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter hatte, ist sie sehr traurig. Zwischen all den Kondolenzbriefen erhält Camille einen Brief ohne Absender, der aber an sie selber adressiert ist. Es ist ein langer Brief ohne Anrede und unterschrieben von einem gewissen Louis. Jedoch kennt Camille diesen Mann überhaupt nicht und sie fragt sich, ob ihr jemand einen Streich spielt und ihr als Verlegerin auf diese Art und Weise ein Manuskript unterjubeln will. Er erzählt ihr von seiner Lebensgeschichte, wie er in seiner Kindheit in dem Ort N. Ein kleines Mädchen namens Annie kennengelernt hat.
 

Jede Woche erhält Camille einen neuen Brief von Louis indem er seine Lebens- und Liebesgeschichte weitererzählt. So erfährt Camille, dass Annie sich mit Elisabeth, auch Madam M. genannt, anfreundet und sie auch schon bald ihre Gönnerin wird. Elisabeth stellt ihr als Malerin einen Raum zu Verfügung und unterstützt sie in allen Belangen. Elisabeth ist aber auch eine traurige Frau, da sie wegen Unfruchtbarkeit keine Kinder bekommen kann. So entscheidet sich Annie als Dankbarkeit für sie ein Kind zu empfangen und für sie auszutragen.
 

Elisabeth freut sich sehr auf das Kind. Jedoch: Je näher der Geburtstermin rückt, umso mehr wird sie von Eifersucht geplagt und was als Freundschaftsdienst entstand entwickelt sich bald zu einer zerstörerischen Kraft...
 
Meine Rezension:

„Das geheime Prinzip der Liebe“ von Hélène Grémillon erzählt die Geschichte unterschiedlichster Menschen, deren Leben durch Liebe, Hass, Lüge, Rivalität und Manipulation verknüpft ist. Es ist ein beeindruckender aber auch bedrückender Roman, der in Frankreich bereits ein Bestseller ist und in 20 Sprachen übersetzt wurde.
 

Der Roman beginnt zart und die spannende aber auch gefühlvolle Handlung geht unter die Haut. Die Autorin schafft es gekonnt den Leser in den düsteren Bann dieses Dramas zu ziehen und nicht mehr loszulassen, so dass es schon passieren kann, dass man das Buch in einem Rutsch durchliest. Aber das Buch ist nicht nur ein Drama. Die ganze Spannung, die die Autorin aufbaut gleicht gegen Mitte/Ende hin vielmehr einem Psychosthriller, bei dem sich Gänsehaut-Feeling einstellt.
 

Von der ersten Seite an bindet die Autorin den Leser mit feiner, leicht poetischer Sprache an das Buch und manipuliert mit literarischer Sprache die Sichtweise des Lesers, denn die Geschichte endet ganz anders, als man anfänglich erwartet hat.
 

Die Geschichte wird in einzelnen Briefen erzählt, die in die Haupthandlung eingebettet sind. Durch Zeitsprünge zwischen Camille im Jahr 1975 und der Handlung während des 2. Weltkriegs wird die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln durchleuchtet. So erlebt man 2 Facetten der Protagonisten Annie und Elisabeth, denn beide treffen eine Entscheidung gegen alle Vernunft und zerstören dabei nicht nur ihre eigene Leben, sondern auch das der anderen. Beide Protagonisten sind überzeugend gezeichnet und die Autorin kann ihre Gefühle sehr gut in Worte fassen. So ist es schwer ein eigenes Urteil zu fällen, denn während der erste Teil des Buchs aus Briefen von Louis besteht, wird im letzten drittel die Geschichte von Elisabeth erzählt und ganz schnell erkennt der Leser, dass es 2 Seiten einer Medaille gibt. Denn Elisabeths hinterlistiges und böses Verhalten wird hier erst verständlich und sehr gut umgesetzt.

Mein Fazit:
„Das geheime Prinzip der Liebe“ ist ein grandioser Roman und ein fabelhaftes Debüt von Hélène Grémillon. Er beinhaltet eine spannende und gefühlvolle Handlung, die unter die Haut geht und bietet Literatur auf hohem Niveau. Ich habe nichts zu bemängeln, vielmehr bin ich begeistert und werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten. Ein absolutes Buch-Highlight für 2012!!!

23. März 2012

[Veranstaltung] Harald Glööckler Gala zur Buchpräsentation "Jede Frau ist eine Prinzessin"

Nachdem Harald Glööckler auf der Leipziger Buchmesse sein neues Buch „Jede Frau ist eine Prinzessin“ vorgestellt hat, ließ er es sich nehmen am gleichen Abend sein neuestes Werk zu feiern. Hierfür hat der Modeprinz Freunde und Presse zu einer Galaveranstaltung ins Hotel Fürstenhof geladen. 



