21. August 2011

[Lesung] 7. Fantasy-Festival

Zum bereits 7. Mal fand das Fantasy-Festival auf dem Naturgelände in Flörsheim-Weilbach statt, zu dem das Literaturmagazin „HITS für KIDS“ zusammen mit dem Löwe-Verlag eingeladen hat.

Um 19 Uhr startete Franziska Gehm mit der „Familie Pompadauz“ und dem ersten Band dieser Reihe „Das pupsende Hängebauchschwein“. Darin geht es um ein ganzes Hotel, dass samt seinen Bewohnern 99 Jahre in der Zukunft landet. Wie sich für mich herausgestellt hat, ein wundervolles Buch mit reichlich Wortwitz, dass ich mir auf jeden Fall noch durchlesen will.
Anschließend berichteten Rebecca Hohlbein zusammen mit ihrem Vater Wolfgang Holbein und ihrem Sohn von den Abenteuern der drei Helden von der Wolf-Gäng.
Einen Neuakzent setzte Bernd Perplies mit seiner Steampunk-Reihe „Magierdämmerung“, der hier die Leser auf eine Reise ins Viktorianische London entführte und die Zuhörer mit seiner Magie fesselte.
Nina Blazon legte mit ihrem Roman „Ascheherz“ ein romantisch-düsteres aber auch fesselndes und geheimnisvolles Werk mit einem Hauch zeitloser Todesmystik vor.
Begeistert warteten aber die zahlreichen Zuhörer der Fantasylesenacht aber auf den Schauspieler Rainer Strecker, der wieder einmal eine faszinierende Lesung aus dem fünften und noch nicht veröffentlichten"Skulduggery Pleseant" von Derek Landy zelebrierte und zum besten gab.

Begleitet wurde das phantastische Programm mit einer musikalischen Umsetzung der Texte von dem Drummer und Jazzer
Dieter Arnold. Insgesamt über fünf Stunden dauerte die Lesenacht mit unmittelbarem Kontakt der Autoren im Autorenzelt an und war mit seinen über 400 Zuhörern jeder Altersgruppen ein voller Erfolg.

 
 

12. August 2011

[Rezension] Carrie Jones - Finsteres Gold

Carrie Jones
Finsteres Gold
Originaltitel: Captivate
Verlag: cbt
Seiten: 352
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-16112-8
Leseprobe
Inhalt:  
Der Elfenkönig von Maine, und zugleich auch Zaras Vater, wurde von ihr und ihren Freunden besiegt und mit seinem gesamten Hofstaat in ein Haus im Wald eingesperrt. Doch damit ist die Gefahr noch nicht vorüber, denn jetzt tauchen fremde Elfen auf und versuchen die Herrschaft über das Territorium von Zaras Vater zu erlangen. Mit ihnen taucht auch Astley, ein anderer charismatischer und sehr netter Elfenkönig auf, der Zara sagt, dass sie dazu bestimmt ist seine Königin zu werden. Zaras Freund Nick ist davon natürlich überhaupt nicht begeistert. Doch dann taucht ein weiterer Elfenkönig auf, der ein skrupelloser Menschenhasser und durch und durch böse ist. Zuletzt erscheint auch noch schließlich eine Walküre auf der Bildfläche, die alle Krieger nach Wallhalla holen will. Unter ihnen auch Zaras Freund Nick. Wird sie ihn beschützen können?

