31. Januar 2011

[Rezension] Kai Meyer - Arkadien brennt

 Kai Meyer
Arkadien brennt, Arkadien-Reihe Teil 2
Verlag: Carlsen
Seiten: 400 
Ausgabe: Gebunden mit Schutzumschlag 
ISBN: 978-3-551-58202-7 
Preis: € 19,90

Inhalt:
Nach dem Tod ihrer Tante Florinda und ihrer Schwester Zoe, muss Rosa nun die Familiengeschäfte des Clans Alcantara führen, auch wenn sie vor dieser riesigen Verantwortung buchstäblich überrollt wird. Von ihren Beratern wird die 18-Jährige nicht für voll genommen und auch ihre Beziehung zu Alessandro, dem Oberhaupt des verfeindeten Carnevara Mafia-Clan, wird nicht gerade wohlwollend gesehen. Dazu kommt noch, dass sie als Arkadierin ihre angeborene Fähigkeit, sich in eine Schlange zu verwandeln, nicht wirklich unter Kontrolle hat.
So reist Rosa wiederwillig nach New York um von ihrer Mutter Gemma mehr über die bedrohliche Vereinigung TABULA zu erfahren. Diese sind nämlich hinter das wohl behütete Geheimnis der Arkadier gekommen und führen an ihnen grausame Experimente durch. Sie hofft, dass ihre Mutter ihr etwas über die Arkadier oder ihren verstorbenen Vater erzählen kann. Doch der Trip in ihre alte Heimat wird zu einem Horrorerlebnis. Sie trifft auf Verwandte Alessandros, die ihr gar nicht freundlich gegenüberstehen und sie muss erkennen, dass ihre persönliche Vergangenheit sowie vieler anderer Arkadier in einem komplizierten Puzzlespiel mit den Taten der TABULA zusammenhängen. Die Suche nach der Wahrheit beginnt und es kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht...

Meine Meinung:
Meine anfänglichen Zweifel, dass der zweite Teil nicht mit dem ersten mithalten kann, haben sich sehr schnell in Luft aufgelöst, denn meiner Meinung nach ist der zweite Teil „Arkadien brennt“ spannender und tiefgründiger als sein Vorgänger. War „Arkadien erwacht“ schon ein Highlight, so wird er von „Arkadien brennt“ noch übertroffen. Als Leser ist man gleich von Beginn in der Geschichte gefangen und Kai Meyer hat es geschafft mit seiner bildhaften und ausdrucksvollen Sprache so zu fesseln. Er beschreibt bestimmte Stimmungen und Szenen ohne Umschweife und auf den Punkt genau, dass man am liebsten nie wieder aufhören würde zu lesen.
„Arkadien brennt“ beschäftigt sich mit zahlreichen interessanten Details der vergangen und gegenwärtigen Ereignisse. Immer wieder muss sich Rosa unweigerlich fragen, was Alessandro wirklich weiss, wie tief ihre eigene Familie mit TABULA verstrickt ist, was mit ihrem Vater geschehen ist und welches Spiel Trevini spielt. Denn immerhin ist er derjenige, der vergangene Ereignisse schlagartig wieder präsent macht und in neues Licht taucht.
Neben den Enthüllungen um das Verschwinden von Rosas Vater, geht es um eine wunderschöne, innige Liebe - jedoch zum größten Teil um das Geheimnis der arkadischen Dynastien. So verbergen sich hinter den einzelnen Clans Gestaltwandler, die es überall auf der Welt gibt: Raubkatzen, Schlangen, Hunde...
Wie im ersten Teil sind die Charaktere sehr interessant und überzeugen durch ihre Lebhaftigkeit mit allen Ecken und Kanten, die man als Person einfach nur haben kann. Hinzukommt, natürlich das Fantasy-Element, dass der Clan der Carnevara sich in Raubkatzen und die Alcantaras in Schlangen verwandeln können.
Rosa beeindruckt in dieser Geschichte am meisten. Sie hat sich bereits schon im ersten Teil weiterentwickelt und auch hier mausert sie sich nun als eine starke Persönlichkeit, die sich von den Geschäften der Alcantaras distanzieren und nicht mehr manipulieren lassen will, Stärke zeigt und Verantwortung übernehmen will.

Mein Fazit:
Kai Meyers zweiter Teil der „Arkadien“-Reihe hat mich richtig gefesselt. Die Spannung ist zum zerreißen gespannt und auch wenn dieser Teil wie sein Vorgänger mit einem Cliffhenger schließt, werden einige die Fragen aus dem ersten Teil beantwortet. Allerdings kommen auch wieder neue hinzu, die noch nicht beantwortet werden. „Arkadien brennt“ ist einfach grandios, dass man dem Buch auf jeden Fall seine Aufmerksamkeit schenken sollte. Jedoch sollte man mit dem ersten Teil „Arkadien erwacht“ beginnen, da man sonst die Geschichte vielleicht nicht richtig verstehen kann. Ein Manko gibt es allerdings: Es dauert noch zu lange, bis es endlich mit dem dritten Teil weitergeht.

30. Januar 2011

[Video] Bernd Perplies Lesung aus "Magierdämmerung 1 - Für die Krone"



Zur Lesung bitte einfach nur auf das Bild klicken.

Ich wünsche euch viel Spaß!