Circa 70 Medienvertreter warteten im Foyer des Hotels Fürstenhof mit startklaren Kameras und Aufnahmegeräten. Plötzlich erklingt „Eine kleine Nachtmusik“ und eine Stimme aus dem Rekorder ertönt: „Welcome to the presentation of the new book...“ Dann erscheint der Modeprinz höchst persönlich. Er kommt die Show-Treppe herunter, posiert und lässt sich von den Fotografen ablichten. Herr Glööcklers Astrologin Laura Halding-Hoppenheit kommt zu ihm und überreicht ihm einen riesigen Blumenstrauß.
Anschließend geht es in den Rubinsaal des Fürstenhofs wo er sich auf einem barocken Stuhl nieder lässt, der Presse Interviews gibt und sich fotografieren ließ.


Neben ein paar Häppchen gab es auch seinen Lieblingschampagner, den Ruinart Rosé, der schon, wie sein Name sagt, sich pink ansehen lässt. Davon hatte Herr Glööckler ca. 20 Flaschen im Gepäck und auf Nachfrage bei dem netten Kellner, schätze dieser eine Flasche auf ca. 200 EUR.

Einfach nur Pompöös und ein überaus gelungener Abend für ein einzigartiges Buch und seinen noch einzigartigeren Autor: Harald Glööckler.

Vielen Dank an Printsystem Medienverlag und der PR-Agentur PR4YOU, die dies möglich gemacht haben und natürlich auch Herrn Harald Glööckler für einen wundervollen Abend.

[Veranstaltung] Harald Glööckler Buchpräsentation "Jede Frau ist eine Prinzessin"

Die Leipziger Buchmesse 2012 ist um eine Attraktion reicher geworden. Kein anderer als Deutschlands exzentrischster und kreativster Modemacher Harald Glööckler hielt am Samstag, 17.03.2012, Hof um sein neues Buch „Jede Frau ist eine Prinzessin“ vorzustellen. Und man muss sagen: Das Event war gigantisch, denn schon Stunden zuvor warteten Fans vor dem Messestand. Ungefähr 700 Besucher drängten sich um 15 Uhr vor dem Stand des Printsystem Medienverlags und warteten dicht an dicht auf ihr Idol.


Mit wenigen Minuten Verspätung kämpfte sich Mr. Pompöös durch die wartende Menschenmenge, Foto- und Videokameras wurden in die Luft gehalten und ein Blitzlichtgewitter ging auf den Modeprinzen nieder, in der Hoffnung, wenigstens ein Bild von Harald Glööckler zu erhalten. Dieser nahm auf seinem goldenen Thron platz und präsentierte sein neuestes Werk „Jede Frau ist eine Prinzessin“.

Nachdem er für die Presse Bilder und Interviews gegeben hatte, standen für den Designer seine Fans im Vordergrund, denen er allzu gerne Autogrammwünsche erfüllte.

Ich hatte jedoch die einzigartige Möglichkeit Herrn Glööckler zwei kleine Fragen zu stellen.


Yvonnes Buchwelt: Wie sind Sie auf die Idee gekommen dieses Buch zu schreiben?

Harald Glööckler: Ich bin auf die Idee gekommen... Nein, ich glaube eher, dass es es eine Eingebung war. Also als erstes hat mich eine Dame angesprochen und gesagt: „Sie haben so viele Ratschläge...“ aber nicht nur sie, viele andere Damen haben gesagt, ich hätte ihr Leben verändert. Und weil die Damen das gesagt haben, hab ich mir gedacht: „Schreib doch mal ein Buch über Ratschläge“. Und zweitens wollte ich ein Buch schaffen, das Frauen abends durchlesen können, ein bisschen schöne Bilder anschauen und ein bisschen die Zeit vergessen. Einfach mal abtauchen und die Ratschläge anschauen.“

Yvonnes Buchwelt: Wenn Ihnen eine Fee einen Tag schenken würde, was würden Sie mit diesem Tag machen?

Harald Glööckler: Ich würde den Tag den armen Kindern schenken. Ich würde der Fee sagen: „Bitte sorge einen Tag dafür, dass alle Kinder in der ganzen Welt zu Essen haben.“

Fazit:
Man kann schon behaupten, dass Harald Glööckler an diesem Tag wohl die begehrteste Person auf der Buchmesse war und für einen regelrechten Frauenansturm sorgte.

Vielen Dank an Printsystem Medienverlag und der PR-Agentur PR4YOU, die dies möglich gemacht haben und natürlich auch Herrn Harald Glööckler für die Beantwortung der Fragen.

[Rezension] Harald Glööckler - Jede Frau ist eine Prinzessin



Harald Glööckler
Jede Frau ist eine Prinzessin
Verlag: Printsystem Medienverlag, 2012  
 Seiten: 232 Seiten farbig gedruckt mit ca. 60 Bildseiten. Fadenheftung
Ausgabe: Hardcover mit Goldprägung
ISBN: 978-3-938295-46-5  
Preis: 27,80 EUR
Harald Glööckler ist nicht nur Modeprinz, Designer und Maler sondern auch Schriftsteller und präsentiert uns mit „Jede Frau ist eine Prinzessin“ sein neuestes Werk. Thema dieses Buchs ist es, dass sich jede Frau, egal ob dünn oder mit Konfektionsgrößen über 42/44, wie eine Prinzessin fühlen kann.

