7. Januar 2012

[Rezension] Andreas Escbach - Black Out

 Andreas Eschbach
Black Out, Teil 1
Verlag: Arena
Seiten: 464
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-401-06062-0
Preis: € 17,99

Inhalt:
Christopher ist auf der Flucht vor seinem eigenen Chip im Kopf, der Datenflüsse über das Internet ausüben kann. Durch dieses Netzwerk via Internet sind noch andere Menschen mit dem Steuerungschip verbunden, die ferngesteuert wie willenlos sind und deren Zahl sich in jeder Stunde, jeden Tag und jede Woche verdoppelt. Der einzige Mensch, der über den Missbrauch der neural gesteuerten Prothese Bescheid weiß und diese von sich aus steuern kann, ist Christopher. Doch auch für ihn könnte dieser Chip tödlich sein, als er auf der Flucht vor dieser Gemeinschaft, der sogenannten Kohärenz, an einer Tankstelle den Fehler macht und mit seinem Fingerabdruck über ein Lesegerät fährt. Sofort werden er und seine beiden Freunde, das Geschwisterpaar Serenity und Kyle, von mehreren bewaffneten Hubschraubern verfolgt. Als Chris seine Gabe einsetzt, können sie gerade so fliehen nur um im nächsten Moment einem Ehepaar zu begegnen, das eine Motorradpanne hat. Doch Christopher merkt, dass auch sie zur Kohärenz gehören und treibt seine Freunde erneut zur Flucht an. Erst hier im Auto fängt er an von seiner Vergangenheit als genialer Hacker zu erzählen. So erfahren Kyle und Serenity auch, dass Christopher die Kohärenz bekämpfen will und dazu die Hilfe ihres Vaters benötigt. Doch Jeremiah Jones wird landesweit als gefährlichster Terrorist gesucht…

Meine Meinung:
Der Einstieg in diesen Jugend-Thriller von Andreas Eschbach ist grandios gelungen und fesselt den Leser sofort auf den ersten Seiten. Man wird als Leser gleich in die Geschichte rein geschmissen, denn gleich im Prolog werden Chris und seine Freunde von Hubschraubern verfolgt und kommen nur knapp mit dem Leben davon. Noch hat man keine Ahnung wer sie verfolgt und warum. Das ist Action pur, da ist Spannungsgefühl das einen nicht mehr loslässt und einen richtig hibbelig macht. Erst später fängt Christopher an von seiner Kindheit als Computer Kid zu erzählen, der einst die ganze Weltwirtschaft lahm gelegt hat, und wie er in die missliche Lage geraten ist so in Lebensgefahr zu geraten. Dafür springt der Autor immer von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück und der Leser lernt Chris‘ beklemmende Situation nach und nach kennen.

Schwerpunkt der Geschichte ist dabei die Tatsache, dass eine Gruppe Menschen eine Technik entwickelt hat, um die Gehirne von Menschen via Internet in einem Computernetzwerk miteinander zu verbinden. Dadurch wäre niemand mehr alleine – jedes Mitglied sieht durch die Augen eines anderen, kann dessen Gedanken hören und auf sein Wissen zurückgreifen. Doch dabei geht das höchste Gut des Menschen verloren: Seine Individualität und seine eigene Persönlichkeit.

Obwohl dieses Thema weit hergeholt ist, ist die grundlegende Thematik der miteinander verbundenen Mitglieder der Kohärenz auch in unserem realen Leben ansatzweise vorhanden und auffindbar. Wie viele Jugendliche oder auch Erwachsene gehen aus Langeweile ins Internet um sich via Netzwerk mit anderen Usern zu verbinden und mit ihnen Gedanken auszutauschen? Sicher, „Black Out“ ist Zukunftsmusik, aber die Vorstellung „Was wäre wenn“ reizt die Vorstellung eines jeden Lesers.

Nach diesem spannenden Einstig ins Buch verliert sich Andreas Eschbach jedoch in seiner Geschichte. Gegen Mitte des Buchs, als Christopher im Camp von Jeremiah Jones ankommt, ist die Luft raus. Die Handlung hat keine Spannung mehr, liest sich zäh und der Leser muss ca. 200 Seiten überstehen bis Christopher am Ende des Buchs den Kampf gegen die bedrohliche Kohärenz aufnimmt.
Hierzu muss noch erwähnt werden, dass das Buch mit seinen 464 Seiten ziemlich dick ist. Das Buch selber ist in sehr viele kleine Kapitel unterteilt worden an deren Ende immer ein neuer Seitenumbruch stattfindet. So kann es sein, dass man auf einer Seite nur einen kleinen Abschnitt von 3 Zeilen hat, während das nächste Kapitel auf der nächsten Seite weitergeht.

Die Charaktere der Handlung lernt man nach und nach kennen. Vor allem Christopher ist als Hauptfigur sehr interessant, da er nie alles auf einmal von sich preis gibt. Er hat Angst dadurch sich und andere Leute in Gefahr zu bringen, was die Geschichte spannend und interessant bleiben lässt. Man kann seine Angst sehr gut nachempfinden – auch wenn manchmal seine Taten zuerst undurchsichtig und geheimnisvoll erscheinen, so werden sie erst im Nachhinein verständlich, wenn er seine Tat durchgeführt hat. Er ist der einzige Mensch, der seinen Chip kontrollieren kann und genau diese Möglichkeit nutzt er um sich von den Fesseln der Kohärenz zu lösen um endlich frei zu sein. Jedoch ist er für sie wiederum aufgrund seiner außerordentlichen Begabung ein unentbehrliches Mitglied der Gruppe geworden, den sie so schnell nicht hergeben wollen…

Mein Fazit:
Mehrere tiefgründige Themen machen „Black Out“ von Andreas Eschbach zu mehr als einem Jugendbuch. Es regt zum nachdenken an und so wie Chris (fast) keinen Ausweg von der Übermacht der Upgrader zu finden scheint, ist es dem Leser auch (fast) nicht möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Bis auf den erwähnten Kritikpunkt ist das Buch spannungsgeladen und zieht den Leser dank interessanter Charaktere mit sich. Der leichte und gut verständliche Erzählstil tut noch sein übriges hinzu und es gibt keine Stelle, die aufgrund der vorhandenen technischen Begriffe, nicht verständlich wäre. Bleibt nun abzuwarten, ob Chris in dem nächsten Buch „Hide Out“ seinen Kampf gegen die Kohärenz fortsetzen kann…

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen