20. November 2010

[Rezension] Lara Adrian - Geweihte des Todes

 Lara Adrian
Geweihte des Todes, Midnight Breed-Reihe, Band 8
Verlag:
LYX
Seiten: 384
Ausgabe:
kartoniert mit Klappe
ISBN: 978-3-8025-8383-4
Preis: € 9,95
ET: 11/2010
 
Inhalt:
Die ehemalige Polizistin Jenna wird in der Wildnis von Alaska von einem Urvampir angegriffen. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie im geheimen Quartier des Ordens und steht unter ärztlicher Behandlung. Und das aus gutem Grund, denn nachdem sie von ihrem komaähnlichen Schlaf erwacht ist, gehen seltsame Veränderungen mit ihr und ihrem Körper vor. Was hat der Ur-Vampir mit ihr gemacht? Sie muss nun versuchen sich neu zu orientieren und zu akzeptieren, dass sie ihr altes Leben hinter sich lassen muss. Zusammen mit den Kriegern des Ordens sowie deren Stammesgefährtinnen, und vor allem mit Brock, dessen Anziehungskraft sie sich nicht entziehen kann, versucht sie herauszufinden, was mit ihr passiert ist. Aber auch Dragos mischt gewaltig mit...

Rezension:
„Geweihte des Todes“ ist inzwischen der 8. Teil der „Midnight Breed“-Reihe von Lara Adrian und steht trotz den vielen Vorgängerbänden ihnen in nichts nach.
Die Geschichte knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an und schon nach den ersten Seiten ist man wieder in der Welt der Stammesvampire gefangen. Und dieses mal ist die Geschichte ganz anders. Sind die Handlungen immer recht vorhersehbar verlaufen, das heisst: Der Vampir will lieber für immer und ewig alleine bleiben, trifft er schließlich seine „Frau“, nach vielem hin und her kommen sie doch zusammen und er nimmt sie zu seiner Stammesgefährtin – so ist es dieses mal ganz anders. Jenna ist keine Stammesgefährtin, da sie nicht das sichelförmige Muttermal trägt. Vielmehr ist sie eine ganz normale Frau, was sie äußerst sympathisch macht. Sie ist endlich mal eine Heldin, die keine Superkräfte hat.
Ihr Gegenpart in dieser Geschichte ist der Stammesvampir Brock, der leider in dem gesamten Buch etwas farblos wirkt und ich mir von ihm kein wirkliches Bild machen konnte. Bei ihm hat mir einfach das gewisse „etwas“ gefehlt, wie es die anderen Krieger haben. Aber dank Dragos, dem Bösewicht in der Geschichte, wird es nie langweilig, da es immer wieder neue Überraschungen gibt. Sie verleihen der Handlung die nötige Spannung und stellt sich endlich mal als Gegner dar, den die Krieger auch wirklich fürchten müssen.
Der Roman ist typisch in Lara Adrian-Manier locker und leicht zu lesen, bei dem man sich an ein paar Stellen ein Schmunzeln nicht verkneifen kann. Mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Liebe und Erotik weiss er zu überzeugen und den Leser zu fesseln. Die Autorin versteht es wie keine andere/kein anderer den Leser immer weiter lesen lassen zu wollen.

Fazit:
Während andere Serien mit der Zeit anfangen zu schwächeln ist selbst der 8. Band der „Midnight Breed“-Reihe von Lara Adrian schwer aus der Hand zu legen. Die frohe Leidenschaft springt einem förmlich entgegen, Spannung ist garantiert und auch die Charaktere sind sehr interessant. Obwohl der Roman durch den hohen Erotikfaktor keine hochwertige Literatur ist, überzeugt er mit seinem Charme und man darf als Leser gespannt sein, wie es im nächsten Band mit Corinne und Hunter weitergeht und ich hoffe, dass wir auch noch was von Jenna und Brock lesen werden, denn noch sind einige Geheimnisse, wie zum Beispiel das Geheimnis um Jennas Verwandlung, noch nicht gelüftet.

[Rezension] P.C. Cast & Kristin Cast - Ungezähmt

 
P.C. Cast & Kristin Cast
Ungezähmt, House of night-Reihe, Band 4
Verlag:
Fischer
Seiten: 538
Ausgabe:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8414-2004-6
Preis: € 16,95
ET: 11/2010
Leseprobe
Inhalt:
In kürzester Zeit hat sich das Leben der mächtigen Jungvampirin Zoey geändert und sie steht nun ganz alleine da, weil sich ihre Freunde von ihr abgewandt haben. Sie konnten Zoeys Heimlichkeiten und Lügen einfach nicht mehr verzeihen. Auch ihre drei Geliebten Heath, Erik und Loren hat sie ebenfalls verloren, einzig die Außenseiterin Aprhrodite und die untote Stevie Rea scheinen noch zu ihr zu halten und sie im Kampf gegen die Hohepriesterin Neferet und ihre bösartigen Pläne zu unterstützen. Neferet hingegen will sich jedoch nicht von den Jungvampiren aufhalten lassen und zieht alle Register. So erfährt Zoey von Aphrodite, die mittlerweile wieder ein Mensch geworden ist, dass sie schreckliche Visionen über einen Krieg hat, der den Untergang ankündigt. Und plötzlich bricht eine dunkle Macht über das House of night herein...