Doch bevor wir zum Inhalt kommen, möchte ich kurz zu der Aufmachung des Buchs zu sprechen kommen. Dieses ist nämlich, wie Harald Glööckler selbst, pompöös aufgemacht. Der Einband ist sehr stabil in weißer Kartonage mit einem goldenen Namenszug des Autors sowie in schwarzen Lettern der Titel. Darunter ist ein Bild von Harald Glööckler abgebildet, dass leider etwas verschwommen ist. Ich vermute, dass das Obermaterial des Buchdeckels bei diesem Druck nicht mitgemacht hat und die Farben verschwimmen ließ. Schade. Dies ist aber auch das einzige Manko. Schlägt man das Buch auf fällt sofort auf, dass das Buch in einer stabilen Fadenbindung gebunden wurde und es somit unmöglich ist, dass sich irgendwann einzelne Seiten lösen können. Aber auch das hochwertige Papier ist ein absoluter eye-catcher. Es fühlt sich weich und glatt zugleich an und schimmert leicht pastellen wenn man es ins Licht hebt. Ich habe noch nirgends so ein Papier gesehen. Aber es ist passend zu dem Titel und der gesamten Aufmachung – deshalb ein dickes Lob an die Gestalter. Auch die Buchseiten an sich sind wunderbar gehalten. So gibt es neben vielen Modezeichnungen einen kurzen Satz zum Thema Schönheit von Harald Glööckler selbst, oder von anderen Personen wie Oscar Wilde, Barbara Streisand oder Zitaten aus der Bibel. Diese Zitate sind von gelb-goldenen Ornamenten umspielt. Aber es wäre kein Buch von Harald Glööckler wenn nicht auch Bilder von ihm selber darinnen wären. Es gibt zahlreiche Gemälde oder fotografische Bilder von ihm oder von Models, die sich in Szene setzen. Ein weiteres kleines Highlight ist zudem das schicke Lesebändchen. Alles in allem ist das Buch schon ein absoluter Blickfang und absolut stimmig zu dem Modeprinzen selbst.

Ich habe hier ein paar Seiten zum anschauen:

Bild-copyright: QVC Pressereferrat

Bild-copyright: Daniela Urbschat

Bild-copyright: Konstantin Eulenburg


Aber worum geht es in dem Buch?
In ihm enthüllt Harald Glööckler viele Dinge, wie sich jede Frau an jedem Tag wie eine Prinzessin fühlen kann. Dabei gibt er keine Schmink- oder Kleidungstips, sondern geht vielmehr auf den Mensch an sich ein. Dass man öfter auf seine eigene innere Stimme hören soll, das großartige Leben zu genießen und Teil von ihm zu sein. Er macht Frauen Mut sich auch mal wie eine Fême Fatal zu sehen, Reize zu zeigen, verführerisch und sexy zu sein ohne billig zu wirken. Da es sein Credo ist jede Frau schön und glücklich zu machen und die Prinzessin in ihr strahlen zu lassen, möchte er dem Leser/der Leserin dazu einladen, Teil seines Lebens zu sein. Er gibt viele private Einblicke. Sei es nun im New Yorker Hotel Plaza oder Erinnerungen an seine Kindheit, die er auf dem Lande verbracht hatte und ein wichtiger Teil darin seine Großmutter spielt. Er berichtet auch, dass er bereits als kleines Kind in den Kindergottesdiensten sich erträumt hat, wie es wäre wenn die die Kirche noch pompööser aussehen würde, Fenster und Decken bemalt wären und darinnen Kronleuchter hängen würden. Auch wird seine Assoziation zu Engeln näher beleuchtet, die ihm immer beistehen wenn er vor einer großen Aufgabe steht.

Einige würden nun vielleicht behaupten, dass er das Buch gar nicht selber geschrieben oder einen Ghostwriter benutzt hat. Hierzu möchte ich sagen, dass man mit jedem Satz erkennen kann, dass Harald Glööckler die Worte selber niedergeschrieben hat und ich beim lesen ganz deutlich seine Stimme im Ohr gehört habe. Ja, er hat eine Co-Autorin, Pelén Boramir, gehabt, jedoch nur um dem geschrieben den letzten Schliff zu geben.

