8. Dezember 2009

[Rezension] Joseph Nassise - Der Schattenseher

Joseph Nassise
Der Schattenseher, DIE HUNT CHRONIKEN-Reihe, Teil 1
Originaltitel: Eyes to see
Verlag:
PAN
Seiten: 352
Ausgabe:
Klappenbroschur, Quality Paperback
ISBN: 978-3-426-28304-2
Preis: € 9,95

Jeremiah Hunts Tochter wurde vor 5 Jahren entführt, während er in seinem Büro arbeitete. Er gibt sich selber die Schuld für Elizabeths verschwinden und während die Polizei im dunkeln tappt, behauptet eine Zeugin, Hunt und Elizabeth zusammen nach ihrem Verschwinden auf der Straße gesehen zu haben.
Nachdem die Polizei den Fall nach einem Jahr zu den Akten legt setzt Hunt alles daran seine Tochter auf eigene Faust zu finden. Nachdem ihn schließlich auch noch seine Frau verlässt droht er an dem Verlust seiner Tochter zu zerbrechen. Erst als er auf die Spur eines magischen Rituals stößt schöpft er neue Hoffnung. Hierin verliert er zwar fast komplett sein Augenlicht, dennoch kann er nun übernatürliche Wesen wie die Geister der Toten sehen.
Erst als weitere Morde passieren findet er eine Spur, die ihn zu seiner verschwundenen Tochter führen könnte…

Auf dem Cover ist ein Dämonenkopf abgebildet, der das Tor zu einer anderen Welt sein könnte. Das Bild zusammen mit dem Buchtitel und dem Autorenname wurde so gepresst, so dass sich eine Erhebung ergibt wenn man mit den Fingern darüber fährt.
Ich habe mich schon sehr auf den Titel „Der Schattenseher“ von Joseph Nassise gefreut, der nach den „Chroniken der Templer“ nun der Debutroman zu seiner neuen „Die Hunt Chroniken“-Reihe ist.
Er ist ein furioser, paranormaler Thriller mit einer Detektivgeschichte bei dem die Kämpfe von Hunt gegen die Geister auf der Welt im Vordergrund steht. Also ein Kampf gut gegen böse, der jedoch einen sehr hohen Unterhaltungswert hat.
Da das Ende noch offene Fragen in Bezug auf den Doppelgänger als auch Elizabeths Geschichte offen lässt, freue ich mich schon sehr auf die Nachfolgebände.
Joseph Nassise’ Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Sie wird überaus packend erzählt, dass ich öfters die Luft angehalten habe und das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich die letzte Seite gelesen hatte. Die Spannungskurve baut sich von Anfang bis Ende überaus spannend auf und selbst am Schluss hat es der Autor geschafft noch einmal an Dramatik zuzulegen. Dazu hat er magische Elemente in die Geschichte einfließen lassen und gibt ihr somit noch einen mysteriösen Hauch.
Sehr schön finde ich, dass er seine Kapitel immer recht kurz gehalten hat und diese noch durch zwei Zeitstränge unterteilt sind. Einerseits liest man in der Vergangenheit über Elizabeths verschwinden bis hin zu dem geheimnisvollen Ritual, und zum anderen die eigentliche Geschichte. Beide Handlungsstränge werden unter den Kapiteln durch die Vermerke wie Vergangenheit, Heute und Gegenwart unterteilt. Dabei wechselt der Autor in die unterschiedlichsten Erzählformen wie die Ich-Perspektive von Hunt, dann wieder zum normalen Erzählstil und das ohne dabei den Leser zu verwirren. Das verdient meines Erachtens ein großes Lob.
Die Hauptcharaktere wurden sehr gut ausgearbeitet und wirken sehr real. Allen voran kann man sich in Jeremiah Hunt sehr gut reinversetzen, da einem Elternteil nichts schlimmeres passieren kann, als dass das eigene Kind verschwindet und wohlmöglich sogar tot ist. So sieht er in dem mysteriösen Ritual die einzige Möglichkeit seine Tochter wieder zu finden und greift nach diesem letzten Strohhalm.
Denise Clearwater hatte bereits in „Die Chroniken der Templer“ eine Nebenrolle und wird nun in „Die Hunt Chroniken“ dem Hauptprotagonist Jeremiah zur Seite gestellt und erhält somit ebenfalls eine Hauptrolle. Sie ist eine Zaunhexe, mit deren Hilfe Jeremiah sich auf die Suche nach seiner verschwundenen Tochter macht.
Leider bleibt der große Feind von Hunt und Denise weitgehend im Nebel weshalb ich hoffe, dass man über ihn etwas mehr in den Folgebänden erfährt. Auch die Nebenfiguren sind dem Autor gut gelungen. Egal ob der immer hilfsbereite Barkeeper Dmitri oder der seltsame Detective Stanton. Beide wissen den Leser mit ihrem Verhalten zu überraschen, worüber ich aber nichts weiter verraten darf.

Mein Fazit:
Abschließend kann ich diesen Fantasy-Thriller jedem nur wärmstens empfehlen. Für mich ist es eines der besten Bücher 2009, die ich gelesen habe. Es ist sehr ansprechend und die Geschichte reißt den Leser mit liebenswerten Hauptprotagonisten von Anfang bis Ende mit. Ich hoffe sehr, dass der Verlag den Leser nicht allzu lange auf den Nachfolgeband warten lässt.

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