15. März 2011

[Rezension] Stephan R. Bellem - Portal des Vergessens

Stephan R. Bellem
Portal des Vergessens
Verlag:
otherworld
Seiten:
288
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN: 978-3-8000-9533-9
Inhalt:
Der junge Geschichtsstudent Peter hat bi einem Autounfall nicht nur seine Eltern sondern auch sein Gedächtnis verloren. Jede Erinnerung an sein früheres Leben ist ausgelöscht – geblieben ist ihm nur eine Wohnung, das Vermögen der Eltern sowie seltsame Träume, die sehr real wirken. In ihnen ist er Vryn, der in einer mittelalterlichen Welt lebt. Dort lebt er zusammen mit seinem Bruder Verlokk und seinem Vater auf einem Hof. Eines Tages erscheinen mysteriöse Männer und fordern die Brüder auf, in einem Zweikampf gegeneinander anzutreten. Der Sieger darf mit ihnen mitkommen und wird zum Krieger ausgebildet. Verlokk, der immer ein Krieger werden wollte, gewinnt den Zweikampf und so müssen Vryn und der Vater mit ansehen, wie Verlokk mitgenommen wird. Doch von nun an wird auch Vryn von seinem Vater im Kampf unterrichtet und Jahre später macht er sich auf den Weg seinen Bruder zu finden, der nach der absoluten Macht strebt.
Da Peters Träume Nacht für Nacht schlimmer werden und er sie nicht mehr von der Realität unterscheiden kann, sucht er Hilfe bei der Psychologin Frau Dr. Wünschler. Sie verschreibt ihm Tabletten, damit seine Träume unterdrückt werden. Doch als plötzlich eine Frau aus seinen Träumen real vor ihm steht muss Peter feststellen, dass seine Träume mit der Realität verschmelzen und nicht nur er, sondern auch seine Freundin Nora in Lebensgefahr sind...

Meine Rezension:
Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, als ich auf der Facebook-Seite von Stephan R. Bellem ein Video gesehen habe, in dem er sein neues Buch „Portal des Vergessens“ vorgestellt hat. Als ich das Buch dann bekommen habe, habe ich mich dann doch etwas über dessen „dünne“ gewundert, da es nur knappe 300 Seiten hat. Aber das soll ja nichts über den Inhalt sagen. Also habe ich das Buch angefangen zu lesen und die Fantasy-Geschichte hat mich überzeugt. Die Idee des Buchs ist wirklich gut, auch wenn der Titel leider schon verrät, was es mit der Geschichte auf sich hat. Der Autor erzählt unterhaltsam und kurzatmig und durch den Wechsel der beiden Handlungsstränge von Realität und Parallelwelt ist das Buch sehr interessant. Für mich eine sehr schöne und angenehm erfrischende Idee – auch als die beiden Handlungsstränge am Ende miteinander verschmelzen. Dennoch habe ich einen kleinen Kritikpunkt: Die Kampfszenen in der Fantasywelt haben sich zum Teil schon sehr gezogen oder waren für mich einfach uninteressant. Mich hat nicht interessiert wie sie eine Schlacht vorbereiten, sondern mich hat viel mehr unter den Fingernägeln gebrannt, wie es mit Peter in der realen Welt weitergeht. Hier hätte das Buch definitiv etwas detaillierter und ausführlicher sein können. Trotz allem ist die Geschichte wunderbar und zeigt Stephan R. Bellems eigenen Schreib- und Erzählstil.

Die Charaktere sind auf keinen Fall oberflächlich, aber auch nicht so anspruchsvoll für ein so kurzes Werk. Bei Peter wurde aber sehr gut dargestellt, wie Realität und Traum sich verschieben und er Angst davor hat verrückt zu werden. Oder sind die Träume auch nur eine Vergangenheitsbewältigung des Autounfalls bei dem seine Eltern gestorben sind? Leider spannt man als aufmerksamer Leser, wenn nicht sogar beim ersten Auftritt von Frau Dr. Wünschler, dass sie etwas zu verbergen hat oder doch mehr zu wissen scheint als sie zugibt.

Mein Fazit:
„Portal des Vergessens“ hat mich gepackt und wurde von mir viel zu schnell ausgelesen. Es hat mich im positiven Sinne etwas unbefriedigt zurückgelassen. Ein paar Seiten mehr hätten dem Buch mit Sicherheit nicht geschadet. Stephan R. Bellem überzeugt durch seinen eigenen Schreibstil und dass er das Zeug hat Fantasy und darüber hinaus zu schreiben. Die Handlung überzeugt trotz der bereits erwähnten kleinen Kritikpunkte durch seinen spannenden und temporeichen Plot. Super Idee!

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