15. Mai 2010

[Rezension] Nina Blazon - Faunblut

Nina Blazon
Faunblut
Verlag: cbt
Seiten: 480
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-16009-1
Preis: € 18,95

Die 19-jährige Jade Livonius lebt zusammen mit ihrem Vater in dem heruntergekommenen Hotel Larimar. Ihre Heimatstadt wird von der grausamen Lady Mar regiert und so müssen die Bewohner ständig vor ihr und ihren Jägern, für die ein menschliches Leben nicht viel zählt, auf der Hut sein. Zudem passieren in der Stadt seit einiger Zeit Morde, die den sogenannten Echos zugeschrieben werden.
Bei einem Ausflug zum Schwarzmarkt begegnet Jade eines Tages zwei Echos. Obwohl sie sich von diesen gefährlichen und mysteriösen Wesen fern halten sollte, fühlt sie sich magisch zu ihnen hingezogen und findet heraus, dass die Gerüchte über die Echos gar nicht stimmen. Sie sind gar nicht so gefährlich sind. Sie haben wie die Menschen Gefühle und sogar eine eigene Sprache. Doch die Nachforschungen, die Jade wegen den Echos anstellt, sind für sie Lebensgefährlich, da Lady Mar die Echos und jeden der ihnen hilft mit dem Tode bestraft. Doch nicht nur das: Es kommen auch noch neue Gäste ins Hotel. Der geheimnisvolle Echo-Jäger Tam sowie dein Gehilfe Faun. Obwohl sich Faun anfangs gegenüber Jade recht aggressiv verhält, kommen die beiden sich doch schon bald näher und Jade erkennt, dass Faun in irgendeiner rätselhaften Weise an den bösartigen Tam gebunden ist…

Mit „Faunblut“ hat die Jugendbuchautorin NinaBlazon einen weiteren großartigen Fantasyroman geschrieben. Doch zu aller erst muss gesagt werden, dass der Titel „Faunblut“ hat nichts mit der Märchengestalt des Faun, oder auch Satyr, zu tun. Vielmehr geht es hier um einen jungen Mann, der ein tiefes Geheimnis mit sich herum trägt.
Schon der Anfang des Buchs ist rasant geschrieben und nach ein paar weiteren Seiten wird klar, dass dieser Roman düsterer und dunkler ist als jedes andere Buch von Nina Blazon. Dabei legt sie sehr viel Wert, dass Gut und Böse nicht nur schwartz und weiss sondern auch mal grau sein kann.
Ist der Anfang des Buchs noch überschaubar, überschlagen und verstricken sich mit jeder weiteren gelesenen Seite die Ereignisse, so dass selbst der Leser nicht mehr weiss, welchem Charakter er mit dessen Geheimnissen glauben und trauen kann. Und dann kommt es am Schluss doch ganz anders, als man vielleicht erwartet hätte. Aber es geht nicht nur rasant und actionreich zu. Auch die Liebe spielt in diesem Roman eine sehr schöne Rolle, die an manchen Stellen so süß wie Zucker sein kann. Vor allem Faun dürfte für die weiblichen Leser zum verlieben sein. Er übt nicht nur auf Elizabeth eine magische Anziehungskraft aus, sondern ist auch mit seiner Arroganz und seiner parallelen Emotionalität ein wahrer Held, der jedes Mädchenherz im Sturm erobert.
Die Figuren wirken alle sehr lebendig und wurden authentisch und liebevoll ausgearbeitet. Jeder einzelne Protagonist scheint sein eigenes Geheimnis in sich zu tragen, was die Geschichte sehr spannend macht. Allerdings werden diese Geheimnisse sehr schnell zum Problem zwischen Faun und Jade. Sie lieben sich zwar, können aber dem anderen nicht wirklich vertrauen. Die Geheimnisse bestimmen ihr Leben und so gehören nur die Nächte ihnen alleine, wo sie sich von allem lossagen können.
Der Text liest sich leicht und flüssig und die Autorin hat es wunderbar geschafft in actionreiche Handlungen poetische Momente einzubetten, so dass diese ein aufregend-romantisches Leseereignis bieten. Sie lässt das ganze Buch hindurch Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen und diesen zu fesseln, ohne sich in kleineren Details ihrer Handlungsabfolge zu verlieren.

Mein Fazit:
Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Nina Blazon hat mich mit „Faunblut“ so gefesselt, dass ich sofort in ihrer phantasievollen, spannenden und leidenschaftlichen Welt versunken bin. Mich hat das Buch sehr berührt und glücklich gemacht, dass ich es jeden Fantasyfan weiterempfehlen kann. Es ist eine Bereicherung in jedem Sinne und eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich bin schon sehr gespannt, mit was uns die Autorin als nächstes überraschen wird. Ich für meinen Teil habe meine Lieblingsautorin in ihr gefunden.

