2. Dezember 2011

[Rezension] Ilsa J. Bick - Ashes.Brennendes Herz

  Ilsa J. Bick
Ashes.Brennendes Herz
Verlag: INK
Ausgabe: Taschenbuch, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-86396-005-6
Leseprobe

Inhalt:
Alex wohnt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante und hat einen unheilbaren Gehirntumor. So flüchtet sie zu einer mehrtägigen Wanderung nach Michigan um alleine zu sein und alles um sich herum zu vergessen. Auf dem Trip lernt sie das junge Mädchen Ellie und dessen Großvater kennen, als plötzlich etwas Merkwürdiges passiert und sie von einer Druckwelle zu Boden gestoßen wird. Als sie wieder zu sich kommt ist der alte Mann tot, die Tiere im Wald verhalten sich äußerst aggressiv und sämtliche elektronische Geräte funktionieren nicht mehr. Fortan muss sie sich um die kleine Ellie kümmern und sie vor anderen Menschen schützen, die zu kanibalistischen Monstern geworden sind. Aber auch Alex durchlaufen merkwürdige Veränderungen. So verschwinden ihre Krankheitssympthome des Tumors und ihr Geruchssinn wird plötzlich ganz empfindlich.
Bald schon muss Alex aber erkennen, dass ihnen nicht nur Zombies das Leben schwer machen, sondern eine weit größere Gefahr von den überlebenden Menschen ausgeht, die eine zivilisierte Gesellschaft aufgebaut haben.

Meine Rezension:
Anfänglich möchte ich erwähnen, dass man dem Klappentext von diesem Buch nicht trauen sollte. Der abgedruckte Text hört sich wie eine Liebesgeschichte an, ist sie aber keineswegs. So ist die eigentlich kaum vorhandene Liebesgeschichte eher in einem Endzeitszenario verpackt, in der durchaus ekelhafte Details und Szenen vorkommen. So kommt es oft zu blutigen Szenen dessen Highlight ganz sicher die Szene ist, in der Ellie und Alex beobachten wie zwei Jugendliche ekelhafte Essgewohnheiten an einer Leiche haben.  Eines der Gründe, weshalb ich der Meinung bin, dass der Verlag das empfohlene Lesealter gerne von 14 Jahren an etwas anheben sollte.

Neben der Tatsache, dass man das gelesene Ende der Handlung erst mal in seiner Grausamkeit verarbeiten muss, habe ich nicht so ganz verstanden, warum gerade Jugendliche in Zombies mutieren, Erwachsene sterben und nur ganz wenige verschont bleiben? Und woher kam die alles auslösende Druckwelle? Eine Lösung wird hier nicht genannt, was einen eher unruhig auf den Fortsetzungsband warten lässt.

Das Buch ist nach einem Prolog in mehrere Abschnitte unterteilt. So fängt alles in einem Naturschutzgebiet an, als eine elektrische Druckwelle darüber hinweg rollt. Gemeinsam schlagen sich Ellie und Alex durch den Wald, bis sie auf Tom treffen, der sie fortan beschützt und mit ihnen zusammen in einer Rangerhütte versucht zu überleben. Bald schon trennen sich aber unvorhergesehen ihre Wege und in der Stadt Rule findet Alex erst einmal Unterschlupf. Hier lernt Alex auch Chris kennen und genau hier wird ganz schnell offensichtlich, dass die Romanzen in dem Buch keine normalen Liebesgeschichten sind, sondern dass man einfach nach einem verfügbaren „Partner“ greift, in den man sich verlieben könnte. Mir war Chris von Anfang an sympathisch. Schade nur, dass Alex´ Herz für Tom schlägt…  Durch die vorhandenen Zombies und der seltsamen Lebensart in Rule ist die Zukunft von Alex sehr düster und dadurch auch tief emotional.

Der Schreib- und Erzählstil lässt sich flott lesen und Cliffhenger am Ende eines jeden Kapitels machen es schwer das Buch überhaupt nur aus der Hand zu legen. Es ist fesselnd und extrem kurzweilig.

Auch die unterschiedlichen Charaktere verleihen der dystopischen Geschichte eine gewisse Tiefe. Alex ist ein sehr selbstbewusstes Mädchen und weiß genau wohin sie will. Man kann auf Grund ihrer Geschichte mit dem Gehirntumor sehr gut mit ihr mitfühlen, obwohl ich mich dennoch frage, welche Veränderung aufgrund der elektrischen Impulse in ihr vorgegangen sind. Ellie, das widerspenstige kleine Mädchen, ist in meinen Augen eine richtige Nervensäge. Aber gut, sie wird eben in der Geschichte so authentisch dargestellt, wie es eben Kinder in ihrem Alter sind. Mit Tom wurde ich irgendwie nicht richtig warm. Zwar ist er auf eine gewisse Art und Weise sympathisch wie er für Alex und Ellie da ist, jedoch finde ich ihn auf Grund seiner Soldatenvergangenheit in Afghanistan sehr undurchsichtig. Da war mir Chris, der in der Stadt Rule lebt, wesentlich sympathischer.

Mein Fazit:
„Ashes – Brennendes Herz“ ist ein Highlight in der Jugendliteratur, das eine Mischung aus Abenteuer, Dystopie und einem kleinen Hauch von Romanze ist. Die Handlung ist mitreißend, die Charaktere realistisch und das Buch endet in so einem gemeinen Cliffhenger, dass man es kaum erwarten kann, bis die nächsten beiden Teile der Trilogie erscheinen.

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