Eure Yvonne

PS: Über Kommis würde ich mich sehr freuen :-)

29. Januar 2011

Kurioses

Heute war ich in Stuttgart im Comicladen und habe mir auch gleich einen Flyer von EhapaComics mitgenommen. Auf der Zugfahrt nach Hause ist mir was ganz kurioses aufgefallen, nämlich eine Werbung von Bernd Perplies' "Magierdämmerung - Für die Krone" in dieser Comiczeitschrift. Beweisfoddo anbei :-)

28. Januar 2011

[Rezension] Kai Meyer - Arkadien erwacht

Kai Meyer
Arkadien erwacht
Verlag: Carlsen
Seiten: 416
Ausgabe: Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-551-58201-0
Preis: € 19,90

Inhalt:
Die siebzehnjährige Rosa Alcantara hält nichts mehr in Amerika und reist deshalb auf Bitten ihrer Schwester Zoe zu ihr und ihrer Tante Florinda nach Sizilien. Dort hofft Rosa auf einen Neuanfang – was aber nicht so einfach werden sollte, da ihre Familie zu einem alteingesessenem Mafiaclan gehört und ihr gut aussehender Flugbegleiter Alessandro ausgerechnet zum verfeindeten Clan, den Carnevares, gehört. Dennoch treffen Rosa und Alessandro sich heimlich und haben noch keine Ahnung welche Schwierigkeiten diese zart aufkeimende Liebe bringt. Erst als die Grenzen zwischen Feind und Freund verschwimmen, ahnt Rosa langsam, dass sich noch weit mehr Geheimnissen hinter den Intrigen der Mafia liegen muss...

Meine Meinung:
Kai Meyers Auftaktband zu seiner neuen Reihe „Arkadien“ ist einfach phantastisch. Er erzählt sehr spannend wie sich die Hauptprotagonistin in ihrer neuen Heimat Sizilien zurechtfindet und dabei eine Liebesbeziehung zu Alessandro aufbaut. Viele denken da gleich an „Romeo & Julia“, aber das Buch hat viel mehr zu bieten als eine abgedroschene Liebesgeschichte. Anfangs wird das Fantasyelement nur kurz angedeutet, aber dann setzt der Autor gekonnt das richtige Maß an Realität und Phantastik an. Rasant wird der Leser über faszinierende Details und spannende Geheimnisse um die Gestaltwandler in das Reich „Arkadien“ eingeführt. Dazu bedient sich der Autor einer bildreichen und angenehmen Schreibweise. Beim Lesen bleibt die Spannung durchweg erhalten und gekonnt werden die verschiedenen Aspekte in der Geschichte gemischt, die dafür sorgen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. 

Beide Hauptprotagonisten sind von Geheimnissen umgeben, die nach und nach in der Geschichte gelüftet werden. Dabei wurde jeder Charakter für sich selber sehr gut ausgearbeitet und wirken trotz des Fantasyelements sehr natürlich und lebendig. Rosa ist ein typischer 17-Jährige Teenager, die aber auch sehr herausfordernd und abwiesend zu ihrer Umwelt sein kann. Dabei kristallisiert sich aber erst im Laufe des Plots heraus, dass sie gar nicht so tough ist wie sie tut, sondern ihre Verletzlichkeit mit diesem Verhalten überspielen will. Alessandro ist typisch für einen „Romanhelden“ sehr gut aussehend und seine Persönlichkeit umgibt ein Hauch von Gefahr. Er ist Mitglied des verfeindeten Mafiaclans und soll schon bald deren Oberhaupt werden. Trotzdem lässt er sich von Rosas abweisender Art nicht zurückweisen, sondern geht immer wieder auf sie zu, so dass die beiden mit jeder zu bestehenden Aufgabe immer mehr zusammen wachsen.
Am Ende des Buchs schafft Kai Meyer es dann auch noch den Leser nicht vollkommen unbefriedigt zurück zu lassen. Zwar ist die vorhandene Geschichte in sich abgeschlossen, beinhaltet jedoch noch ein offenes Ende und somit einen neuen Ansatzpunkt für einen neuen Handlunsgverlauf, der im 2. Teil „Arkadien brennt“ weitergeführt wird.

Mein Fazit:
„Arkadien erwacht“ lässt mich begeistert zurück. Es ist ein wundervolles Buch über geschichtliche Hintergründe, Intrigen, Macht, Liebe, Gestaltwandler und eine ganze Menge Abenteuer. Da die Realität zusammen mit der Phantastik verwoben wird, erwacht die uralte Welt „Arkadien“ zum Leben und bietet eine sehr gute Grundlage für diesen herausragenden Roman. Die Charaktere sind sehr aussergewöhnlich und lebendig, die sich zudem in einer spannenden und sehr gut durchdachten Geschichte weiterentwickeln. Das Buch ist packend von der ersten bis zur letzten Seite und ich kann nur eins dazu sagen: Unbedingt Lesen! Das Buch darf in keinem Buchregal fehlen!