Meine Rezension:
„Finsteres Gold“ ist der Fortsetzungsroman von „Flüsterndes Gold“ und spielt wenige Wochen nach dem ersten Band. Während in dem ersten von insgesamt vier Teilen dieser Reihe Werwölfe und Feen an sich auf sich aufmerksam gemacht haben, wird die Mythologie um die Elfen nun im zweiten Band vertieft. So werden in Carrie Jones Erzählungen Elfen als uralte und grausame Geschöpfe dargestellt, die man so nicht aus den üblichen Märchenbüchern und Geschichten kennt. Hier handeln die Elfen nur nach ihrer eigenen egoistischen Befriedigung, in dem sie anderen Schmerz zufügen und sich an ihrem Blut laben. Sehr schön gelungen, denn so ist ihre Art in diesem Buch was ganz eigenständiges und auch aufregend neues.
Diese Düsternis erfährt der Leser bereits auf den ersten paar Seiten, denn die Verknüpfung zu dieser neuen Elfenmythologie ist stets präsent, da sich Zara langsam zu einer Elfe verwandelt. Was sie aber auf keinen Fall werden will, denn alle Elfen sind skrupellos, böse und gemein. So ist sie immer und immer mehr in ihren Ängsten und ihrer Hoffnungslosigkeit gefangen.
Um dies noch authentischer Wirken zu lassen, hat die Autorin anstelle der verschiedensten Phobien am Anfang eines jeden Kapitels verschiedene Tipps und Tricks zum Schutz gegen die Elfen aufgeführt, an denen Zara und ihre Freunde arbeiten.
Aber auch die Liebe kommt in „Finsteres Gold“ nicht zu kurz. Im ersten Band haben der Werwolf Nick und Zara zueinander gefunden, aber schon jetzt im zweiten Band wird ihre Beziehung durch den neuen Elfenkönig, aber auch durch viele andere Dinge, auf eine harte Probe gestellt. Es wird dramatisch und romantisch, denn diese beiden Komponenten zusammen mit etwas Spannung fesselnd den Leser und bieten Suchtpotential um das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können. Einzig und alleine die Bezeichnung „Baby“ unter den beiden hat mich fast an den Rand des Wahnsinnis gebracht. Sie ist ständig präsent und ich kann diesen Kosenamen nun wirklich nicht mehr hören und hoffe, dass die Autorin in Zukunft dieses Wort zurückfährt oder ganz weglässt.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen und die Autorin lässt wieder sehr schöne Szenen im Kopf entstehen. Der Plot ist spannend und magisch, wenn auch leider manchmal etwas durchsichtig, dadurch kommt aber keineswegs Langeweile auf. Vielmehr steigert sich die Handlung rasant durch sehr dramatische Szenen im letzten Drittel des Buchs und endet mit einem absolut gemeinen Cliffhenger – und die Wartezeit auf den Folgeband wird zur Geduldsprobe.
Die Hauptprotagonistin Zara entwickelt sich in diesem Band enorm weiter. Sie wird von einem kleinen, unschuldigen Mädchen zur Kämpferin. Das muss sie auch, denn wie sich im Lauf der Geschichte herausstellt, prophezeihen ihr Vater und Astley, dass sie sich in einen Elf verwandeln wird. Zara wehrt sich dagegen, doch wie soll sie das anstellen, wenn sie auf den neuen Elfenkönig reagiert?
Nick hingegen nimmt in diesem Band die Rolle des eifersüchtigen Freundes ein und ist deswegen leider etwas monoton dargestellt, was ihn nicht gerade ins richtige Licht rückt.
Dafür hat mir der neue Elfenkönig Astley sehr gut gefallen. Er ist für einen Elf sehr gefühlvoll und rücksichtsvoll, was es in seiner Rasse eigentlich gar nicht geben dürfte. Ich bin mir deswegen sehr sicher, dass wir von ihm noch einiges erwarten können, denn noch ist er der mysteriöse Neuankömmling, der viel Potenzial bietet und besitzt.
 
Mein Fazit:
„Finsteres Gold“ ist eine locker-leichte aber auch dramatische Elfengeschichte, bei der der Leser von Anfang an mit Zara mitfiebert und in der Geschichte gefesselt ist. Eine absolut gelungene Fortsetzung, die ihren Vorgänger in den Schatten stellt und noch viel Potenzial besitzt.

7. August 2011

[Rezension] Aprilynne Pike - Elfenliebe

Aprilynne Pike
Elfenliebe
Originaltitel: Spells
Verlag: cbj
Seiten: 400
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-13885-4
Leseprobe
Inhalt: 
1 Jahr nach der ersten Begegnung mit dem Frühlingself Tamani, erhält Laurel eine Einladung für 2 Monate die Akademie in Avalon zu besuchen um alle Fähigkeiten einer Elfe zu erlernen. Als sie dort, weit ab von ihrem menschlichen Freund David erneut Tamani begegnet, geraten ihre Gefühle durcheinander. Einerseits liebt sie David und fühlt sich den Menschen angehörig, aber sie ist auch immer noch eine Elfe. Und hier, in der Elfenwelt Avalon, ist alles so faszinierend, und Tamani liebt sie so wie noch nie jemand zuvor… Obwohl die Menschenwelt dadurch in weite Ferne rückt, muss sie wieder zurück und merkt schließlich, wie sehr ihr ihre Heimat, ihre Familie und David gefehlt haben. Sie fühlt sich innerlich zerrissen und weiss, dass sie sich bald entscheiden muss. Aber nicht nur, dass ihre Elfenexperimente in der Menschenwelt nicht so richtig funktionieren wollen, nun wird auch noch ihre Freundin Chelseo von Jeremiah Barnes und ein paar anderen Orks entführt. Sie drohen Chelsea zu töten, wenn Laurel ihnen nicht das Tor nach Avalon zeigt.

