13. März 2010

[Interview] Interview mit Bernd Perplies

 Bernd Perplies ist einer der erfolgreichsten deutschen Fantasyautoren, dem mit seiner Trilogie „Tarean“ der Durchbruch auf dem deutschen High-Fantasy Markt gelang.
Ich habe den sympathischen Autor zu einem persönlichen Interview getroffen und herausgekommen ist ein sehr persönliches Gespräch mit sehr interessanten Antworten.

Yvonne: Wie bist du auf die Idee deiner „Tarean“-Reihe gekommen? Welchen Impuls oder Ausschlag gab es, dass du dich hingesetzt und losgeschrieben hast?

Bernd Perplies: Ich habe schon immer gerne geschrieben. Die ersten Geschichten von mir datieren bis in die Grundschule zurück – und sind zum Glück mittlerweile alle verschollen. Anschließend habe ich immer wieder Kurzgeschichten verfasst, die meist von irgendwelchen Rollenspielen inspiriert waren, die ich mit Freunden in der Mittelstufe gespielt habe. Der einzige Grund, warum ich lange Zeit kein ganzes Buch mit 300 bis 400 Seiten geschrieben habe, war der, dass ich es einfach nicht geschafft habe, so viel Text zu Papier zu bringen. Aber eigentlich war das immer mein Wunschziel. Und dann, im Spätsommer 2006, kamen zwei Dinge zusammen: Zum einen ging ich mittlerweile stark auf die 30 zu und sagte mir: „Entweder, du suchst dir jetzt einen ordentlichen Job oder du verwirklichst deinen Traum, Autor zu werden.“

Yvonne: Also wolltest du schon immer Autor werden?

Bernd Perplies: Ja, irgendwie schon. Oder Astronaut. Aber Autor lag dann doch etwas näher. Zum Zweiten flatterte mir just in diesem Zeitraum die Einladung zu einem Schreibwettbewerb ins Haus, für den man einen Fantasy-Roman verfassen sollte. Das war für mich der Anlass, zu sagen: „Jetzt machst du es!“ Und dann habe ich mich mit einem Freund, der ebenfalls an dem Wettbewerb teilnehmen wollte, hingesetzt, und zusammen haben wir uns angespornt, durchzuhalten und ein Projekt von etwa 400 Seiten zu stemmen.

Was die Idee zu „Tarean“ selbst angeht: Die entstammt ursprünglich dem Versuch, ein Drehbuch für einen Fantasy-Film zu schreiben. (Als ich damals angefangen habe, hießen die Figuren in der Geschichte zwar noch ganz anders, aber die Story war eine ähnliche.) Dieser Versuch begab sich vor ein paar Jahren während meines Studiums der Filmwissenschaft in Mainz. Wir hatten ein Seminar zum Thema „Drehbuchschreiben“, und ich hatte mir ein Handbuch zum Drehbuchschreiben gekauft. Darin wurde Schritt für Schritt erklärt, wie man ein Drehbuch von der Idee bis zum fertigen Manuskript entwickelt. Da wollte ich unbedingt mal sehen, ob das wirklich funktioniert. Also habe ich mir einen Fantasy-Stoff ausgedacht, den ich dann entlang der Kapitel dieses Handbuchs ausgearbeitet habe – bis ich schließlich zum letzten Kapitel kam, in dem es plötzlich hieß: „Jetzt schreib das Drehbuch!“ Nach vielleicht 15 Seiten kam mir der Gedanke, dass kein Mensch in Deutschland Geld für einen Fantasy-Film ausgeben würde und dieses ganze Projekt doch völliger Unsinn sei. Damit war die Motivation dahin, und das Ganze verschwand in der Schublade. Doch als es dann daran ging, einen Stoff für besagten Schreibwettbewerb zu suchen, habe ich mich an das Skript erinnert und alles wieder hervorgeholt. Aus dem Gerüst von damals wurde „Tarean“.

Yvonne: Wie kam es dazu, dass dir als unbekannter Autor die Türe zum LYX-Verlag geöffnet wurde?