24. Januar 2011

[Rezension] Christoph Marzi - Grimm

Christoph Marzi
Grimm
Verlag: Heyne fliegt
Seiten: 560
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26661-2
Preis: € 17,95


Inhalt:
Seit der Scheidung ihrer Eltern, einem erfolgreichen Regisseur und einer weltweit erfolgreichen Pianistin, lebt die 17-Jährige Vesper Gold in einer kleinen Wohnung in Hamburg.
Doch für Vesper fängt der Tag nicht gut an: In der neuen Schule sitzt sie im Sekretariat und wartet auf das Donnerwetter ihrer Mutter, da sie sehr viele eigene Krankmeldungen gefälscht hat. Nachdem das geklärt ist, rauscht Vespers Mutter sofort wieder zu ihrer nächsten Tournee und lässt sie alleine stehen. Doch dann geschehen plötzlich seltsame Dinge, die Vespers Welt völlig aus den Fugen geraten lässt: Sie fühlt sich immer öfter von einer Gestalt verfolgt und schemenhafte Wölfe machen jagt auf sie. Da fällt ihr plötzlich ein Satz ein, den ihr Vater ihr immer wieder gesagt hat: „Hüte dich vor den Wölfen“. Das ist jedoch nicht das einzige Rätsel, dass Vesper lösen muss. So sind auch ihr Vater und ihre Mutter plötzlich tot - und was hat es mit dem Schlüssel und dem Ring auf sich, den ihr Vater ihr vererbt hat? Als dann auch noch die Kinder einschlafen und die Eltern immer den gleichen Traum haben, verwebt sich die Realität mit den Märchengeschichten ihrer Kindheit. Zusammen mit Leander macht sie sich auf die Suche nach Antworten und ahnt nur langsam, dass an den Märchen der Gebrüder Grimm vielleicht doch etwas wahres daran sein könnte.

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass „Grimm“ das erstes Buch von Christoph Marzi ist, das ich gelesen habe. Aber ich wollte dem Buch um die Gebrüder Grimm und ihren Märchen eine Chance geben und bin froh, dass ich es getan habe. 

Christoph Marzi entführt mit seinem Roman in die Welt der Märchen und lässt diese, wie zum Beispiel „Hänsel und Gretel“ und „Rotkäppchen“, wieder lebendig werden. Es gibt aber noch viele andere Anspielungen auf weitere Märchen der beiden Brüder Grimm, die wie bezaubernde Geschichten in den Plot eingewoben sind. Gekonnt kreiert der Autor so eine neue Geschichte und es macht sehr viel Spaß Vesper auf der spannenden Suche nach des Rätsels Lösung zu begleiten. Dazu finde ich es sehr schön gewählt, dass der Schauplatz der Geschichte in Deutschland, genauer gesagt in Hamburg und im Harz, spielt.
Aber auch die Charaktere in dem Roman sind sehr gut dargestellt. Während einige Figuren wie die Sekretärin oder die Schulleiterin im typischen Klischee dargestellt sind, sind andere auf ihre eigene Art und Weise so schräg und irgendwie kurios, dass sie schon wieder liebenswürdig sind. So allen voran die Hauptprotagonistin Vesper. Sie kommt trotz ihrer ruppigen, provokanten aber auch sehr offenen Art sympathisch rüber.
Auf 560 Buchseiten erfährt man neue Wahrheiten über die Märchen der Gebrüder Grimm, aber auch passende und harmonisierende Songtexte sorgen für einen atmosphärischen Stil. Der Spannungsbogen wird gekonnt aufgebaut und der Showdown ist ziemlich rasant. Schade ist nur, dass sich die Ereignisse am Schluss so überschlagen, dass man das Gefühl hat, der Autor habe nur eine gewisse Seitenanzahl vor bekommen zum schreiben und müsse diese einhalten. Das Ende hätte gerne etwas ausführlicher sein können.
Obwohl der Schreib- und Erzählstil sehr einfach zu verstehen und schön zu verfolgen ist, habe ich dennoch einen kleinen Kritikpunkt daran auszusetzen. Und zwar hat es mich sehr gestört, dass sich einige Sätze über 2 Seiten immer und immer wieder wiederholt und dadurch meinen Lesefluss gedämpft und gestört haben. Dennoch ist das Buch mit Sicherheit lesenswert. Und nicht nur das – es ist mit dem sehr schön gestalteten Cover eine echte Zierde im Buchregal.

Mein Fazit:
„Grimm“ von Christoph Marzi ist trotz einiger kleinen Kritikpunkte ein grandioses Buch und hat mich mit der reizvollen Verflechtung von märchenhaften Elementen in die Reale Welt überzeugt. Ich habe mich sehr gerne in das märchenhafte Buch entführen lassen und kann es allen Fantasy- und Märchenfans von ganzem Herzen empfehlen. Doch vergesst beim lesen zwei Dinge nicht: „Nehmt euch vor den Wölfen in Acht“, und: „Weicht vom Wege nicht.“

23. Januar 2011

[Interview] Interview mit Markus Heitz


Vielen Dank, dass Du Dir für das Interview Zeit nimmst und dann möchte ich Dich erst einmal beglückwünschen, dass es zwei Deiner Bücher in die Hauptrunde des Deutschen Phantastik Preises geschafft haben.

Markus Heitz: Ja, das ist schon der Wahnsinn. Die Fans sind sehr rührig und geben ihr Bestes, sozusagen. Dass ich mir damit Konkurrenz innerhalb der Kategorie gemacht hatte, das ist dann wohl ein "Luxusproblem". Aber es hat ja glücklicherweise geklappt. 

Yvonne Staller: Was reizt Deiner Meinung nach den Leser an Science-Fiction und Fantasy?

Markus Heitz: Dass alles möglich ist. Und doch darf es wiederum nicht zu unwahrscheinlich sein, denke ich. Der Reiz besteht darin, sich von einem Autor in fremde Welten entführen zu lassen.

Yvonne Staller: In Deiner letzten Reihe haben Vampire und Werwölfe eine Rolle gespielt. Nun bist Du mit „Collector“ in Richtung Spacefiction gegangen. Warum?