Meine Rezension:
„Elfenliebe“ ist die Fortsetzung von „Elfenkuss“, in der Aprilynne Pike direkt an die Geschehnisse des vorherigen Romans anknüpft. Deswegen ist es nur ratsam den 1. Band unbedingt gelesen zu haben, denn es werden nur wenige Details wiederholt.
Direkt von Beginn der Geschichte wird der Leser in die phantastisch schillernde Welt der Elfen eingeführt. Mit dem sogenannten Avalon hat die Autorin eine wunderbare Märchenwelt geschaffen, die sie mit all den verschiedenen Elfenarten, ihrem Aussehen und ihren Bräuchen, sehr detailliert und fantasievoll beschreibt.
Leider muss man sagen, dass in diesem Lesebaschnitt nicht sehr viel passiert und die Geschichte sanft vor sich hin plätschert. Es passiert nichts spannendes und der rote Faden hat sich mir nicht erschlossen. Viel mehr gleicht es einer Reise in Aprilynne Pikes Elfenwelt sowie einem ständigem hin und her von Laurels Gefühlen gegenüber David und Tamani. Sie muss sich zwischen dem Menschen und dem Frühlingself entscheiden – der heimatlichen Menschenwelt oder Avalon.
Aprylinne Pikes Schreibstil ist ziemlich einfach gestrickt und daher sehr angenehm flüssig zu lesen. Man findet schnell Zugang zu der Geschichte, wartet aber im ersten zwei Drittel des Buchs vergebens auf spannende Plots. Erst im letzten Drittel des Buchs baut die Autorin langsam Spannung auf. Auf den letzten Seiten enthüllt sie schließlich ein neues Geheimnis und lässt die Geschichte schließlich in einem gemeinen Cliffhenger enden. Als Leser bleibt nur über, darüber zu spekulieren und sich auf den Folgeband zu freuen, den man natürlich lesen MUSS.
Neben der sehr schön beschriebenen Elfenwelt hat die Autorin sehr viel Mühe in die Ausarbeitung der Elfen gegeben. Sie sind nicht die typischen Märchenfiguren aus Geschichten und Sagen, sondern vielmehr was ganz eigenständiges. Leider hat sie dabei aber vergessen ihren Haupt- und Nebencharakteren mehr Tiefgang zu verleihen. Sie bleiben einfach gestrickt und wirken daher in der ganzen Geschichte etwas oberflächlich. Leider so auch die Hauptprotagonistin Laurel. Sie stellt sich immer und immer wieder die gleichen Fragen in Bezug auf ihre Gefühlswelt, was das ganze langatmig erscheinen lässt.

Mein Fazit:
Der Vorgänger „Elfenkuss“ hat mir besser gefallen als „Elfenliebe“, da der Plot nicht ganz so monoton und langatmig war. Das soll aber nicht heissen, dass es hier eine uninteressante Handlung gibt. Sie ist einfach nur nicht so interessant und mitreisend. Man merkt, dass das Potenzial, welches die Geschichte bietet, nicht umgesetzt wurde bzw. erst am Ende des Buchs Spannung aufkommt. Obwohl mich die Geschichte alles in allem leider nicht ganz überzeugen konnte, bin ich gespannt, wie es weitergeht und ob die Autorin zu ihrer alten Stärke zurück findet.

1. August 2011

[Rezension] Sophie Jordan - Firelight. Brennender Kuss

 Sophie Jordan
Firelight
Verlag: Loewe
Seiten: 376
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7855-7045-6
Preis: € 17,95
 
Inhalt:
Jacinda ist ein Draki. Ein Mensch, der sich bei belieben in einen Drachen verwandeln kann. Zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester lebt sie in einem Rudel in einem von Nebel verdeckten Dorf um sich vor den Drachenjägern zu verstecken und zu schützen. Deswegen lautet ein ganz wichtiges Gebot der Drakis: Fliegen ist nur bei Dunkelheit erlaubt. Doch Jacinde und ihre Freundin Azura halten sich nicht daran und werden schnell von Hubschraubern und schließlich auch von Jägern am Boden verfolgt. Jacinda will die Jäger ablenken und ihre Aufmerksamkeit ganz alleine auf sich ziehen um ihre Freundin zu schützen. Dabei wird sie jedoch von einem Jäger am Flügel getroffen und schwer verletzt. Da sie nicht mehr fliegen kann rettet sie sich in einen Spalt in einer Schlucht. Zwar folgt ihr ein Jäger und es kommt zu einer kurzen Annäherung – jedoch verpfeifft er sie nicht an seine Leute.
Zurück Im Dorf überschlagen sich daraufhin die Ereignisse und Jacindas Mutter bleibt nichts anderes über, als mit ihren beiden Töchtern zu fliehen und in einer Stadt in der Wüste zu leben. Hier hofft sie, dass unter der sengenden Wüstensonne Jacinda ihren Draki tötet, wie sie es selbst einst getan hat. Aber dann tritt plötzlich Will in Jacindas Leben und die beiden verlieben sich, obwohl das nicht sein darf.

