7. Februar 2011

[Rezension] Sebastian Fitzek - Der Augensammler

 
Sebastian Fitzek
Der Augensammler
Verlag:
Droemer-Knaur
Seiten:
448
Ausgabe:
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN:
3-426-19851-7
Preis: € 16,95


Inhalt:
Alexander Zorbach erzählt seine Geschichte über den Tod, die an jenem Tag auf einer Brücke ihren Lauf nimmt, an dem er selbst einen Menschen getötet hat. Er ahnt, dass jener Tag kommen wird, an dem er dafür büßen muss. Voller Wucht. Völlig unerwartet.
Jener Tag auf der Brücke hat das Leben von Alexander Zorbach verändert. Er arbeitet nun nicht mehr als Polizist, sondern als Reporter, der als Bindeglied zur Polizei agiert. Nicht nur beruflich, auch privat hat er einen Schicksalsschlag zu verdauen: Seine Frau hat ihn zusammen mit dem gemeinsamen Sohn Julian verlassen. Sie ist der Überzeugung, dass er durch die Beschäftigung mit dem Bösen, seiner Arbeit, auch nichts anderes mehr anziehen kann. Wie sich auch bald herausstellt, bestätigt sich dies. Die Berliner Polizei beschäftigt sich nämlich momentan mit einem perfiden und grausamen Serienmörder. Er tötet die Mutter, entführt und versteckt das Kind und gibt dem Vater ein Ultimatum sein Kind zu finden bevor es stirbt. Im Polizeifunk hört Zorbach, dass es einen weiteren Mord an einer Frau gab und fährt zum Tatort. Doch von nun an nimmt die Tragödie unbarmherzig und mit voller Wucht ihren Lauf. Er gerät in den Strudel unwirklicher Ereignisse und steht sogar selber als Hauptverdächtiger der Polizei fest. Die einzige Hilfe, die er bekommen kann, ist die der blinden Physiotherapeutin Alina und seinem Kollegen Frank Lehmann. Während also Alexander Zorbach denkt auf das Geschehen Einfluss nehmen zu können, begeht er einen gravierenden Denkfehler und sein persönliches Leid scheint erst jetzt zu beginnen...

Meine Meinung:
Ein neuer Roman von Sebastian Fitzek, der es wirklich in sich hat und ich mich nach beenden des Buchs wiederum fragen musste, wie krank oder einfach nur genial ein Mensch sein muss um so einen überaus gut durchdachten Thriller zu schreiben. Interessant bei „Der Augensammler“ ist, dass die Kapitel- und die Seitennummerierung rückwärts datiert sind. Man fängt hier also nicht mit dem Kapitel 1 bzw. dem Prolog an, sondern mit dem Epilog und dem letzten Kapitel. Dies hat mich zuerst in einen hektischen Anfall gestürzt, da ich kurz mit der Situation überfordert war. Im Nachhinein betrachtet ist dies aber durchaus gewollt, da es sehr, sehr zur Geschichte passt und verdammt gut ausgeklügelt ist.
Die Handlung ist sehr auf den eigentlichen Plot fokussiert, so dass es keine nervigen Nebenschauplätze gibt, welche die Handlung in die Länge ziehen. Vielmehr sind alle Handlungsstränge gekonnt miteinander verwoben. Sebastian Fitzek versteht es wie kein anderer seinen Plot so zu weben, dass man als Leser überhaupt keine Ahnung hat in welche Richtung er geht. Fitzek-Typisch gibt er dem Leser dazu noch genügend Spielraum sich selbst Gedanken über die Handlung zu machen und zu grübeln, wie verdammt noch eins alles so sein kann und wie es zusammen passt. Und ich muss zugeben, dass ich mich bis zur Auflösung am Schluss gnadenlos verlaufen habe und der Autor mich wieder einmal sehr gekonnt in die Irre geführt hat.

Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da der Autor eine niveauvolle und einfallsreiche Sprache benutzt und den Spannungsbogen bis zum Zerreißen spannt. Die Story ist so undurchsichtig und verwirrend, dass man automatisch wissen möchte, wie es weitergeht und kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor setzt den Leser einem perversen Versteckspiel aus, das die Nerven bis zum Ende anspannt. Dabei bedient er sich immer wieder falscher Fährten, Überraschungen und immer wieder neuen Wendungen. Sehr angesprochen hat mich zudem, dass der Autor zwar über brutale Szenen schreibt, diese aber nicht ekelerregend oder gar blutig sind.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt: Alexander Zorbach, Alina, die des entführten Kindes, den ermittelnden Polizisten und Zorbachs Kollegen. Vor allem die Perspektive des Kindes ist sehr interessant, da es wie der Leser nicht weiss wo es steckt und was als nächstes passieren könnte. Anfänglich hält es nämlich seine gegenwärtige Situation für einen üblen Scherz seiner Kumpels – bis es sich der Lage bewusst wird. Die Charaktere sind also wiedereinmal überzeugend und das nicht zuletzt weil Sebastian Fitzek beim schreiben der Geschichte ganz eng mit blinden Menschen zusammen gearbeitet hat und und von ihnen eine Menge Tips für deren Alltag bekommen hat.

Mein Fazit:
Sebastian Fitzeks „Der Augensammler“ ist ein Leseereignis, über das ich noch sehr lange nachgegrübelt habe. Das Buch ist nicht nur für jeden Thriller-Fan ein Muss, das neben Gänsehaut auch Abscheu und Fassungslosigkeit garantiert. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf den September 2011, wenn es mit „der Augenjäger“ eine Fortsetzung des Buchs geben wird.

1 Kommentar:

  1. Hallo!

    Tolle Rezension. Ich habe mir das Buch aus der Bibliothek ausgeliehen und freue mich schon sehr drauf, es zu lesen.

    Alles Liebe, Jule

    Magst du mal bei mir vorbeischauen? Ich würde mich sehr freuen :)
    http://good-books-never-end.blogspot.de/

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