2. April 2011

[Rezension] Brenna Yovanoff - Schweigt still die Nacht

Brenna Yovanoff
Schweigt still die Nacht
Verlag:
Script5
Seiten:
368
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN:
978-3-8390-0127-1
Preis: € 17,95


Inhalt:
Mackie Doyle lebt in der amerikanischen Kleinstadt Gantry, unter der in tiefen Tunneln des Untergrunds dunkle Wesen leben und ihr Spiel mit den Bewohnern treiben. Alle sieben Jahre werden Kinder aus ihren Betten geraubt und gegen andere, magische Wesen ausgetauscht. So wie Mackie, der vor vielen Jahren anstelle eines menschlichen Kindes im Bett zurückgelassen wurde. Da er anders ist als all die anderen wird er mit neugiereigen Augen gemustert und von feindseligen Blicken durchbohrt. Er würde alles dafür tun ein normales Leben zu führen. Als dann plötzlich die Schwester seiner Liebe Tate ausgetauscht wird, macht er sich auf den Weg sie zu retten. Er muss sich den dunklen Wesen unter der Stadt stellen und sich entscheiden, ob sein Platz in der bizarren, düsteren Welt ist – oder bei den Menschen.

Meine Rezension:
„Schweigt still die Nacht“ ist im Genre des Jugendbuch angesiedelt und der mysteriöse und ziemlich dunkle Debutroman von Brenna Yovanoff. Das Cover ist sehr aussagekräftig und gruselig mit dem Kinderwagen im Nebel und den diversen Gegenständen, die darüber hängen. Ein echt super gelungenes Cover, da die Coverillu auch auf dem Buchrücken zu sehen ist und sich daher TOP im Buchregal macht.

Die Geschichte an sich ist mal etwas ganz anderes: Dunkle Kreaturen treiben in einer Kleinstadt ihr Unwesen und tauschen Menschenkinder gegen ihresgleichen aus. Doch es geht nicht nur um Kindesentführungen, sonder auch Leichen und Blutopfer kommen in der Geschichte vor.
Dennoch habe ich von der Geschichte etwas ganz anderes erwartet und bin trotz der eigentlich gut durchdachten Geschichte etwas enttäuscht. Oft hat sich der Plot in vielen Andeutungen verloren und war an manchen Stellen langatmig. Spannung wollte mir beim Lesen vieler unwichtigen Infos leider nicht aufkommen.

Die Handlung ist komplett von einer düsteren Atmosphäre durchzogen. Brenna Yovanoffs Schreibstil ist sehr schön und bringt wunderbare Bilder im Kopf des Lesers herauf. Gekonnt schafft sie es, das drückend dunkle in der Geschichte einzufangen, welche die Stadt Gantry umgibt. Aber nicht nur Gantry, auch die Welt unter der Stadt ist gefüllt mit Wesen und Mythen, was den Zauber des Buchs ausmacht. Da die Geschichte aus Mackies Sicht geschrieben wurde, kann man sich sehr gut in ihn hineinversetzen und seine Gefühle nachvollziehen. Bildgewaltig verbindet die Autorin Schrecken, Ekel und Schönheit aus einzelnen Elementen und formt sie zu diesem Urban-Fantasy-Buch.

Leider bleiben dabei die Charaktere flach. Ich hatte bis auf den Hauptprotagonisten Probleme eine Beziehung zu ihnen aufzubauen bzw. sie sympathisch zu finden. Vermutlich liegt das daran, dass die Geschichte aus Mackies Sicht erzählt wird und er auf den Leser trotz seiner durchschnittlichen Persönlichkeit sehr sympathisch wirkt.

Mein Fazit:
Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass ich mit der Bewertung des Buchs hin- und her-gerissen bin. Es gibt sicherlich von der Grundidee her kein zweites Buch wie dieses, jedoch beinhaltet es einige wirre und langatmige Stellen, während der Showdown sehr gut gelungen ist. „Schweigt still die Nacht“ ist somit eine ausgefallene Geschichte mit Horror-Elementen, die man trotz der genannten Kritikpunkte sehr gut lesen kann.

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