5. Februar 2010

[Rezension] Carina Bargmann - Sayuri


Carina Bargmann
Sayuri
Verlag: Arena
Seiten: 520
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-401-06446-8
Preis: € 18,95
Leseprobe

Das Cover zu „Sayuri“ wurde wundervoll im Stil der Handlung gestaltet, wofür ich dem Arena-Verlag ein sehr großes Lob aussprechen möchte. Im Vordergrund erkennt man drei schemenhafte Figuren, die sehr gut Sayuri, Marje und Kiyoshi aus der Geschichte sein können. Der Hintergrund des Covers ziert ein fremdartiger, magischer Baum, sowie Regen, der als blaue glitzernde Tropfen auf die Oberfläche gedruckt wurden. Wenn man mit den Fingern darüber fährt, spürt man die Erhebungen und das Bild fühlt sich dadurch lebendig an. Natürlich darf der Autorenname und der Buchtitel, sowie der Schriftzug des Verlags nicht fehlen. Insgesamt ein sehr gelungener Umschlag für das Hordcover Buch, dass auch ein sehr schöner Blickfang im Bücherregal ist.

In der Kaiserstadt herrscht Wasserknappheit und trifft die Taller, die am äußersten Ring der Stadt wohnen am härtesten. Unter ihnen lebt die junge Marje, die sich nicht mit der Ausbeutung des Kaisers gegenüber ihrem Volk zufrieden gibt und sich einem Rebellenclan angeschlossen hat. Nicht, dass es die Taller schon schwer genug haben, nun triff das arme Volk auch noch eine angebliche Prophezeiung: Die Kinder, die vor 16 Jahren geboren worden sind, sind an den Fluss der Kaiserstadt gebunden und mit ihrem Heranwachsen würde das Wasser stand des Flusses stetig sinken. Um die Stadt vor dem Austrocknen zu bewahren, müssen alle Kinder, die vor 16 Jahren geboren sind, die Stadt verlassen. Um Sayuri vor dieser Verbannung zu und vor den Soldaten zu beschützen, beschließt Marje zusammen mit ihr zu fliehen. Auf ihrer Flucht treffen die beiden auf den Prinzen Kiyoshi, der sich aus irgend einem inneren Drang heraus den beiden anschließen will. Doch schon sehr schnell werden die drei voneinander getrennt und jeder muss für sich großen Gefahren oder großen Herausforderungen gegenüber stehen. So erfährt Sayuri von dem jungen Sujeen, dass sie selbst magische Kräfte besitzt, die sie nur richtig lernen muss anzuwenden. Kiyoshi hingegen wird in der Wüste von einem Söldnertrupp gefangen genommen und in eine Mine verschleppt. Hier trifft er auf einen bekannten Taller-Jungen, der sich einen großen Namen als Rebell gemacht hat. Sowohl aus Schuld- aber auch Pflichtgefühl setzt er sich für den jungen Rebell ein, während er selber nicht mehr weiss was in seinem Leben richtig und was falsch ist. Zu lange hat er in dem goldenen Käfig des Palasts gelebt und war eine Marionette für die Zwecke des Kaiserbruders. Doch noch etwas anderes beschäftigt ihn: Woher kennt seine eigene Mutter Sayuri ein Geheimnis, dass sie mit sich herum zu tragen scheint?

Das Buch wird nach einem Prolog in 3 Teile mit anschließendem Epilog aufgeteilt. Im ersten Teil erfährt der Leser über die angebliche Prophezeiung sowie der Suche nach einem 16-jährigen Kind, welches der Untergang für die Stadt sein soll. Im 2. Teil geht es darum, dass die Gefährten immer wieder voneinander getrennt werden und jeder für sich in ein ganz spezielles Abenteuer verwickelt wird. Im dritten und letzten Teil mit anschließendem Epilog wird endlich das Geheimnis um Sayuri und Kiyoshi gelüftet, von dem ich mich hüten werde zu erzählen. Es hält so viele Überraschungen parat, dass ich dem Leser nicht vorgreifen will, da sonst der Effekt, die Spannung und auch der Lesegenuss nicht mehr vorhanden sind. Carina Bargmann hat eine wunderbare, neue Welt erschaffen, in die es sich lohnt einzutauchen. So erhielten die Gestirne am Firmament ihren eigenen Namen, ebenso wie neue Fantasywesen, die sich die Autorin ausgedacht hat. Unter ihnen die Essjir, riesige Echsenwesen sowie Katzenwesen, genannt: Wiljar. Des Weiteren gibt es auch ein Wiedersehen mit bekannten Fantasywesen wie Irrlichter, Greife und Zentauren.

