25. Februar 2011

[Rezension] Michelle Harrison - Elfenseele. Zwischen den Nebeln

Michelle Harrison
Zwischen den Nebeln, Elfenseele Band 2
Verlag:
Loewe
Seiten:
544
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7855-6730-2
Leseprobe


Zum Inhalt:
Rowan Fox soll einen Monat Hausarrest bekommen, weil sie die Schule geschwänzt hat und nach London zu einer Ausstellung über Feen in der National Gallery gefahren ist. Allerdings hat ihr Vater von der Schwänzerei mitbekommen und hat sie dort vorgefunden. Als die gesamte Familie, Vater, Mutter, Rowan und ihr kleiner Bruder auf dem Heimweg sind, passiert plötzlich ein Unfall, den nur die beiden Kinder überleben. Beide werden daraufhin in ein Heim gebracht, wo Rowan mitbekommt, dass kleine Kinder von Elfen geraubt und durch Wechselbälger ersetzt werden. Doch keiner ausser ihr scheint das tatsächlich wahrzunehmen. Aus Angst um ihren Bruder passt sie extrem gut auf ihn auf, doch kann ihn letzten Endes doch nicht davor bewahren, dass er ebenfalls von den Elfen mitgenommen wird. Rowan beginnt fortan einen Zugang zum Elfenreich zu finden und erreicht den Elfenhof in jener Nacht, auch bekannt als Halloween, in der die Höfe Seelie und Unseelie ihre Plätze tauschen. Da dies aber noch nicht vollzogen ist, entscheiden beide Höfe, welche Aufgaben Rowan erfüllen muss, um ihren kleinen Bruder James zurückzubekommen. Doch die gestellte Aufgabe scheint unerfüllbar, da erhält sie plötzlich Hilfe von ihren Freunden Tanya und Fabian, die ihr auf der Suche nach den 13 Schätzen helfen...

Meine Rezension:
„Zwischen den Nebeln“ ist der zweite Teil der „Elfenseele“-Trilogie von der britischen Autorin Michelle Harrison. Wie im ersten Band „Hinter dem Augenblick“, webt die Autorin britische Feen-Sagen in ihre Handlung mit ein und lässt den Leser automatisch in die magische Welt der Feen, Elfen und Kobolde abtauchen. Während im 1. Band Tanya die Hauptprotagonistin war, ist es nun Rowan Fox, oder auch kurz genannt Red, die bereits im Vorgängerband eine Nebenrolle verkörperte. Dies hat sich nun geändert und „Zwischen den Nebeln“ schließt direkt an den 1. Band an. In ihm geht es darum, dass Red in das Reich der Elfen gelangen will um ihren Bruder James zurück in die Menschenwelt zu holen. Dazu kommt ihr genau richtig, dass Tanya fast durch einen Fluch ins Elfenreich gerissen wurde, hätte Red sich nicht freiwillig ihrer dargeboten. Sie erreicht den Elfenkönig und der Leser erfährt durch viele Rückblenden etwas über ihre Lebensgeschichte und wie es dazu kam, dass James von den Elfen entführt wurde.

Wie im ersten Band ist der Schreib- und Erzählstil leicht verständlich und sehr gut zu lesen. Michelle Harrison beschreibt sehr detailliert und lässt durch ihre flüssige und bildliche Sprache prächtige Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Besonders gut hat mir die Spannungskurve um die Heckenhexe gefallen, da sie sehr viel Spannung, Magie und Mystik in die Handlung bringt. Was jedoch am Anfang des Buchs so spannend war, plätscherte bei der Suche nach den 13 Schätzen leider nur so vor sich hin. Schade. Ist diese „Schnitzeljagd“ doch eigentlich der Vorreiter zum Höhepunkt dieses Buchs. Hingegen waren die Handlungsstränge einfach nur grandios gewählt. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die sich ständig abwechseln. So ist man einmal in den aktuellen Erlebnissen von Red, dann wieder in der Vergangenheit und schließlich auch in der normalen Welt bei Tanya und Fabian. Der Leser bekommt durch diesen Perspektivenwechsel einen tieferen Einblick in zwischen der Elfen- und der Menschenwelt.

Red ist die Hauptprotagonistin in diesem Teil der „Elfenseele“-Trilogie und ein wirklich sehr liebevoller Charakter, mit dem man sich sehr gut identifizieren kann. Red wird in der vorliegenden Handlung ausführlicher beleuchtet und in vielen Facetten dargestellt. Auch lernt der Leser hier Fabians Vater Warwick besser kennen und es kommt eine neue und völlig undurchsichtige Person hinzu, in Form der Haushälterin Nell.

Mein Fazit:
Man merkt zwar, dass „Elfenseele“ eine Kinder- und Jugendbuchreihe sein soll, die aber auch sehr gut von Erwachsenen gelesen werden kann. Zwar hat das Buch einen kleinen Minuspunkt, aber dennoch ist es so toll, dass man einfach nicht mehr aus seinem Bann herauskommt, hat man einmal angefangen zu lesen. Der 2. Band konnte mich überzeugen und ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen im 3. und letzten Teil.

24. Februar 2011

[Rezension] Michelle Harrison - Elfenseele. Hinter dem Augenblick

Michelle Harrison
Hinter dem Augenblick, Elfenseele Band 1
Verlag:
Loewe
Seiten:
368
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7855-6607-7
Leseprobe
Zum Inhalt:
Tanya ist mit einer besonderen Gabe zur Welt gekommen: Sie hat das zweite Gesicht und kann damit Elfen sehen. Jedoch sind diese Geschöpfe nicht die hilfreichen und lieben Wesen wie man sie aus Märchenbüchern kennt. Sie piesacken Tanya wo es nur geht und drohen ihr fürchterliche Dinge an, wenn sie irgendjemand von ihnen erzählt. Dabei verursachen sie schreckliches Chaos und da ihre Mutter Tanya die alleinige Schuld gibt, bringt sie die schlichtweg überforderte Frau zu ihrer Großmutter nach Elvesden Manor. In dem alten Herrenhaus wimmelt es jedoch auch von Elfen, die außer Tanya niemand zu sehen scheint. Auch die Großmutter gibt ihr nicht das Gefühl willkommen zu sein - nur Fabian, der Sohn des Verwalters leistet ihr Gesellschaft. Beim durchstöbern des alten Herrenhauses stoßen die beiden auf eine Bibliothek mit ganz vielen Büchern zu Sagen und Geschichten der Elfen. Gespannt blättert Tanya durch die Bücher und kommt so an Informationen, wie sie sich vor den Übergriffen schützen kann. Doch nicht nur das, sie entdeckt auch einen alten Zeitungsartikel. In ihm geht es um ein Mädchen, dass vor über 50 Jahren verschwunden ist. Als Tanya dann etwas später mit Fabian im Wald unterwegs ist, begegnen sie gemeinsam diesem Mädchen und es stellt sich heraus, dass sie einmal die beste Freundin ihrer Großmutter war. Was aber seltsamer ist: Das Mädchen ist nach über 50 Jahren nicht gealtert. Tanya ahnt längst, dass dies etwas mit den Elfen zu tun haben muss und ist einem gefährlichen Geheimnis auf der Spur...