Markus Heitz: Wenn man so möchte, war das "zurück zu den Wurzeln". Die Idee selbst stammt aus dem Jahr 2003, nur hatte ich keine Gelegenheit, die Geschichte umzusetzen. Irgendwie hat es sich dann hinausgezögert. Wie man sieht, macht aber alles einen Sinn. So konnte ich Collector mit dem Justifiers-Universum verbinden.

Yvonne Staller: Wann ist Dir die Idee dazu gekommen?

Markus Heitz: Wie gesagt, die Idee ist etwas älter. Aber schuld, dass ich mit dem Weltraum was anfangen kann und mich mit ihm doch verbunden fühle, war Captain Future, der Held meiner Kindheit. Kam in den 70ern im TV, und ich fand es total faszinierend. Wenn man so möchte, war ich noch vor der Fantasy im Weltall unterwegs.

Yvonne Staller: Was erwartet den Leser in „Collector“? Worum geht es?

Markus Heitz: Wir schreiben das Jahr 3042. Die Menschheit ist ins Weltall aufgebrochen, doch nicht mit eigener Technik, sondern mit Hilfe von Objekten, die man bei Ausgrabungen auf der Erde gefunden hat: außerirdische Hinterlassenschaften, die zwar funktionieren, deren Funktionsweise die menschlichen Piloten jedoch nur in Ansätzen verstehen. So verläuft die Besiedelung anderer Planeten denkbar chaotisch. Doch dann treffen die Menschen auf eine außerirdische Spezies – die Collectors. Und die drehen den Spieß um, weil: Die Menschheit, so wird verkündet, steht vor dem Aussterben. Und das möchten die Collectors unter allen Umständen verhindern. Auch gegen den Willen der Menschen. Natürlich gehören in so eine SpaceOpera auch Liebe, Konzerne, Technik, Außerirdische und vieles mehr. Ach ja, Raumschlachten nicht zu vergessen. :o)

Yvonne Staller: Was fasziniert Dich an Spacefiction? 

Markus Heitz: Dass alles möglich ist. Hahaha, nein, nicht nur. Es gibt verschiedene Bereiche, die man aufgreifen kann, wie Gesellschaftskritik oder eine Fortführung der aktuellen Zukunftsvisionen in eine Welt, die 1000 Jahre später stattfindet. SF transportierte gerne die Strömungen der Zeit in die Zukunft. Anfänglich waren es Technikglaube und Möglichkeiten der Technik, die im Mittelpunkt standen, bald kamen philosophische Ansätze mit dazu; das Genre unterliegt starken Schwankungen, würde ich sagen. Ich möchte einfach nur unterhalten und habe immerhin einen kleinen philosophischen Ansatz eingebaut.

Yvonne Staller: Ich habe gehört, dass Du Dir die Rechte an „Justifiers“ gesichert hast. Ist damit vielleicht auch ein kleines Stück Kindheit wahr geworden? Was verbindest Du damit?

Markus Heitz: Weniger Kindheit, mehr Vergangenheit als Rollenspieler. Das Rollenspiel JUSTIFIERS verschwand vom Markt, Anfang der 90er, und ich hatte es damals im Rollenspielverein oft gezockt. Mir ging es nicht mehr aus dem Kopf, gerade der lustige Ansatz, einen Beta-Humanoiden zu spielen, also ein Mischwesen aus Mensch und Tier und die Eigenheiten des Tieres entsprechend auszugestalten. Deswegen ließ ich nicht locker, bis ich mir die Rechte sichern konnte. In erster Linie ging es mir darum, das Rollenspiel nach 20 Jahren wieder aus der Versenkung zu heben. Und dass es mir gelungen ist, finde ich super!

Yvonne Staller: Nun kann man „Collector“ ja als Auftakt zu der „Justifier“-Reihe sehen und ich habe gehört, dass noch weitere Romane u.a. von Christoph Hardebusch und Lena Falkenhagen geben wird. Was kann der Leser noch alles erwarten?

Markus Heitz: Da bin ich ehrlich: Keine Ahnung. Denn: Die Herrschaften haben vollkommen freie Hand, was die Thematik angeht. Ich sehe also mehr oder weniger das Endprodukt, wenn ich in die Redaktion des Romans gehe.

Yvonne Staller: Wie entwickelst Du Themen für dieses „Universum“,bzw. wie ist der Entstehungsprozess und wie kann man sich Deine Inspiration dafür vorstellen?

Markus Heitz: Inspiration kann mich überall treffen. In Sachen Justifiers: Wenn ich der Meinung bin, ein Aspekt passt gut hinein, wird er eingebaut. Dazu hat das alte Rollenspiel noch eine Menge an Altmaterial, das modernisiert und umgebaut wird. Immerhin ist es 20 Jahre alt. Du meine Güte... das waren noch Zeiten...

Yvonne Staller: Ein paar Elemente aus „Collector“ erinnern an „Shadowrun“. Kann das sein dass Du eine Rollenspiel-Vergangenheit hast?

Markus Heitz: 16 Jahre. Quer durch alle Genres. Wobei die Ähnlichkeiten aus der JUSTIFIERS-Vorlage kommen. Das Original stammt 1989... ich kann gar nicht genau sagen, wer zuerst auf dem Markt war.

Yvonne Staller: Kommen wir noch kurz auf Deine Vampir-Reihe zu sprechen. Im Dezember erscheint „Judastöchter“. Was dürfen die Leser erwarten?