Bernd Perplies: Das war eine Verkettung günstiger Umstände, denke ich. Erster günstiger Umstand: Ich bin in der Vorrunde des Schreibwettbewerbs rausgeflogen. Natürlich war das im ersten Moment unangenehm für mich, aber ich dachte mir: „Na schön, jetzt erst recht!“ Ich nahm mir die ganze Geschichte noch einmal vor und überarbeitete sie und suchte mir danach eine Literaturagentur, die auf Fantasy, Science-Fiction und derlei spezialisiert war. Dorthin habe ich ein paar Seiten Exposé sowie ein Kapitel geschickt und gefragt, ob Interesse an dem Buch bestünde. Zweiter günstiger Umstand: Diese Agentur war zu diesem Zeitpunkt gerade dabei, ihre Autorenriege verstärken. Und weil ihnen meine Geschichte gefiel, haben sie mir zugesagt und sind dann zur Frankfurter Buchmesse 2007 hingegangen, um „Tarean“ verschiedenen Verlagen anzubieten. Einige Monate später auf der Leipziger Buchmesse lagen uns dann einige Angebote vor, und das von LYX war dasjenige, das uns am besten gefallen hat, nicht zuletzt, weil – dritter günstiger Umstand – LYX gerade sein Portfolio um eine Fantasy-Sparte erweitert hatte und an All-Age-Stoffen besonders interessiert war. So wurde das Buch schon wenige Monate später veröffentlicht.

Yvonne: Wurdest du in die Covergestaltung der Bücher mit eingebunden?

Bernd Perplies: Gewissermaßen. Der Verlag hat mir im Fall von „Tarean – Sohn des Fluchbringers“ einige Cover zur Auswahl geschickt, und ich habe dann zurückgeschrieben, welches mir am Besten gefällt und warum. Das war es aber im Wesentlichen schon. Die Illustrationen, die auf den Büchern zu sehen sind, sind eingekaufte Bilder. Sie wurden also nicht extra für „Tarean“ gezeichnet, und ich wurde entsprechend nicht von Anfang an in die Motiventwicklung einbezogen. Aber ich konnte schon sagen: „Dieses Bild gefällt mir!“ Für den zweiten Band, „Tarean – Erbe der Kristalldrachen“ konnte ich sogar selbst einen Covervorschlag machen. Ich hatte auf der Website des Illustrators, der auch das Bild zum ersten Band gezeichnet hatte, ein Bild mit einem Drachen gefunden und schlug vor, selbiges zu verwenden, weil es recht gut zur Geschichte passen würde. Und das wurde dann auch genommen.

Yvonne: War „Tarean“ von Anfang an als eine Trilogie geplant?

Bernd Perplies: Nein. Dadurch, dass es am Anfang für den Wettbewerb geschrieben worden war, war es nur als ein Buch angedacht. Entsprechend war die Geschichte von „Sohn des Fluchbringers“ in sich abgeschlossen. Aber ich hatte hinten ein paar Kleinigkeiten offen gelassen, zwei, drei Fäden, die man hätte weiterführen können, für den Fall, dass jemand kommt und sagt, er hätte gerne mehr Bücher. Und LXY wollte dann in der Tat eine Trilogie daraus machen. Also habe ich mir überlegt, dass es noch zwei weitere Kapitel in Tareans Entwicklung vom einfachen Jungen, der auf einer Burg lebt, bis zum Ritter geben könnte. Diese beiden Etappen – die Suche nach den verschwundenen Kristalldrachen und das Zusammenführen der ehemaligen Ritter des Kristalldrachenordens – sind in Band 2 und 3 beschrieben.

Yvonne: Wie bist du beim Planen der Geschichte und der Charaktere vorgegangen? Sie sind ja recht unterschiedlich – von einem Werbär, den Taijirin bis hin zu den Grawls. Woher nimmst du dir diese Ideen?

Bernd Perplies: Also was die reine Handlung angeht, habe ich mich an diesem Handbuch zum Drehbuch orientiert. Das sagt, dass man im Grunde drei Teile braucht – Anfang, Mittelteil und Schluss – und die in etwa ein Viertel, zwei Viertel, ein Viertel der Handlung umfassen sollten. Dazwischen gibt es zwei Wendepunkte, die der Geschichte Fahrt verleihen. Dieses so genannte Paradigma wurde von Syd Field, dem Autor des Handbuchs, eigentlich für Filmstoffe entwickelt, aber es funktioniert auch für Romane. Danach habe ich ein Kapitelexposé geschrieben, das heißt, ich habe überlegt, dass ich gerne 16 Kapitel (4/8/4) in meinem Roman hätte und dann in ein paar Sätzen umrissen, was in jedem Kapitel passieren soll. Das war mein Grundgerüst, um die Geschichte selbst zu schreiben.

