23. Februar 2011

[Lesung] Nina Blazon "Ascheherz"


Am 21. Februar las die Autorin Nina Blazon in der Bücherei Tamm zum ersten Mal aus ihrem neuen Roman „Ascheherz“ vor und erzählte den (jungen) Zuhörern außerdem, wie eine Coverillustration für ein Roman entsteht.

Nina Blazon wurde 1969 im heutigen Slowenien geboren. Als sie zwischen 2 und 3 Jahren war, wanderten ihre Eltern nach Deutschland aus, wo sie in Neu-Ulm aufgewachsen ist. Heute wohnt sie in Stuttgart und ist eine sehr erfolgreiche Autorin in den Genres Historik, Krimi und Fantasy. Im Januar 2011 veröffentlichte sie ihren neuen Fantasyroman „Ascheherz“, den die Autorin nun für die Lesung im Gepäck hatte und aus dem sie einige Abschnitte vorlas.

Gespannt lauschten die Zuhörer – eine Schulklasse und einige weitere Gäste – der abenteuerlichen Geschichte der Protagonistin Summer, die in einer Theatergruppe arbeitet und nachts in ihren Träumen vom Blutmann heimgesucht wird. Summer findet heraus, dass es Wesen, sogenannte Zoryas, gibt, die den Tod bringen. Sie werden von einem Sterbenden gerufen, um ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. Summer realisiert zunehmend, dass sie etwas mit diesen Zoryas zu tun haben muss und rutscht immer mehr in die andere Wirklichkeit ihrer „verlorenen“ Erinnerungen ab. So geschieht es, dass sie eines Tages zu ihrem Volk gelangt, aber sie erkennt, dass sie nicht mehr zu deren Gemeinschaft gehört. Irgendetwas, das vor über 200 Jahren passiert ist und ihr die Erinnerungen genommen hat, unterscheidet sie von den anderen. Schließlich findet sie heraus, dass der Blutmann, der sie in ihren Träumen verfolgt, Summer gar nicht töten will, sondern dass er ihren Flügelmantel, der sie zu einer Zorya macht, mit einem Schwert abgetrennt hat. Summer muss eine schlimme Entscheidung treffen, die auch mit ihrer Endlichkeit zu tun hat …

Wie die Geschichte weitergeht, was es tatsächlich mit dem Blutmann auf sich hat und warum Summer vor 200 Jahren den Zorya-Mantel verloren hat, kann man in Nina Blazons „Ascheherz“ nachlesen.

Das große Interesse der Schüler an der wunderbaren Welt von „Ascheherz“ zeigte sich nicht nur im gebannten Lauschen, sondern auch in der anschließenden Fragerunde. Nina Blazon erzählte hierin auch über ihre Recherchen zu dem Roman und wie ihr die Idee zu einer Zorya kam. In anderen Ländern wie in Russland, Kroatien und im restlichen Süd-Ost-Europa ist es so, dass „Der Tod“ nicht männlich ist, sondern von alten, aber auch von schönen Frauen verkörpert wird. So kam sie auf die Idee, den „Tod“ in ihrem Buch nicht durch einen Mann verkörpern zu lassen, sondern durch eine Frau, die somit Leben geben, aber auch wieder nehmen kann. Darüber hinaus soll das Buch auch zum Nachdenken anregen: Was wäre wenn der Mensch ewig leben würde? In der Endlichkeit schätzen wir die Dinge viel mehr und genießen die schönen Momente, die uns in einer Unendlichkeit bestimmt langweilen würden.

Zum Schluss versuchte Nina Blazon den Schülern das Autoren-Leben und den Beruf des Buchillustrators nahe zu bringen. Dabei zeigte die Autorin Illustrationen ihrer Bücher, von der ersten Skizze, bis zu diversen Bildänderungen und der schließlich fertigen Coverillustration.

Mein Dank geht an Nina Blazon und die Bücherei in Tamm für eine wundervolle Veranstaltung und einen wunderschönen Nachmittag.


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