20. Juli 2010

[Rezension] Celine Kiernan - Schattenpfade


Celine Kiernan 
Schattenpfade, Morkawk-Trilogie, Teil 1
Originaltitel: The Poison Throne
Verlag: Heyne
Seiten: 496
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26629-2
Preis: € 19,95


Nichts ist mehr, wie es war, als die fünfzehnjährige Wynter nach ihrer Lehrzeit im Norden nach Hause zurückkehrt. Ein dunkler Bann scheint über dem Königreich zu liegen: Alte Bekannte weichen Wynter aus, und auch die sonst so redseligen Katzen weigern sich, mit ihr zu sprechen. Vor allem aber ist einer ihrer besten Freunde spurlos verschwunden: Kronprinz Albernon. Was ist mit ihm geschehen? Warum hat König Jonathon eine Schreckensherrschaft errichtet? Und was hat es mit den Gerüchten um eine neue, furchterregende Waffe auf sich? Wynter sieht sich vor eine schicksalhafte Wahl gestellt: Soll sie sich dem Willen des Königs beugen oder sich von ihm und ihrer Familie lossagen und das Geheimnis lüften?
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Meine Rezension:

Das Buch ist gebunden und wunderschön gestaltet. Das Cover wurde in matt gehalten, während der Schriftzug des Titels in Glanz eingearbeitet wurde. Die abgebildete Katze, lässt zwar auf einen Katzenroman hoffen – was allerdings nicht stimmt. Sie nehmen nur einen ganz kleinen Teil in der Geschichte ein und man weiß nicht, ob sie noch eine weitere tragende Rolle in der Trilogie haben, oder ob sie füllendes und ausschmückendes Beiwerk sind. Dem Buch liegt auch eine Landkarte in Form eines losen Blatts bei. Diese ist ebenfalls sehr schön gestaltet und lässt hoffen, dass noch viele Orte und Städte in den nächsten Teilen besucht werden.
Die irische Autorin Celine Kiernan hat bereits mit ihrem ersten Roman „Schattenpfade“ die irischen Leser begeistert und hat es nun mit ihrer „Moorehawk“ Trilogie nach Deutschland geschafft.
Die Saga spielt im 15 Jh. eines alternativen Europas und die Autorin nimmt sich viel Zeit den Leser in diese fremdartige Welt zu entführen. Bei all den Details, wie z.B. die Vorgänge am Hof, vergisst sie leider etwas mehr auf die Figuren (Lorca, Wynter, Rafi und Christopher) einzugehen. So wirken diese anfänglich sehr blass und oberflächlich, weshalb die ersten 100 Seiten schwer zum reinkommen sind und so einiges an Kraft kosten. An einigen Stellen zieht sich deswegen die Gerschichte in die Länge, aber wenn man die ersten 100 Seiten geschafft und sich eingelesen hat, ist die Geschichte mit ihrem Charme einfach nur wunderbar zu lesen und es macht richtig Spaß diese Welt zu entdecken. Auch wenn manche Dinge leider nicht genau erklärt werden und somit im Dunkeln bleiben oder der Leser sich diverse Dinge selber zusammenreimen muss. Dennoch muss hier erwähnt werden, dass dieses Buch eher etwas für die ruhigen Fantasyleser ist. Es gibt keine Kampf- und Actionszenen. Die Szene bleibt immer gleich ruhig auf gleichem Level. Vielleicht ändert sich das aber auch mit den nachfolgenden Teilen dieser Trilogie. Der Leser darf gespannt sein…
Sprachlich ist das Buch gut zu lesen. Lediglich das Erzähltempo gewinnt kaum an Fahrt und bleibt an manchen Stellen auf der Strecke. Vieles wiederholt sich und viele Dinge geschehen in der Geschichte ohne dass es in der Handlung weitergeht.

Mein Fazit:
„Schattenpfade“ ist ein wunderbarer, wenn auch langatmiger Auftakt der „Moorhawke“-Trilogie von Celine Kiernan. Sehr schön wäre es gewesen, wenn etwas ausführlicher auf die Geschehnisse und Umstände eingegangen wäre, die sich zwischen dem König, Rafi und Lorcan abspielen. Dennoch ein phantastisches Buch, dass mich trotz seiner kleinen Schwächen mit seinem Charme gefesselt und in seinen Bann gezogen hat.