Mein Fazit:
Man sollte sich selber schön und verführerisch finden und nicht andere darum beneiden. Das ist das Fazit, welches ich persönlich aus dem Buch mitnehme. Harald Glööckler lässt den Leser/die Leserin ans seinem Leben teilhaben, das so aufregend und ereignisreich ist, dass man sich schon allein beim umblättern der Seiten wie eine Prinzessin vorkommt. Für mich ein wunderbares Buch, dessen Rezension ich mit einem Satz von Harald Glööckler schließen möchte:
„Lernen Sie den Alltag zu verzaubern und Ihr Leben in ein Märchen zu verwandeln“ (S. 47)


21. März 2012

Leipziger Buchmesse 2012

 
Die Leipziger Buchmesse 2012 hat in diesem Jahr rund 163.500 Besucher angelockt und war für mich die beste Messe, die ich bisher erlebt habe. Neben vielen Leseterminen konnte ich viele Autoren treffen und schöne Gespräche führen. Unter anderem war jedoch das Treffen mit Harald Glööckler das absolute Highlight. Mit ihm ist die Buchmesse um eine Attraktion reicher geworden.
Aber alles mal der Reihe nach.

Freitag:
Am Freitag hatte ich einen sehr straffen Terminplan, da viele Termine sich überschnitten haben oder parallel nebeneinander her liefen. Dennoch blieb mir Zeit bei einigen Verlagen „Hallo“ zu sagen und ein paar Worte mit einigen Vertriebsmitarbeitern vor Ort zu reden. Was ich persönlich sehr nett fand und ich danke allen Verlagsmitarbeitern, die sich für mich Zeit genommen haben.

Mein erster fest eingeplanter Termin war die Lesung von Alina Bronskys „Spiegelkind“. Da der Auftakt dieser Trilogie mich bereits beim lesen sehr gefesselt und mich in eine andere Welt hat eintauchen lassen, habe ich mich auf die Lesung sehr gefreut. Zusammen mit Frau Kern vom Arena Verlag hat Alina Bronsky zuerst einen Einblick in die Welt der 15-jährigen Protagonistin Juli und das Thema den Pheen gegeben, ehe sie aus ihrem Buch vorlas und anschließend eine Signierstunde am Arena-Stand gegeben hat. 



Weiter ging es zu einer (wieder einmal) wunderbar gelungenen Lesung des Autorenduos Bernd Perplies und Christian Humberg, die den dritten Teil ihrer Fantasybuchserie „Drachengasse 13 – Das Geheimnis der Xix“ in einer Premierenlesung vorgestellt haben. Nach einer kurzen Vorstellung durch Justine Lipke von den Egmont Verlagsgesellschaften stellten die beiden Autoren kurz die Reihe, ihren Handlungsort Bondingor und unsere vier Helden vor, ehe es zur eigentlichen Lesung ging. Hierbei wieder ein besonderes Lob an die beiden, die die Textstellen mit so viel Leben füllen, wie es kein anderer tun kann.




Samstag:
Nicht mal 5 Minuten auf der Buchmesse und schon hatte ich den ersten Autor an diesem Tag entdeckt gehabt. Oder besser gesagt Autorin, denn nur durch Zufall habe ich auf einer Live-Bühne Andrea Maria Schenkel gesehen, die ihren aktuellen Roman „Finsterau“ (Rezension) vorgestellt hat. Ich konnte nicht anders als ihr zuzuhören, wie sie aus dem Nähkästchen geplaudert hat und ein paar interessante Dinge über sich, ihre Familie oder den Roman von sich gegeben hat.



Einen kurzen Zwischenstop gab es bei dem Team der WerkZeugs Kreativ KG, die die Fantasy-Leseinsel und die daran angeschlossene Buchhandlung betreuten UND nicht zu vergessen die Autoren mit Kaffee, Keksen und Herzlichkeit versorgt haben. 

 

Anschließend ging es weiter zum nächsten Event, in dem ich >hier< berichten werde. Kein anderer als Harald Glööckler hat Hof gehalten und sein neues Buch "Jede Frau ist eine Prinzessin" vorgestellt.
 

Weiter ging es mit einer Podiumsdiskussion, welche die Leser-Welt ins Leben gerufen hat. Thema war die Bedeutung der (Online-)Rezension für den Literaturbetrieb. Im Gespräch mit Jana Trautmann (Leser-Welt) waren Christina Knorr (Egmont Verlagsgesellschaften) und Bernd Perplies (Autor). Wer das Video dazu anschauen will, kann das sehr gerne >hier< machen. 

 

Sonntag:
Auf den heutigen Tag hatte ich mich besonders gefreut, da die französische Autorin Hélène Grémillon eine Autogrammstunde zu ihrem Debutroman „Das geheime Prinzip der Liebe“ gab. Für mich schon DAS Buch des Jahres 2012. Ein wirklich meisterhaftes Buch bei dem man auf KEINEN Fall die letzte Seite zuerst lesen darf. >Hier< findet ihr meine Rezension zu dem Buch.
Nicht nur dass Frau Grémillon eine wirklich hübsche Frau ist, sie ist auch wirklich sehr nett und hat neben der Unterschrift ins Buch auch mit jedem ein kleines bisschen geredet und stand für Fotos gerne zur Verfügung. Ich werde auf jeden Fall an der Autorin dran bleiben und bin schon auf weitere Werke von ihr gespannt.