Die Geschichte ist der flüssig zu lesen, ebenso wie die Dialoge, die immer gut verständlich sind. Die Handlung ist stets nachvollziehbar. Die junge Autorin schreibt so bildgewaltig und mit einfacher Sprache, dass die Bilder der Handlung den Leser jederzeit im Kopf erscheinen und die Zeit bedingt durch das Kopfkino nur so dahinfliegen lässt. Ebenso hat die Autorin es geschafft die Spannungskurve kontinuierlich durch die Handlung ansteigen zu lassen, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und wollte. Es hat mich einfach gefesselt und da jedes Kapitel sehr spannend endet und dem Leser neue Fragen aufwirft animiert es zusätzlich zum weiterlesen.

Die Haupt- als auch die Nebencharaktere wurden allesamt sehr gut ausgearbeitet, dass sie sofort sehr real wirken und der Leser sofort ein klares Bild von ihnen im Kopf hat. Kiyoshi ist der Neffe des Kaisers, als auch der Prinz der Kaiserstadt. Jedoch merkt er, dass er sich viel zu lange in dem Palast verkrochen hat und das eigentliche Leben in der Stadt nicht kennt. Sein Leben ändert sich, als er eines Tages Marje über den Weg läuft. Er erhält durch sie immer mehr das Gefühl nicht zu dem Leben im Palast dazu zu gehören. Sein Glaube und sein Leben stürzen im Lauf der Handlung immer mehr ein und er hat so viele Fragen, auf die er verzweifelt eine Antwort sucht. Marje ist eine junge Tallerin und die treibende Kraft in der Geschichte. Sie sucht nach Gerechtigkeit für ihr Volk, dass unter Wasserknappheit leidet. Sie hält auch nicht viel von der angeblichen Prophezeiung und hat nur ein Ziel: Sayuri zu beschützen. Doch während diesem Unterfangens verliebt sie sich auch gleichzeitig in den Prinzen Kiyoshi…. Sayuri ist ein blasses, hellhäutiges Mädchen mit weißem Haar. Keiner weiss genau wo das Mädchen das nie spricht herkam. Sie war einfach immer da. Sie betreibt in der Kaiserstadt einen Laden mit Kräutern, Heiltränken und Giften bevor sie aufgrund der Prophezeiung aus der Stadt fliehen muss. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiss: Sie ist eine echte Magierin, die von einer Vorsehung zu etwas sehr viel größerem Vorgesehen ist…

Mein Fazit:
Ein wahnsinns Buch, dass mich von Anfang bis Ende gefesselt und überzeugt hat! Leider bin ich viel zu schnell auf der letzten Seite des Buchs angekommen, das mir zusätzlich noch einen Schauer über den Rücken gejagt hat.
Ich finde das Buch „Sayuri“ ist eine beachtliche Leistung wenn man bedenkt, dass die Autorin dieses Debüt im Alter von 17 Jahren geschrieben hat. In meinen Augen ist es ein voller Erfolg und ich hoffe in der Zukunft noch weitere Bücher von Carina Bargmann zu lesen. Volle Punktzahl für ein überragendes Meisterwerk!
Ich freue mich schon sehr die Autorin auf der Leipziger Buchmesse zu treffen und ein Interview mit ihr führen zu dürfen. Auch hierfür dem Arena-Verlag vielen herzlichen Dank für diese Gelegenheit.

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