17. Juli 2010

[Rezension] Suzanne Collins - Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe

Suzanne Collins
Gefährliche Liebe, Die Tribute von Panem, Band 2
Verlag: Oetinger
Seiten: 432
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7891-3219-3


Katniss hat zusammen mit Peeta die Hungerspiele gewonnen und durfte nun nach Hause zurückkehren.
Doch nun müssen sie sich als Liebespaar ausgeben und werden vom Kapitol auf die „ Tour der Sieger“ geschickt. Als dann plötzlich auch noch Präsident Snow bei ihr auftaucht und ihr droht, möchte Katniss mit ihrem Jugendfreund Gale fliehen…. Doch dann kommt alles ganz anders, denn auf einmal werden Katniss und Peeta in den Augen der Menschen zum Zeichen des Widerstands und außerdem noch vom Kapitol wieder in die Arena geschickt. Katniss muss sich von nun an zwischen Gale und Peeta sowie Freiheit, Sicherheit, Leben oder Tod entscheiden…
Nach dem spannenden ersten Teil „Tödliche Spiele“ geht es mit einem Zeitabstand von ungefähr einem halben Jahr in diesem zweiten Teil „Gefährliche Liebe“ in der Panem-Trilogie weiter. Dieses Buch ist wesentlich „gemütlicher“ als sein Vorgänger, denn hier starten die spannenden Hungerspiele nicht in der Hälfte des Buchs sondern nehmen nur einen kleinen Teil gegen Ende ein. Zuvor wird auf die „Tour der Sieger“ eingegangen, bei der Katniss vor aller Welt das verliebte Mädchen spielen muss, dass sie überhaupt nicht ist. Nach und nach kommt dann noch die Tatsache hinzu, dass die Menschen nach Rebellion rufen. So werden Katniss und der Spotttölpel zum 75. Jubiläum der Hungerspiele zum Zeichen der Rebellion. Somit ist das erste Drittel des Buchs ruhiger und ohne große Spannung, aber trotzdem lesenswert, da man viel von Katniss’ Konflikten miterlebt. Die Zeit in der Arena wurde von der Autorin wieder bekannt spannend geschrieben und geschildert. Obwohl Katniss nun im Gegensatz zum ersten Teil keine Einzelkämpferin mehr ist, erlebt sie und der Leser genauso viel Grausamkeit. In den Kämpfen unter den Teilnehmern geht es spannend her, wofür diverse Allianzen Misstrauen und Zwietracht säen. In Sachen Liebe gibt es nur die eine oder andere kleine, kurze romantische Szene, die allerdings nur die schwierige Dreiecksbeziehung Katniss–Peeta–Gale aufzeigt.
Das Ende von „Gefährliche Liebe“ ist offen und wird somit im dritten und letzten Teil dieser Trilogie fortgesetzt. Wann dieser in Deutschland erscheint steht leider bis jetzt noch nicht fest. Der englische Titel wird am 24.08.2010 veröffentlicht. Ich vermute, dass es das Buch bis zum Frühjahr 2011 auch in unsere Buchläden schafft.
Das vorliegende Buch wurde in Sachen Covergestaltung optisch dem ersten teil angeglichen. Erneut sieht man in der Mitte ein Frauengesicht, dessen eine Gesichtshälfte diesmal von roten Blättern verdeckt wird. Es ist eine neugierig-machende Illustration, die den Inhalt des Buchs perfekt wiedergibt.
Suzanne Collins hat sich ein wunderbares Gerüst für eine Geschichte ausgedacht und weiß den Leser mit Spannung und ihrem Schreibstil zu fesseln. Sie schreibt wie gewohnt aus Sicht von Katniss in der Ich-Form und in der Gegenwart. Wie beim ersten Teil wirken manche Szenen in dem Buch sehr brutal, doch die Autorin hat ein tolles Gespür dafür, wie sie diese Szenen schreiben soll, damit diese nicht ganz so grausam wirken.
Katniss wirkt sehr sympathisch und ist die perfekte und glaubwürdige Heldin dieser Trilogie. Obwohl jede Figur einen eigenen Part in der Geschichte erhalten hat (Katniss für Freiheit und Rebellion und Präsident Snow für Hass und Diktatur), wirken die anderen Charaktere etwas blass. So zum Beispiel Peeta, der in diesem Buch keine Hauptrolle sondern nur eine Nebenrolle erhalten hat.

Mein Fazit:

Obwohl der erste Teil packender und spannender war, bietet „Gefährliche Liebe“ gute Unterhaltung und ist nicht nur ein Muss für jeden Leser, der schon „Tödliche Spiele“ gelesen hat, sondern für jeden, der sich gerne in eine neuartige und gefährliche Welt entführen lassen will.