Markus Heitz: Es ist der letzte Band der Judas-Serie, entsprechend wird großes Kino geboten. Die Vampirin Sia ist das letzte der Art der Judaskinder – und zu allem bereit, um zu verhindern, dass der Fluch an Emma und Elena, ihre einzigen Nachfahren, weitergegeben wird. Als die beiden entführt werden, beginnt für Sia daher ein mörderischer Wettlauf mit der Zeit: Denn gelingt es ihr nicht, die unschuldige Frau und ihr Kind zu retten, könnten sie zu Töchtern des Judas werden. Und dann muss Sia die beiden töten … Tatkräftig unterstützt wird sie dabei von Eric und Justine. Einige andere Rätsel aus den Vorgängerbänden werden ebenso aufgelöst.

Yvonne Staller: Wird es dann evtl. doch noch einen Fortsetzungsband geben, oder willst Du Dich dann lieber anderen „Aufgaben“ widmen?

Markus Heitz: Nein, keine Fortsetzung. Ich habe zwei Ideen für was "Neues", ohne Vampire und Werwölfe, aber es bleibt geheimnisvoll und tödlich. Und mystisch sowieso.

Yvonne Staller: Kein Autor bleibt von einer Schreibblockade verschont. Was machst Du, wenn Du mal absolut nicht weiter weisst?

Markus Heitz: Äh... das ist... wie sage ich das jetzt? Ich habe keine Schreibblockaden. Aktuell sitze ich am zweiten Band der Albae, bin im ersten Durchgang damit fertig und werde Januar und Februar mit der Überarbeitung verbringen. Das macht extrem viel Laune!

Yvonne Staller: Nun hast Du ja schon etliche Lesungen hinter Dir. Bist Du immer noch nervös wenn Du vors Publikum trittst und aus Deinen Büchern lesen musst?

Markus Heitz: Nein, nervös nicht. Aber es gibt immer eine gewisse Grundspannung, die da ist. Vermutlich wie bei Theaterprofis: Man kann den Text, man ist sicher, was das eigene Spielvermögen angeht, die Menschen sind einem prinzipiell wohlgesonnen, sonst wären sie nicht da - was soll also schief gehen? Aber dennoch ist diese Spannung da, weil jedes Publikum eben anders ist und an den gleichen Stellen durchaus verschieden reagieren kann. Das ist mitunter verwirrend, aufschlussreich, amüsant. Als Autor lernt man die Mentalitäten im Land kennen.

Yvonne Staller: Hast Du ein Lieblingsbuch oder ein Lieblingsautor?

Markus Heitz: Nein. Aber ich empfehle gerne Randall Garret "Lord Darcy: Die vollständigen Ermittlungen in Sachen Mord und Magie" - oder so ähnlich. Und HP Lovecraft. Und P.K. Dick

Yvonne Staller: Mich würde interessieren, wie viele ungelesene Romane bei Dir daheim rumliegen? Als Autor wird man ja nicht unbedingt dazukommen Bücher zu lesen...

Markus Heitz: Ich kaufe mir keine Romane, weil ich weiß, dass ich nicht zum Lesen komme. :o)

Yvonne Staller: Wo siehst Du Dich in 10 Jahren als Mensch und Autor?

Markus Heitz: Hoffentlich schreibend. Irgendwo. Thematik egal.

Yvonne Staller: Hast Du überhaupt Zeit für Hobbys? Wenn ja – welche?

Markus Heitz: Schreiben und Kreativität sind Teil meines Lebens, also kein Job in dem Sinn. 
Hobbies... mh... schwierig. Kochen und Backen. Neue Dinge austüfteln.

Yvonne Staller: Worüber kannst Du selbst lachen?

Markus Heitz: Über mich, wenn ich Mist gebaut habe; über gute Kabarettisten (Pispers, Schramm, Rether u.ä.)

Yvonne Staller: Vervollständige den Satz: Mein Leben ist...

Markus Heitz: ... aktuell sehr spannend.

Yvonne Staller: Vielen Dank, dass Du Dir für das Interview Zeit genommen hast :-)

Markus Heitz: Sehr gerne!


[Rezension] Kerstin Gier - Smaragdgrün

 
Kerstin Gier
Smaragdgrün - Liebe geht durch alle Zeiten, Teil 3
Verlag: Arena
Seiten: 430
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-401-06348-5
Preis: € 18,95

Inhalt:
Nachdem Gwendolyn erfahren hat, dass Gideons Gefühle nu gespielt waren, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie ist am Boden zerstört und würde gerne in ihrem Selbstmitleid ertrinken- aber dafür hat sie keine Zeit, denn sie hat eine ganz andere Aufgabe zu lösen. Sie muss herausfinden was ihr Großvater in dem Haus für sie versteckt hat und erhält dabei Hilfe von Xemerius, dem kleinen Wasserspeierdämonen, und dem Butler Mr. Bernhard. Zudem steht auch noch ein Ball im 18. Jahrhundert an, den sie ausgerechnet mit Gideon besuchen muss, um dort den Grafen von Saint German zu treffen. Wie vor dem Treffen mit dem geheimnisvollen Grafen, hat sie auch Angst Gideon zu treffen und mit ihm zusammen zu sein. Waren Gideons Gefühle für sie wirklich nur gespielt gewesen? Und was wussten Paul und Lucy über den Kreis der Zwölf, wenn dieser geschlossen wird?


