17. Juli 2010

[Rezension] Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher. Die Stadt der Regenfresser

Thomas Thiemeyer
Die Stadt der Regenfresser, Chroniken der Weltensucher, Band 1
Verlag: Loewe
Seiten: 447
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3-7855-6574-2



Der 16-jährige Berliner Oskar Wagner lebt als Taschendieb auf der Straße und investiert einen Teil seiner beute in Romane um auf den Spuren von Karl May und Jules Verne zu wandeln… Eines Tages bestiehlt er jedoch einen fremden Mann, der ihn daraufhin verfolgt. Gerade als Oskar glaubt den Mann abgehängt zu haben, taucht dieser plötzlich aus dem Schatten auf und betäubt ihn mit einem seltsamen, weißen Pulver. Als Oskar wieder erwacht ist er gefesselt und ein Gefangener des mysteriösen Mannes. Schnell erfährt Oskar jedoch, dass ihn keine harte Strafe für den Diebstahl erwartet, denn bei seinem Entführer handelt es sich um Carl Friedrich Donnhauser, der sich allerdings Humboldt nennt und sich als Nachkomme des bekannten Forschers Alexander Humboldt sieht. Oskar soll ihn als Diener auf seiner nächsten Expedition begleiten, denn seit kurzem befindet sich eine höchst interessante Fotoplatte in seinem Besitz. Auf dieser ist eine Stadt in der Vertikalen zu sehen, die 3000 Meilen über dem Meer liegt und merkwürdige Luftfahrzeuge umringen: Der 1. Beweis für die Existenz der Stadt der Regenfresser…

Schon die Aufmachung des Buchs ist wunderschön gestaltet und motiviert jeden Abenteurer zum Lesen. Die Coverillustration ist perfekt der Geschichte angepasst und erinnert sehr an „In 80 Tagen um die Welt“ oder „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und verspricht Abenteuer pur. Klappt man das Buch auf, findet man eine sehr schöne Karte, die ins Detail geht und nostalgisch wirkt.
„Die Stadt der Regenfresser“ des Stuttgarter Autors Thomas Thiemeyer ist der perfekte Auftakt einer viel versprechenden Reihe um die „Chroniken der Weltensucher“, die eine Mischung aus Jugend- und Erwachsenenliteratur ist. Dabei ist es dem Autor gelungen die geschichtlichen Fakten sehr gekonnt mit einer fantastischen und spannenden Geschichte zu verbinden. Gemeinsam mit dem Leser entdecken Humboldt, Oskar und Co. Vergessene Völker, findet unvorstellbare Schätze und macht seltsame Entdeckungen… Die Leser erwartet wahrhaftig eine spannende und abenteuerliche Reise und werden mit kulturellen Überraschungen und Ideen konfrontiert, dass man sich selber als Protagonist in der Geschichte vorkommt und schnell mitfiebert. Neben spannenden Abenteuern gibt es auch sonderbare Erfindungen wie z.B. das Linguaphon zu entdecken. Es gibt fliegende Schiffe, chemische Waffen sowie mörderische Insekten, die zum Teil an Filme wie „Alien“ erinnern.
Der Schreibstil von Thomas Thiemeyer ist sehr schön, ebenso wie die gut durchdachten und verwobenen Handlungsstränge, wovon es in dieser Geschichte zwei gibt. So bekommt der Leser immer wieder eine andere Sichtweise der Geschehnisse vermittelt, die das Lesen interessant machen. Selbst die Reisevorbereitungen oder die Reise liest sich wie von selbst, indem der Autor sich nicht im Detail verliert sondern mit jedem Kapitel immer mehr Spannung aufbaut, bis zu einem überaus packenden und atemraubenden Finale.
Egal ob Oskar, Humboldt oder die Kampfamazone Valkrys Stone, alle Charaktere wurden sehr liebevoll ausgearbeitet und bilden mit den anderen Charakteren eine Vielzahl an interessanter Figuren.
 
Mein Fazit:
„Die Stadt der Regenfresser“ ist ein mehr als gelungener Auftakt einer neuen Romanreihe und ein absoluter Geheimtipp! Der Autor verwebt überzeigende Charaktere und wundervolle Schauplätze zu einer atemberaubenden Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Er bietet beste Unterhaltung für Jugendliche als auch für Erwachsene und ist ein absolutes Lesehighlight.

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