1. Mai 2010

[Rezension] Aprilynne Pike - Elfenkuss

Aprilynne Pike
Elfenkuss
Originaltitel: Wings
Verlag: cbj
Seiten: 352
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-13884-7
Leseprobe

Laurel kann aufgrund eines finanziellen Engpasses ihrer Eltern nicht mehr zu Hause unterrichtet werden, sondern muss wieder auf eine öffentliche Schule gehen. Gleich am ersten Schultag freundet sie sich mit dem sympathischen und selbsternannten Hobbywissenschaftler David an, mit dessen Hilfe sie sich schnell an ihren neuen Schulalltag gewöhnt… Bis ihr plötzlich eines Morgens ein seltsamer Knubbel auf dem Rücken wächst. Ihre anfängliche Angst, es könnte ein Tumor sein, weicht nach einer Woche einem entsetzlichen Staunen: Auf ihrem Rücken wächst eine Blume, die sich mit ihren Blütenblätter über ihren Rücken ausbreitet. Auch David ist mehr als ratlos. Dann stellen die beiden auch noch fest, dass Laurel kein Blut hat, nicht atmen muss und keinen Herzschlag hat. Erst der mysteriöse Tamani eröffnet ihr, dass sie eine Elfe ist, die vor vielen Jahren zu den Menschen geschickt wurde um eine besondere Aufgabe zu erfüllen…

Aprilynne Pike hat mit ihrem zauberhaften Erstlingswerk „Elfenkuss“ eine originelle und unglaublich schöne Geschichte geschrieben.
Die Coverillustration zeigt ein Mädchen-/Frauengesicht mit zwei leicht unterschiedlichen Gesichtshälften sowie einer Verzierung, die auf Elfenflügel schließen lässt. Der Buchtitel wurde im Rahmen eines Romantasy-Buchs mit Schnörkeln verziert.
Das Buch selber zeichnet sich durch einen einfachen und leicht verständlichen Schreibstil aus, welcher auf die jugendliche Zielgruppe abgestimmt ist. Dennoch kann ich das Buch allen Romantasy Fans empfehlen, auch wenn diese wie ich mit meinen 29 Jahren ein paar mehr Lenze auf dem Buckel haben. Aprilynne Pikes Erzählweise ist phänomenal, da sie weiss, wie sie den Leser mit ihrem Erzählstil, der aufkeimenden Spannung und ihrem Charadesign fesseln kann. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig und genau, dass Bilder wie von selbst vor dem geistigen Auge entstehen und den Leser auf eine magische Reise mitnehmen.
Die Protagonisten in „Elfenkuss“ werden von Anfang an sehr realitätsnah beschrieben, so dass sie der Leser sehr gut im Kopf vorstellen kann und sofort eine Bindung zu den Charakteren aufbaut. So ist die Hauptprotagonistin Laurel eine sehr sympathische Persönlichkeit und man gar nicht anders kann als sie sofort ins Herz zu schließen. Selbst ihre aufbrausende Art, als ihr die Blüte auf dem Rücken wächst, macht sie sehr liebenswürdig da der Leser durch den einfühlsamen Erzählstil mit ihr mitleidet.
Dann gibt es noch David, Laurels Mitschüler, der sich vom ersten Moment an in sie verliebt hat. Es ist schön zu sehen, wie sich die beiden ineinander verlieben, sich immer mehr vertrauen und sich ganz langsam einander annähern… Gäbe es da nicht den Dritten im Bunde: Tamani. Er ist wie Laurel ein Elf und steht der Liebe von Laurel und David im Weg, denn er übt eine hohe Anziehungskraft auf sie aus und zieht sie irgendwie magisch an. Hier liegt auch mein einziger Kritikpunkt an der ganzen vorliegenden Geschichte: Ich kann die Gefühle, die zwischen Laurel und Tamani herrschen, einfach nicht nachvollziehen. Obwohl sich beide gar nicht kennen, geben sie sich wie ein Liebespaar.
Inhaltlich geht es neben dieser Dreiecksgeschichte auch um die Suche nach Laurels wahrer Identität. So kann der Leser sehr gut nachvollziehen, wie verwirrt sie ist und wie viel Angst sie hat, als ihr plötzlich von einem Tag auf den anderen eine Pflanze auf dem Rücken wächst.
Aber in dieser Geschichte geht es auch um Elfen, die komplett anders sind als jene, die wir aus Märchen oder Sagen kennen. Hier stellt sich vielmehr die Frage: Was genau sind eigentlich Elfen? Was haben sie vor? Und sind sie gut oder böse?
Als Leser wird man automatisch in diese magievolle Welt hineingezogen, die es einem sehr schwer macht, mit dem Lesen wieder aufzuhören. Da am Ende des Buchs noch ein paar Fragen offen sind, freue ich mich sehr auf den zweiten Teil dieser Geschichte. Allerdings werden die deutschen Fans noch etwas warten müssen, denn der zweite Teil „Spells“ wird erst am 04. Mai 2010 in Amerika veröffentlicht.
Mein Fazit:
„Elfenkuss“ von Aprilynne Pike ist ein wunderschöner, gefühlvoller und romantischer Fantasyroman, dessen Geschichte von der ersten Seite an verzaubert. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, dem das Genre Romantasy gefällt, egal welchen Alters er ist. Das Buch ist einfach zu lesen und lädt durch und durch zum Träumen ein. Für mich ist es ein absolutes Highlight im Jahr 2010!

