14. Oktober 2010

[Lesung] Thomas Thiemeyer - Buchprämiere Korona

Dietmar Wunder und Thomas Thiemeyer
Am 14. 10. 2010 präsentierte Thomas Thiemeyer seinen neuen Mysterythriller „Korona“ im Stuttgarter Planetarium. Der Autor zeigte interessante Bilder zu seine Recherchereise und unterlegte diese mit spannenden Geschichten. Begleitet wurde er von Dietmar Wunder, der einer der bekanntesten und profiliertesten Synchronsprecher ist und seine Stimme schon Adam Sandler und Daniel Craig geliehen hat. Dietmar Wunder hat bereits das Hörbuch zu „Korona“ eingelesen und las bei der Prämiere einige Abschnitte aus dem gleichnamigen Buch vor.
In „Korona“ geht es zum einen Teil um Gorillas bzw. Gorillaforscher, zum anderen um die Sonne oder vielmehr um die äußere Schicht der Sonne, die Korona. Sie hat einen ziemlich großen Einfluss auf die Geschehnisse auf der Erde, so kann es zum Beispiel zu Irritationen im Funkverkehr oder zu Satellitenausfällen kommen…
Das Buch ist eine Mischung aus Wissenschaftsthriller mit einer gelungenen Prise Phantastik. Aber es gibt auch eine Liebesgeschichte zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen ist da die Gorillaforscherin Amanda Walker, die plötzlich einen Neuzugang zu ihrem Team bekommt: Ray Cox. Er saß die letzten 10 Jahre im Gefängnis und vermittelt so überhaupt nicht den Eindruck eines Biologen…

Korona“ ist der 5. Erwachsenenroman von Thomas Thiemeyer, der zwischenzeitlich auch 2 Jugendromane geschrieben hat. Wie der Autor berichtete ist „Korona“ für ihn aber ein ganz besonderes Buch, da es im Kern eine Geschichte enthält, die er vor über 10 Jahren geschrieben hat. In diesem Erstlingswerk mit dem Namen „Inseln über dem Abgrund“ und zugleich allererste Fassung von „Korona“ geht es um einen Künstler der ein spezielles Bild malt. Dieses Bild hat magische und übersinnliche Eigenschaften und ist wie ein Tor zu einer anderen Welt, in dem der Künstler zwar viele Abenteuer erleben aber nicht mehr zurückkehren kann…
Obwohl Thomas Thiemeyer zu diesem Zeitpunkt Blut geleckt hat und definitiv Schriftsteller werden wollte, landete dieses Erstlingswerk sowie sein zweiter Roman in der Schreibtischschublade, bis dann schließlich sein 3. Roman „Medusa“ bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur im Jahre 2004 erschienen ist.
Nach Veröffentlichung weiterer Romane, beschäftigte ihn wieder die Grundidee des 1. Romans. Er wollte das Buch mit dem Dimensionstor ganz neu schreiben und so entstand aus dem Künstler eine Gruppe Gorillaforscher und aus dem magischen Bild eine „kosmische Katastrophe“ in Form eines Ausbruchs auf der Sonne. Die Grundidee um die Öffnung eines Portals oder vielmehr eines Wurmlochs, dass die Forscher in eine andere Welt bringt, ist aber immer noch die gleiche geblieben. So entstand die Geschichte von „Korona“. 2008 hat sich Thomas Thiemeyer ein Ticket gekauft um vor Ort über die Gorillas und die Umgebung zu forschen. Dabei erzählt der Autor, dass er auf diese Reise über 20 Jahre warten musste, da die Länder Uganda, Ruanda und die Demokratische Republik Kongo enorme humanitäre Probleme hatten und zu diesem Zeitpunkt auch der große Völkermord in Uganda war, dem mehr als 1 Mio. Menschen zum Opfer fielen.
Thomas Thiemeyer zeigte Bilder seiner Reise, die man auf der Internetseite der Verlagsgruppe Droemer Knaur anschauen kann. Bilder. Außerdem las er einen Erfahrungsbericht vor, in dem er berichtete was ihm genau durch den Kopf ging, als er den Gorillas und vor allem dem Silberrücken begegnet ist.
Dietmar Wunder las auf angenehme und mitreißende Art und Weise aus dem Buch, wie ich es noch auf keiner Lesung erfahren habe. Das Zusammenspiel zwischen dem Autor und dem Synchronschauspieler war einfach nur perfekt und harmonisch.
Nach der „Show“ standen die beiden schließlich noch für Autogramme, Bilder und Diskussionen zur Verfügung und rundeten somit den schönen und abwechslungsreichen Abend ab.