[Rezension] Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher. Die Stadt der Regenfresser

Thomas Thiemeyer
Die Stadt der Regenfresser, Chroniken der Weltensucher, Band 1
Verlag: Loewe
Seiten: 447
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3-7855-6574-2



Der 16-jährige Berliner Oskar Wagner lebt als Taschendieb auf der Straße und investiert einen Teil seiner beute in Romane um auf den Spuren von Karl May und Jules Verne zu wandeln… Eines Tages bestiehlt er jedoch einen fremden Mann, der ihn daraufhin verfolgt. Gerade als Oskar glaubt den Mann abgehängt zu haben, taucht dieser plötzlich aus dem Schatten auf und betäubt ihn mit einem seltsamen, weißen Pulver. Als Oskar wieder erwacht ist er gefesselt und ein Gefangener des mysteriösen Mannes. Schnell erfährt Oskar jedoch, dass ihn keine harte Strafe für den Diebstahl erwartet, denn bei seinem Entführer handelt es sich um Carl Friedrich Donnhauser, der sich allerdings Humboldt nennt und sich als Nachkomme des bekannten Forschers Alexander Humboldt sieht. Oskar soll ihn als Diener auf seiner nächsten Expedition begleiten, denn seit kurzem befindet sich eine höchst interessante Fotoplatte in seinem Besitz. Auf dieser ist eine Stadt in der Vertikalen zu sehen, die 3000 Meilen über dem Meer liegt und merkwürdige Luftfahrzeuge umringen: Der 1. Beweis für die Existenz der Stadt der Regenfresser…

Schon die Aufmachung des Buchs ist wunderschön gestaltet und motiviert jeden Abenteurer zum Lesen. Die Coverillustration ist perfekt der Geschichte angepasst und erinnert sehr an „In 80 Tagen um die Welt“ oder „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und verspricht Abenteuer pur. Klappt man das Buch auf, findet man eine sehr schöne Karte, die ins Detail geht und nostalgisch wirkt.
„Die Stadt der Regenfresser“ des Stuttgarter Autors Thomas Thiemeyer ist der perfekte Auftakt einer viel versprechenden Reihe um die „Chroniken der Weltensucher“, die eine Mischung aus Jugend- und Erwachsenenliteratur ist. Dabei ist es dem Autor gelungen die geschichtlichen Fakten sehr gekonnt mit einer fantastischen und spannenden Geschichte zu verbinden. Gemeinsam mit dem Leser entdecken Humboldt, Oskar und Co. Vergessene Völker, findet unvorstellbare Schätze und macht seltsame Entdeckungen… Die Leser erwartet wahrhaftig eine spannende und abenteuerliche Reise und werden mit kulturellen Überraschungen und Ideen konfrontiert, dass man sich selber als Protagonist in der Geschichte vorkommt und schnell mitfiebert. Neben spannenden Abenteuern gibt es auch sonderbare Erfindungen wie z.B. das Linguaphon zu entdecken. Es gibt fliegende Schiffe, chemische Waffen sowie mörderische Insekten, die zum Teil an Filme wie „Alien“ erinnern.
Der Schreibstil von Thomas Thiemeyer ist sehr schön, ebenso wie die gut durchdachten und verwobenen Handlungsstränge, wovon es in dieser Geschichte zwei gibt. So bekommt der Leser immer wieder eine andere Sichtweise der Geschehnisse vermittelt, die das Lesen interessant machen. Selbst die Reisevorbereitungen oder die Reise liest sich wie von selbst, indem der Autor sich nicht im Detail verliert sondern mit jedem Kapitel immer mehr Spannung aufbaut, bis zu einem überaus packenden und atemraubenden Finale.
Egal ob Oskar, Humboldt oder die Kampfamazone Valkrys Stone, alle Charaktere wurden sehr liebevoll ausgearbeitet und bilden mit den anderen Charakteren eine Vielzahl an interessanter Figuren.
 
Mein Fazit:
„Die Stadt der Regenfresser“ ist ein mehr als gelungener Auftakt einer neuen Romanreihe und ein absoluter Geheimtipp! Der Autor verwebt überzeigende Charaktere und wundervolle Schauplätze zu einer atemberaubenden Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Er bietet beste Unterhaltung für Jugendliche als auch für Erwachsene und ist ein absolutes Lesehighlight.