Was die Figuren anging, wollte ich eine möglichst bunt gemischte Gruppe haben, damit die Dynamik zwischen den Figuren einfach spannend ist. Ich wollte einen riesigen Burschen, einen vertrauenswürdigen Kerl, haben, der ein guter Kumpel ist, der einem den Rücken frei hält. Das ist Bromm, der Werbär – oder vielmehr der Wermensch, denn Bromm ist ja tatsächlich ein Bär, der Menschengestalt annehmen kann. Und ich wollte ein kleines, keckes Wesen haben, das für Unruhe sorgt; das war das Irrlicht Moosbeere. Natürlich brauchte ich auch einen Helden und möglicherweise auch einen exotischen Freund des Helden und eine Frau, in die er sich vielleicht verlieben könne. Das waren so die groben Anfangsgedanken. Darauf habe ich danach aufgebaut. Dabei wollte ich möglichst Völker wie Zwerge, Elfen und Orks, wie man sie in vielen Fantasygeschichten antrifft, vermeiden und ein bisschen was Exotischeres machen.

Yvonne: Wo nimmst du dir die Ideen dafür her?

Bernd Perplies: Völlig unterschiedlich. Zum Teil habe ich aus meiner langen Historie als Spieler von Fantasy-Rollenspielen geschöpft. Die Taijirin beispielsweise, die Vogelmenschen in Tareans Welt, gab es schon in den selbst geschriebenen Abenteuern, die ich vor vielen Jahren mit Freunden gespielt habe. Ich habe also aus meinem eigenen Fundus einige Wesen und Figuren übernommen, die ich mir früher ausgedacht habe. Wie ich auf den Werbär kam, weiß ich gar nicht mehr. Die Idee zu den Grawls oder Wolflingen, den Schergen des bösen Hexenmeisters Calvas, hatte ich, als ich im Internet das Bild eines hyänenartigen Fantasy-Monsters sah, das gierig die Zähne fletschte. Ich dachte mir, solche Wolfsmenschen würden ziemlich fies wirken, weil sie wie wilde Tiere sind und im Kampf völlig außer Kontrolle geraten können. Das gefiel mir besser, als die x-te Orkbedrohung. Ansonsten lasse ich mich von Filmen und Fernsehserien inspirieren – das ist wohl meinem Studium geschuldet. Oder von kuriosen Zeitungsartikeln. Ich schöpfe aus ganz unterschiedlichen Quellen.

Yvonne: Also beeinflusst dein eigenes Leben und dein Umfeld schon deine Arbeit als Autor?

Bernd Perplies: Auf jeden Fall. Bei welchem Autor ist das nicht so? Filme, die ich während meines Studiums sah, Rollenspielabenteuer mit Freuden – ganz gleich, wie lange sie her sein mögen –, das gelegentliche ungezielte Surfen im Internet, während dem man beispielsweise ein Bild oder einen kuriosen Infoschnipsel entdeckt, von dem man denkt: „Wow, das würde ich gerne als ähnliche Szene in eine Geschichte einbauen.“ oder auch einfach Begebenheiten des alltäglichen Lebens, die sich einem im Hinterkopf festsetzen … All das beeinflusst natürlich mein Schreiben.

Yvonne: Gibt es Momente, in denen du dich nicht entscheiden kannst, in welche Richtung deine Geschichte geht? Bzw. wie entscheidest du, ob eine Szene hinzukommt oder doch weggelassen wird?

