4. Oktober 2011

[Rezension] Kady Cross - Das Mädchen mit dem Stahlkorsett

Kady Cross
Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
Verlag: Heyne
Seiten: 368
Ausgabe: Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26740-4
Preis: € 14,99

 
Inhalt:
Auf den ersten Blick ist die 16 Jahre alte Finley Jane ein ganz normales Mädchen. Doch in ihrem Innern gibt es eine dunkle Seite mit übermenschlichen Kräften. Als ihr eines Tages der Sohn einer noblen Familie nachstellt, geht dieser Besinnungslos zu Boden und Finley Jane hat somit erneut ihre Anstellung als Dienstmädchen verloren. In ihrer überstürzten Flucht trifft sie auf den jungen adligen Griffin King, der zusammen mit seinen Freunden wunderliche Experimente veranstaltet.
Gemeinsam kommen sie schließlich einer gigantischen Verschwörung auf die Spur, in der nicht nur Königin Victoria sondern auch das gesamte Empire bedroht wird…

Meine Meinung:
Die Handlung des Romans „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ spielt im Jahre 1897 in London. Und wie es das Genre des „Steampunk“ es so will, geht es zu dieser Zeit sehr modern zu, indem es sehr viele technische und geistreiche Erfindungen und Geräte gibt. So entführt uns die Autorin Kady Cross in die Straßen von London, wo man sich mit Dampfmaschinen fortbewegt und arbeiten von dampfbetriebenen Automaten erledigt werden.
Aber nicht nur das. Auch beinhaltet der Roman eine phantastische Interpretation von Darwins Evolutionstheorie in Verbindung mit Jule Vernes Geschichte „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. So haben eben in diesem vorliegenden Roman Griffins Eltern bei ihrer Reise zum Mittelpunkt der Erde eine wundervolle Entdeckung gemacht: Organellen. Dieser Stoff ist in der Lage Wunden sehr schnell zu heilen. Jedoch hat nicht nur Griffins Bekannte Emily entdeckt, dass man Organellen dazu benutzen kann Mensch-Maschine-Hybride zu erschaffen. Irgendjemand hat die strikte Geheimhaltung von Königin Victoria gebrochen und nutzt den Stoff für seine kriminellen Zwecke. Leider muss man aber nicht besonders schlau sein um zu erraten wer der geheimnisvolle Maschinist ist. Andeutungen gibt es in dem Buch genügend – wobei man auch wieder nicht vergessen darf, dass „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ ein Roman für Jugendliche ist, der aber auch sehr gut von Erwachsenen gelesen werden kann.
Leider empfand ich persönlich jedoch den Einstieg in die Geschichte etwas holprig, da ich Probleme mit den Fähigkeiten von Griffin und seinen Freunden hatte. Für mich haben sie eher wie eine Gruppe Wissenschaftler oder Superhelden gewirkt, aber nicht wie eine Gruppe Jugendlicher.

So verfügt Finley aufgrund der Experimente ihres Vaters über eine gute und eine böse Seite, wobei letztere übermenschliche Kräfte inne hält, die immer dann zum Vorschein kommen, wenn sie sich bedrängt fühlt. Durch diese Fähigkeit kann sie sich selber sehr gut verteidigen und ordentlich austeilen. Im Lauf des Buchs trifft sie auf den Duke of Greythrone, Griffin King. Er ist allerdings auch kein typischer adliger. Er kann sich den Äther zu Nutze machen und beherbergt bei sich noch weitere Jugendliche, die ebenfalls wie er bestimmte Fähigkeiten besitzen. So nett sich das auch anhören mag, mich persönlich hat sehr gestört, welch unerschütterliches Vertrauen er in Finley hat, ohne sie anfänglich zu kennen und später auch ohne zu wissen, was sie eigentlich ist. Am schlimmsten und unnützesten war die Person des Jack Dandy. Er taucht immer wieder in den unrealistischsten Momenten auf, und vor allem wenn es darum geht Finleys dunkle Seite zu zeigen. Auch so erfährt man nicht allzu viel über ihn und sein Slang, der in welchen Momenten auch immer mal da und dann wieder weg ist, macht ihn als Charakter nicht gerade interessant.

„Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ gehört zu jenen Büchern, die schön, flüssig und einfach zu lesen sind und bei denen die Zeit einfach viel zu schnell vergeht. Auch positiv zu erwähnen ist, dass jeder Charakter seine eigene Art zu sprechen und zu denken hat, die der jeweiligen Zeit sowie dem damaligen Stand angemessen ist. So wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt, die in kurze Kapitel gehalten wurde und es somit einfach ist der spannenden Handlung zu folgen.
Aber natürlich geht es nicht nur spannend sondern auch ein wenig romantisch zu, indem es hier nicht nur eine sondern gleich zwei Dreiecksbeziehungen gibt. Nicht nur Finley Jane kann sich zwischen Griffin und dem Gauner Jack Dandy nicht entscheiden – auch Emily wird von Griffins Freund Sam und dem Amerikaner Jasper umworben. Die Frage ist nur: Mussten gleich zwei Dreiecksbeziehungen in einer Geschichte sein? Hätte man die Nebencharas nicht anders dem Leser nahebringen können?
Dennoch endet das Buch in einem gemeinen Cliffhenger, der mit Jaspers Vergangenheit zu tun hat und der Fortsetzungsband vermutlich in New York handeln wird.

Mein Fazit:
„Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ ist ein wunderbarer Auftakt zu einer Steampunkreihe, der wunderbar, spannend und einfach nur lesenswert ist. Er hält einen von der ersten bis zur letzten Seite gefangen, auch wenn man bei den Charakteren einige Abstriche machen muss. Trotzdem freue ich mich schon auf die Fortsetzung dieses fantastischen Abenteuers und bin gespannt, was es mit Jaspers Vergangenheit auf sich hat und welche Abenteuer die Gruppe in Amerika bestehen muss.

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