Mein Dank geht an Thomas Thiemeyer, Dietmar Wunder, die Organisationstalente von Droemer Knaur sowie dem Planetarium in Stuttgart, die dafür gesorgt haben, dass die Prämieren-Lesung von „Korona“ ein unvergesslicher Abend wurde.

13. Oktober 2010

[Rezension] Sergej Lukianenko - Trix Solier

 Sergej Lukianenko
Trix Solier
Originaltitel: Nedotepa
Verlag:
Beltz
Seiten: 584
Ausgabe:
Gebundenes Buch
ISBN: 978-3-407-81074-8
Preis: € 17,95
Leseprobe


Trix, Erbe des Herzogtums Solier, wird Opfer eines gemeinen Putschs. Trix schwört Rache. Bloß wie? Die wilde Welt jenseits der Schlossmauern ist nichts für zarte Jünglinge. Grässliche Untote, verwirrte Feen und minderbemittelte Minotauren machen Trix das Leben schwer. Aber dann entdeckt er ein ungeahntes Talent: Ist er vielleicht zum Magier berufen? Mit neuem Mut versucht sich Trix als Retter der schönen Fürstin Tiana, die zwangsverheiratet werden soll. Dafür verspricht Tiana, ihm zu helfen, den Thron zurückzuerobern. Die beiden schmieden einen tollkühnen Plan …

Meine Rezension:

“Trix Solier” ist der neueste Jugendbuch-Roman des russischen Schriftstellers Sergej Lukianenko, der mich sehr durch sein schön gestaltetes Cover, den Klappentext aber auch durch den Untertitel „Zauberlehrling voller Fehl und Adel“ neugierig gemacht hat. Ich musste das Buch unbedingt lesen.
Die Abenteuer des Trix Solier sind in vier Abschnitte unterteilt: Wahrheit, Gewissen, Gerechtigkeit und Schluss. Doch schon nach den ersten paar Seiten steckt der Leser in einer spannenden und sehr unterhaltsamen Fantasygeschichte, die für Leser jedes Alters geeignet ist und einfach mitreist. Je weiter man in die Geschichte vordringt und den unterhaltsamen und fantasiereichen Erzählungen des Autors folgt, umso mehr entstehen die bildlichen Beschreibungen des Autors wie von selbst vor dem eigenen Auge und lassen den Leser in die wundervolle Welt des (Co-)Herzogs Trix Solier eintauchen.
Die Geschichte wurde mit soviel Charme und Humor geschrieben, dass man gar nicht anders kann als diese zu lieben und sich sofort heimisch zu fühlen. Die Welt ist so detailreich und verspielt beschrieben, wie die Handlungsorte und die Charaktere.
Man merkt sehr schnell, dass in den Protagonisten von Sergej Lukianenko sehr viel Liebe und Charme steckt. Vor allem der Hauptprotagonist Trix Solier hat es mir sehr angetan, denn er durchlebt in der Geschichte eine sehr gut dargestellte Wandlung. So muss der mutige und tapfere Trix sehr viel lernen um in der Welt außerhalb des wohl behüteten zu Hauses zu überleben und seine angekündigte Rache zu bekommen. Aber auch die Weggefährten von Trix sind sehr facettenreich dargestellt und habe ich sehr gemocht – bis auf die Blumenfee. Sie war mir als einzigster Charakter zu aufmüpfig und nervig – auch wenn ich die Idee von einer Rauschkrautsüchtigen Fee lustig finde.

Mein Fazit:
„Trix Solier“ hat mich absolut begeistert, da es ein erfrischendes und fantasievolles Werk des russischen Autors ist. Er verbindet eine wundervolle Fantasiegeschichte mit Witz und viel Ideenreichtum und ich persönlich würde mich sehr über eine Fortsetzung des Werks freuen.