Weiter ging es mit dem auch letzten Termin für mich auf der Leipziger Buchmesse 2012: Der Lesung von Bernd Perplies, der den dritten Teil seiner „Magierdämmerung“-Trilogie vorstellte. Mit „In den Abgrund“ steuert der Kampf um die Wahre Quelle der Magie seinem Ende entgegen, in dem Jonathan Kentham und seine Mitstreiter versuchen den machtgierigen Usurpator Wellington zu stellen. Wie immer erweckte der Autor seinen Charakteren während der Lesung zum Leben, in dem er sie überzeugt und auch gekonnt in Szene gesetzt hat.


Mein Fazit:
Die Leipziger Buchmesse 2012 war die schönste, die ich bisher erlebt habe. Ich habe viele schöne Erinnerungen mit nach Hause genommen, von denen meine persönliche Highlights die französische Schriftstellerin Hélène Grémillon und natürlich The Prince of Pompöös Harald Glööckler sind.

copyright: Cynthia Pfingst


Zum Schluss habe ich hier noch ein paar Bilder und Impressionen von Leipzig:

Leipzig aus dem 21. Stockwerk des Hotels

Spaß mit Bernhard Hennen

Erwischt beim naschen

S.R. Bellem

Autor interviewt Autorenkollegen

Gesa Schwartz vor der Lesung

Bernd Perplies bei der Autogrammstunde
 
Harald Glööckler beim Interview

11. März 2012

[Rezension] Steve Mosby - Schwarze Blumen

  Steve Mosby
Schwarze Blumen
Verlag: Droemer
Seiten: 400
Ausgabe: Klappenbroschur HC
ISBN: 978-3-426-19927-5
Leseprobe

Zum Inhalt:
Neil Dawson steht vor einem Rätsel. Sein Vater ist auf unerklärliche Weise gestorben und alles deutet auf Selbstmord hin. Im Haus seines Vaters findet Neil einen Krimi mit dem Titel „Schwarze Blumen“. Das Buch handelt von einem kleinen Mädchen, das in einem merkwürdigen Kleid und einer Damenhandtasche an einer Uferpromenade aufgefunden wird. Zusätzlich hält sie eine seltsame schwarze Blume in der Hand. Sie erzählt der Polizei eine haarsträubende Geschichte: Sie ist dem Vater davongelaufen, der Frauen entführt und sie zu Tode quält. Je mehr Neil über das Buch herausfindet umso unheimlicher wird es ihm. Denn wie sich herausstellt wurde die Geschichte auf einer wahren Begebenheit geschrieben. Die Farm und der wahnsinnige Entführer konnten jedoch nie gefunden werden.
Seltsamerweise gibt es zwischen dem verstorbenen Autor und Neils verstorbenen Vater gewisse Parallelen, die nicht zu leugnen sind.
Und dann verschwindet plötzlich Neils schwangere Freundin Ally. Während in der gemeinsamen Wohnung Kampfspuren zurück bleiben, bekommt er einen Anruf von Allys Handy. Ein Mann will, dass Neil dessen Forderung erfüllt, sonst sieht er seine Freundin und das Kind nie wieder…

Zur gleichen Zeit macht die Polizistin Hannah eine seltsame Entdeckung. Im Haus ihres verstorbenen Vaters, einem ehemaligen Polizisten, findet sie in Plastik verpackt ein Mordinstrument sowie eine Landkarte mit fünf eingezeichneten Kreuzen. Und eines der Kreuze bezeichnet jene Stelle, an der Neils Vater gestorben ist…


Meine Rezension:
"Schwarze Blumen“ von Steve Mosby bietet einen ziemlich ungewöhnlichen und rätselhaften Einstieg. Schnell merkt man, dass die Geschichte außerordentlich komplex in ihrer Handlung aufgebaut ist und mit verschiedenen Perspektiven aufwartet, die nicht ganz einfach auseinander zu halten sind. So gibt es neben einer „Buch-in-Buch-Geschichte“ auch die Handlungsstränge von Neil, der Polizistin Hannah und dem Mörder. Wegen dieser Vielschichtigkeit kann man das Buch auch nicht einfach nur so dahin lesen, sondern muss mitdenken um den Überblick nicht zu verlieren. Der Leser muss viele Namen im Kopf behalten, Geschehnisse sortieren und kombinieren. Gegen Ende werden dann die zahlreichen Handlungsstränge miteinander verwoben, so dass Inhalt und Ende stimmig sind und man das Buch emotional beenden kann.




Zwar hat Mosby versucht den Spannungsbogen hoch zu halten, jedoch war ich so mit der Ordnung der Geschichte in meinen Gedanken beschäftigt, dass mit für einen Thriller der Nervenkitzel gefehlt hat. Also das Gefühl beim Lesen den Atem anhalten zu müssen weil gleich was ganz spannendes passiert. Auch waren leider die Zufälle, die gegen Ende einiger Kapitel aufgetreten sind nicht unbedingt glaubwürdig und dadurch gut zu verstehen.


Die Charaktere sind sehr gut dargestellt. Zum einen ist da Neil Dawson, der in die Fußstapfen seines Vaters treten will um Autor zu werden. Hierfür versucht er sich an einer Kurzgeschichte in der er die widersprüchlichen Gefühle niederschreibt, die er für seine Freundin aber vor allem für das ungeborene Kind entwickelt. Nur leider wird sein Vater die Geschichte nie zu lesen bekommen – statt dessen eine unheimliche dritte Person, die kurzerhand seine schwangere Freundin entführt und für Neil alles surreal erscheinen lässt.

Dann ist da noch die Polizisten DS Hannah Price, die auf der Suche nach der Wahrheit ihres verstorbenen Vater ist. In ihren Nachforschungen geht sie auch nicht mehr von einem Selbstmord von Christopher Dawson aus, sondern findet heraus, wie sehr sie selber in den Verwicklungen der Geschichte drin steckt…



Mein Fazit:
„Schwarze Blumen“ ist ein anspruchsvoller Thriller mit einem komplexen Plot, für den man sich Zeit nehmen muss um ihn nach und nach zu verstehen. Denn der Roman ist unglaublich verwirrend und mir sind oft die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischt und ich hab kurz den roten Faden verloren. Alles in allem jedoch ist der Roman absolut lesenswert und ich bin sicher, dass ich ihn irgendwann noch einmal lesen werde um ihn komplett zu verstehen.

 

8. März 2012

[Rezension] Andrea Maria Schenkel - Finsterau

  Andrea Maria Schenkel
Finsterau
Verlag: Hoffmann und Campe
Seiten: 125
Ausgabe: Fester Einband mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-455-40381-7


Zum Inhalt:
Finsterau ist ein kleines Dorf in Bayern. Im Jahr 1944 kehrt Afra, die Tochter des Ehepaars Zauner, nach Hause zurück, nachdem sie sich von einem Franzosen eingelassen hat und deswegen von ihrem Arbeitgeber, einem Wirt, rausgeschmissen wurde.

Nach ein paar Monaten kommt der Bub Albert zur Welt und die Dorfbewohner zerreißen sich die Mäuler über die „leichte“ Afra und ihr uneheliches Balg. Da die Armut es ihnen zusätzlich nicht leicht macht, wird der Vater immer öfter einfach so wütend und streitet sich sehr gerne mit seiner Tochter. Er vergisst immer öfter Dinge und sieht in seinem Wahn eine Verschwörung zwischen seiner Frau und seiner Tochter, die ihm absichtlich einreden wollen, er wäre senil.

Eines Morgens fährt die Mutter ins nächste Dorf, um Besorgungen zu machen, während der Vater auf die Weide geht um Gras für das Tier zu mähen. Afra aber bleibt mit dem kleinen Albert zu Hause und kümmert sich um die Wäsche und um den Haushalt.

Doch dann ist Afra plötzlich tot. Erschlagen liegt sie auf dem Sofa und der kleine Albert schwer verletzt auf dem Boden. Daneben: Der Vater, der absolut apathisch und teilnahmslos wirkt. Für die Dörfler und die Staatsanwaltschaft Indiz genug, ihn des Mordes zu verdächtigen…

Meine Rezension:
Der neueste Roman „Finsterau“ von Andrea Maria Schenkel beruht auf einem wahren Mordfallaus den 1940ern. Dazu entführt uns die Autorin in eine Provinz in Bayern, unmittelbar nach der Nachkriegszeit. Wunderbar vermittelt Frau Schenkel welch schwere Last eine Frau mit einem Bankert (unehelichem Kind) zu jener Zeit zu tragen hatte. Obwohl man mit Afra Mitleid hat, wird auch durch die sprachliche Ausdrucksweise des Romans eine kleine Sehnsucht nach dieser Zeit geweckt. Da das Buch sehr dünn ist und mit seinen 125 Seiten sehr kleine Kapitel aufweist ist das Buch in guten 2 Stunden viel zu schnell gelesen. Dennoch schafft es die Autorin wichtige Hintergründe, Erklärungen und Einblicke zu vermitteln.

Das faszinierende an diesem Kriminalroman ist, dass es keinen ermittelnden Kommissar oder Detektiv gibt, sondern die Geschichte viel mehr aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, die mit jedem Kapitel wechseln. Mal liest man von der Staatsanwaltschaft, dem Gastwirt, einem Polizist, vom Oberpfälzer Tagesblatt, von Afra oder ihrem Vater. Durch diese vielen Gesichtspunkte erfährt man Stück für Stück immer mehr von dem Mordfall. Somit hat die Autorin eine perfekte, bösartige aber auch einmalige Stimmung geschaffen. Der Bayrische Dialekt spielt hierin auch eine Rolle, wurde aber so dezent gehalten, dass auch hochdeutsche verstehen, was gemeint ist. Einzig und allein die Sprünge zwischen den Kapiteln und der unterschiedlichen Zeit in der sie spielen, sind nicht so glatt gelungen.

Aufgrund der Dünne des Buchs kann man leider nicht sehr viel zu den Charakteren sagen, da sie ja auch mit jedem Kapitel wechseln. Doch wer tut einem in der ganzen Geschichte mehr leid: Afra, da sie nicht von der Gesellschaft und ihrem Vater akzeptiert wird, oder der Vater selber, der durch lebenslange Arbeit und den Machenschaften der Nazis gezeichnet ist und noch mit seinen 60 Jahren immer nicht zur Ruhe kommt, da man ihn wegen seiner Demenz für den Mörder hält.


Mein Fazit: 
„Finsterau“ beschreibt einen tragischen Mord in einem kleinen Dorf in Bayern. Die Geschichte ist gut und fesselnd geschrieben, nur mit seinen 125 Seiten viel zu dünn. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Autorin sich das nächste Mal an eine etwas längere Geschichte wagen würde.




4. März 2012

[Rezension] Daniel Glattauer - Ewig Dein


  Daniel Glattauer
Ewig Dein
Verlag: Deuticke
Seiten: 208
Ausgabe: Fester Einband
ISBN: 978-3-552-06181-1
Leseprobe
 
 

Zum Inhalt:
Judith lernt Hannes zufällig im Supermarkt kennen, als er ihr aus Versehen auf die Fersen tritt. Er ist höflich und entschuldigt sich – Julia findet ihn durchaus nett, verliebt ist sie jedoch nicht, sondern genießt seine Zuwendungen in vollen Zügen. Er ist freundlich, liebevoll, schmeichelt ihr und macht ihr Komplimente. Doch Hannes schleicht sich immer mehr in ihren Alltag ein und die Beziehung wird enger. Sie sehen sich täglich, simsen und er legt ihr rote Rosen vor die Tür. Schließlich lernt er Judiths Freunde kennen – die sind begeistert von ihm. Ebenso wie Judiths Familie, die in ihm den perfekten Schwiegersohn sehen. Judith ist das eigentlich gar nicht so recht und sie fühlt sich nicht mehr wohl mit ihm, da sie jeden Moment das Gefühl hat, durch seine Liebe ersticken zu müssen. Sie kann ihn auch nicht auf Distanz halten, da Hannes immer überall präsent ist und auch für sie ins kleinste Detail mit plant. Dann, nach einem Urlaub in Venedig weiß sie: Es geht nicht mehr und sie will sich trennen. Aber sie wird ihn und seine Liebesbezeugungen einfach nicht los. Wieso kann und will er nicht verstehen, dass sie Schluss gemacht hat? Auch ihre Familie und ihre Freunde hat er längst auf seine Seite gezogen und keiner von ihnen versteht, warum Judith sich so kaltherzig von so einem tollen Mann trennt, der sie doch einfach nur liebt.


Und das so, bis sie irgendwann Gespenster sieht...



Meine Rezension:
Daniel Glattauers Roman „Ewig Dein“ fängt an wie ein ganz normaler Liebesroman. Judith stolpert über den Architekten Hannes und sie verlieben sich. Nachdem Hannes ihr aber immer unheimlicher in seinen Aktionen, seinen Denken und Fühlen wird, trennt sie sich von ihm. Jedoch muss sie feststellen, dass er sozusagen ihre Freunde „übernommen“ hat und sich wie ein Stalker zurück in ihr Leben schleicht. „Ewig Dein“ ist somit nicht nur ein Liebesroman, sondern auch ein Psycho-Thriller, in dem es um Drohung und Einschüchterung geht.


Daniel Glattauer war lange Zeit Gerichtsreporter und hat sehr gut zum Thema „Stalking“ recherchiert. Er stellt Hannes und das Stalking sehr authentisch dar, dass die Geschichte dem Leser selbst sehr nahe geht und man selber die Ängste empfindet, die Hannes in Judith weckt. Denn, was soll man tun, wenn einem keiner glaubt? Wenn man von allen für Verrückt gehalten wird?


Denkt man anfänglich noch, wie Krank Hannes ist, passt dieses Bild bald auf Judith, die an Verfolgungswahn leidet. Aber ist das alles nur Einbildung? Ist sie es, die Verrückt ist? Oder hat Hannes sie mit seiner krankhaften Liebe in den Wahnsinn getrieben? Und was soll sie tun weil ihr keiner glaubt?


