14. Dezember 2011

[Rezension] Gail Carriger - Brennende Finsternis

  Gail Carriger
Brennende Finsternis (Band 2)
Verlag: Blanvalet
Seiten:
416
Ausgabe: Taschenbuch, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-442-37650-6
Leseprobe

Inhalt:

Für Lady Alexia könnte es nicht besser laufen: Lord Maccon, Anführer des Werwolfrudels von London hat sie geheiratet und außerdem hat die Queen sie persönlich zu sich ins Schattenkonsil berufen, in dem sie sich mit anderen Übernatürlichen wie Werwölfen und Vampiren in verschiedenen Angelegenheiten berät und auseinandersetzen muss.
Doch plötzlich geschieht etwas vollkommen Unerwartetes: Alle Übernatürlichen in London verlieren ihre Kräfte und ihre Gaben. Dazu kommt außerdem noch, dass ihr werter Gatte ohne Bescheid zu geben nach Schottland aufgebrochen ist um in seinem alten Clan für Ruhe zu sorgen. Doch Lady Alexia sieht gar nicht ein ihn alleine gehen zu lassen. Zusammen mit ihrer Schwester Felicity,  der Hutbesessenen Ivy und dem Claviger ihres Mannes, Mr. Tunstell, begibt sie sich per Zeppelin auf den Weg nach Schottland. Doch auf der Fahrt wird sie bedroht, vergiftet, überfallen und von Bord gestoßen… Wie gut, dass die Erfinderin Madam Lefoux auf Anraten ihres Gatten einen Parasol angefertigt hat, der mit verschiedenen Accessoires ausgestattet ist.
Seltsam ist jedoch auch, dass das eigenartige Phänomen der Vermenschlichung ebenfalls auf dem Weg nach Schottland ist. Haben eventuell die Heimkehrer eines Regiments der Krone aus Indien bzw. den afrikanischen Kolonien eine Seuche eingeschleppt?

Meine Rezension:
„Brennende Finsternis“ ist der 2. Teil der humorvollen und fantastischen Stampunk-Reihe von Gail Carriger.
Dieses Mal sorgt eine Art geheimnisvolle Waffe dafür, dass die Übernatürlichen, Vampire und Werwölfe, wieder menschlich werden. Eine eigentlich spannende Geschichte, bei der mir aber etwas die Romantik von Band 1 gefehlt hat. Denn obwohl die Handlung humorvoll ist und einige genialen Ideen hat, zogen sich einige Passagen in der Mitte des Buchs und wenn dann auch die Liebesgeschichte nicht funktioniert, kann einem sehr schnell langweilig werden. Meines Erachtens gab es hier ein bisschen zu viel Technik. Ich finde Steampunk Romane gerade durch diesen Aspekt faszinierend, aber dennoch hätte die Autorin auf ein paar Erklärungen der Gerätschaften verzichten können und sich stattdessen lieber dem Fortlauf der Geschichte widmen. Trotzdem ist die Handlung nicht langweilig oder uninteressant. Nur der 1. Band war einen kleinen Tick spannender und lustiger. Vor allem der gemeine Cliffhenger am Ende empfand ich als so emotional und spannungsgeladen, dass man kaum wagt zu atmen und man die Weiterentwicklung der Geschichte sofort lesen will.
Vom Schreibstil her ist der Text sehr gut übersetzt und natürlich von der Autorin selber sehr lebhaft erzählt. Die leicht zynischen, aber auch sehr stilvoll für diese Zeit gehaltenen Wortgefechte von Alexia, findet man auch hier wieder und es ist herrlich ihr dabei zuzusehen, wie sie kein Blatt vor den Mund nimmt.
Als Hauptprotagonistin steht Alexia wieder in Mittelpunkt der Geschichte und bleibt, obwohl sie nun verheiratet ist und eigentlich ein braves Frauchen sein sollte, sich selber treu und ändert ihre Persönlichkeit nicht. Sie gibt zusammen mit ihrem Mann Lord Conall Maccon ein herrliches Paar ab. Aber auch die Nebencharas erscheinen sehr lebendig. So kam mit der Erfinderin Madam Lefoux eine viel versprechende neue Person hinzu. Leider hat mir aber Lord Akeldama gefehlt. Er war mir im Vorgängerband total sympathisch und hatte hier leider nur kleine Rollen besetzt. Während mir im ersten Band Miss Hisselpenny noch sympathisch war, hat sich dies nun geändert. Sie ist zusammen mit Alexias Schwester eine nervende Plage und in ihrem Liebestaumel einfach nur nervenaufreibend.

Mein Fazit:
„Brennende Finsternis“ sorgt mit viel Wortwitz für wunderbare Unterhaltung. Allerdings war das Buch in der Mitte sehr langatmig  wobei das fiese und spannende Ende durchaus dafür entschädigt hat und ich nun ein sehr großes Bedürfnis habe den 3. Band so schnell wie möglich in die Finger zu bekommen um weiterzulesen.

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