Meine Rezension:
„Elfenseele – Hinter dem Augenblick“ ist der Debütroman der englischen Autorin Michelle Harrison. Sie befasst sich in diesem Jugendroman mit einem Thema, das typisch für Großbritannien ist: Elfen. Magisch und mystisch stützt sie sich dabei auf britische Feen-Sagen und bringt dem Leser Elfen, Feen und Kobolde näher. Allerdings sind diese in „Elfenseele“ keine sanften Geschöpfe, sondern sind vielmehr bedrohlich, boshaft, grausam und hässlich. Sie leben nicht nur im Wald, sondern auch im Herrenhaus Elvesden Manor. Dieses bietet übrigens mit dem angrenzenden unheimlichen und gefährlichen Wald eine sehr gute Grundlage für eine spannende Geschichte. Um sich gegen die bösen Kreaturen in den Wäldern zu schützen greift die Autorin auf traditionelle Verteidigungsmöglichkeiten zurück, von denen jeder Leser schon einmal gehört hat. So schützt einen die Farbe rot oder man muss die Kleidung auf links tragen. Durch diese unbewusste Verbindung zu eigenen Erlebnissen kann man fasziniert in die detaillierte und farbenfrohe Welt von Tanya abtauchen und den Handlung vor seinem eigenen inneren Auge miterleben.
Die Geschichte ist zwar am Ende des Buchs in sich abgeschlossen, bietet aber dennoch einen weiteren Ausgangspunkt für eine weitere Handlung, die im zweiten Band „Elfenseele – Zwischen den Nebeln“ fortgesetzt wird.

Ein einfacher Satzbau und eine leicht verständliche Sprache zeigt, dass dieses Buch zwar als Jugendbuch gedacht ist, aber auch jeder Erwachsene, der an die mehr oder weniger bezaubernde Welt der Elfen glaubt, seine Freude haben wird. Die Geschichte ist von Anfang bis Ende spannend und ein wahrer Page-Turner, da man mit jedem gelesenen Kapitel nähere Details zur Handlung erfahren will.

Michelle Harrison schafft jugendliche Hauptcharaktere, die typisch für diese Zielgruppe sind. Vor allem die 13-Jährige Protagonistin Tanya hat mir sehr leid getan, wie sie von den Elfen gepiesackt wird und sie sich keinem anvertrauen kann, da die Elfen sie einerseits bestrafen würden und auf der anderen Seite ihr aber keiner glauben würde. Dies bringt sie immer wieder in ungewollte Schwierigkeiten und macht sie sehr sympathisch. Genauso wie Tanya wächst dem Leser auch Fabian sehr schnell ans Herz und fiebert bei den Abenteuern der beiden regelrecht mit.

Meine Meinung:
„Elfenseele – Hinter dem Augenblick“ ist der Auftakt einer magischen und bezaubernden Fantasyreihe. Der Roman entführt in eine magische Welt voller Elfen, Feen und Kobolde, die man eigentlich nicht mehr verlassen will, wenn man einmal das Buch aufgeschlagen und sie betreten hat.
 

23. Februar 2011

[Lesung] Nina Blazon "Ascheherz"


Am 21. Februar las die Autorin Nina Blazon in der Bücherei Tamm zum ersten Mal aus ihrem neuen Roman „Ascheherz“ vor und erzählte den (jungen) Zuhörern außerdem, wie eine Coverillustration für ein Roman entsteht.

Nina Blazon wurde 1969 im heutigen Slowenien geboren. Als sie zwischen 2 und 3 Jahren war, wanderten ihre Eltern nach Deutschland aus, wo sie in Neu-Ulm aufgewachsen ist. Heute wohnt sie in Stuttgart und ist eine sehr erfolgreiche Autorin in den Genres Historik, Krimi und Fantasy. Im Januar 2011 veröffentlichte sie ihren neuen Fantasyroman „Ascheherz“, den die Autorin nun für die Lesung im Gepäck hatte und aus dem sie einige Abschnitte vorlas.

Gespannt lauschten die Zuhörer – eine Schulklasse und einige weitere Gäste – der abenteuerlichen Geschichte der Protagonistin Summer, die in einer Theatergruppe arbeitet und nachts in ihren Träumen vom Blutmann heimgesucht wird. Summer findet heraus, dass es Wesen, sogenannte Zoryas, gibt, die den Tod bringen. Sie werden von einem Sterbenden gerufen, um ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. Summer realisiert zunehmend, dass sie etwas mit diesen Zoryas zu tun haben muss und rutscht immer mehr in die andere Wirklichkeit ihrer „verlorenen“ Erinnerungen ab. So geschieht es, dass sie eines Tages zu ihrem Volk gelangt, aber sie erkennt, dass sie nicht mehr zu deren Gemeinschaft gehört. Irgendetwas, das vor über 200 Jahren passiert ist und ihr die Erinnerungen genommen hat, unterscheidet sie von den anderen. Schließlich findet sie heraus, dass der Blutmann, der sie in ihren Träumen verfolgt, Summer gar nicht töten will, sondern dass er ihren Flügelmantel, der sie zu einer Zorya macht, mit einem Schwert abgetrennt hat. Summer muss eine schlimme Entscheidung treffen, die auch mit ihrer Endlichkeit zu tun hat …

Wie die Geschichte weitergeht, was es tatsächlich mit dem Blutmann auf sich hat und warum Summer vor 200 Jahren den Zorya-Mantel verloren hat, kann man in Nina Blazons „Ascheherz“ nachlesen.

