18. August 2010

[Rezension] Thomas Thiemeyer -Chroniken der Weltensucher. Der Palast des Poseidon

Thomas Thiemeyer
Der Palast des Poseidon, Chroniken der Weltensucher, Band 2
Verlag: Loewe
Seiten: 480
Ausgabe:
Hardcover
ISBN: 978-3-7855-6576-6


Wenige Wochen nach seiner Rückkehr aus der Stadt der Regenfresser nimmt Carl Friedrich von Humboldt seinen ersten Auftrag von einem griechischen Reederer an, der vor der Inselgruppe Santorin eines seiner Frachtschiffe verloren hat. Der einzige Überlebende dieser Tragödie ist der Kapitän. Dieser erzählt, dass wechselnde Leuchtfeuer ihn in die Irre geführt haben, bevor sich riesige Fangarme mit eisernen Klauen erhoben haben und das Schiff zum Kentern brachten. Kurz darauf ist das Schiff, wie auch viele andere, an dieser Stelle spurlos verschwunden. Von Humboldt, Oskar, Charlotte, Eliza und die Kiwi-Dame Wilma brechen schließlich sofort auf um diesem mysteriösen Rätsel auf den Grund zu gehen. Dabei können sie Hippolyte Rimbault und seine Tochter Océanne für ihr Vorhaben gewinnen. Diese besitzen eines der aufregendsten Erfindungen dieser Zeit: Die Nautilus. Eine Art Tauchkugel mit weltweit erster Bathysphere, die es ihnen ermöglicht mehrere Stunden unter Wasser zu bleiben. Dort, mehr als 300 Meter unter dem Meeresspiegel machen die Forscher eine unglaubliche Entdeckung…

Die Gestaltung des Buchs, sowohl in Optik als auch in der Verarbeitung, ist wieder einmal wunderbar gelungen und lässt jedes Leserherz höher schlagen. Das Buch liegt in gebundener Form mit einem Lesebändchen vor. Während der blaue Kartoneinband mit silberner Prägung versehen wurde, ist die Coverillustration der vorliegenden Geschichte angepasst worden. Das Kreisrunde Innenmotiv wird in Spotlackoptik hervorgehoben und wurde von Herrn Thiemeier selbst gestaltet. Das Bild ist sehr detailliert gemalt und zeigt eine Szene der Geschichte auf. Das Motiv wird von vielen Zahnrädern in den unterschiedlichsten Größen umrahmt und weist somit einen hohen Wiedererkennungswert zum ersten Teil auf.
Nach dem mehr als gelungenen Auftaktband „Die Stadt der Regenfresser“ entführt der Autor nun mit dem zweiten Teil von „Die Chroniken der Weltensucher“ in ein spannendes Unterwasserabenteuer. Genauer gesagt, in die versunkene Stadt Atlantis. Der Autor vermischt gekonnt historische Tatsachen mit phantastischen Elementen, bei denen auch ein klein wenig sein eigener Forschungsdrang hindurch dringt, denn das Abenteuer basiert auf fundierter Recherche der historischen Fakten sowie seiner eigenen künstlerischen Freiheit.
Wie beim Vorgänger ist auch diese Geschichte in sich abgeschlossen. Jedoch sollten gerade jüngere Leser beim Schlussteil des Buchs gruselfest sein, da es ziemliche schaurige Szenen gibt. Die Vorstellung an eine Symbiose von Mensch und Maschine, die man aus dem Genre Science-Fiction kennt, ist nicht unbedingt was für zart besaitete Abenteurer-Gemüter.
Der Schreib- und Erzählstil ist wunderbar flüssig für jede Szene gewählt. Obwohl die Sprache sehr einfach gehalten wurde, regt der Autor aber auch an einigen Stellen zum nachdenken an, da einige Dialoge in französisch abgefasst sind.
Der Autor versteht eindrucksvolle Bilder zu zeichnen ohne sich im kleinsten Detail zu verlieren. Die Geschichte wird farbenfroh und lebendig erzählt und fesselt von Anfang bis Ende. Der Spannunsgbogen wird durch Verfolgungsjagten, einer Portion Grusel in Form von Science Fiction und einigen Überraschungsmomenten kontinuierlich aufgebaut.
Thomas Thiemeyer hat mit seinen Charakteren wunderbare Helden erschaffen, die so greifbar erscheinen und ein fesselnder Bestandteil des Romans sind. Hauptprotagonist und Drehschreibe dieser Geschichte ist Carl Friedrich von Humboldt, der eigentlich Carl Friedrich Dunhauser heißt, und sich als Nachfahre des berühmten Forschers Alexander vonHumboldt sieht. Neben dem ehemaligen Straßenjungen Oskar, von Humboldts Nichte Charlotte und Eliza spielt auch die kleine liebenswerte Kiwi-Dame Wilma bei der Reise am Meeresgrund eine ganz besondere Rolle. Aber auch der diesmalige Widersacher, ein skrupelloser Assasine, genannt „der Norweger“, der seine Arbeit sehr ernst nimmt und jeden seiner Aufträge mit äußerster Präzision ausführt, sorgt für genügend Spannung und Nervenkitzel.

Mein Fazit:
Der Autor überzeugt wieder einmal mit spannenden Abenteuer, die das Kopfkino nur so anregen. Das Buch ist unglaublich toll geschrieben und überaus fesselnd. Jeder der sich dann auch noch ein klein wenig für Naturwissenschaften, Erfinder und Erfindungen aus des 19. Jahrhunderts interessiert, ist hier genau richtig. Historische Details werden hier nämlich mit phantastischen Elementen verknüpft und machen “Der Palast des Poseidon” zu einem höchst unterhaltsamen und fesselnden Roman, der für jung und alt absolut empfehlenswert und ein richtiges Lesehighlight ist. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, dass der Autor sowohl die Verantwortungen, als auch die Auswirkungen der Wissenschaft gegenüber ihren Schöpfungen anspricht und den Leser zum Nachdenken anregt. Ich freue mich deshalb schon sehr auf den nächsten Teil der “Chroniken der Weltensucher” und hoffe sehr, dass uns der Autor und der Verlag nicht allzu lange darauf warten lassen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen