30. April 2011

[Rezension] Julie Kagawa - Plötzlich Fee. Sommernacht

 
Julie Kagawa
Plötzlich Fee - Sommernacht, Band 2
Verlag:
Heyne
Seiten: 496
Ausgabe:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26721-3
Preis: € 16,99
Klappentext:
Schon immer hatte Meghan das Gefühl, dass irgendetwas in ihrem Leben nicht stimmt. Aber als sie an ihrem sechzehnten Geburtstag einen geheimnisvollen Jungen entdeckt, der sie aus der Ferne beobachtet, und als ihr bester Freund sich auf einmal merkwürdig verhält, muss sie erkennen, dass offenbar ein besonderes Schicksal auf sie wartet. Doch nie hätte sie geahnt, was wirklich dahintersteckt: Sie ist die Tochter des sagenumwobenen Feenkönigs und nun gerät sie zwischen die Fronten eines magischen Krieges. Ehe sie sich’s versieht, verliebt sie sich unsterblich in den jungen Ash – den dunklen, beinahe unmenschlich schönen Prinzen des Winterreiches. Er weckt in Meghan Gefühle, die sie beinahe vergessen lassen, dass er ihr Todfeind ist. Wie weit ist Meghan bereit zu gehen, um ihre Freunde, ihre Familie und ihre Liebe zu retten?

Meine Rezension:
„Plötzlich Fee – Sommernacht“ ist der erste band einer Reihe von der Autorin Julie Kagawa. Obwohl das Buch den Eindruck einer schnulzigen paranormalen Liebesgeschichte macht, wartet es mit Dramatik, Action und vielen Überraschungen auf. Der Plot gestaltet sich rasant zu einem abenteuerlichen Kampf, in dem garantiert keine Langeweile aufkommt. Aber natürlich spielt auch die Liebe eine Rolle. Wenn auch nur eine kleine. Zwar bahnen sich die Gefühle der beiden Protagonisten so langsam ihren Weg, aber erst im letzten Drittel des Buchs wird dies offensichtlich... Und dann gibt es einen gemeinen Cliffhenger. Die Autorin hat die Handlung im ersten Buch so abgeschlossen, dass Spannung bleibt und noch einige Fragen offen sind. Diese dienen nun als Grundlage für den Fortsetzungsband, der im Herbst 2011 erscheinen soll und den Titel „Plötzlich Fee - Winternacht„ trägt. Insgesamt soll es voraussichtlich 4 Bände der „Feen“ geben.
Das einzige was mich in diesem Band etwas genervt hat war, dass Meghan zu oft von Robbie als „Prinzessin“ tituliert wurde und dass es in dem Band nicht um Feen, sondern um Elfen geht.

Der Schreibstil ist sehr detailliert und bildhaft, so dass es dem Leser von vorn herein gelingt, Meghans Welt genauer verstehen zu können. Die Autorin schreibt locker und flüssig aus der Sicht der Hauptprotagonistin, so dass die knappen 500 Seiten des Romans schnell gelesen sind. Allerdings stürzt Meghan im Handlungsverlauf von einer Katastrophe zur nächsten, so dass die Geschichte an manchen Stellen wie eine Achterbahnfahrt gleicht.

Der Leser lernt Meghan als gewöhnliches Mädchen kennen, die allerdings etwas unglücklich und auf der Suche nach der ersten großen Liebe ist. Dabei ist sie sehr naiv und stürzt dabei in ein vorprogrammiertes Chaos. An ihrem 16. Geburtstag erfährt sie noch zusätzlich, dass sie eine halbe Fee ist und von nun an beginnt sich die Hauptprotagonistin zu verändern und verwandelt sich in eine mutige Kämpferin, die alles für ihre geliebten Menschen tun würde. Sie will ihren Bruder, der gegen ein Wechselbalg getauscht wurde, aus dem Feenreich retten und riskiert dabei sogar ihr eigenes Leben. Aber auch die Nebencharas wie Robbie (Puck), Mabs Sohn Ash oder der sprechende Kater Grimalkin, die Meghan auf ihrer Suche begleiten, sind gut gelungen. Sie wirken niemals unnatürlich oder oberflächlich und vor allem der geheimnisvolle Kater Grim schleicht sich schnell in die Herzen der Leser und erinnert doch sehr, sehr stark an die Grinsekatze aus „Alice im Wunderland“.
Ein weiteres Highlight ist, dass die Autorin neben den unterschiedlichsten Fabelwesen wie den Licht- und Dunkelelfen, Kobolden. Nymphen, Satyrn und Trollen eine ganz neue Idee eingebracht hat: Die Eisenfeen, dessen Herrscher Machina ist. Er herrscht über das Land aus Eisen, das aus den Träumen vom Fortschritt der Menschheit entstanden ist.

Mein Fazit:
„Plötzlich Fee – Sommernacht“ ist ein wunderbarer Auftaktband einer neuen Serie. Ein großartiger Schreibstil, interessante Charas, kleine Kritikpunkte, aber auch eine voranschreitende Handlung runden dieses Buch ab. Eine absolute Kaufempfehlung für alle, die gerne in eine richtig schöne Märchenwelt abtauchen wollen.

29. April 2011

[Rezension] Michael Laimo - Dämonenfeuer

 Michael Laimo
Dämonenfeuer
Verlag:
Otherworld
Seiten: 269
Ausgabe:
Klappbroschur
ISBN: 978-3-8000-9519-3
Preis: € 12,95
Inhalt:
Manhattan im Jahr 2008: Die Kirche St. Peter ist zum Abriss freigegeben und bietet nur noch Obdachlosen Zuflucht, die sich nun in der ehemaligen Priesterwohnung niedergelassen haben. Als einer von ihnen, Jyro, in einer Baugrube eine alte Holzkiste findet und diese öffnet, befreit er unabsichtlich das Böse, welches in einem alten Kelch gebannt war. Dieses übernimmt sofort das Kirchengebäude und es beginnt ein verzweifelter Kampf um Leben und Tod. Aber nicht nur für die Obdachlosen, auch für alle Menschen wird das Ende anbrechen, wenn das Böse nicht gestoppt wird.
Pater Pilazzo, der ehemalige Priester der Kirche, ist die einzigste Hoffnung und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn das Böse scheint immer mächtiger zu werden und scheint durch nichts und niemanden aufhaltbar zu sein.

Rezension:
„Dämenenfeuer“ ist der erste Roman von Michael Laimo, der in Deutschland veröffentlicht wurde. Der Schriftsteller wurde auch schon mehrfach für den Bram Stoker-Award nominiert – und das nicht ohne Grund. Der vorliegende Horror-Thriller siedelt sich eher in den Splatter-Romanen an, bei denen die Darstellung von exzessiven Gewalt- und Blutszenen im Vordergrund stehen. Schon der Prolog, bei dem Ereignisse aus dem Jahr 1892 geschildert werden, wirft den Leser mitten in eine gruselige Geschichte um einen dunklen Kelch und dessen zahlreichen Opfern. Schlag auf Schlag geht es in den folgenden Kapitel weiter, die immer abwechselnd aus der Sicht des Obdachlosen Jyro und des Paters Pilazzo geschildert wird.

Die Geschichte wird rasant erzählt und lässt dem Leser keine Verschnaufpause. Man muss ganz klar sagen, dass der Autor sämtliche (christliche) Horrorelemente wie blutige Stigmata, apokalyptische Visionen, Besessene und grausige Opferungsszenen. Auch sind die sehr detailliert-plastische Beschreibungen der Horrorszenen nichts für schwachen Nerven. So gibt es eklige Fäkalien-Monster, verwesende Leichen, viele Schädel, viel Blut und Eingeweide, die nicht sehr angenehm zu lesen sind und auch Ekel hervorrufen können.

Durch diesen ganzen Splatter und nur 269 Buchseiten kommen die Charaktere zu kurz. Dabei ist die Idee Obdachlose, die von der Gesellschaft verstoßen wurden, deren Retter werden zu lassen. Dabei ist das Szenario bekannt: Gott gegen Teufel – Gut gegen Böse – und wenn das Böse siegt, geht die Welt unter.

Mein Fazit:
Mir persönlich war „Dämonenfeuer“ an manchen Stellen einfach zu eklig und das Ende irgendwie zu sehr abgedreht. Wer jedoch Horrorgeschichten liebt, die christlich angehaucht sind, und auch vor Splatter nicht zurückschreckt, ist hier genau richtig und wird dieses Buch lieben.

26. April 2011

[Rezension] Cayla Kluver - Alera. Zeit der Rache

Cayla Kluver
Alera. Zeit der Rache, Band 2
Verlag:
PIPER
Seiten:
576
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN:
9783492702171
Preis: € 14,95

Inhalt:
Alera herrscht als neue Königin über Hyantica. Sie hat den Drängen ihres Vaters nachgegeben und den herrschsüchtigen Steldor geheiratet, auch wenn die Ehe nur eine reine Zweckehe ist. Denn ihr Herz gehört immer noch Narian und sie weist rigoros jegliche Annäherungsversuche von Steldor ab.
Doch nun ist die Zeit des alles entscheidenden Krieges gekommen und Alera fühlt sich hin und her gerissen, da gerade Narian das feindliche Heer des Overlords anführt...

Meine Rezension:

„Zeit der Rache“ ist der 2. Teil der Alera-Saga der amerikanischen Autorin Cayla Kluver. Da dieser Band nahtlos an den ersten Teil „geliebter Feind“ anknüpft sollte man diesen vorher für das Verständnis gelesen haben. Und dann geht die Geschichte auch schon los: Als Leser wird man sofort wieder in die Geschehnisse in Hyantica reingezogen.

Der Schreibstil ist wieder von der ersten Seite an fesselnd und auch der Handlungsaufbau ist wunderbar für diese Geschichte gewählt. Es gibt soviel Spannung und Nervenkitzel, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dank vielen Wendungen und unvorhersehbaren Überraschungen im Plot steigt die Spannungskurve immer weiter an, bis es am Ende des Buchs zu einem grandiosen Finale kommt. Dabei ist das Ende in diesem Band in sich abgeschlossen und es bleiben kaum noch Fragen offen, so dass man gespannt sein kann, wie viel Potential die Autorin noch in den 3. Teil stecken kann.

