1. November 2011

[Rezension] Amanda Hocking - Unter dem Vampirmond - Versuchung


Amanda Hocking
Unter dem Vampirmond - Versuchung, Teil 1
Verlag: cbj
Seiten:
320
Ausgabe: Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-570-16135-7
Leseprobe


Inhalt:
Als die 17-jährige Alice zusammen mit ihrer besten Freundin nach Hause geht, gerät sie in eine Lebensgefährliche Situation und wird von dem gut aussehenden Jack gerettet. Und schnell wird Alice klar, dass er über eine bestimmte Macht an Ausstrahlung verfügen muss. Alle Menschen in seiner Umgebung, egal ob Mann oder Frau, fühlen sich plötzlich zu ihm hingezogen – nur Alice lässt sein Charme anfänglich total kalt. Das ändert sich aber in den darauf folgenden Tagen, als die beiden immer mehr zusammen unternehmen. Dabei merkt sie, dass er irgendwie anders ist und vor ihr auch etwas zu verbergen scheint. Jack hat immer genug Geld und fährt ein teures und schnelles Auto. Auf Fragen nach seiner Arbeit weicht er ihr aus. Weitere Mysterien sind, dass er sich nur nachts mit ihr treffen will, nie Hunger zu haben scheint, übernatürlich stark ist und dass seine Wunden unnormal schnell heilen. Auch seine Familie scheint irgendwie anders zu sein. Am meisten wundert sie sich allerdings über Jacks Bruder Peter. Schon bei ihrer ersten Begegnung lässt er sie seinen tiefen Hass und seine Ablehnung spüren. Dennoch fühlt sie sich aber unerklärlich zu ihm hingezogen, und das obwohl sie sich in Jack verliebt hat. Letztenendes jedoch muss sie sich entscheiden: Für Jack oder Peter.

Meine Rezension:
Mit „Unter dem Vampirmond – Versuchung“ (Teil 1) und „Unter dem Vampirmond – Verführung“ (Teil 2) erscheinen bei cbj gleich zwei Bücher dieser Erfolgsserie von Amanda Hocking, die bereits in den USA für großes Aufsehen gesorgt hat. Die Reihe ist in die Kategorie der Jugendbücher einzuordnen, deren Zielgruppe 13-17-jährige Mädchen sein dürften. Obwohl ich nicht zu dieser Zielgruppe gehöre, habe ich mich richtig auf diese Vampirgeschichte gefreut und wurde schon auf den ersten paar Seiten enttäuscht. Ich fand keinen Zugang zu der Geschichte, da bereits auf den ersten Seiten die beiden besten Freundinnen Alice und Jane für mich zu unterschiedlich waren. Mir ist es immer noch schleierhaft, was die beiden aneinander finden, da sie so keine Gemeinsamkeiten zu haben scheinen. Schließlich wird die Hauptprotagonistin Alice auch gleich von einem attraktiven Unbekannten gerettet, der dazu noch reich zu sein scheint und ein schnelles Auto fährt. Ein altbekanntes Thema gleich zum Einstieg der Geschichte, dass man schon so oft in dieser Form gelesen hat. Zudem scheint der Plot eine Mischung aus „Twilight“ und „Vampire Diaries“ zu sein, da es zu viele eindeutige Parallelen gibt. Für mich störend, da ich mit den beiden überhaupt nichts anfangen kann und ich eigentlich darauf gehofft habe, eine neue, frische und eigenständige Story vorzufinden. Es ist alles irgendwie so glatt – interessant wird es jedoch erst, als Jacks Bruder Peter ins Spiel kommt und die Dreieckskiste losgeht.

Die Charaktere sind gut – ihnen fehlt jedoch die nötige Tiefe und konnten somit nicht ganz begeistern. So wird dem Leser schnell klar wer oder was Jack ist. Die Autorin macht keinen großen Heel daraus. Auch trifft hier das typische Klischee wieder zu: Einem Vampir müssen alle verfallen. Selbst Alices Mutter benimmt sich in seiner Gegenwart wie ein verrückter Teenager und schwärmt von ihm. Für mich leider unbegreiflich…  Alice ist mir leider auch nicht greifbar. Mit der Zeit entwickelt sich mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Jack – spürt aber auf der anderen Seite ein tiefes Verlangen zu dessen Bruder Peter. Und das obwohl er sie wie Dreck behandelt. Klar ist, dass sie sich entscheiden muss. Was sie aber noch nicht weiß, ist, dass sie einem mysteriösen Geheimnis der Familie auf die Spur kommt. Sehr schön fand ich, dass die Autorin einmal eine andere und neue Art der Vampire erschaffen hat. Sie können bei Tageslicht unterwegs sein, werden dafür allerdings ganz schnell müde. Sie müssen nicht an ihren zivilen Opfern rumnuckeln, sondern haben Zugriff auf Blutkonserven und auf bestimmte Spender. Sie leben wie die Menschen, gehören aber aufgrund ihres Andersseins nicht dazu. Auch können Amanda Hockings Vampire sterben wenn sie kein Blut mehr trinken oder sie sie schlimm verwundet sind. Das wichtigste bei ihren Vampiren ist jedoch, dass es für jeden Vampir eine Seelenverwandtschaft mit einer anderen Person gibt. Und diese besondere Art von Beziehung gibt es eben nur ein einziges Mal. Bei jedem. Dachten die Vampire. Denn Alice bringt Jacks und Peters Familienleben ganz schön durcheinander.

Aufgrund des einfach gehaltenen Schreibstils liest sich das Buch insgesamt sehr flüssig. Die Autorin weiß mit einfachen Worten den Leser ans Buch zu fesseln und es wird auch nicht langweilig, da es an einigen Stellen doch gute Action gibt. Dennoch muss man ganz klar sagen, dass dieses Buch die Basis für die weiteren 3 Bände bildet, in denen es dann rasanter zugehen wird.

Obwohl ich nun einiges an Kritik losgelassen habe, möchte ich noch kurz die Covergestaltung ansprechen. Sie ist wunderschön gestaltet worden und auch von den Farben her sehr stimmig. Alle 4 Teile sind im gleichen Stil gehalten, dass ein Wiedererkennungswert vorliegt, und die 4 Bücher im Buchregal sehr schick und stimmig nebeneinander anzuschauen sind.

Mein Fazit:
„Unter dem Vampirmond – Versuchung“ (Teil 1) ist eine Fantasygeschichte um Vampire, die an manchen Stellen oberflächlich ist und sich wie bereits gelesen anfühlt. Die Autorin greift auf altbewährtes zurück und bringt keine neuen Ideen zu Papier. Leider konnte das Buch meine Erwartungen somit nicht erfüllen, was nicht heißen soll, dass es ein schlechtes Buch ist. Für alteingeschworene Vampirfans, die „Twilight“ und „Vampire Diaries“ lieben, ist dieses Buch genau richtig und wird ihre Erwartungen vollstens übertreffen.

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