3. März 2011

[Rezension] Kristin Cashore - Die Flammende

Kristin Cashore
Die Flammende
Verlag:
CARLSEN
Seiten:
512
Ausgabe:
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-551-58211-9

Zum Inhalt:
Wer Fire, das Mädchen mit dem feuerroten Haar einmal gesehen hat, wird sie so schnell nicht wieder vergessen. Das liegt daran, dass sie ein Monsterkind ist. Die Tochter eines männlichen Menschenmonsters und einer Menschenfrau. So kommt es, dass die Menschen sich einerseits von ihr angezogen fühlen, sie aber andererseits auch für das Monster in ihr hassen. Denn sie kann aufgrund ihres Monsterwesens in den Kopf der Menschen eindringen und ihre Gedanken verändern. Und: Fire ist die letzte ihrer Art. Zusammen mit ihrem Freund Lord Archer und dessen Vater Lord Brocker lebt sie zurückgezogen in den Dells. Eines Tages steht plötzlich Prinz Brigan, der Bruder des Königs vor ihrer Tür und erbittet ihre Hilfe um den Kampf um die Krone. Sie folgt ihm nach King´s City auf die königliche Burg um im Palast die Befragung der feindlichen Spione vorzunehmen. Dort erfährt Fire sehr viel über politische Dinge, aber auch über sich selbst und sie verliebt sich in Brigan, den Bruder des Königs...

Meine Rezension:
„Die Flammende“ von Kristin Cashore ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Deswegen habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten zu ihrem anderen Roman „Die Beschenkte“.

Die Handlung des vorliegenden Jugendbuchs spielt in einer sehr liebevoll gestalteten Fantasywelt, die mit sehr viel liebe zum Detail geschaffen wurde und in der es Menschen bzw. die Monster gibt, die über eine besondere Gabe verfügen. Allerdings ist dieses Konzept auch eine kleine Schwachstelle des Buchs, da es Probleme mit der Erklärung der Bezeichnung „Monster“ gibt. Warum ist Fire das einzigste Monsterkind, wo es doch in der Geschichte von so vielen anderen Monstern nur so wimmelt? Mir hat es sich leider auch nicht so ganz erschlossen, was es mit den Monstern genau auf sich hat. Man erfährt nur, dass sie wie ihre „normalen“ Artgenossen aussehen, nur dass sie schöner, bunter und farbenvoller sind. Ganz gekonnt stellt aber die Autorin Fires Rolle als einzigstes Monsterkind da und die damit verbundene Rolle als Außenseiterin. Einfühlsam werden dem Leser Fires Probleme nahe gebracht, die sich im Laufe der Handlung plötzlich in Mitten von Machtspielen, Intrigen, Krieg und Vertrauen wiederfindet und ihren eigenen Weg finden und gehen muss.

Es hat jedoch eine Weile gedauert, bis ich in die Geschichte reingekommen bin. Die Handlung plätschert ohne Höhen und Tiefen vor sich hin und man fragt sich ob irgendwann etwas spannendes passieren wird. Auch weist der Schreibstil viele holprige Stellen auf und ich frage mich, ob das von der Autorin so gewollt war oder ob es an der Übersetzung liegt. Ich blieb immer wieder an Sätzen hängen, deren Formulierung komisch oder holprig war und mich einfach nicht in die Geschichte versinken liesen. Auch finde ich einige Stellen ganz schön kompliziert zu verstehen, obwohl es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt. Auch die Beziehung zwischen Fire und Brigan lässt lange auf sich warten und sie finden erst am Ende des Buchs zueinander.

Während die Nebencharaktere etwas blass wirken, wurde die Hauptprotagonistin Fire unglaublich bunt und facettenreich beschrieben. Sie ist einem sofort sympathisch und man fiebert mit ihren Erlebnissen mit. Fire trägt nicht umsonst ihren Namen: Ihre flammenden Haare in den verschiedensten Rottönen umrahmen ihr Gesicht und weisen auf eine besondere Gabe hin. Aufgrund ihres Monsterbluts kann sie in die Köpfe anderer Menschen eindringen und und mit ihrer Kraft deren Gedanken verändern und manipulieren. Allerdings ist sie nicht so hasserfüllt wie ihr Vater es war, sondern hat ein herzensgutes Wesen. Sie lebt am Rand des Königreichs – gut versteckt um den Menschen nicht schaden zu können. Im Lauf der Geschichte lernt Fire ihre Gabe zu akzeptieren und anzunehmen und wird dadurch zu einer eigenen Persönlichkeit. Aber auch wunderbar gestaltete Fabelwesen besiedeln diese Fantasywelt, wie zum Beispiel die Katzenmonster, die man sich als Haustiere hält.

Mein Fazit:
Aufgrund der sehr ernsten Thematik der Außenseiterin Fire ist das „Die Flammende“ ein sehr melancholisches Buch. Leider ist das Buch etwas holprig zu lesen, obwohl die Geschichte an sich sehr gut durchdacht ist. Jedoch ist für jeden Leser etwas dabei: Action, Liebe, Fantasy und Fabelwesen, die voller kreativer Ideen stecken. Die Figuren entwickeln sich mehr oder weniger im Lauf der Geschichte und bieten ein unterhaltsames Lesevergnügen, dass man über die Mängel im Schreib- und Erzählstil hinwegsehen kann.

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