1. Dezember 2011

[Rezension] Gail Carriger - Glühende Dunkelheit


  Gail Carriger
Glühende Dunkelheit (Teil 1)
Verlag: Blanvalet
Seiten:
416
Ausgabe: Taschenbuch, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-442-37649-0
Leseprobe


Inhalt:
Auf den ersten Blick ist Alexia Tarabotti eine ganz normale 26-jährige englische Lady, die im viktorianischen London um 1870 lebt. Auf den zweiten Blick ist sie jedoch seelenlos und wird vom BUR (Bureau of Unnatural Registry) als Außernatürliche bezeichnet. Dies bekommt vor allem ein Blutsauger zu spüren, der sie, ohne sich auch nur vorzustellen, einfach beißen will  und das obwohl sie sich während einer Tanzveranstaltung in eine ruhige Bibliothek zurückgezogen hat. So geschieht dem Vampir, was geschehen muss: Mit der Berührung eines  Übernatürlichen mit einer Seelenlosen, verschwinden dessen übernatürlichen Fähigkeiten und er wird zu einem ganz normalen Mensch. Um sich zu verteidigen greift Alexia zu ihrem Regenschirm und einer ihrer Haarnadeln und tötet ihn aus Versehen.





Durch diesen Zwischenfall trifft sie unweigerlich auf Lord Conall Maccon, den Chefermittler des BUR und Alpha eines Werwolfrudels. Da Alexia unschuldig in seinen Untersuchungsfall hineingezogen wurde, und Maccon sie nicht an seinen Nachforschungen teilhaben lassen will, ermittelt sie auf eigene Faust. Denn Vampire und Werwölfe verschwinden spurlos und keiner weiß warum. Und ehe Alexia sich versieht ist sie mitten in einer Intrige gegen das britische Empire und einer Romanze zu dem ruppigen Alphawolf, der sie auf seine eigene Art und Weise attraktiv findet.

Meine Rezension:
„Glühende Dunkelheit“ ist der Auftaktband einer Reihe von Gail Carriger, die eine Mischung aus Urban Fantasy, Humor, Romantik und Steampunk bietet. Setting der Handlung ist das viktorianische England, jedoch als Alternativwelt, in der neben den Menschen auch übernatürliche Wesen wie Vampire und Werwölfe leben. Die Gesellschaftsschichten wissen über diese Geschöpfe Bescheid und akzeptieren sie mehr oder weniger. Die dort lebenden Vampire und Werwölfe sind in so genannte Häuser bzw. Rudel organisiert und erschaffen kontrollierten Nachwuchs durch das Umwandeln ihrer menschlichen Drohnen (bei Vampiren) oder Clavigern (bei Werwölfen). Dies alles wird vom BUR (Bureau of Unnatural Registry) kontrolliert und registriert. Ebenso hat das BUR auch ein Auge auf die Seelenlosen. Doch was genau ist das? Seelenlos sein?? Der Zustand wird nicht genau erklärt, aber anscheinend ist die Hauptprotagonistin Alexia trotz ihrer Seelenlosigkeit in der Lage sich zu verlieben. Meiner Meinung nach hätte hier die Autorin etwas mehr Infos geben können, zumal es sich ja, wie bereits genannt, hier um die Hauptprotagonistin handelt.

Neben dem Handlungsstrang des Kriminalfalls, indem es um die ungewöhnlichen Vorfälle bei den Vampiren und Werwölfen geht, widmet sich die Hälfte des Buchs auch der Liebesgeschichte zwischen Miss Alexia und Lord Maccon. Oder sollte man es besser Techtelmechtel nennen? Die beiden geben sich nämlich nichts und immer wieder kommt es zu einem verbalen Schlagabtausch und lustigen Annäherungsversuchen. Dies ist sehr amüsant zu lesen und ist ein reinster Lesegenuss. 

Der Schreib- und Erzählstil der Autorin bedient sich einer authentischen Sprache und Atmosphäre für das Jahr 1870. Anfänglich ist die steife Konversation der damaligen Gesellschaft irritierend, man gewöhnt sich aber sehr schnell daran und dank witziger Dialoge und der vorkommenden Situationskomik liest sich der Text locker und flüssig. Es ist einfach amüsant zu lesen, wie sich die Charaktere in die skurilsten Situationen bringen und dabei lustige  und unterhaltsame Szenen draus entstehen.

Vor allem Miss Alexia Tarabotti ist mit ihren 26 Jahren eine liebenswerte Protagonistin. Für die damalige Epoche ist sie eine resolute und sehr unabhängige Frau, die jedoch aufgrund ihres Alters und diverser anderer Faktoren ein absoluter Problemfall auf dem Heiratsmarkt geworden ist. Sie ist die Heldin der Geschichte, die, wann immer sie ein übernatürliches Wesen berührt, es zurück in seine menschliche Gestalt verwandeln kann. Diese Tatsache führt oft auch zu der einen oder anderen pikanten Szene zwischen ihr und Lord Maccon. Der Alpha-Wolf wird ziemlich sexy dargestellt, auch wenn er in manchen Szenen auch etwas unbeholfen wirkt. Aber genau das macht ihn ja so interessant. Aber man sollte auch sein Augenmerk auf die anderen sehr abwechslungsreichen und sehr gut ausgearbeiteten Nebenfiguren legen. So bringt der Vampirlord Akeldama einen Hauch von Extravaganz ein oder Alexias Familie sowie Frau Hisselpenny ein komplettes Chaos. Am meisten hat mir aber Professor Lyall gefallen. Er ist Maccons Assistent und auch zugleich der Betawolf des Rudels und somit stellt er einen ruhigen Pol in dem ganzen Durcheinander dar. Aber egal wer: Alle Charaktere halten den Leser bei guter Laune und es wird nie langweilig.

Mein Fazit:
„Glühende Dunkelheit“ ist ein humorvolles und sehr kurzweiliges Buch, das Lust auf mehr macht. Es beinhaltet eine tolle Kombination aus historischem Kriminalfall und Fantasy, dessen witzige Dialoge einfach unschlagbar sind. Eine absolute Kaufempfehlung!

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