Alera, die im ersten Band noch überaus sympathische in ihrer aufmüpfigen und starrsinnigen Art war, ist hier im zweiten Teil zu Beginn eine sehr unsichere Frau, die erst gegen Ende des Buchs zu ihrer alten Stärke zurück findet und eine besonnene Königin wird. Am meisten hat mich allerdings Steldor begeistert. War er im ersten Band noch ein arroganter und selbstverliebter Kerl, hat er sich doch in sehr positiver Art und Weise verändert in dem er sich zu einem wahren König entwickelt hat. Er ist sehr viel verständnisvoller geworden und setzt auch Alera ihren ehelichen Pflichten gegenüber überhaupt nicht unter Druck. Trotzdem bleibt die Beziehung von Alera und Steldor kalt und ich hätte mir doch manchmal gewünscht, dass Alera ihrem Mann ihr Herz öffnen würde und sie nicht so feindselig miteinander umgehen. Sehr schade finde ich jedoch, dass Narian, der im ersten Teil eine sehr große Rolle eingenommen hat, hier kaum präsent war.

Mein Fazit:
Der zweite Band der Alera-Reihe ist äusserst dramatisch, rasant und hochemotional. Wer die Saga noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt machen, denn Cayla Kluver ist ein neuer Star am Fantasyhimmel. Eine ganz klare Leseempfehlung und durchaus 5 Punkte wert. Dennoch muss ich leider einen Punkt abziehen, da der Verlag den ersten Band als gebundene Ausgabe herausgebracht hat und den zweiten Teil nur als Taschenbuchformat, das mit 572 Buchseiten einfach zu schwer ist und deswegen beim lesen unschöne Knicke am Buchrücken entstehen.

[Rezension] Gabriele Gfrerer - Infinity

Gabriele Gfrerer
Infinity
Verlag:
Thienemann Verlag GmbH
Seiten:
320
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN:
978-3-522-20123-0
Preis: € 12,95
Leseprobe



Inhalt:
Klara ist eine Schülerin der hoch angesehenen Sir-Karl-Popper-Schule in Wien. Sie steht kurz vor ihrer Matura und ihr Leben könnte nicht besser sein: Sie ist die beste der Klasse und sie hat wunderbare Freunde. Zusammen mit Rudi und Jonas geht sie an einem schönen Spätsommernachmittag auf den roten Berg, damit die Jungs ihre Flieger steigen lassen können. Doch dann rastet Jonas plötzlich aus, als Rudi sich über Klaras Flugkünste lustig macht. Am nächsten Tag wird Klara dann in aller Herrgottsfrühe von einem Anruf auf ihrem Handy geweckt. Jonas ist am Abend erneut ausgetickt und hat einen Jungen verprügelt. Und das so sehr, dass überall nur noch Blut zu sehen war. Klara versteht nicht, warum Jonas plötzlich so aggressiv wird. So war er nie.
Kurze Zeit später erfährt sie von Alen, der mit ihrem Kumpel Richie in Innsbruck Medizin studiert, dass Richie auch in eine Schlägerei verwickelt war und nun spurlos verschwunden ist. Klara versteht die Welt nicht mehr. Was passiert hier gerade mit ihren Freunden? Schließlich kommt Alen zu ihr nach Wien und beide kommen hinter ein fürchterliches Geheimnis, dass ihr ganzes Leben verändert...

Meine Rezension:
Das Buch „Infinity“ von Gabriele Gfrerer beinhaltet eine fesselnde Geschichte, die brisant erzählt wird. Es ist wissenschaftliche Thriller zum Thema Genpanipulation, der viele Ethische Fragen aufwirft. Soll der Mensch tatsächlich ewig leben? Sind solche Forschungen verantwortungsvoll? Und was passiert, wenn die Versuche in die falschen Hände geraten? Mit jeder neuen Seite und jedem neuen Kapitel will man mehr über die Hintergründe der sich verprügelnder Jugendlicher wissen und kann das Buch kaum aus der Hand legen.

Der Roman ist sehr flüssig und leicht verständlich geschrieben, weshalb jeder beim Lesen seinen Spaß haben wird. Die Geschichte wird hierbei aus zweierlei Sichten erzählt. Einmal aus der Perspektive des Erzählers und einmal aus der Sicht eines forschenden Arztes. Beide Erzählstränge sind sehr gut gewählt, da man zum einen aus der Sicht des Arztes sehr viel über die Thematik der Genmanipulation und ihre Auswirkungen erfährt und zum anderen kann man sich als Leser bei der Sicht des Erzählers seine eigenen Gedanken zu dem Thema und dessen moralischen Aspekten machen. Beide Erzählstränge werden im Lauf der Geschichte miteinander verwoben und führen am Ende spannend und sehr interessant zusammen.

Mein Fazit:
Mich hat das Buch durchweg beeindruckt. Die Geschichte ist sehr fesselnd und man kommt beim lesen nicht umhin sich diverse Möglichkeiten für den Schluss auszudenken. Alles in allem ist „Infinity“ ein atemberaubender Jugendroman, den man unbedingt lesen muss!

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Gabi bedanken, die mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt und mir eine kleine Widmung reingeschrieben hat.