Das große Interesse der Schüler an der wunderbaren Welt von „Ascheherz“ zeigte sich nicht nur im gebannten Lauschen, sondern auch in der anschließenden Fragerunde. Nina Blazon erzählte hierin auch über ihre Recherchen zu dem Roman und wie ihr die Idee zu einer Zorya kam. In anderen Ländern wie in Russland, Kroatien und im restlichen Süd-Ost-Europa ist es so, dass „Der Tod“ nicht männlich ist, sondern von alten, aber auch von schönen Frauen verkörpert wird. So kam sie auf die Idee, den „Tod“ in ihrem Buch nicht durch einen Mann verkörpern zu lassen, sondern durch eine Frau, die somit Leben geben, aber auch wieder nehmen kann. Darüber hinaus soll das Buch auch zum Nachdenken anregen: Was wäre wenn der Mensch ewig leben würde? In der Endlichkeit schätzen wir die Dinge viel mehr und genießen die schönen Momente, die uns in einer Unendlichkeit bestimmt langweilen würden.

Zum Schluss versuchte Nina Blazon den Schülern das Autoren-Leben und den Beruf des Buchillustrators nahe zu bringen. Dabei zeigte die Autorin Illustrationen ihrer Bücher, von der ersten Skizze, bis zu diversen Bildänderungen und der schließlich fertigen Coverillustration.

Mein Dank geht an Nina Blazon und die Bücherei in Tamm für eine wundervolle Veranstaltung und einen wunderschönen Nachmittag.


[Rezension] Caragh O`Brien - Die Stadt der verschwundenen Kinder

Caragh O`Brien
Die Stadt der verschwundenen Kinder
Verlag:
Heyne
Seiten:
464
Ausgabe:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-52800-0
Leseprobe  

 Inhalt:
Die 16-Jährige Hebamme Gaia Stone lebt in einer harten und unbarmherzigen Welt. Alles ist rationiert: Nahrung, Kleidung und jeder Bewohner der ärmlichen Außenbezirke träumt von einem besseren Leben in der Enklave, einer Stadt, die von hohen und unüberwindbaren Mauern von der Außenwelt abgeschirmt ist und in der die Bewohner in Luxus leben. Die Außenbezirke sind von den Vorräten der Stadt abhängig und so muss im Gegenzug jede Hebamme jeden Monat ihre ersten drei Neugeborenen innerhalb von 90 Minuten nach der Geburt an der Mauer abgeben. Nachdem Gaia ihren ersten Säugling entbunden und ihn der Enklave übergeben hat, erfährt sie zu Hause, dass ihre Eltern aufgrund von irgendwelchen Aufzeichnungen über vorgebrachten Kinder von der Stadtwache verhaftet wurden.
Gaia ist ratlos. Was für Aufzeichnungen sollen das gewesen sein und zu welchem Zweck dienen sie? Welche Information darüber könnte der Enklave nützlich sein? Plötzlich stellt sie das gesamte System in Zweifel und sieht nur einen Weg um herauszufinden was mit ihren Eltern passiert ist: Sie muss sich in die Enklave schleichen. Noch ahnt sie dabei nicht, welch entscheidende Entdeckung das Geheimnis der verschwundenen Kinder birgt.

Meine Rezension:
„Die Stadt der verschwundenen Kinder“ ist das erste Jugendbuch der amerikanischen Schriftstellerin Caragh O`Brien. Jedoch ist der deutsche Titel etwas irreführend, da die Kinder ja nicht tatsächlich verschwinden, sondern in der Enklave unter einem neuen Namen weiterleben.
Schnell wird dem Leser klar, dass es sich bei der beschriebenen Welt der Autorin im Jahr 2390 um unsere eigene handeln muss, die sich durch Klimawandel und Ressourcenausbeutung dramatisch verändert hat.
Gaias Dorf, der dritte westliche Sektor, wirkt sehr mittelalterlich während die Enklave den Wohlstand verkörpert. Während des Lesens ist mir aufgefallen, dass es laut der Erzählung dort sehr viele Bewohner geben muss und die Stadt daher dementsprechend groß sein wird. Als dann aber Gaia und Leon auf der Flucht waren, kamen sie sehr schnell von einem Ende zum anderen. Dieses seltsame Größenverhältnis hat mich doch etwas irritiert, zumal man die wichtigsten Schauplätze der Handlung an einer Karte verfolgen kann.

Trotzdem hat mich der Roman sofort in seinen Bann gezogen und ich fand es sehr spannend und emotional wie Gaia für ihre Eltern kämpft. Die Autorin bedient sich dazu knapper und kurzer Sätzen, die sehr viel Atmosphäre erzeugen. Auch wenn die eine oder andere Szene etwas langwieriger war, ist die Handlung spannend und mitreißend geschrieben und regt durch die etwas düstere Thematik auch zum Nachdenken an. Hier möchte ich auch noch ein Lob an den deutschen Autor Oliver Plaschka loswerden, der den Roman sehr gut übersetzt hat und die gewaltige Atmosphäre dieser Endzeitgeschichte eingefangen und wiedergegeben hat.

Die Figuren in diesem Roman sind nicht sonderlich tiefgründig kreiert worden, was jedoch für ein Jugendbuch auch vollkommen in Ordnung ist. Mittelpunkt und Hauptcharakterin ist die 16-Jährige Gaia, die am Anfang des Romans als eher schüchternes Mädchen dargestellt wird, dann aber durch verschiedene Schicksalsschläge über sich hinauswächst und an dem System der Enklave zu zweifeln beginnt. Meiner Meinung geht diese Entwicklung, vom schüchternen Mädchen zur toughen Heldin viel zu schnell und es scheint so, dass die Autorin ihren Hauptcharakter zu überstrapaziert hat.

Ich bin gespannt, wie Caragh O`Brien die Folgebände dieser Trilogie bestreitet, denn für mich hat sie die Grundthematik bereits ausgereizt. Aber dennoch freue ich mich auf die Fortsetzung, dessen Handlung wohl in der Enklave und im toten Wald spielen wird. Und wer weiss, vielleicht überrascht die Autorin mit neuen Reizen...

Meine Meinung:
„Die Stadt der verschwundenen Kinder“ ist der Auftakt einer Trilogie, die eine Endzeitgeschichte erzählt, die den Leser durch einen Cliffhenger sowie vielen offenen und ungeklärten Fragen zurücklässt und auf eine spannende Fortsetzung warten lässt.

22. Februar 2011

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Vielen Dank an:


 









18. Februar 2011

[Buchtip] Oliver Uschmann - Nicht weit vom Stamm

Hallo zusammen,

ich habe einen Buchtip aus dem Programm von Script5:



Oliver Uschmann
Nicht weit vom Stamm
Verlag:
Script5
Seiten:
528
Ausgabe:
Klappbroschur
ISBN: 978-3-8390-0120-2

Inhalt:
Sven hat die schiefe Bahn verlassen und ist am Ziel angekommen: ganz unten. Seine Tage verbringt er im Rausch, seine Nächte wahlweise mit Sex oder Prügeleien. Dabei stünden ihm alle Türen offen, sagt sein Vater – hätte Sven sie nicht vor fünf Jahren zugeschlagen.
Als seine Schwester bedroht wird, findet sich Sven in seinem schlimmsten Albtraum wieder: Der einzige Weg, Lina zu retten, ist, so zu werden wie sein Vater.