Meine Meinung:
Lange haben ich und andere Leser auf den 3. und letzten Band der Trilogie „Liebe geht durch alle Zeiten“ von Kerstin Gier warten müssen. Und nun endlich ist es soweit! Ich konnte es kaum abwarten das Buch zu lesen, sobald ich es in den Händen hielt. Jedoch funktioniert „Smaragdgrün“ nur, wenn man die beiden Vorgänger gelesen hat. Ansonsten kann man der Geschichte nicht folgen. Aber wie auch immer – Diese Buchreihe darf sowieso in jedem Buchregal NICHT fehlen. 
 
Smaragdgrün“ beginnt wie seine Vorgänger mit einem Prolog über Lucy und Paul. Der darauf folgender Plot schließt schließlich nahtlos an den Vorgänger an und beginnt dort, wo „Saphirblau“ aufgehört hat. Da allerdings bei mir das Lesen des zweiten Teils schon etwas her war, war es anfangs etwas schwierig in die „neue“ Geschichte hinein zu kommen. Doch dann ging es sehr schnell und ich war wieder mitten drin in Gwendolyns Leben. 
 
Gwendolyn ist ein typischer Teenager, der nicht nur mit den Problemen der Pubertät ein gebrochenes Marzipanherz), sondern auch mit ihrem Zeitreisegen zu kämpfen hat. Sie reagiert oft impulsiv und unüberlegt, ist aber trotzdem ein sehr liebenswürdiger Charakter. Gideon hingegen ist als “männlicher Vertreter“ der typische (Frauen-) Held dieser Geschichte. Er ist gut aussehend, unnahbar, liebevoll, kann aber auch sehr arrogant sein. Ein absolutes Highlight war für mich der Wasserspeierdämon Xemerius. Er hat mich sehr oft zum lachen gebracht, da er es faustdick hinter den Ohren und immer einen frechen Spruch auf den Lippen hat.
So ist auch der Schreibstil von Kerstin Gier typisch turbulent und quirlig und als Buch für jung und junggebliebene Leser absolut geeignet. Natürlich geht es in Kerstin Giers Roman nicht ohne diesen Humor zu und es macht Spaß zu entdecken, wie die Fäden der Handlung in diesem abschließenden Teil der Trilogie zusammenlaufen und des Rätsels Lösung auf alle Geheimnisse freigegeben werden. Doch das Buch ist auch wahnsinnig dramatisch und spannend. Vor allem das Ende ist bis zu einem gewissen Punkt sehr nervenaufreibend – bevor es meinem Geschmack nach leider etwas zu kitschig wurde.

Mein Fazit:
Von der Zeitreise-Trilogie verabschiede ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da mir vor allem der Wasserspeier Xemerius sehr fehlen werden. Aber ein Sprichwort sagt, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist. Ich danke auf jeden Fall Kerstin gier für eine wundervolle Trilogie und wunderschöne Lesestunden, die sie mir damit beschert hat.
Alles in allem ein super Abschluss, zu dem ich nur sagen kann: Lesen!

21. Januar 2011

[Rezension] Licia Troisi - Die neuen Abenteuer von Nihal

Licia Troisi, Roberto Recchioni, Gianluca Gugliotta, Massimo DallOglio
Die Drachenkämpferin - Die neuen Abenteuer von Nihal
Verlag:
Panini Manga und Comic
Seiten:
132
Ausgabe:
Paperback mit Klappenbroschur
ISBN:
978-3-86201-022-6
Preis: € 14,95



Inhalt:
Die Aufgetauchte Welt wird von Menschen, Elfen, Nymphen, Gnomen, Drachen und zahlreichen anderen unheilvollen Wesen bevölkert. Unter ihnen auch Nihal, die letzte Halbelfe.
Eine Prophezeiung besagt, dass sie dazu bestimmt ist, das von Krieg und Auseinandersetzung gebeuteltes Land von dem Tyrannen zu retten.
 


Meine Meinung:
Als ich gesehen habe, dass es von Licia Troisis Trilogie „Die Drachenkämpferin“ einen Comic gibt, musste ich ihn einfach haben, denn die Bücher um Nihal sind meine absoluten Favoriten in Genre der Fantasy.

Der Comic enthüllt Ereignisse aus Nihals Jugend, die nicht spurlos an ihr vorbei gegangen sind und die sie zu einer Kämpferin gemacht haben, Dafür wurden die Geschichten der ursprünglichen 3 Bänder in nun einen Band zusammengefasst. Allerdings dürften hier Nichtleser der Romane Schwierigkeiten haben, denn ohne das Wissen der drei zugrunde liegender Bücher ist es schwer der Story zu folgen. Aber für alle Fans von Nihal ist dieser Comic eine wunderschöne Ergänzung zu der Bücherreihe.
Am Anfang des Comics gibt es eine kurze Einleitung der Autorin Licia Troisi sowie eine Karte der Aufgetauchten Welt, wie sie schon in den Bücherreihen vorkommt. Neben den wunderbaren Charakterbeschreibungen findet man zahlreiche Infos über die Autoren und die Zeichner. Auch findet man am Ende die Cover der Comic-Ausgaben 1-4.