25. April 2011

[Rezension] R.A. Salvatore - Die Saga vom Dunkelelf 7: Das Vermächtnis

R.A. Salvatore
Die Saga vom Dunkelelf: Das Vermächtnis, Band 7
Verlag:
Panini Manga und Comic
Seiten:
148
Ausgabe:
Paperback mit Klappenbroschur
ISBN:
978-3-86607-652-5
Preis: € 16,95

Inhalt:
Die Hochzeitsvorbereitungen für Cattie-Brie und Wulfgar laufen weiterhin auf Hochtouren. Doch dann beginnt plötzlich Wulfgar, der Barbar aus dem hohen Norden, Cattie-Brie Vorschreibungen zu machen. Sie darf nicht mehr auf die Jagd gehen und im Kampf auch nicht mehr zu den Waffen greifen. Des weiteren reagiert er sehr eifersüchtig auf die innigen und rein platonischen Freundschaftsgesten zwischen ihr und Drizzt.
Aber neues Unheil kommt auch auf die Freunde zu: Im Unterreich werden finstere Pläne geschmiedet. Neben Drizzt haben noch zwei Angehörige des Hauses Do'Urden den Untergang ihrer Dynastie als einstiges Herrscherhaus Menoberrazans überlebt. Seine Schwester Vierna und sein jüngerer Bruder Drin. Vierna ihrerseits sinnt immer noch nach Rache und plant Drizzt der Spinnenkönigin Lolth zu opfern. Als sie dafür ein paar Zwerge in den Tod treibt, läuft Drizzt direkt in ihre Falle. Vierna nimmt ihn zwar gefangen, jedoch mischt sich der Assassine Artemis Enteri ein, der ebenfalls noch eine Rechnung mit Drizzt offen hat...

Meine Rezension:
Wie schon die vorherigen Graphic Novels um die Saga des Dunkelelfen, ist auch „Das Vermächtnis“ ein actionreiches Heroic-Fantasy Abenteuer. Jedoch knüpft dieser Band wieder an Drizzts Familienbande an und nimmt die Fäden seiner Wurzeln wieder auf. So wird in dieser Geschichte das unterirdische Reich der Dunkelelfen wieder zu neuem Leben erweckt, denn Drizzts Schwester Vierna, ist zu neuer Stärke und Macht gelangt und will Drizzt nun endgültig tot sehen.

Langweilig wird es auf den 148 Seiten keinesfalls. Der Plot beinhaltet mehrere raffinierte Listen und viele Kampfszenen, bei denen Drizzt und seine Freunde nicht übermächtiger als die Feinde zu sein scheinen, sondern auch mal in Bedrängnis stecken und die eine oder andere Niederlage erleiden.

Und noch etwas Neues gibt es aus dem Band zu vermelden: Erneut hat der Zeichner gewechselt, so dass Rob Atkins den vorherigen Zeichner Tim Seeley abgelöst hat. Dabei sind die Zeichnungen im Stile Tim Seeleys jedoch gleich geblieben und unterscheiden sich nur minimal.

Zu der optischen Ausstattung des Comics muss nicht mehr viel erwähnt werden. Sie ist genauso hochwertig und gut verarbeitet, wie es die vorherigen Bände waren.

Mein Fazit:
Der mittlerweile 7. Band „Das Vermächtnis“ ist ein weiteres Highlight der Dunkelelf-Reihe von R.A. Salvatore. Es ist ein actionreiches Fantasy-Abenteuer mit einer sehr guten Story, schönen Zeichnungen und einfach allem, was das Fantasy-Herz begehrt.

22. April 2011

1. Wiesbadener Lesecafé


Zum ersten Mal fand am vergangenen Samstag das Lesecafé Wiesbaden statt. In einer gemütlichen Runde im Café Anderswo waren die Autoren Ulrich Burger und Sarah Lukas zu Gast. Sie lasen aus ihren Büchern vor und standen den Zuhörern anschließend Rede und Antwort.

Gespannt lauschten die Zuhörer Ulrich Burger, der aus dem Buch „Köche – Bis(s) zum Mittagessen“ vorlas, in dem verschiedene Fantasy-Autoren Kochrezepte und kleinere Geschichten beigetragen haben. Ulrich Burger las „Wie man sich stilvoll ernähren kann, durchquert man die Wüste“ von Christoph Marzi, sowie von Thomas Finn „Hamburger Labskaus“. Obwohl Ulrich Burger vor seiner Lesung sehr nervös war, sorgte er durch die lustigen Geschichten und außergewöhnlichen Rezepten seiner Schriftstellerkollegen für viele Lacher.

Anschließend stellte Sarah Lukas ihre beiden Bücher „Der Kuss des Engels“ und „Der Kuss des Jägers“ vor. In diesen beiden Bänden einer Trilogie geht es um die Hauptprotagonistin Sophie, deren Welt zusammenbricht, als sie vom Tod ihres Verlobten Raphael erfährt. Dabei entführt die Autorein den Leser in das mysteriöse Paris, wo sich plötzlich Sophie als Mensch und Raphael als gefallener Engel wieder gegenüberstehen. Die Lesung von Sarah Lukas war aufgrund des Genres der Romantasy sehr spannend, da die Wiesbadener Autorin auch wusste, wie sie das Publikum gekonnt fesseln konnte. 

Nach den beiden Lesungen blieb noch viel Zeit sich mit den Autoren zu unterhalten, Bilder zu machen und sich das eine oder andere Buch signieren zu lassen.
Alles in allem war das erste Wiesbadener Lesecafé ein sehr gelungener Abend und wer gerne bei der nächsten Lesung dabei sein will, findet die Termine unter www.Lesecafe-Wiesbaden.de.vu



[Rezension] R.A. Salvatore - Die Saga vom Dunkelelf 6: Der magische Stein

R.A. Salvatore
Die Saga vom Dunkelelf: Der magische Stein, Band 6
Verlag:
Panini Manga und Comic
Seiten:
144
Ausgabe:
Paperback mit Klappenbroschur
ISBN:
978-3-86607-476-7
Preis: € 16,95
Inhalt:
Bruenor Heldenhammer ist im Kampf gegen einen dunklen Drachen in den Tiefen von Mithrilhalle verschüttet worden und hat somit den Tod gefunden – zumindest glauben das seine Freunde.
Nach dem unentschiedenen Kampf des Assassinen Artemis Enteri und Drizzt hat sich dieser von dem Halbling Regis den Rubin geschnappt und hat sich in Richtung Calimport aufgemacht. Dabei hat er für Drizzt eine deutliche Spur hinterlassen, der ihm somit folgen und seine Rechnung mit ihm begleichen kann. Eine lange Reise, bei der Drizzt von Wulfgar begleitet wird und die einige Überraschungen mit sich bringt.
Währenddessen versucht Cattie-Brie nach dem Tod ihres Vaters alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Mithrilhalle von den Grauzwergen zurückzuerobern. Dafür schart sie Zwerge, Barbaren und andere Helfer um sich, als plötzlich der totgeglaubte Bruenor Heldenhammer auftaucht. Bevor die beiden jedoch die Zwergenfeste zurückerobern, reisen sie Drizzt und Wulfgar nach. Nicht zu spät, denn sie kommen dank Lady Alustriels gerade noch rechtzeitig, als die beiden von Piraten angegriffen werden...

Meine Rezension:
Die Comicreihe über den Dunkelelfen Drizzt, der auf R.A. Salvatores Romanreihe basiert, erfreut sich weiterhin größter Beliebtheit unter den Fans. Der vorliegende 6. Band „Der magische Stein“ knüpft mit seiner Handlung direkt an den 5. Band an. Inhaltlich ist die Adaption im Vergleich zum Roman zwar gerafft, aber anders ist das auch gar nicht möglich. Fans des Dunkelelfen werden den Comic aber dennoch lieben. Vor allem da Tim Seeley zurückgekehrt ist! Nachdem die Enttäuschung der Leser groß war, dass der Zeichner gewechselt hat, hat man ihn nun wieder mit an Bord genommen. Eine wunderbare Entscheidung, denn Tim Seeleys Zeichenstil passt einfach viel besser zu dem Comic, als der von Semeiks, und ausserdem wusste Seeley schon vom ersten Band an zu überzeugen. Seine zeichnerische Umsetzung des Romans ist einfach phantastisch und lässt die Welt der Vergessenen Reiche authentischer wirken. Aber nicht nur das. Auch das Charadesign hat sich wieder zum positiven für den Comic gewandt. So sieht Drizzt wieder aus wie Drizzt, ebenso wie die anderen Charaktere. Keiner von ihnen wirkt mehr übertrieben muskulös oder passt einfach nicht vom Erscheinungsbild rein.

Auch erneut gibt’s an dem wunderschönen Einband mit Klappbroschur, sowie der Verarbeitung des Comics nichts auszusetzen. Das Cover wurde wieder wunderbar mit Drizzt, seinen Krummschwertern und seiner Pantherin illustriert worden. Auch im Innenteil gibt es, neben wunderschönen Artworks zu der handelnden Geschichte, ein Glossar über die wichtigsten Personen und Schauplätzen.

Mein Fazit:
Der 6. Comicband der Dunkelelfen-Reihe „Der magische Stein“ weiß wieder richtig zu überzeugen. Das liegt zum einen an der Story, zum anderen auch an der Rückkehr des Zeichners Tim Seeley.
Eine wunderbare Graphic Novel, die ich allen empfehlen will, die die vorherigen Bände schon gelesen haben. Neueinsteigern würde ich empfehlen mit dem 1. Band zu beginnen.

20. April 2011

[Rezension] Sara Grant - Neva

Sara Grant
Neva
Verlag:
PAN
Seiten:
352
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-426-28348-6
Erscheintermin: 14.03.2011


Klappentext:
Die 16-jährige Neva hat es satt, keine Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie nicht einmal laut stellen darf: Warum wird ihr Heimatland von einer undurchdringbaren Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet? Warum verschwinden immer wieder Menschen spurlos? Und was ist mit ihrer Großmutter geschehen, die eines Tages nicht mehr nach Hause kam? Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sanna beschließt Neva, Antworten zu verlangen und nicht mehr brav alle Gesetze und Regeln zu befolgen. Doch dabei verliebt sie sich nicht nur in den einen Jungen, der für sie tabu sein muss – sondern gerät auch in tödliche Gefahr …