Oliver Uschmanns Roman "Nicht weit vom Stamm" erzählt schonungslos und ehrlich von verlorenen Zielen, falschen Freunden und der Macht der Zuversicht. 

Quelle: Script5


Und dann möchte ich euch noch den dazugehörigen Trailer präsentieren:

11. Februar 2011

[Rezension] Suzanne Collins - Die Tribute von Panem. Flammender Zorn

Suzanne Collins
Flammender Zorn, Die Tribute von Panem, Band3
Verlag:
Oetinger
Seiten:
432
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7891-3220-9

Zum Inhalt:
In letzter Sekunde wurde Katniss aus der Arena befreit und nach Distrikt 13 gebracht. Doch da ereilen sie grauenvolle Nachrichten, denn ihre Heimat Distrikt 12 wurde samt seiner Einwohner vom Kapitol zerstört. Nur ein paar wenige konnten fliehen und sich in Distrikt 13 in Sicherheit bringen. Unter ihnen sind auch Katniss Mutter, ihre Schwester Prim und ihr bester Freund Gale, der allerdings gerne mehr für sie sein würde. Doch Katniss Gedanken sind bei Peeta, der sich bei den Hungerspielen ohne zu zögern für sie geopfert hätte. Doch nun ist er in den Fängen des Kapitols und von Präsident Snow. Doch auch die Rebellen haben Katniss nicht uneigennützig bei sich aufgenommen. Während Peeta immer mehr auf Snows Seite gezogen wird, soll Katniss noch immer den Spotttölpel geben, der das Symbol der Rebellen geworden ist. Und diese wollen Krieg gegen das Kapitol führen. Doch kann Katniss den Plänen der Rebellen trauen? Und wird sie es schaffen Peeta aus dem Kapitol zu befreien?

Meine Meinung:
Endlich ist es soweit und Suzanne Collins Jugendbuchtrilogie „Die Tribute von Panem“ steuert auf ihr Ende zu. Nachdem ich die beiden ersten Teile „Tödliche Spiele“ und „Gefährliche Liebe“ gelesen habe, habe ich mich schon sehr auf den 3. und letzten Teil „Flammender Zorn“ gefreut. Allerdings wurde ich hier enttäuscht und finde es ist der schwächste Teil dieser Trilogie. Im allgemeinen ist es ein düsteres Buch mit grausamen Stimmungen und der Anfang las sich für mich etwas holprig. Ich hatte Probleme mich in die Geschichte reinzufinden, was entweder daran lag, dass der 2. Band etwas länger zurück liegt oder, dass ich den Anfang als langweilig empfunden habe.

Das Buch spielt nicht wie seine Vorgänger in der Arena, sondern überwiegend in Distrikt 13, sowie Distrikt 12 und dem Kapitol. Ganz ehrlich haben mir wirklich die spannenden Arena-Kämpfe gefehlt. Das Buch ist ohne sie einfach nicht dasselbe wie die Vorgänger und irgendwie hab ich das Gefühl, dass das Buch nur ein halbherziger versuch der Autorin ist irgendeine Geschichte nach dem 2. Teil noch anzuhängen und das Ende nichts anderes ist als eine große epische Schlacht zum Schluss. Auch schockiert mich die Brutalität in diesem Buch. Zwar waren die anderen Teile in gewisser Weise auch gewalttätig, aber hier findet ein richtiger Krieg mit richtigen Bomben statt. Das ist kein Vergleich zu Arenakämpfen. Das schlimme dabei ist, dass das Kapitol nicht nur gegen die Rebellen vorgeht, sondern diese ebenfalls mit und in den Krieg ziehen. Von beiden Seiten wird Tod und Zerstörung in Kauf genommen.

Spannende Szenen gibt es ein paar dank des Krieges viele, aber mir fehlte die Leidenschaft zu den vorherigen Teilen. Alleine Katniss Beziehung zu Gale und Peeta sorgt für banges Herzklopfen. Aber ansonsten war ich auch von ihrem Charakter etwas enttäuscht. Sie ist, auch verständlicher Weise, nicht mehr die, die sie in den Vorgängerteilen gewesen war. Mir hat die Kämpferin gefehlt, die verbissen in der Arena gekämpft hat und für ihre Sache eingestanden ist. Mir hätte diese Rolle als viel besser gefallen, als jene, die sie hier verkörpert. Und auch Gale ist so ein Kandidat. Er war mir immer sympathisch, aber jetzt hat es sich ins Gegenteil gekehrt. Er agiert ohne Rücksicht auf Verluste und entwickelt brutale Waffen, die nur den Zweck haben möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen.

Nach dem Krieg, am Ende des Buchs, ging dann plötzlich alles ganz schnell. Schneller als erwartet war die Geschichte ratzfatz zu Ende und dann kam nur noch ein kleiner Epilog, der die Zukunft zeigt. Dabei habe ich noch so viele Fragen, aber ich habe eher den Eindruck, dass die Autorin keine Lust mehr hatte sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Positiv ist aber zu erwähnen, dass der Schreibstil der Autorin gewohnt spannend und ein wahrer Pageturner ist.

Mein Fazit:
Ich hatte mir von Suzanne Collins‘ drittem Teil der Panem-Reihe mehr erhofft. Für mich war es leider kein würdiger Abschluss der Trilogie. Obwohl das Buch auf seine Art und Weise gut geschrieben und spannend ist, hat es mich nicht so wie die vorherigen Teile mitgerissen. Schade.