[Rezension] Suzanne Collins - Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele

 Suzanne Collins
Tödliche Spiele, Die Tribute von Panem, Band 2
Verlag: Oetinger
Seiten: 414
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7891-3218-6
Leseprobe

Nordamerika wurde zerstört und das Land in 12 Distrikte eingeteilt. Um Rebellionen zu vermeiden, finden jedes Jahr die sogenannten Hungerspiele statt, die denen aus jedem Distrikt zwei Kinder ausgelost werden. Ein Junge und ein Mädchen. Diese 24 Kandidaten, die Tribute, treten in einer Arena gegeneinander an und kämpfen bis zum Tod gegeneinander. An jenem Tag wird Katniss´ jüngere Schwester Prim ausgewählt an den Hungerspielen teilzunehmen. Um sie vor dem sicheren Tod zu bewahren, meldet sich Katniss freiwillig an Prims Stelle. Zusammen mit ihr tritt der Bäckersjunge Peeta an, der ihr einst in sehr großer Not geholfen hat. Doch kann sie ihm vertrauen? Immerhin darf nur einer der 24 Kandidaten überleben…

Das Hardcoverbuch wurde mit einem Schutzumschlag versehen, dessen Cover ein Mädchengesicht zeigt, dass sich hinter blutbefleckten Blättern versteckt. Einige Elemente des Covers sind in Hochglanz gedruckt, während der Rest matt ist. Eine schöne Illustration, welche auf die vorliegende Geschichte abgestimmt ist.
Suzanne Collins hat mit ihrer Trilogie „Die Tribute von Panem“ ein neuer Meilenstein im Genre der Phantastik geschrieben. Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr derart gefesselt, dass ich an manchen Stellen eine richtige Gänsehaut bekommen habe. Zusammen mit der sympathischen Hauptprotagonistin Katniss taucht der Leser in die grausame Welt der Hungerspiele von Panem ein und fiebert mit ihr richtig mit. So greifen zum Beispiel die Spielveranstalter mit Feuersbrünste oder mit speziell gezüchteten Wildtier-Mutanten in die Geschehnisse ein, wenn die Kinder zu wenig Brutalität oder nicht genug Engagement an den Tag legen. Da es sich bei der Trilogie aber um ein Jugendbuch handelt, hat es die Autorin geschafft diese tödlichen Kämpfe so gewaltverherrlichend zu verpacken, dass die Geschichte beruhigt von der Zielgruppe, aber auch von junggebliebenen Erwachsenen, gelesen werden kann.
Zum Schluss der Handlung gibt es noch einen spannenden Cliffhenger, der Lust und Vorfreude auf das nächste Buch macht.
Suzanne Collins erzählt ihre Geschichte im Präsens und aus der Sicht von Katniss, was der Geschichte eine unglaubliche Tiefe verleiht. Der Schreibstil ist knapp in kurzen und klaren Sätzen, ohne sich groß im Detail zu verlieren.
Die 16-jährige Katniss ist als Hauptcharakter der Mittelpunkt dieser Geschichte und ist eine durchaus sympathische Heldin. Vor allem ihr innerer Kampf den Konkurrenten Peeta als ihren feind zu betrachten, ist sehr gut beschrieben und wird dem Leser sehr gut vermittelt, da er für den Leser eine lange Zeit sehr undurchsichtig bleibt. Aber auch die Nebenfiguren haben haben eine jeweils eigene Beschreibung und Facette bekommen, die einfach ins gesamte Erscheinungsbild der „Tribute von Panem“ passt.

Mein Fazit:
„Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“ ist eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction sowie einem düsteren Endszenario. Obwohl es in der Handlung um ein grausames Thema geht, ist das Buch genial geschrieben und somit für mich eines der am meisten herausragendsten Bücher auf dem deutschen Fantasymarkt. Ich habe mit der Hauptprotagonistin mitgefiebert und mitgelitten, auch wenn in der Handlung ein paar kleine Schwachstellen drin waren. Dies tut aber überhaupt nichts zur Sache: Dieses Buch ist eines der spannendsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Am liebsten würde ich sofort mit dem zweiten Teil „Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe“ weiterlesen, der am 19. Mai 2010 erscheinen wird.