Rezension:
In Sara Grants Jugend-Dystopie „Neva“ geht es darum, dass eine junge Heldin versucht aus dem totalitären Regime ihrer Stadt zu entkommen. Immer wieder fragt sich Neva, was hinter der unüberwindbaren, unter Strom stehenden Energiekuppel, der sogenannten „Protekosphäre“ liegt. Spannend schildert die Autorin von dieser isolierten Welt, in der eine feindsinnige und bedrohlich-klemmende Stimmung herrscht. Die Führer dieser Gesellschaft wollen sich von der übrigen Welt abschotten und durch ihr sektenartiges System das „Heimatland“ kontrollieren. So schreiben sie den Bewohnern auch vor, welchen Beruf sie zu erlernen haben. Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, ist klar, als es an Knappheit zu Lebensmitteln und alltäglichen Gebrauchsgegenständen kommt. Aber nicht nur das: Seltsamerweise kommt es von Generation zu Generation zu einer wachsenden Ähnlichkeit zwischen den Bewohnern.
Ganz klar regt dieses Werk zum nachdenken an und schwirrt dem Leser noch lange Zeit im Kopf rum, denn wie bereits angedeutet wird Menschenwürde und Meinungsfreiheit in dem Staat klein geschrieben.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, so dass man ganz schnell in der Geschichte versinken kann. Unterstützt wird dies dadurch, dass die Geschichte aus Nevas Sicht geschildert wird und man sich somit sehr gut in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen kann.

Die Hauptprotagonistin Neva hat mich positiv überrascht. Für ihre 16 Jahre hat sie sehr viel Kampfgeist und ist sehr mutig. Sie kämpft gegen ein System an, wächst dabei über sich hinaus und stellt sich auch gefahren, vor denen sie am liebsten zurückschrecken würde. Aber auch die anderen Charaktere sind sehr gut dargestellt und konnten überzeugen. So auch die Eltern von Neva. Anfangs sind sie sehr unsympathisch, aber im Lauf der Geschichte werfen sie immer wieder neue Aspekte auf, so dass nichts so ist wie es scheint.

Mein Fazit:
„Neva“ ist ein spannender und sehr emotionaler Jugend-Dystopie-Roman über das erwachsen werden, Freundschaft und Verrat. Ich hatte das Glück auf der Leipziger Buchmesse mich länger mit Sara Grant unterhalten zu können und es hat mich sehr gefreut zu erfahren, dass sie im Moment an ihrem nächsten Dystopie-Roman schreibt, der allerdings nichts mit „Neva“ zu tun hat. Wir dürfen also sehr gespannt sein!

3. April 2011

[Rezension] R.A. Salvatore - Die Saga vom Dunkelelf 5: Die silbernen Ströme


 
R.A. Salvatore
Die Saga vom Dunkelelf: Die silbernen Ströme, Band 5
Verlag:
Panini Manga und Comic
Seiten:
144
Ausgabe:
Paperback mit Klappenbroschur
ISBN:
978-3-86607-475-0
Preis: € 16,95

Inhalt:
Drizzt, Bruenor, Wulfgar und Regis machen sich auf die Suche nach der sagenumwobenen Zwergenfestung Mithtrillhalle. Sie ist Bruenors Geburtsort und mit dem einstigen Reich der Zwerge auch sein Erbe. Das Schwierige bei der Suche ist, dass es kaum Informationen über die genaue Lage von Mithtrillhalle gibt und auch jegliche Erinnerungen aus Bruenors Kopf entflohen sind.
Sie begegnen auf ihrer Reise nicht nur feindgesonnenen Händlerstädten, sondern auch der Magier Dandybar wird auf die Gefährten aufmerksam, da Regis ihm einst ein besonderer Kristall entwendet hat. So schließt Dandybar einen Pakt mit dem mysteriösen Assassinen Artemis Enteri. Als die Adoptivtochter von Bruenor Heldenhammer, Cattie-Brie, ihm in den Weg kommt, nimmt er sie prompt als Geisel mit.
In Mithrillhalle treffen schließlich die Gefährten und mehrere tödliche Verfolger aufeinander...

Meine Rezension:
Voller Spannung habe ich den neuen Comic „Die silbernen Ströme“ erwartet, da sich schon im letzten Band „Der gesprungene Kristall“ ein deutlicher Wandel in Zeichnung und Geschichte angekündigt hat. War Drizzt noch in den Bänden 1-3 die treibende Kraft, ist dies nun ab Band 4 Wulfgar übertragen worden. Drizzt agiert nur noch als Aufhänger im Hintergrund. Dennoch ist die Handlung gut gelungen und es macht Spaß den spannungsvollen Abenteuern der Gefährten zu folgen.

Einzigster Wermutstropfen ist die Umbesetzung des Zeichners. Da mir die Zeichnungen im letzten Band aus der Feder von Val Semeiks nicht viel Spaß gemacht haben, hat mich interessiert, wie der Zeichner weiter vorgeht. Obwohl der Stil ein klein wenig besser geworden ist (oder liegt es daran, dass man sich an den neuen Zeichenstil gewöhnt hat?) sind mir die Gesichtszüge immer noch zu hart, die Körper der Protagonisten zu Muskulös und es fehlt mir immer noch etwas Liebe zum Detail. So zum Beispiel die Hintergründe der Bilder. Waren sie in den Bänden 1-3 von Zeichner Tim Seeley sehr ausgeprägt, hat man nun das Gefühl, dass sich Val Semeiks damit keine große Mühe gegeben hat, sondern sich eher auf die muskulösen und harten Charaktere im Vordergrund eingeschossen hat. Sehr schade...