Für den Comic hat der Autor Roberto Recchioni vier Kapitel entwickelt, in denen Nihals Angst, Hass, Verzweiflung und Wut im Mittelpunkt stehen. Diese mitreisenden Geschichten wurden dazu perfekt in die Zeichnungen von Gianluca Guglliotta und Massiomo Dall'Oglio eingewoben. Die wieder überaus gelungene Cover wurden, wie bereits die Bücher von Licia Troisi, von Paolo Barbieri gestaltet. Die Zeichnungen des Comics sind zwar sehr schön farblich gestaltet, können aber mit den Coverillustrationen nicht mithalten.


Nihal finde ich sehr gut getroffen und auch Sennar ist sehr gut dargestellt. Auch wenn ich ihn mir persönlich auch etwas anders vorgestellt habe. Sehr schön finde ich, dass es in dem Comic einige Rückblenden aus Nihals und Sennars Kindheit gibt, die farblich gedämpft ist und sich somit von der „Hauptgeschichte“ löst.


Mein Fazit:

Die Drachenkämpferin – Die neuen Abenteuer von Nihal“ ist ein wunderbarer Comic, der die Trilogie ergänzt und den Leser in eine atemberaubende und spannende Fantasywelt eintauchen lässt. Eine für mich sehr gelungene Adaption der Romane, jedoch für Neueinsteiger aufgrund des fehlenden Basiswissens nicht geeignet. Für Fans der Reihe jedoch ein absolutes Muss!

[Rezension] Nina Blazon - Ascheherz

Nina Blazon
Ascheherz
Verlag: cbt
Seiten: 544
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-16065-7
Preis: € 18,99



Inhalt:
Summer kann sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern. Sie weiss nur eins: Der Blutmann, der sie in ihre Albträume verfolgt, will sie töten. Doch er scheint nicht der einzige zu sein: Zwar rettet der geheimnisvolle und engelhaft schöne Anzej ihr Leben, aber auf ihrer gemeinsamen Flucht in das Nordland erfährt sie von ihrer Vergangenheit als Zorya, die durch ihren Kuss Menschen in den Tod begleiten. Vor mehr als 200 Jahren hat sie als Zorya Tjamed einen schweren Fehler begangen, indem sie einem Menschen, der dem Tode geweiht war, leben lies und ihm ewiges Leben schenkte. Als Dank dafür hat er Tjamed verraten und ihr das wertvollste als Zorya gestohlen: ihren Flügelmantel. Da er von dieser Zeit an einen erbitterten Krieg gegen Lady Mar, die Herrin des Todes, führt, fordert diese nun das Leben zurück, um das sie einst betrogen wurde. Sie fordert Tjamed auf diese Aufgabe zu erfüllen. Doch Tjamed sehnt sich weiterhin nach dem Leben als Mensch und noch viel mehr nach dem gefangenen Soldaten, dem sie ihre Liebe schenken will...

Meine Meinung:
Mit „Ascheherz“ hat Nina Blazon nach „Faunblut“ ein weiteres wahres Meisterwerk erschaffen, das in ihrer eigenen Fantasywelt spielt. Allerdings hat es etwas gedauert bis ich in der Geschichte angekommen bin. Trotz des schleppenden Einstiegs mauserte sich die Handlung aber doch noch zu einem spannenden Fantasyroman. Auf geheimnisvolle Art und Weise wird man in Summers rätselhafte Welt gezogen in der man fieberhaft mit eifert was es mit dem Blutmann und Summers Vergangenheit zu tun hat. 

Der Schreibstil von Nina Blazon ist wie immer sehr angenehm und bildhaft zu lesen, und man merkt sehr genau wie viel Hingabe, Liebe, Poesie und Schönheit sie in die Handlung eingeflochten hat, dass die wie Zucker auf der Zunge vergeht. Nach dem leider etwas schleppenden Einstieg hat mir das Ende am besten gefallen. Die Handlung nahm an Tempo und Geschwindigkeit zu und man fiebert mit Summer mit, wie sie auf Leben und Tod eine wichtige Entscheidung treffen muss.
Natürlich dürfen in den Büchern von Nina Blazon nicht zu kurz kommen. Summers Liebe für den Soldaten entwickelt sich ganz langsam. Sie spürt von Anfang an eine tiefe Verbundenheit, die wie purer Zucker zu lesen sind, und in den Momenten, in denen sie sich nicht ganz sicher ist, ob er es war, der sie um ihren Flügelmantel betrogen hat, sind sehr dramatisch.
Die Charaktere sind unglaublich interessant, weil sich alle in Grauzonen bewegen, in dem Gut und Böse, schwarz und weiss, verschwimmen. Sie sind so unterschiedlich auf ihre Art und Weise, dass man sie einfach alle irgendwie lieb haben muss. So ist Summer eine feinfühlige, liebenswürdige, aber auch undurchschaubare Figur. Sie schlüpft in ihrem Leben in so viele Rollen um zu überleben und ihre Albträume machen ihr das nicht einfacher. Schließlich erfährt sie nach und nach die grausame Wahrheit, wer sie in der Vergangenheit war und muss sich dieser (so schmerzlich sie auch ist) stellen.

Mein Fazit:
„Ascheherz“ von Nina Blazon ist ein phantastisches Abenteuer-Märschen, dass man mit Summer gemeinsam beschreitet. Man begleitet sie auf der Suche nach sich selbst, an die Grenze von Richtig und Falsch, sowie der Entscheidung zwischen Liebe und Tod. Ich empfehle dieses Buch allen Nina Blazon-Fans, die bereits andere Bücher von ihr gelesen haben, sowie allen anderen Leser und Leserinnen in diese Märchenhafte Welt einzutauchen und die Melodie der Handlung in sich wieder klingen zu lassen. Ein wunderbares Buch zu Anfang des Jahres und ein absolutes Highlight 2011!