Bernd Perplies: Also dadurch, dass ich mir vorher schon so ein Kapitelexposé mache, eine Art Übersicht, die mir sagt, was wann passieren sollte, stellen sich solche Fragen während des Schreibens selbst eigentlich eher selten. Es kann natürlich schon mal vorkommen, dass ich zwischendurch an eine Szene komme, die ich ausbaue, ohne es geplant zu haben – und mir dann aber denke: „Warum nicht?“ Wenn es mich irgendwie packt, darf es auch gerne mal mehr werden, als ursprünglich gedacht. Es ist aber nicht so, dass ich in eine ganz andere Richtung wegdriften würde. Gelegentlich kommt es vor, dass ich eine Szene schreibe und mich im Nachhinein frage, ob das so jetzt spannend genug ist oder ob das den Erzählfluss nicht zu sehr aufhält. Ich hatte zum Beispiel im ersten Romanmanuskript von „Tarean“ noch eine Szene, die mir ein bisschen Probleme bereitet hat. Tarean kommt in eine große Stadt – nach Agialon – und hat Schwierigkeiten mit den Wächtern, Grawls, die dort am Tor Wache halten. Diese Szene gibt es im fertigen Roman nicht mehr, denn einerseits nahm sie zu viel Platz in Anspruch (es gab eine Zeichenbegrenzung für den Schreibwettbewerb) und außerdem hatte ich auch das Gefühl, dass sie die Geschichte in dem Moment zu sehr aufgehalten hätte.

Yvonne: Welche Szene hast du am liebsten geschrieben?

Bernd Perplies: Eine richtige Lieblingsszene innerhalb der drei „Tarean“-Romane, die ich geschrieben habe, habe ich eigentlich nicht. Es ist allerdings schon so, dass ich manche Arten von Szenen lieber schreibe als andere. Zum Beispiel macht es mir mehr Spaß, Actionsequenzen zu schreiben. Im zweiten Teil von „Tarean“ gibt es so eine Szene, in der die Gefährten den Bruch überwinden müssen. Das ist eine ungefähr 700 Meter tiefe Stufe in der Landschaft, eine riesige Klippe. Um von oben nach unten zu gelangen, müssen sie an einem abenteuerlich mittelalterlichen Kranaufzug ablassen und werden dabei von Luftpiraten angegriffen und es kommt zu einem wilden Kampf. Diese Spannungsmomente machen mir schon Spaß, weil da viel passiert, weil sie dramatisch sind und tolle Bilder im Kopf heraufbeschworen werden. Andererseits mag ich es auch, wenn zwischen den Charakteren ein guter Dialog entsteht, wie immer wieder zwischen Tarean und Moosbeere, die teilweise sehr lustige Wortwechsel haben, oder zwischen Tarean und Iegi oder Tarean und Auril, die zum Teil sehr nachdenkliche, tiefsinnige Gespräche führen. Was mir mehr Arbeit bereitet, sind Szenen, in denen sich die Leute einfach nur von A nach B bewegen. In denen die Charaktere den Schauplatz wechseln und man das irgendwie landschaftlich attraktiv beschreiben muss.

Yvonne: Was machst du, wenn du eine Schreibblockade bekommst?

Bernd Perplies: Schreibblockaden habe ich, wenn überhaupt, eigentlich nur zu Beginn eines neuen Romans. Es gibt nicht viel, was einschüchternder ist, als ein leeres Worddokument, das nachher mehrere hundert Seiten umfassen soll. Es ist am Anfang schon schwierig, ein Gefühl für die Geschichte, die Charaktere und das Universum zu bekommen. Da hilft eigentlich nur, sich an seinem Kapitelexposé entlang zu hangeln und erstmal immer weiter zu schreiben. Das kann auch mal dazu führen, dass man am Ende des Tages sagt: „Das war jetzt nicht ganz so toll.“ – und dass man am anderen Tag die Hälfte wieder umschreibt. Aber man muss zumindest die Finger bewegen und ein paar Worte auf den Bildschirm bringen. Das ist schon sehr hilfreich. Und es wird immer leichter, je weiter man voran kommt, auch weil man irgendwann in so eine Art Zielsog hineingerät. Da rast man schließlich nur so auf das große Finale zu.

Yvonne: Mit welchem Charakter kannst du dich am meisten identifizieren oder hast du einen Lieblingscharakter?

Bernd Perplies: Eigentlich nicht. Ich versuche, die Hauptcharaktere alle so zu schreiben, dass ich sie mag und dass ich mit ihnen auch gerne selber unterwegs wäre. Ansonsten hätte ich wohl auch Schwierigkeiten, mehrere Bücher mit ihnen zu verbringen ohne mich zu langweilen. Also gerade was die Kerngruppe –Tarean, Auril, Bromm, Moosbeere, Iegi – angeht, mag ich alle auf ihre eigene Art so sehr, dass sie mich interessieren und ich gerne an ihrem Schicksal teilhabe. Aber einen richtigen Lieblingscharakter oder eine Figur, mit der ich mich besonders identifiziere, gibt es nicht.