Wie bereits in den vorherigen Rezensionen erwähnt, präsentiert sich der Comic neben einem tollen Coverartwork in einem wunderschönen Einband mit Klappbroschur. Die exzellente Aufmachung des Comics mit beschichtetem Cover, der Qualität der Seiten, des Drucks sowie der Leimung gibt absolut nicht das geringste auszusetzen. Im Innenteil gibt es, neben wunderschönen Artworks zu der handelnden Geschichte, ein Glossar über die wichtigsten Personen und Schauplätzen.

Mein Fazit:
Die Umsetzung der Story um den Dunkelelfen Drizzt verspricht sehr viel. Leider kann aber bei den letzten beiden Bänden die zeichnerische Qualität der Protagonisten mit den ersten 3 Bänden nicht mithalten. Dennoch liegt es zum großen Teil an dem persönlichen Geschmack, ob einem der Comic gefällt oder nicht. Aber ich finde, dass er weiterhin für alle Drizzt- und Comic-Fans lesenswert und trotz des genannten Mangels nicht schlecht ist. Nur kommt er meiner Meinung nach nicht an die ersten beiden Bände ran.

2. April 2011

[Rezension] Brenna Yovanoff - Schweigt still die Nacht

Brenna Yovanoff
Schweigt still die Nacht
Verlag:
Script5
Seiten:
368
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN:
978-3-8390-0127-1
Preis: € 17,95


Inhalt:
Mackie Doyle lebt in der amerikanischen Kleinstadt Gantry, unter der in tiefen Tunneln des Untergrunds dunkle Wesen leben und ihr Spiel mit den Bewohnern treiben. Alle sieben Jahre werden Kinder aus ihren Betten geraubt und gegen andere, magische Wesen ausgetauscht. So wie Mackie, der vor vielen Jahren anstelle eines menschlichen Kindes im Bett zurückgelassen wurde. Da er anders ist als all die anderen wird er mit neugiereigen Augen gemustert und von feindseligen Blicken durchbohrt. Er würde alles dafür tun ein normales Leben zu führen. Als dann plötzlich die Schwester seiner Liebe Tate ausgetauscht wird, macht er sich auf den Weg sie zu retten. Er muss sich den dunklen Wesen unter der Stadt stellen und sich entscheiden, ob sein Platz in der bizarren, düsteren Welt ist – oder bei den Menschen.

Meine Rezension:
„Schweigt still die Nacht“ ist im Genre des Jugendbuch angesiedelt und der mysteriöse und ziemlich dunkle Debutroman von Brenna Yovanoff. Das Cover ist sehr aussagekräftig und gruselig mit dem Kinderwagen im Nebel und den diversen Gegenständen, die darüber hängen. Ein echt super gelungenes Cover, da die Coverillu auch auf dem Buchrücken zu sehen ist und sich daher TOP im Buchregal macht.

Die Geschichte an sich ist mal etwas ganz anderes: Dunkle Kreaturen treiben in einer Kleinstadt ihr Unwesen und tauschen Menschenkinder gegen ihresgleichen aus. Doch es geht nicht nur um Kindesentführungen, sonder auch Leichen und Blutopfer kommen in der Geschichte vor.
Dennoch habe ich von der Geschichte etwas ganz anderes erwartet und bin trotz der eigentlich gut durchdachten Geschichte etwas enttäuscht. Oft hat sich der Plot in vielen Andeutungen verloren und war an manchen Stellen langatmig. Spannung wollte mir beim Lesen vieler unwichtigen Infos leider nicht aufkommen.

Die Handlung ist komplett von einer düsteren Atmosphäre durchzogen. Brenna Yovanoffs Schreibstil ist sehr schön und bringt wunderbare Bilder im Kopf des Lesers herauf. Gekonnt schafft sie es, das drückend dunkle in der Geschichte einzufangen, welche die Stadt Gantry umgibt. Aber nicht nur Gantry, auch die Welt unter der Stadt ist gefüllt mit Wesen und Mythen, was den Zauber des Buchs ausmacht. Da die Geschichte aus Mackies Sicht geschrieben wurde, kann man sich sehr gut in ihn hineinversetzen und seine Gefühle nachvollziehen. Bildgewaltig verbindet die Autorin Schrecken, Ekel und Schönheit aus einzelnen Elementen und formt sie zu diesem Urban-Fantasy-Buch.

Leider bleiben dabei die Charaktere flach. Ich hatte bis auf den Hauptprotagonisten Probleme eine Beziehung zu ihnen aufzubauen bzw. sie sympathisch zu finden. Vermutlich liegt das daran, dass die Geschichte aus Mackies Sicht erzählt wird und er auf den Leser trotz seiner durchschnittlichen Persönlichkeit sehr sympathisch wirkt.