7. Februar 2011

[Rezension] R.A. Salvatore - Die Saga vom Dunkelelf 3: Neuland

R.A. Salvatore
Die Saga vom Dunkelelf: Neuland, Band 3
Verlag:
Panini Manga und Comic
Seiten:
148
Ausgabe:
Paperback mit Klappenbroschur
ISBN:
978-3833-21439-4
Preis: € 16,95


Inhalt:
Drizzt Do'Urden hat die Unterwelt der Drow mit ihren Intrigen hinter sich gelassen und zieht nun zusammen mit seiner magischen Pantherin Guenhwyvar an die Oberfläche. Aber Drizzt hat es nicht einfach sich seiner neuen Umgebung anzupassen, denn es herrschen den Dunkelelfen gegenüber berechtigte Vorurteile. So geben Drizzt die Wesen, denen er begegnet, keine Chance.
In der Nähe seiner Wohnhöle lebt eine Bauernfamilie mit denen er sehr gerne Freundschaft schließen würde. Er beobachtet sie aber sicherheitshalber aus der Entfernung und sieht sich als ihren Schutzbefohlenen an. Doch er ahnt nicht, dass sich zwei üble Dämonen, genannt Barghests, in der Nähe niedergelassen haben um zu fressen. Diese Kreaturen schlachten die Familie eines Nachts grausam ab und lassen alles so aussehen als ob der Dunkelelf das verbrechen begangen hätte. Drizzt flüchtet schließlich als ihn eine kleine Gruppe Jäger verfolgt. Die Anführerin Taube Falkenhand bekommt aber schnell Zweifel an der Schuld des Drow. Sie glaubt eher dass Roddy McGristle, ein Goblin und Lügner, aus privaten Gründen Rache an dem Dunkelelfen nehmen will. Als Drizzt schließlich die Gruppe vor ein paar Steinwesen rettet, beendet Taube die Jagd. Auf seiner weiteren Reise kommt Drizzt schließlich in den Hain des blinden Waldläufers Montilo, der ihm Unterschlupf gewährt. Die beiden werden enge Freunde und Drizzt bringt ihm bei, was er zu seiner Ausbildung als Waldläufer alles wissen muss. Doch Roddy McGristle ist ihm immer noch auf den Fersen und dieses mal hat er Verstärkung in Form von Orks dabei. Doch die beiden Freunde schaffen es den Angriff abzuwehren. Als schließlich Montilo an Altersschwäche stirbt, zieht Drizzt wiedereinmal weiter in den hohen Norden. Dort in den Bergen lernt er die 10-Jährige Cattie-Brie kennen und schließt sofort Freundschaft mit ihr. Aber McGristle hat immer noch nicht aufgegeben...

Meine Meinung:
Der Comic präsentiert sich wie seine Vorgänge „Heimatland“ und „Exil“ in sehr gutem Artwork und sehr guter Qualität. Die Adaption von R.A. Salvatores Saga ist sehr gut gelungen und die Zeichnungen von Tim Seeley werden in diesem Band farbenfroher, da die Handlung nun an der Erdoberfläche mit all den Sonnenreflexen auf der grünen Flora und Fauna spielt. Dabei wirken die vielen Farbnuancen keineswegs überladen, dass man Augenweh bekommt. Diese bunte Farbgebung gefällt mir sehr viel besser als die düstere Heimatstädte der Drow. Das Cover wurde wieder sehr schön illustriert, auch wenn es dieses mal mit Drizzt und seiner Pantherin düsterer und gefährlicher wirkt. 

Der Comic-Sammelband beinhaltet alle 3 englischen Einzelbänden inklusive der dazugehörigen US-Cover. Wie ich finde sehr toll, denn einerseits hat der Leser einen stabilen Paperback-Comic in der Hand, der sich sehr schön im Buchregal macht, und zudem muss er nicht so lange auf den Erscheintermin der einzelnen Einzelbände warten.
Der vorliegende dritte Comic-Band „Neuland“ beinhaltet die Geschichte der Romane „In Acht und Bann“ und „Der Hüter des Waldes“ der Dunkelelf-Saga, deren Story sehr gut umgesetzt wurde. Auch die Übersetzungen sind sehr gut gelungen. Sie ist flüssig und die Texte sind sowohl klar als auch verständlich formuliert.
Auch an den Charakteren gibt es absolut nichts auszusetzen. Erneut wird Drizzts Melancholie sehr gut vermittelt, ebenso wie seine fast verzweifelte Suche nach neuen Freunden in der neuen Heimat.

Mein Fazit:
Die Geschichte in „Die Saga vom Dunkelelf 3: Neuland“ steht seinen Vorgängern in nichts nach und geht in hervorragender Qualität weiter. R.A. Salvatores erfolgreichstes Werk wurde exzellent in einer überzeugenden Geschichte als Comic umgesetzt, den man förmlich verschlingt. 144 Comicseiten sind hervorragend gezeichnet, die in einem Sammelband mit 3 US-Comicausgaben erscheinen.
Es macht wirklich Spaß die Saga um Drizzt zu lesen und ist absolut empfehlenswert!

[Rezension] Sebastian Fitzek - Der Augensammler

 
Sebastian Fitzek
Der Augensammler
Verlag:
Droemer-Knaur
Seiten:
448
Ausgabe:
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN:
3-426-19851-7
Preis: € 16,95


Inhalt:
Alexander Zorbach erzählt seine Geschichte über den Tod, die an jenem Tag auf einer Brücke ihren Lauf nimmt, an dem er selbst einen Menschen getötet hat. Er ahnt, dass jener Tag kommen wird, an dem er dafür büßen muss. Voller Wucht. Völlig unerwartet.
Jener Tag auf der Brücke hat das Leben von Alexander Zorbach verändert. Er arbeitet nun nicht mehr als Polizist, sondern als Reporter, der als Bindeglied zur Polizei agiert. Nicht nur beruflich, auch privat hat er einen Schicksalsschlag zu verdauen: Seine Frau hat ihn zusammen mit dem gemeinsamen Sohn Julian verlassen. Sie ist der Überzeugung, dass er durch die Beschäftigung mit dem Bösen, seiner Arbeit, auch nichts anderes mehr anziehen kann. Wie sich auch bald herausstellt, bestätigt sich dies. Die Berliner Polizei beschäftigt sich nämlich momentan mit einem perfiden und grausamen Serienmörder. Er tötet die Mutter, entführt und versteckt das Kind und gibt dem Vater ein Ultimatum sein Kind zu finden bevor es stirbt. Im Polizeifunk hört Zorbach, dass es einen weiteren Mord an einer Frau gab und fährt zum Tatort. Doch von nun an nimmt die Tragödie unbarmherzig und mit voller Wucht ihren Lauf. Er gerät in den Strudel unwirklicher Ereignisse und steht sogar selber als Hauptverdächtiger der Polizei fest. Die einzige Hilfe, die er bekommen kann, ist die der blinden Physiotherapeutin Alina und seinem Kollegen Frank Lehmann. Während also Alexander Zorbach denkt auf das Geschehen Einfluss nehmen zu können, begeht er einen gravierenden Denkfehler und sein persönliches Leid scheint erst jetzt zu beginnen...