Yvonne: Im März auf der Leipziger Buchmesse wirst du aus dem dritten Teil der „Tarean“-Reihe vorlesen. Hättest du gedacht, dass deine „Tarean“-Reihe bei den Lesern so gut ankommt? Wie ist es für dich, direktes Feedback von den Lesern zu bekommen?

Bernd Perplies: Man hofft natürlich als Autor immer, dass das, was man schreibt, bei den Lesern gut ankommt, denn man schreibt ja nicht, um die Geschichte in die Schublade herumliegen zu haben, sondern weil man sich wünscht, dass möglichst viele Leute sie lesen und ihren Spaß daran haben. Entsprechend freue ich mich natürlich über jedes Feedback, das ich bekomme – selbst wenn es (begründete) Kritik ist. Ich denke, es gibt wenig, was so sehr anspornt, neue und möglichst gute Geschichten zu schreiben, als das Feedback von Lesern, die sagen: „Das war jetzt toll. Oder: Ich hab das Buch jetzt schon zwei Mal gelesen. Oder: Das ist eines meiner Lieblingsbücher.“ Das baut einen als Autor schon auf.

Yvonne: Kannst du mir irgendwas über deine weiteren Projekte erzählen?

Bernd Perplies: Mein nächstes Projekt wird wieder eine Trilogie sein, die erneut bei Egmont-LYX erscheint. Sie trägt den Titel „Magierdämmerung“ und spielt im viktorianischen London um das Jahr 1895. Darin wird es, ganz grob gesprochen, um einen Krieg zwischen verschiedenen Magierfraktionen gehen, die sich um eine Quelle der Magie streiten, die aufgetaucht ist. Mehr kann ich dazu jetzt noch nicht sagen.

Yvonne: Kein Problem. Was machst du, wenn du mal nicht in deiner Fantasywelt lebst und schreibst? Hast du irgendwelche Hobbys?

Bernd Perplies: Ja, natürlich. Entgegen anders lautender Gerüchte, die besagen, dass Autoren alle Geschichten, die sie brauchen, sich selbst schreiben, lese ich beispielsweise sehr gerne und besitze auch eine ausufernde Sammlung an Romanen – viele davon harren leider aus Zeitgründen noch der Lektüre. Ich schaue auch sehr gerne Filme unterschiedlichster Art – vom Science-Fiction-Blockbuster bis zum kleinen Arthouse-Film. Daneben fröne ich nach wie vor meinem alten Hobby Rollenspiel. Das heißt, ich treffe mich mit Freunden und wir erleben gemeinsam Abenteuer in irgendwelchen fantastischen Welten. Ein – ganz nebenbei gesagt – unterschätztes Hobby, das in erstaunlichem Maße die Kreativität fördert!

Yvonne: Was ist die wichtigste Sache in deinem Leben?

Bernd Perplies: Ich weiß nicht, ob ich von einer wichtigsten Sache sprechen würde, aber was mir im Moment durchaus wichtig ist und wofür ich sehr dankbar bin, ist, dass ich gerade die Möglichkeit habe, Geschichten zu erzählen, die sich auch verkaufen und mit denen ich doch mehr als nur ein paar Lesern ein paar schöne Stunden bereiten kann. Das hätte ich noch vor fünf Jahren für kaum möglich gehalten.

Yvonne: Worüber kannst du selber lachen?

Bernd Perplies: Unterschiedlichste Dinge. Ich würde ganz allgemein sagen: Humor, wenn es nicht zu platt ist. Ich bin kein großer Freund von Comedy-Shows, flachen Witzen auf Kosten anderer oder derlei. In Filmen beispielsweise mag ich clevere, spritzige Wortwechsel, wie man sie etwa in älteren Werken von Woody Allen findet oder in der Fernsehserie „The Big Bang Theory“. Aber auch feinsinniger Humor, der ein bisschen Mitdenken erfordert, gefällt mir. Und zu guter Letzt mag ich einfach die Absurditäten des Lebens, also wenn etwas völlig Unerwartetes oder Verrücktes passiert und man gar nicht anderes kann, als darüber zu lachen.

Yvonne: Vervollständige den Satz: Mein Leben ist …

Bernd Perplies: … im Augenblick ganz erstaunlich.

Vielen Dank dass du dir für das Interview Zeit genommen hast. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute.

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