Mein Fazit:
Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass ich mit der Bewertung des Buchs hin- und her-gerissen bin. Es gibt sicherlich von der Grundidee her kein zweites Buch wie dieses, jedoch beinhaltet es einige wirre und langatmige Stellen, während der Showdown sehr gut gelungen ist. „Schweigt still die Nacht“ ist somit eine ausgefallene Geschichte mit Horror-Elementen, die man trotz der genannten Kritikpunkte sehr gut lesen kann.

1. April 2011

[Rezension] R.A. Salvatore - Die Saga vom Dunkelelf 4: Der gesprungene Kristall

R.A. Salvatore
Die Saga vom Dunkelelf: Der gesprungene Kristall, Band 4
Verlag:
Panini Manga und Comic
Seiten:
144
Ausgabe:
Paperback mit Klappenbroschur
ISBN:
978-3-86607-350-0
Preis: € 16,95


Inhalt:
Drizzt Do'Urden hat im Eiswindtal eine neue Heimat gefunden. Von Kelvins Felshöhle aus wacht er über die Tundra und die Siedlungen Zehn Städte. Aber auch in dem Zwerg Bruenor Heldenhammer und seiner Tochter Catie-Brie hat er treue Freunde gefunden.
Eines Tages überfällt ein Barbarenstamm aus dem Norden Zehn Städte, um diese für sich einzunehmen. Im Kampf wird der junge Barbar Wulfgar gefangen genommen, der fortan für 5 Jahre in Bruenors Schmiedewerkstatt arbeiten soll. Er wächst nicht nur zu einem stattlichen jungen Mann, sondern auch zu einem hervorragenden Krieger heran. Von Drizzt erhält er den letzten Schliff in Sachen Kampfkunst, denn schon zieht neues Unheil auf: Die Völker der Barbaren, Orks, Oger und Riesen haben sich an den Magier Akar Kessel verkauft. Dieser bedient sich der Macht des gesprungenen Kristalls Crenshinibon, der ihn zum mächtigsten Mann der Oberwelt macht und der selbst den größten Dämon zu unterwerfen vermag. Mit dieser Armee will Akar Kessel Zehn Städte dem Erdboden gleichmachen...

Meine Rezension:
In Drizzts neuem Abenteuer „Der gesprungene Kristall“ ist seine Zeit als Drow im Reich der Spinnenkönigin vorüber und neue Abenteuer warten an der Oberfläche auf den Dunkelelfen. Trotz seiner guten Absichten ist es für Drizzt immer noch schwer den Vorurteilen gegenüber seiner Rasse gegenüberzustehen. Teils wird er nicht akzeptiert und andererseits völlig angelehnt. Doch im Land der Zehn Städte hat er eine neue Heimat und neue Freunde gefunden. 

Nach den ersten 3 Bänden um die Jugend des Dunkelelfen, geht es in diesem 4. Band der Reihe mit einem erwachsenen Drizzt weiter, der einen deutlichen Wandel durchgemacht hat. Dieser neue Lebensabschnitt, aber auch das deutliche Erwachsenwerden der Geschichte, wird zeichnerisch verändert dargestellt. Andrew Dabbs Script hält sich zwar an die Romanvorlagen, für die Zeichnungen jedoch wurde ein neuer Zeichner engagiert. War dies in den ersten 3 Bänden Tim Seeley hat nun Val Semeiks das zeichnerische Zepter übernommen. Jedoch machen sich die Änderungen im Zeichenstil negativ bemerkbar. Nehmen wir zum Beispiel den Hauptprotagonisten Drizzt. Er sieht nun sehr viel älter aus, fast schon so als ob er ins Greisenalter gekommen wäre. Nicht nur seine, auch andere Mimiken der Charaktere wirken mit dem neuen Zeichner sehr verkrampft und stumpf. Bestimmte Eigenschaften der Gesichtszüge sind auch nicht gut getroffen, da die Kinne sehr ausgeprägt dargestellt werden und den Gesichtern zudem eine gewisse Härte verleihen. Aber auch das Aussehen der Protagonisten wurde verändert. So trägt Bruenor zum Beispiel keinen Helm mit zwei Hörnern, von denen einer abgebrochen und nicht mehr vorhanden ist. 

Ansonsten präsentiert sich der Comic neben einem tollen Coverartwork in einem wunderschönen Einband mit Klappbroschur. Die exzellente Aufmachung des Comics mit beschichtetem Cover, der Qualität der Seiten, des Drucks sowie der Leimung gibt absolut nicht das geringste auszusetzen. Im Innenteil gibt es, neben wunderschönen Artworks zu den Dunkelelfen, ganz neu ein Glossar über die wichtigsten Personen und Schauplätzen.

Mein Fazit:
Die Story ist einem echten Fantasy-Epos in Sachen Spannung und Tempo durchaus würdig. Jedoch ist der neue Zeichenstil in Bezug auf die Ausgestaltung der Charaktere nicht sehr gut gelungen. Dennoch ist der 4. Band um Drizzts Abenteuer eine geniale Fortsetzung um die Saga des Dunkelelfen. Ein absolutes Muss für alle Drizzt-Fans! Quereinsteigern würde ich empfehlen mit dem 1. Band zu beginnen, da es dem Leser sonst sehr schwer fällt den Handlungen und Kämpfen zu folgen.