[Rezension] Sebastian Fitzek - Splitter

Sebastian Fitzek
Splitter
Verlag:
Droemer-Knaur
Seiten:
384
Ausgabe:
Taschenbuch
ISBN:
978-3-426-50372-0
Preis: € 9,99

Inhalt:
Marc Lukas arbeitet als Streetworker mit Straßenkindern und hat ein schlimmes Erlebnistrauma: Seine Hochschwangere Frau ist zusammen mit dem ungeborenen Sohn bei einem Autounfall gestorben, während er als Fahrer überlebt hat. Um dieses Erlebnis zu vergessen, nach vorne zu blicken und eine neues Leben anzufangen, findet er in einer Zeitschrift eine Anzeige von einer Privatklinik. Diese suchen Probanden für ein neues Experiment, bei dem man schlimme Ereignisse vergessen kann. Marc wird eingeladen, lässt verschiedene Tests mit sich machen, entscheidet sich aber letztendlich doch dafür nicht an dem Test teilzunehmen, da es sehr gefährlich ist. So wird dem Probanden die komplette Erinnerung gelöscht und nach und nach wieder das eingespielt, an was er sich erinnern möchte. Doch dann beginnt der Albtraum: Sein Schlüssel passt nicht mehr in seine Wohnungstür und im Namensschild steht ein ganz anderer Name. Als er wie verrückt klopf, öffnet ihm plötzlich seine hochschwangere Frau, die ihn aber nicht kennt. Sie schickt ihn fort und ruft die Polizei. Doch es kommt noch schlimmer: Offiziell gibt es ihn in keinem Register mehr und als er sein eigenes Handy anruft, geht ein fremder Mann ran, der selbst behauptet Marc Lukas zu sein. Der eigentliche Marc ist entsetzt und befürchtet, dass seine komplette Existenz ausgelöscht wurde. Sofort macht er sich auf den Weg zur Klinik – doch auch sie ist verschwunden. Stattdessen prangt an der Stelle nur ein Plakat der Klinik, wie sie in 2 Jahren aussehen soll...

Meine Meinung:
Dies ist mein erstes Buch von Sebastian Fitzek und ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Die Handlung hat mich selber an meinem Verstand zweifeln lassen und das ist es, was einen guten Psycho-Thriller ausmacht. Zusammen mit Marc war man in der Klinik und nun soll sie verschwunden sein? Was ist mit seinem Leben passiert? Ist man vielleicht in der Zeit gereist? Wurde sein Gedächtnis doch gelöscht und falsch bespielt? Die Handlung ist tief und der Leser wird in die Geschichte hineingezogen. Sie strotzt zudem noch am Ende eines jeden Kapitels mit einem Cliffhenger, dass man nicht mal dazukommt das Buch für 2 Minuten aus der Hand zu legen, sondern will immer nur weiterlesen und fiebert mit Marc Lukas dem Ende entgegen, das mich leider etwas enttäuscht hat. Vielleicht habe ich es auch nicht ganz verstanden – aber trotz mehrmaligem Nachlesen habe ich den „Clou“ einfach nicht verstanden. Vielleicht kann mir der Autor bei Gelegenheit mal auf die Sprünge helfen :-)

Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten und bauen, wie bereits erwähnt, mit Cliffhengern die kontinuierlich komplexer werdende Geschichte auf. Dazu kommt, dass der Erzählstil mich so fasziniert hat, dass ich mich ihm nicht entziehen konnte. Ebenso der Stil. Er hat mir so gut gefallen, dass ich von Wahrheit, Realität und Fiktion nicht mehr unterscheiden konnte. Einfach absolut einmalig!

Der Haiptchara Marc Lukas war mir sehr sympathisch und er hat mir so leid getan, als ihm vom einen Moment auf den anderen sein ganzes Leben geraubt wurde. Seine Situation, seine Hilfslosigkeit und seine pure Verzweiflung sind vom Autor sehr gut dargestellt und sehr glaubhaft, dass sich diese Gefühle sogar beim Lesen auf mich übertragen haben.

Mein Fazit:
„Splitter“ von Sebastian Fitzek ist der beste Psycho-Thriller des Jahres! Er bietet zusätzlich einen ordentlichen Schuss Action und es macht Spaß in diese Welt einzutauchen, da er berührt und Angst macht, ohne dass es ein großes Blutvergießen gibt. Ein wunderbares Buch, dass einen Kauf auf jeden Fall Wert ist. Auch wenn ich den Clou am Ende leider nicht verstanden habe werde ich mit Sicherheit noch weitere Bücher von Sebastian Fitzek lesen.

1. Januar 2011

Das bin ich




Name : Yvonne


Geburtstag : 15.Oktober 1980


Wohnort : Besigheim




Ich liebe das Lesen sowie der Geruch neuer Bücher. Ich kann abends nicht einschlafen ohne im Bett auch nur ein paar wenige Seiten zu lesen und gehe (fast) nie ohne ein Buch aus dem Haus. Ich liebe vor allem die Genre Fantasy und Thriller.
Mein zweites Hobby sind meine Wellensittiche, die ihr euch gerne >hier< mal anschauen könnt. Desweiteren liebe ich es in ein paar freien Stunden auf meiner PlayStation3 oder meiner Wii zu zocken.

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