Meine Rezension:
Vergesst die Biss-Bücher!!! „Firelight – Brennender Kuss“ ist ein grandioses Debut und ein faszinierender Auftakt zu einer neuen Trilogie, die Drachen, Verschwörung und Freundschaft vom feinsten bietet. Und natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen – die es hier in Form von puren Zucker gibt, denn die Liebe zwischen Will und Jacinda darf eigentlich gar nicht sein und trotzdem kämpfen die beiden Protagonisten umeinander.

Aber vielmehr geht es eigentlich in der Handlung darum, dass Jacinda in einer Welt bestehen muss, die für ihren Drachen tödlich ist. Fernab von ihrem Rudel und der angenehmen Luftfeuchtigkeit muss sie nun in der Wüste leben. Für ihren Draki die größte Hölle, für ihre Mutter und ihre Schwester, die ganz normale Menschen sind, kein Problem. Dazu erschwerend kommt noch, dass sie unter den Menchen nicht auffallen darf. Was gar nicht so einfach ist, wenn man sich aufregt und automatisch dabei Gefahr läuft sich in einen Draki zu verwandeln. Spannung und Humor ist da natürlich vorprogrammiert!

Wunderbar bei der Geschichte ist, dass es mal nicht um Vampire und Werwölfe, sondern um eine ganz neue Drachenart geht. Das gibt es im Bereich Jugendbuch sehr selten und ist daher etwas ganz neues und ganz tolles. Kurzum: Ein etwas anderer Teenie-Fantasy-Roman, der mit einem gemeinen Cliffhenger endet.
Sprachlich ist das Buch, aufgrund des leichten Schreibstils, wunderschön zu lesen. Alles ist bis ins kleinste Detail liebevoll durchdacht und es gibt am Anfang keine langen Erklärungen, sondern man ist als Leser sofort in die geschichte gebracht und fliegt nur förmlich so über die Seiten. Die Spannung in der Geschichte ist jederzeit greifbar. Insgesamt eine sehr stimmige Geschichte, die einfach und unkompliziert zu lesen ist.
Auch die Charas sind wunderschön ausgearbeitet worden und man merkt, wie viel Herz die Autorin in sie gelegt hat. Vor allem Jacinda hat mir als Hauptprotagonistin sehr gut gefallen, was vielleicht auch daran liegt, dass die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird. Sie ist sehr facettenreich, jederzeit greifbar und als Leser kann man nicht anders als bei Glück und und Leid ganz nah bei ihr zu sein. Will hingegen ist von Anfang an sowas wie unnahbar. Öffnet sich aber nach und nach für Jacinda und bricht damit eine seiner Regeln, sich niemals in ein Mädchen zu verlieben. Doch wie wird er reagieren, wenn er als Drachenjäger erfährt, dass sie eine Draki ist? Was wird er tun? Und dann gibt es da noch Jacindas Schwester Tamara, die für mich sehr wichtig im Handlungsverlauf war, da sie der Gegenpart zu Jacinda ist. Denn im Gegensatz zu ihrer Schwester ist sie keine Draki sondern ein ganz normaler Mensch, der schließlich das Leben in der Wüste und unter den vielen Menschen genießt und sich das nicht wegnehmen lassen will. Was natürlich für reichlich Zündstoff unter den Geschwistern sorgt.
Die Covergestaltung ist sehr gut gelungen und deswegen möchte ich ein ganz großes Lob an den Loewe-Verlag aussprechen. Denn nicht nur die Schriften und das Coverdesign mit Jacainda und ihren geheimnisvollen Drachenaugen sind der Hingucker, auch der Schutzumschlag, der auf sehr interessantem Papier gedruckt wurde, das gold-rot schimmert. So kann kann sich lebhaft vorstellen, wie die Drachenschuppen der Drakis in der Sonne schimmern.

Mein Fazit:
Das Buch hat alles was ein gutes Fantasy-Buch braucht: Sympathische Charaktere, Liebe, spannende Handlungskurven und natürlich auch Antagonisten, die es den Hauptcharas so schwer machen, dass der Leser mitleiden muss. Dieses Buch wird jeden (nicht nur Jugendliche) überraschen, mitreisen und gefangen nehmen. Man kann sich definitiv auf weitere, spannende Abenteuer freuen und ich bin mir ganz sicher, dass Sophie Jordan sich mit dieser Reihe einen Platz im Fantasyhimmel gesichert hat.