9. September 2011

[Rezension] Thomas Thiemeyer -Chroniken der Weltensucher. Der gläserne Fluch

Thomas Thiemeyer
Der gläserne Fluch, Chroniken der Weltensucher, Band 3
Verlag: Loewe
Seiten: 480
Ausgabe:
Hardcover
ISBN: 978-3-7855-6577-3
 
Inhalt:
Der Völkerkundler Richard Bellheim kehrt nach seiner Reise in Westafrika seltsam verändert nach Hause zurück. Immer wieder lässt ihn sein Gedächtnis im Stich oder er erkennt Verwandte/Bekannte nicht wieder. Deshalb bittet seine Ehefrau seinen alten Bekannten Carl Friedrich von Humboldt um Hilfe. Auf einer Silvesterfeier der Bellheims versucht von Humboldt hinter dessen Geheimnis zu kommen, bis schließlich ein schreckliches Ereignis das neue Jahr 1894 einläutet. Nach diesen Ereignissen will Humboldt erst recht herausfinden, was Belleim während seiner Reise so verändert hat und macht sich zusammen mit Oskar, Charlotte, Eliza und der Kiwidame Wilma auf den Weg zu jenem geheimen Ort nach Afrika, zu dem Bellheims Tagebuchsaufzeichnungen verweisen. In Afrika angekommen überschlagen sich die Ereignisse und die Mission wäre fast gescheitert. Doch das Glück meint es gut mit ihnen und so gelangen sie schließlich in die verbotene Stadt und entdecken das mysteriöse Geheimnis des außerweltlichen gläsernen Fluchs. Bei diesem Unterfangen werden sie von dem Volk der Dogon beobachtet, die schon länger um die Gefahr des gläsernen Fluchs wissen und deren alte Prophezeiung voraussagt, dass die Ankunft der Fremden auf einem fliegenden Gefährt das Ende der Welt bedeutet…

Meine Rezension:
„Der gläserne Fluch“ ist der dritte Roman von Thomas Thiemeyers „Chroniken der Weltensucher“ –Reihe. Und dass die Reihe Potential besitzt zeigt sich daran, dass sie nicht wie andere Reihen mit der Zeit ihren Reiz verliert, sondern dass die Abenteuergeschichte eine gute und spannende Unterhaltung bietet und es, wie in seinen Vorgängern, sehr dramatisch und actionreich zugeht. Dabei sind Vorkenntnisse über die bisherigen Ereignisse der beiden Vorgängerbücher nicht erforderlich. In kurzen Rückblenden erfährt der Leser alles Wichtige über die Hauptprotagonisten. 

In „Der gläserne Fluch“ verschlägt es die Abenteurer nun nach Afrika – und man merkt Thomas Thiemeyers spezielles Verhältnis zu dem schwarzen Kontinent an, den er in seinen Urlauben bereist hat und seine Eindrücke in seinen Büchern verarbeitet und einfließen lässt. Er vermittelt neben dem eigentlichen Abenteurerroman auch historisches Hintergrundwissen über die Völkergruppen der Tellem und den Dogon, die tatsächlich einmal gelebt haben. Er nimmt das besagte Volk der Dogon, um das sich einige Legenden ranken, sowie das astronomischem Wissen über die Existenz des leuchtschwachen Sterns Sirius B und vermischt so Historie, Fantasy und Fiktion und bringt eine wunderbare Geschichte zu Papier, die nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene Leser in ihren Bann zieht. 

Sein leichter Schreibstil sowie seine Fantasie in Schilderung der Geschichte verleihen den eigenen Gedanken Flügel und macht den Leser selbst zum Weggefährten seiner Protagonisten.
In 2 Handlungssträngen verfolgt der Leser die Suche nach dem gläsernen Fluch. So begleitet man einerseits die Weltensucher Humboldt, Charlotte, Eliza, Oskar und die Kiwidame Wilma und auf der anderen Seite einen Trupp von Forschern, die ebenfalls versuchen in die verbotene Stadt zu gelangen. Hierbei trifft der Leser auf Altbekannte Personen wie Max Pepper und Harry Boswell, die bereits im ersten Roman „Die Stadt der Regenfresser“ ihren Auftritt haben. Begleitet werden die beiden von Jabez Wilson, der sich sehr schnell als skrupelloser Mensch herausstellt, und der über Leichen geht um an den gläsernen Fluch zu bekommen. 

Was es aber mit dem gläsernen Fluch genauer auf sich hat, werde ich aus dramaturgischen Gründen nicht erörtern, sondern sind im Buch nachzulesen ;-)

Desweiteren hat Thomas Thiemeyer, wie bei allen seinen Büchern, die Coverillustration selbst gezeichnet, ebenso wie die Karte der Tafelbergen Bandiagaras. Am Ende des Buchs gibt es wie immer die Encyclopedia Humboldtica, sowie ein schickes Lesebändchen und die Silberprägungen auf dem Buchdeckel und dem Buchrücken.

Mein Fazit:
Mit „Der gläserne Fluch“ hat Thomas Thiemeyer erneut ein fesselndes Jugendbuch geschrieben, das einfach nur begeistert. Wissensvermittlung trifft auf Action und Phantastik – Spannung auf interessante Handlung und vermischt sich zu einer packenden Geschichte mit liebenswerten Charakteren. Ein wahrer Pageturner!

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