Meine Meinung:
Ein neuer Roman von Sebastian Fitzek, der es wirklich in sich hat und ich mich nach beenden des Buchs wiederum fragen musste, wie krank oder einfach nur genial ein Mensch sein muss um so einen überaus gut durchdachten Thriller zu schreiben. Interessant bei „Der Augensammler“ ist, dass die Kapitel- und die Seitennummerierung rückwärts datiert sind. Man fängt hier also nicht mit dem Kapitel 1 bzw. dem Prolog an, sondern mit dem Epilog und dem letzten Kapitel. Dies hat mich zuerst in einen hektischen Anfall gestürzt, da ich kurz mit der Situation überfordert war. Im Nachhinein betrachtet ist dies aber durchaus gewollt, da es sehr, sehr zur Geschichte passt und verdammt gut ausgeklügelt ist.
Die Handlung ist sehr auf den eigentlichen Plot fokussiert, so dass es keine nervigen Nebenschauplätze gibt, welche die Handlung in die Länge ziehen. Vielmehr sind alle Handlungsstränge gekonnt miteinander verwoben. Sebastian Fitzek versteht es wie kein anderer seinen Plot so zu weben, dass man als Leser überhaupt keine Ahnung hat in welche Richtung er geht. Fitzek-Typisch gibt er dem Leser dazu noch genügend Spielraum sich selbst Gedanken über die Handlung zu machen und zu grübeln, wie verdammt noch eins alles so sein kann und wie es zusammen passt. Und ich muss zugeben, dass ich mich bis zur Auflösung am Schluss gnadenlos verlaufen habe und der Autor mich wieder einmal sehr gekonnt in die Irre geführt hat.

Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da der Autor eine niveauvolle und einfallsreiche Sprache benutzt und den Spannungsbogen bis zum Zerreißen spannt. Die Story ist so undurchsichtig und verwirrend, dass man automatisch wissen möchte, wie es weitergeht und kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor setzt den Leser einem perversen Versteckspiel aus, das die Nerven bis zum Ende anspannt. Dabei bedient er sich immer wieder falscher Fährten, Überraschungen und immer wieder neuen Wendungen. Sehr angesprochen hat mich zudem, dass der Autor zwar über brutale Szenen schreibt, diese aber nicht ekelerregend oder gar blutig sind.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt: Alexander Zorbach, Alina, die des entführten Kindes, den ermittelnden Polizisten und Zorbachs Kollegen. Vor allem die Perspektive des Kindes ist sehr interessant, da es wie der Leser nicht weiss wo es steckt und was als nächstes passieren könnte. Anfänglich hält es nämlich seine gegenwärtige Situation für einen üblen Scherz seiner Kumpels – bis es sich der Lage bewusst wird. Die Charaktere sind also wiedereinmal überzeugend und das nicht zuletzt weil Sebastian Fitzek beim schreiben der Geschichte ganz eng mit blinden Menschen zusammen gearbeitet hat und und von ihnen eine Menge Tips für deren Alltag bekommen hat.

Mein Fazit:
Sebastian Fitzeks „Der Augensammler“ ist ein Leseereignis, über das ich noch sehr lange nachgegrübelt habe. Das Buch ist nicht nur für jeden Thriller-Fan ein Muss, das neben Gänsehaut auch Abscheu und Fassungslosigkeit garantiert. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf den September 2011, wenn es mit „der Augenjäger“ eine Fortsetzung des Buchs geben wird.

6. Februar 2011

[Rezension] Carrie Jones - Flüsterndes Gold

Carrie Jones
Flüsterndes Gold
Verlag: cbt
Seiten: 352
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-16060-2
Preis: € 14,99

Inhalt:

Zara hat zwar ihren leiblichen Vater nie kennengelernt, dafür aber ihren Stiefvater umso mehr geliebt. Als dieser schließlich unerwartet stirbt, bricht für sie eine Welt zusammen und und sie zieht sich komplett in sich selber zurück. Dabei beginnt sie alle möglichen Fachbegriffe für Ängste und Phobien in die reale Welt zu projizieren. Als ihre Mutter schließlich nicht mehr weiter weiss, schickt sie Zara kurzerhand zu der Mutter ihres verstorbenen Mannes, Zaras Stieftante, nach Maine. Sie hofft dass Zara dort ihre Lebensfreude zurückgewinnt. Dank der liebevollen Fürsorge von Betty taut Zara so langsam auf und freundet sich auch mit Issie und Devyn an. Und dann ist da noch der sportliche und gut aussehende Nick, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Doch wer ist der fremde und unheimliche Mann, der Zara zu verfolgen scheint? Gehört ihm etwa die Stimme, die Zaras Namen flüstert und sie zu sich ruft? Und kommt der seltsame Goldstaub ebenfalls von dem Fremden? Als sie sich ihren Freunden anvertraut, ahnt sie noch nicht, dass dies der Beginn eines spannenden Abenteuers ist, das nicht nur in ihre eigene Vergangenheit führt, sondern sie auch ihrem leiblichen Vater nahebringt. Sie muss erfahren, dass es Wesen aus Märchen gibt, die ein Interesse an ihr haben und ihr nicht alle wohlgesonnen sind. Schneller als sie ahnt befindet sie sich in Mitten von Werwesen und Elfen. Aber auch Nick hat ein Geheimnis...

Meine Meinung:
„Flüsterndes Gold“ von Carrie Jones ist ein wundervoller Roman aus dem Genre der Romantasy, in dem es um Elfen und Werwölfe geht. Er beinhaltet aber auch viel Spannung und Action und vor allem Mädchen und Frauen mit einer Vorliebe für Fantasy, werden dieses Buch wahrhaftig lieben. Carrie Jones entwickelt mit diesem Buch eine sehr schöne und erfrischend neue Geschichte, in der Elfen nicht die unschuldigen, hilfsbereiten und süßen Wesen sind, wie wir sie aus Märchen kennen. Hier sind sie bösartig und zu allen schlimmen Taten fähig. Dieser neue Gesichtspunkt der Elfen erscheint dadurch sehr reizvoll und fesselt einen so, dass man das Buch vor lauter Spannung nicht mehr aus der Hand legen kann. Von der ersten Seite an wird der Leser in der Geschichte gefangen – auch wenn der Plot an Stephenie Meyers „Bis(s)-Saga“ erinnert. Jedoch handelt es sich bei „Flüsterndes Gold“ um keinen Abklatsch. Vielmehr ist es eine eigenständige Geschichte, die zu überzeugen weiss und sogar Lichtjahre besser ist als die Vampir-Saga. Vor allem das letzte Drittel ist ausserordentlich spannend, da sich die Ereignisse überschlagen. Doch mit diesem Buch ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Am 23.05.2011 erscheint die Fortsetzung „Düsteres Gold“, der die Handlung um Zara fortsetzt.

Carrie Jones schreibt sehr leicht und flüssig, was es ziemlich einfach macht den Roman in kürzester Zeit zu lesen. Die Handlung wirkt auf gewisse Art und Weise düster aber auch Märchenhaft und wird aus der Sicht der Hauptprotagonistin Zara erzählt. Anfänglich habe ich mich allerdings etwas schwer getan, da sie alle möglichen Phobien dem Alphabet nach aufgezählt hat. So wird auch jedes Kapitel mit der Überschrift einer Phobie eingeleitet, die sich auf den entsprechenden Abschnitt des Buchs bezieht. Wie ich im Nachhinein empfinde, eine sehr gute Idee, denn so lernt der Leser sehr viele Bezeichnungen von Phobien kennen, die er garantiert noch nie gehört hat und auch nicht weiss, dass es diese überhaupt gibt.

Genretypisch gibt es hier natürlich auch eine Liebesgeschichte, die beim lesen der pure Zucker für mich war. Mich hat sehr gefreut, dass es hier nicht um „Du musst dich von mir fernhalten“-Zitate geht, wie in anderen Romantasy-Büchern, sondern dass einfach etwas fürs Herz geboten wird.

Carrie Jones emotionale Geschichte hat wunderbare Charaktere, die alltäglich, interessant und auch tiefgründig sind. Es macht Spaß an ihrer Entwicklung in der Geschichte Teilzuhaben. Man fiebert mit ihren Gefühlen, Ängsten und Wünschen regelrecht mit. Natürlich darf auch der „Knaller“ nicht fehlen. In diesem Roman wird diese Rolle von Zaras Stieftante Betty getragen, die mit ihrer quirligen und lustigen Art immer wieder mal für einen Lacher gut ist.

Mein Fazit:

„Flüsterndes Gold“ ist ein wundervoller Roman mit einer schönen Story und viel Spannung, bei der die Charaktere aber auch Tiefe zeigen. Es gibt nicht viele solcher Bücher die so beeindruckend sind und mich persönlich so glücklich hinterlassen wie dieses. Eine zauberhafte, aber auch düstere Geschichte, auf dessen Fortsetzungsband ich mich schon sehr freue und es kaum erwarten kann, ihn in den Händen zu halten.

4. Februar 2011

[Rezension] R.A. Salvatore - Die Saga vom Dunkelelf 2: Exil



 R.A. Salvatore
Die Saga vom Dunkelelf: Exil, Band 2
Verlag:
Panini Manga und Comic
Seiten:
148
Ausgabe:
Paperback mit Klappenbroschur
ISBN:
978-3833-21438-7
Preis: € 16,95


Inhalt:
Es sind 10 Jahre vergangen seitdem Drizzt seinem Volk, den chaotisch-bösen Drow, den Rücken gekehrt hat. Nun durchstreift er ruhelos das Unterreich und wird dabei von seiner magischen Gefährtin, der Pantherin Guenhwyar, begleitet. Doch in all den Jahren hat sich der Jäger immer mehr des guten Dunkelelfen bemächtigt, der nur durch seine kämpferisch Fähigkeit überleben konnte. Nachdem ihm schließlich klar wird, dass seine Persönlichkeit durch die Einsamkeit in den Gängen der Unterwelt immer mehr dahinschwindet und ihn in den Wahnsinn zu treiben droht, tritt er vor die Tore Blingdensteins, der Stadt der Tiefengnome und bittet mit dem gewissen um Einlass, dass er als Dunkelelf der Todfeind der Gnome ist. In Belwar Dissengub, einem Gnom, den er vor vielen Jahren bei einer Patrouille das Leben gerettet hatte, findet er jedoch einen treuen Freund. Währenddessen versucht das Haus Do'Urden die Gunst der Spinnengöttin Lolth wiederzuerlangen. Dies geht jedoch nur, wenn sie den abtrünnigen, zweitgeborenen Drizzt endlich einfangen und opfern. Da die Matronin Malice Do'Urden keinen Kämpfer hat, der es mit den Kampfkünsten von Drizzt aufnehmen kann, erweckt sie in einem magischen Zin-Carla Ritual den Schwertmeister und Drizzts ermordeten Vater Zaknafein wieder zum Leben. Kurz darauf deuten mehrere Anzeichen in der nahen Umgebung der Stadt der Tiefengnome auf eine Drow-Aktivität hin. Um die freundlichen Gnome nicht zu Gefährten, beschließt Drizzt schließlich die Stadt zu verlassen. Aber nicht alleine: Sein neuer Freund Belwar begleitet ihn auf der Flucht vor dem eigentlich unausweichlichen Kampf gegen den Todesalb.

Meine Meinung:
Mit dem zweiten Comicband „Exil“ nimmt die Saga um den Dunkelelfen Drizzt Do'Urden ihren Fortgang und beinhaltet die Geschichte der beiden Romane „Der Wächter im Dunkel“ und „Im Zeichen des Panthers“. Er ist wie sein Vorgänger im Saftcover als Klappbroschur erschienen und genauso hochwertig bedruckt und verarbeitet, dass es überhaupt nichts an der Qualität des Comics auszusetzen gibt. Die Coverillustration wurde erneut sehr schön zur Handlung gestaltet und auch im Innenteil gibt es sehr schöne Artworks zu entdecken. Der Comic ist komplett coloriert wobei die Blau-Töne überwiegen. Sie fangen die düstere Atmosphäre des Unterreichs auf, während andere kräftige und leuchtende Töne magische Elemente hervorheben.

Nach dem ersten Band hat man nun kaum mehr Probleme die fast völlig gleich aussehenden Dunkelelfen miteinander zu verwechseln. Das liegt zum einen daran, dass die Drows bis auf wenige Ausnahmen immer das gleiche anhaben und auch unterschiedliche Haarfrisuren tragen. Aber auch die anderen Bewohner der Unterwelt, wie zum Beispiel die Gnome, Gedankenschinder und Hakenschrecken sind sehr originell dargestellt.

Mein Fazit:
Der zweite Comicband „Exil“ wird der bekanntesten und erfolgreichsten Saga vom R.A. Salvatore auf jeden Fall gerecht. Die Geschichte ist sehr spannend in Szene gesetzt und die Charaktere haben Tiefgang. Sehr gut hat mir vor allem gefallen, wie die Drizzts Melancholie in den tiefen Gängen der Unterwelt dargestellt wurde. Wer R.A. Salvatores Romane mag und anspruchsvolle Comics liebt, wird hieran seine Freude haben. Aber er hat auch all denjenigen was zu bieten, die bisher dem Genre Comic etwas skeptisch gegenüberstehen. Der Comic ist super empfehlenswert - auch wenn man den ersten Band zuerst lesen sollte, bevor man sich diesem Teil hier widmet. Definitiv ein absolutes Muss für jedes Bücherregal eines RA Salvatore-/Dunkelelfen-Fan!

1. Februar 2011

[Rezension] R.A. Salvatore - Die Saga vom Dunkelelf 1: Heimatland

R.A. Salvatore
Die Saga vom Dunkelelf: Heimatland, Band 1
Verlag:
Panini Manga und Comic
Seiten:
148
Ausgabe:
Paperback mit Klappenbroschur
ISBN:
3-8332-1388-4
Preis: € 16,95
Leseprobe

Inhalt:
In das chaotisch-böse Leben der Drow, bei denen das Leben der Dunkelelfen-Männer nicht mehr Wert ist als das Leben in Sklaverei, wird Drizzt als dritter Sohn des Hauses Do'Urden geboren und ist somit als Opfer für die bösartige Spinnengöttin Lolth vorgesehen. Allerdings entgeht Drizzt durch einen glücklichen Zufall seinem Schicksal und wird in die Obhut seiner Schwester Vierna gegeben, die fortan das Kind mit den seltsamen violetten Augen erzieht. In dieser lichtlosen Welt voller Intrigen, Lüge, Eitelkeit und Machtkämpfe hat es sich der Waffenmeister der Familie Do'Urden zum Ziel gemacht, Drizzt das Gefühl von Ehre und Selbstbestimmung zu vermitteln und nicht blind den weiblichen Familienoberhäuptern, Priesterinnen oder gar der grausamen Spinnengöttin zu verschreiben. Doch die Ausbildung, die Drizzts Mutter und seine Schwester für ihn vorgesehen haben, soll ihn zu einem Ungeheuer verkommen lassen, das mordet und verrät. Drizzt entwickelt sich rasch zu einem der gefürchtetsten Kämpfer der Stadt. Doch in ihm erwacht und wächst Verachtung auf seine eigene Rasse. Aber nicht nur deswegen schwebt er in Gefahr. In all den Jahren seit seiner Geburt wartet der Überlebende Devir auf den Untergang des Hauses Do'Urden und spinnt mit seinen verbündeten seine Intrigen und hält nun die Zeit für seine persönliche Abrechnung für gekommen. 

Meine Meinung:
Panini Comics hat sich der Comicadaption von R.A. Salvatores Dunkelelfen Drizzt angenommen und ist wunderbar gestaltet und sorgfältig aufgemacht worden. Der Comic präsentiert sich mit einem tollen Coverartwork in einem wunderschönen Einband mit Klappbroschur. Die exzellente Aufmachung des Comics mit beschichtetem Cover, der Qualität der Seiten, des Drucks sowie der Leimung gibt absolut nicht das geringste auszusetzen. Im Innenteil gibt es neben einem Vorwort des Autors zur Umsetzung seiner Romane als Comic, weitere wunderschöne Artworks zu den Dunkelelfen.

Die Dunkelelf-Saga von R.A. Salvatore um den Drow Drizzt gehört wohl zu Salvatores stärksten und besten Werken. Als Vorlage für den ersten Comic „Heimatland“ dienen die Romane „Der dritte Sohn“ und „Im Reich der Spinne“. Hierzulande wurde R.A. Salvatores Roman nämlich in zwei geteilt, während der Originalroman im englischen genau wie der Comic „Homeland“ heißt.

Zugegeben habe ich mich anfangs etwas schwer getan mit den exotischen Namen, die sich R.A. Salvatore für seine Dunkelelf-Saga ausgedacht hat. Aber dann gewöhnt man sich doch relativ schnell an das Dunkelelfenvolk, dass seine Clans in sogenannte „Häuser“ einordnet. Der einzige Lebenszweck dieser Dunkelelfen ist es bei der Spinnengöttin nicht in Ungnade zu fallen und in der Rangfolge der Häuser aufzusteigen. Wobei aufsteigen heisst andere Häuser zu überfallen und sämtliche Mitglieder des Hauses zu töten. Zimperlich geht es in all diesen Intrigen und Machenschaften nicht zu. Es gibt Morde, Lügen und selbst vor einem Brüdermord wird nicht zurückgeschreckt. Aus undefinierbaren Gründen erzürnen nämlich ehrenvolle Taten die Spinnenkönigin und Siege ohne ihr Wohlwollen sind absolut nicht zu erreichen.

Der Comic umfasst insgesamt 148 Seiten, in denen rund 30 Jahre von Drizzts Leben abgedeckt werden. Meiner Meinung nach haben sich die Macher des Comics mit der Vorgeschichte zu viel Zeit gelassen, während die Jahre in der Akademie sehr schnell abgehandelt wurden. Im Gegenzug dazu hat mir sehr gut gefallen, dass die Dunkelelfen bis auf wenige Ausnahmen immer das gleiche anhaben. So konnte man sie sehr gut auseinanderhalten wenn man bedenkt, dass alle Dunkelelfen die gleiche Hautfarbe und die gleichen weißen Haare haben. Das sorgt das eine oder andere Mal schon gerne für Irritationen.

Bei der Farbgebung des Comics bedienen sich die Zeichner, entsprechend dem unterirdischen Handlungsort, vorwiegend den Blautönen. Sie sind zwar in den Bildern dominant, magische Effekte jedoch werden durch helle und kräftige Farben in Szene gesetzt. Das Artwork bietet und garantiert sehr schöne Lesestunden.

Mein Fazit:
Die erste Geschichte um den Drow Drizzt wird sehr schön und in aufwendig gestalteter Form präsentiert. Eindrucksvoll ist es den Zeichnern gelungen die Unterwelt und die Dunkelelfen in ihrer Unbarmherzigkeit darzustellen. Für mich bietet der erste Comic „Heimatland“ eine großartige Story, die ich jedem Fantasy- und Comicfan bedenkenlos empfehlen kann. Auch Fans der Romane um den Dunkelelfen werden mit dieser Adaption mit Sicherheit ihre Freude haben und ist ein absoluter Pflichtcomic im Bücherregal. Mir hat der Band super gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt, wie es im nächsten Band „ Exil“ mit Drizzt und Guenhwyvar weitergeht.