Die Geschichte ist aus Judiths Sicht geschrieben. Gekonnt setzt der Autor aber bestimmte Akzente in ihrer Gefühlswelt. So wechselt er von Freude, Aufregung und Verwirrung, die dem Leser oft eine spannende Wendung bringt. Auch der Spannungsbogen dreht sich wie ein Schraubstock immer weiter, bis er am Ende des Buchs leider in ein mageres Ende mündet. Der Schluss kommt einfach zu schnell und hört so auf, dass der Autor gut und gerne noch 20 Seiten hätte schreiben können.



Mein Fazit: 
Mit „Ewig Dein“ hat Daniel Glattauer ein abgrundtiefes Psychodrama hingelegt. Der Leser weiss wie Judith nie, was Hannes als nächstes plant. Dieses Buch beschreibt real ein aktuelles Thema der heutigen Welt und der Zukunft. Und ich bin mir sicher: „Ewig Dein“ wird auch noch in 20 Jahren ein Toptitel sein.




3. März 2012

[Rezension] Iny Lorentz - Die Wanderhure

  Iny Lorentz
Die Wanderhure
Verlag: Droemer-Knaur
Seiten: 624
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 3-426-62934-8

 
Zum Inhalt:
Konstanz im Jahr 1410: Als der Magister Ruppertus um die Hand der schönen Bürgertochter Marie anhält ist ihr Vater überglücklich. Zwar ist Ruppertus der Bastardsohn eines Grafen, wird aber durch die Hochzeit von seinem Vater gesetzlich und rechtmäßig anerkannt und würde somit der Bürgerfamilie die Tore in die Adlige Welt öffnen. Was Maries Vater jedoch nicht ahnt: Dem „adligen“ Bewerber geht es nur um das Vermögen seiner zukünftigen Frau. Marie jedoch ist skeptisch und wird schon bald Opfer einer gemeinen und teuflischen Intrige. Während ihr Vater dabei das Leben verliert wird Marie mit Schimpf und Schande aus ihrer Heimatstadt Konstanz gejagt und halbtot von der Wanderhure Hiltrud gefunden. Um zu überleben schließt sich Marie der Hübschlerin an um gegen Geld ihren Körper zu verkaufen – dabei sind ihre Gedanken mit Racheplänen erfüllt...

Meine Rezension:
Nachdem ich den Film „Die Wanderhure“ gesehen habe war ich so angetan, dass ich nicht mehr drum herum kam das gleichnamige Buch zu lesen. Und dieses schlägt den Film wahrlich in den Schatten! Obwohl ich bereits den roten Faden den Buchs kannte, habe ich sehr viel Wissenswertes noch zusätzlich erfahren, dass es wiederum eine ganz neue Geschichte für mich war. Ich war durch den flüssigen Schreibstil wirklich von der ersten bis zur letzten Seite in dem Buch gefangen.
 
Einzig zartbesaitete Leser/innen sollten vorgewarnt sein, denn oft sind die Handlungen, wie zum Beispiel eine Vergewaltigung oder eine Misshandlung, so schockierend und unverblümt beschrieben, dass sie richtig grausam wirken. Sie sind sehr drastisch und beschönigen nicht, wie in der damaligen Zeit mit Frauen umgegangen wurde. Lange hat mich eine Geschichte nicht so gepackt wie diese. Sie hat meine Emotionen als Leser vollkommen angesprochen.
 
Durch ihre flüssige und leicht zu lesende Sprache liest sich das Buch wie von alleine und man merkt dem Autorenpaar an, dass sie die damalige Zeit sehr gut recherchiert haben. Der überaus sympathische Hauptchara rundet das Gesamtbild ab. Zwar ist Marie anfangs noch eine brave und auch naive Bürgertochter, aber nachdem ihr großes Unrecht angetan wurde und sie um ihr Überleben kämpfen muss, wird sie zu einer sehr starken Frau. Sie lernt durch die Hübschlerin Hiltrud das Leben als Wanderhure zu meistern und das obwohl sie immer wieder mit ihrem Schicksal hadert und sich für die ihr widerfahrene Ungerechtigkeit rächen möchte. Erst nach 5 Jahren findet sie schließlich einen Weg zurück nach Konstanz...
 
Marie ist die Hauptprotagonistin einer bestehenden Romanreihe aus 3 Bänden:

•Die Wanderhure
•Die Kastelanin
•Das Vermächtnis der Wanderhure

Liest man den 1. Band und daran den anscheinenden Folgeband „Das Vermächtnis der Wanderhure“ ist es schwierig der Handlung zu folgen, da viele Geschehnisse auf den 2. Band „Die Kastelanin“ verweist. Meines Erachtens ist daher der Titel des 2. Teils unglücklich gewählt.

Mein Fazit:
„Die Wanderhure“ von dem Autorenpaar Iny Lorenz ist nicht nur durch den Film ein Highlight des Jahres, bei dem man sich seiner Tränchen nicht schämen braucht. Das Buch ist ein tolles Leseereignis, dass einen packt, mitreist aber auch nachdenklich macht.