20. April 2011

[Rezension] Sara Grant - Neva

Sara Grant
Neva
Verlag:
PAN
Seiten:
352
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-426-28348-6
Erscheintermin: 14.03.2011


Klappentext:
Die 16-jährige Neva hat es satt, keine Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie nicht einmal laut stellen darf: Warum wird ihr Heimatland von einer undurchdringbaren Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet? Warum verschwinden immer wieder Menschen spurlos? Und was ist mit ihrer Großmutter geschehen, die eines Tages nicht mehr nach Hause kam? Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sanna beschließt Neva, Antworten zu verlangen und nicht mehr brav alle Gesetze und Regeln zu befolgen. Doch dabei verliebt sie sich nicht nur in den einen Jungen, der für sie tabu sein muss – sondern gerät auch in tödliche Gefahr …

Rezension:
In Sara Grants Jugend-Dystopie „Neva“ geht es darum, dass eine junge Heldin versucht aus dem totalitären Regime ihrer Stadt zu entkommen. Immer wieder fragt sich Neva, was hinter der unüberwindbaren, unter Strom stehenden Energiekuppel, der sogenannten „Protekosphäre“ liegt. Spannend schildert die Autorin von dieser isolierten Welt, in der eine feindsinnige und bedrohlich-klemmende Stimmung herrscht. Die Führer dieser Gesellschaft wollen sich von der übrigen Welt abschotten und durch ihr sektenartiges System das „Heimatland“ kontrollieren. So schreiben sie den Bewohnern auch vor, welchen Beruf sie zu erlernen haben. Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, ist klar, als es an Knappheit zu Lebensmitteln und alltäglichen Gebrauchsgegenständen kommt. Aber nicht nur das: Seltsamerweise kommt es von Generation zu Generation zu einer wachsenden Ähnlichkeit zwischen den Bewohnern.
Ganz klar regt dieses Werk zum nachdenken an und schwirrt dem Leser noch lange Zeit im Kopf rum, denn wie bereits angedeutet wird Menschenwürde und Meinungsfreiheit in dem Staat klein geschrieben.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, so dass man ganz schnell in der Geschichte versinken kann. Unterstützt wird dies dadurch, dass die Geschichte aus Nevas Sicht geschildert wird und man sich somit sehr gut in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen kann.

Die Hauptprotagonistin Neva hat mich positiv überrascht. Für ihre 16 Jahre hat sie sehr viel Kampfgeist und ist sehr mutig. Sie kämpft gegen ein System an, wächst dabei über sich hinaus und stellt sich auch gefahren, vor denen sie am liebsten zurückschrecken würde. Aber auch die anderen Charaktere sind sehr gut dargestellt und konnten überzeugen. So auch die Eltern von Neva. Anfangs sind sie sehr unsympathisch, aber im Lauf der Geschichte werfen sie immer wieder neue Aspekte auf, so dass nichts so ist wie es scheint.

Mein Fazit:
„Neva“ ist ein spannender und sehr emotionaler Jugend-Dystopie-Roman über das erwachsen werden, Freundschaft und Verrat. Ich hatte das Glück auf der Leipziger Buchmesse mich länger mit Sara Grant unterhalten zu können und es hat mich sehr gefreut zu erfahren, dass sie im Moment an ihrem nächsten Dystopie-Roman schreibt, der allerdings nichts mit „Neva“ zu tun hat. Wir dürfen also sehr gespannt sein!

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