[Lesung] Markus Heitz - Judassohn

Am 11.10.2010 hat Markus Heitz in der Thalia-Buchhandlung in Ludwigsburg eine Lesung zu seinem Buch „Judassöhne“ gegeben. Pünktlich um 20 Uhr nahm der Autor am Pult Platz und riss das Publikum sofort mit seiner witzigen Art mit. So erzählte er erst einmal Vorweg aus dem Nähkästchen und brachte das Publikum zum Lachen. Unter anderem erzählte er, dass er prinzipiell an allen Flughafen kontrolliert wird. Was auch kein Wunder sei, wenn einer ganz in Schwarz auftaucht und dann noch Stahlkappen in den Schuhen hat, was wiederum dafür sorgt, dass jeder Metalldetektor sofort bis zum Anschlag „rot“ schreit. Dies sei für ihn aber auf jeden Fall kein Grund plötzlich eine Jeanshose und ein weißes Hemd zu tragen. Des weiteren berichtete er, dass sein Buch „Blutportale“ soeben in Holland erschienen und er über den Titel etwas enttäuscht ist, da er nicht mehr so spektakulär klingt. So heißt das Buch dort „Bloedportale“, was ihn ziemlich irritiert, denn es ist viel mehr blutig als blöd (Zitat: „Nehme ich doch mal an.“).
Nach diesen Lachern stellte sich der Autor kurz vor und gab eine kurze Übersicht über seine Werke. So nebenbei stellte er auch richtigerweise fest, dass seine Vampire nichts mit dem derzeitigen Hype der Kuschelvampiren zu tun hat. Seine Vampire waren zuerst am Start und das wichtigste Merkmal ist, dass seine Vampire nicht glitzern und auch nicht so romantisch sind – zumindest nicht prinzipiell. Vielmehr sind seine Vampire mit Dingen aus dem Volksglauben gespickt, weil diese sehr interessant und sehr umfangreich sind.
Bevor Markus Heitz seine einstündige Lesung begann erzählte er, dass dass seine Vampir-Reihe mit „Kinder des Judas“ angefangen hat. Nachfolgend erschien „Judassohn“ und im Dezember 2010 wird die Reihe ihren Abschluss mit „Judastöchter“ finden. Über seine zukünftige Ideen berichtete er, dass er im Moment 2 Ideen hat, diese aber noch weiter ausdenken muss. Fest steht laut Autor: „Es bleibt böse, dreckig und gemein“.
In der Vampir-Reihe ist die Hauptdarstellerin Sia und sie hat eine große Verpflichtung, die sie sich selber aufgebürdet hat. Sie ist eine der wenigen unsterblichen Vampiren in der Buchreihe und überwacht ihre Kinder, ganz normalen Vampire. Denn nach Volksglauben können Vampire ganz normal wie Menschen gebären, jedoch besteht bei ihnen eine größere Möglichkeit, dass sie als Vampir wieder auferstehen. Da Sia aber weiss, dass zu viele Vampire nicht gut für die Menschen sind, möchte Sia die Rückkehr ihrer Kinder verhindern und eliminiert diese. In „Judassohn“ lebt sie mit ihren Nachfahren Emma und Elena zusammen. Sia hat es nicht übers Herz gebracht die beiden vorab zu eliminieren und hat es sich zur Aufgabe gemacht über die beiden zu wachen und vor Schaden zu bewahren…
Welche Spannung dabei dem Leser geboten wird kann jeder selber in „Judassohn“ nachlesen :-)
Nach einer anschließenden Frage-Runde an den Autor hat er sich Zeit genommen Autogramm- und Fotowünsche zu erfüllen, wofür er sich sehr viel Zeit genommen hat. Nach der Veranstaltung war es sehr schön noch für einen kurzen Moment privat mit Markus Heitz zu reden und ihm das eine oder andere private Detail und Geheimnis zu entlocken…


Ich danke Markus Heitz und der Thalia-Buchhandlung in Ludwigsburg für eine wundervolle Veranstaltung und einen wunderschönen Abend.