23. Mai 2011

[Lesung] 2. Wiesbadener Lesecafe

Am 21.05. öffnete das Wiesbadener Lesecafé zum zweiten Mal seine Pforten und stand dieses mal ganz im Zeichen des Steampunks. 16 Zuhörer lauschten der Wiesbadener Autorin Tanja Meurer und der Frankfurter Steampunk-Autorin Ju Honisch, die ihre Werke zum besten gaben.
Tanja Meurer las als erstes aus ihrem noch unveröffentlichten Roman „Das Gewicht der Seele“ in dem die junge Wissenschaftlerin Annabelle lernen muss, Opfer ihrer eigenen Erfindung zu werden. Passend dazu hat Tanja zwei Illustrationen mit den Hauptfiguren ihres Romans mitgebracht, die sie selber gezeichnet hat.
Nach einer etwas 60-minütigen Lesung inkl. Fragerunde las Ju Honisch aus ihrem ihrem aktuellen Roman „jenseits des Karussells“ vor. Auf ganz besondere Art und Weise las sie ihre ausgesuchten Passagen vor und verlieh jedem ihrer Wesen (egal ob Spinne oder die Macht) mit unterschiedlichen Stimmen ganz spezielle Züge. Man hätte der mitreisenden Lesung noch lange zuhören können, aber leider fand auch diese Veranstaltung ein Ende und nach einer verboten leckeren Schokolade (Anette, keiner hätte es besser ausdrücken können als du) im Café Anderswo konnte ich mir von Ju Honisch „Das Obsidianherz“ signieren lassen.
Alles in allem war das Wiesbadener Lesecafé wieder ein sehr gelungener Abend und wer gerne bei der nächsten Lesung dabei sein will, findet die Termine, sowie Berichte und Bilder, unter www.Lesecafe-Wiesbaden.de.vu

5. Mai 2011

[Rezension] Sarah Lukas - Der Kuss des Jägers

 Sarah Lukas
Der Kuss des Jägers, Band 2
Verlag:
Piper
Seiten: 376
Ausgabe:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-492702-256
Preis: € 19,95
ET: April 2011
 
Inhalt:
Da Rafael seine große Liebe Sophie vor einem Dämon gerettet hat, ist er von einem gefallenen Engel zu einem wahren Engel geworden. Doch der Dämon Kafziel beharrt immer noch auf den durch ihr Blut besiegelten Handel, der Sophies Tod bedeuten würde.
Aber auch so verläuft Sophies Leben nicht gerade einfach: Ihre Eltern glauben, dass Sie einen Selbstmordversuch hinter sich hat und auch die Polizei hat es auf sie und Jean abgesehen, da die beiden angeblich jemanden umgebracht haben. Während Jean im Gefängnis sitzt und Sofie nicht im Kampf gegen das Böse unterstützen kann, wird sie systematisch auf Schritt und Tritt von der Polizei überwacht. Und in all dem Chaos muss sie sich auch ihrer Liebe zu Rafe bewusst werden: Kann sie wirklich einen Engel lieben?

Rezension:
„Der Kuss des Jägers“ ist der Folgeband zu „Der Kuss des Engels“ von Sarah Lukas und fängt genau da an, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Deswegen ist es wichtig den 1. Band gelesen zu haben, da alle Ereignisse präsent sind und aufeinander aufbauen.
Das vorliegende Buch beinhaltet sowohl eine romantische Liebesgeschichte, als auch phantastische Elemente in Form von Engel und Dämonen und ist daher, wie auch schon das Cover leicht darauf hinweist, im Genre der Romantasy zu Hause.
Das Hardcover wird von einem Schutzumschlag umhüllt, dessen Cover dieses mal ein Männergesicht ziert und von Engelsflügeln sowie zarten Ranken umrahmt wird. Wird das Buch aufgeklappt, findet man in der vorderen und hinteren Buchklappe eine Karte von der Cité de Paris. Diese enthält eine Legende mit den wichtigsten Schauplätzen der vorliegenden Handlung. Das Gesamtbild wird von Kapitelverzierungen sowie einem Lesebändchen abgerundet.

Der Schreibstil ist genauso flüssig und leicht zu verstehen wie im ersten Band und brilliert mit einer tiefgründigen Darstellung von Gefühlen und Gedanken. Es gibt hier zwei Erzählstränge, die von Sophie und vor allem von Jean erzählen, der mittlerweile eine zentrale und wichtige Rolle spielt. Jedoch muss ich sagen, dass das Werk im allgemeinen nicht ganz so spannend fand, wie der erste Band. Die erste Hälfte zieht sich hin, und plätschert, obwohl eine Konstante Gefahr vom Dämon Kafziel ausgeht, mit den weltlichen Problemen durch die Polizei vor sich hin. Erst in der zweiten Hälfte, als Jean aus dem Gefängnis flieht, hat die Spannungskurve zugenommen und es fällt dann wirklich schwer das Buch aus der Hand zu legen, da man unbedingt wissen will, wie es in der Handlung weitergeht.
Da Schauplatz dieser ganzen Geschichte Paris ist, war mir die genaue Beschreibung der einzelnen Schauplätze ein wahrer Genuss und ich hatte das Gefühl selbst eine Städtetour zu machen.

Die Charaktere in diesem Band haben sich definitiv weiterentwickelt und sind mit der Situation gewachsen. Alle, bis auf Rafe, der trotz seiner zentralen Rolle im ersten Band hier weniger präsent war und er eher oberflächlich agiert hat.
Die Hauptprotagonistin Sophie beweist sehr viel Mut und Ausdauer, wie sie sich den Verhören der Polizei stellt und sich ihre Anklage nicht wie in manch anderen Büchern einfach so in Luft auflöst, sondern die Ermittler immer hartnäckig präsent sind. Des weiteren kämpft sie mit ihren verworrenen Gefühlen zu Rafe, der zwar wieder ein guter Engel ist, ihm aber die körperliche Liebe verboten ist, da er sonst wieder zum gefallenen Engel werden würde. Aber auch zu Jean fühlt sich sich plötzlich hingezogen und das daraus entstehende Liebesdreieck wird immer deutlicher.
Jean ist im Gegensatz zu Rafe in diesem Buch sehr präsent und er nimmt eine sehr positive und überaus sympathische Rolle ein. Obwohl er für einen vermeintlich begangenen Ort im Gefängnis sitzt und mit seinen Gefühlen für Sophie kämpft, opfert er sich voll und ganz für sie und flüchtet um sie und Lillith vor Kafziel zu beschützen. Daher nimmt er, als ehemaliger Priester, immer und immer mehr die Rolle eines Dämonenjägers ein.

Da es sich bei der vorliegenden Reihe um eine Trilogie handelt, wartet das Ende mit einem Cliffhenger auf, der nun das große Finale der Reihe einläutet.

Fazit:
„Der Kuss des Jägers“ ist wie sein Vorgänger kein einfacher Liebesroman, sondern tiefgründig und emotional, mit dem Kampf Gut gegen Böse. Obwohl er spannungstechnisch in der ersten Hälfte nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten kann, ist das Buch auf jeden Fall lesenswert und nicht nur Fantasyfans werden an ihm ihre Freude haben.