Rezension:
„Ungezähmt“ ist der 4. Band der „House of night“-Reihe des erfolgreichen Mutter-Tochter-Duos P.C. Cast und Kristin Cast und er steht trotz seiner Vorgängerbänden diesen in nichts nach. Das Buch zeigt keine Anzeichen von Schwächen – eher das Gegenteil. „Ungezähmt“ knüpft in hervorragender Manie an das Niveau der vorhergegangenen Teile an. So präsentiert sich die Handlung in lustigen und spannenden Geschichten um das House of night, wobei das Autorenduo auf eine schwerelose und witzige Umgangssprache der Jugendlichen zurückgreift.

Nach einem romantischen dritten Teil gibt es nun etwas Abwechslung. So liegt der Fokus in dem vorliegenden Band auf dem Kampf und nicht allein nur der Romantik. Das ist auch gut so, denn eine unbekannte, böse Macht nähert sich dem House of night. Spannung ist da vorprogrammiert. So nimmt die Geschichte den Leser schon von der ersten Seite an gefangen und fesselt ihn mit vorhersehbaren und unvorhersehbaren Momenten.

Leider gibt es in dem Band nicht sehr viele charakterlichen Entwicklungen. Die einzige, die für mich so eine Entwicklung durchmacht, ist Aphrodite, da sie anscheinend gar nicht so fies ist, wie sie sich sonst immer gibt. Ich würde mich sehr freuen, wenn das Autorenduo im nächsten Teil mehr auf ihre Figur eingehen würde, wenn die Hauptcharakterin einmal mehr von den Achterbahnen ihrer Gefühle heimgesucht wird.

Mein Fazit:
„Ungezähmt“ ist eine spannende Geschichte, die flott erzählt wird und dessen Spannungsbogen so gehalten wird, dass man den nächsten und somit 5. Band „Gejagt“, der im Februar 2011 erscheinen soll, mit großer Vorfreude erwartet. Für Fans der Serie ist das Buch ein absolutes Muss! Einsteiger sollten mit dem ersten Band „Gezeichnet“ beginnen, um komplett und in vollsten Zügen in die mystische Welt von P.C. Cast und Kristin Cast und des House of night eintauchen zu können.
ch auf jeden Fall lesenswert und nicht nur Fantasyfans werden an ihm ihre Freude haben.

15. November 2010

[Rezension] Licia Troisi - Drachenschwester. Thubans Vermächtnis

 
Licia Troisi
Drachenschwester - Thubans Vermächtnis
Originaltitel: La Ragazza Drago # 1 – L’eredità di Thuban
Verlag: cbj
Seiten: 320
Ausgabe: Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-13970-7
Preis: € 14,99




Die 13-jährige Sofia lebt in einem Waisenhaus in Rom und kann nicht glauben was sie gerade erfahren hat. Obwohl sie eigentlich schon viel zu alt ist um auf eine Adoption zu hoffen, will ein alter Freund ihres verstorbenen Vaters sie zu adoptieren. Sie kann nicht glauben, dass Professor Georg Schlafen ihr ein neues zu Hause geben will – hat sie bisher doch nur Ablehnung und Ignoranz der anderen Heimbewohner erfahren. Doch nun hat sie in der exklusiven Villa ein eigenes Zimmer, neue Kleidung, und das Beste: Der Professor hochpersönlich unterrichtet sie. Doch das neue Leben ist ihr auf irgendeiner Weise auch unheimlich. Erst als sie bei einem Spaziergang am nahegelegenen See von einem unheimlichen Monster angegriffen wird erfährt sie von Professor Schlafen ihre eigentliche Bestimmung. Sie trägt nämlich das Erbe des mächtigen Drachen Thuban in sich. Vor mehr als 30.000 Jahren besiegte er seinen Widersacher, den Lindwurm Nidhoggr und verbannte ihn tief unter die Erde. Doch Nidhoggr bekommt nun immer mehr seine alte Stärke zurück und sinnt nach Rache. Sofia ist die einzigste die ihn besiegen kann, doch dafür muss sie Thubans Kräfte erstmal lernen zu kontrollieren und ihre eigene Angst zu überwinden.

Mit „Thubans Vermächtnis“ eröffnet Licia Troisi ihre neue Saga „Drachenschwester“, die ihren anderen Trilogien in nichts nachsteht. Im Gegensatz zu diesen Reihen, die in einer Fantasy-Welt spielen, handelt diese Geschichte in unserer realen Welt. Dafür hat sich die italienische Autorin eine ganz besondere Stadt ausgesucht: Rom. In der vorliegenden Geschichte geht es darum wie Drachen und Menschen vor langer Zeit Seite an Seite zusammen gegen die Lindwürmer, und vor allem gegen den gefährlichen Nidhoggr, gekämpft haben. Da Nidhoggr von Thuban vor vielen Jahrtausenden besiegt wurde, geriet diese glorreiche Zeit von Mensch und Drache in Vergessenheit. Doch da der Lindwurm Nidhoggr sich erneut erhebt wird er auch wieder über die Welt herfallen. Doch die Drachen haben vorgesorgt und halten sich bis zur Zeit ihres Erwachens in besonderen Menschen verborgen.
Wie immer hat Licia Troisi wunderbare Charaktere erschaffen. Unter ihnen die beiden ungleichen Freundinnen Sofia und Lidja, die beide das gleiche Schicksal teilen in dem sie das Erbe eines Drachens in sich tragen. Im Gegensatz zu der selbstsicheren und tapferen Lidja wird Sofia von Selbstzweifel und Ängsten geplagt. Dennoch ist es schön, wie die 13-jährige diese im Lauf der Geschichte überwindet und immer selbstsicherer wird. Durch die Tatsache, dass der Leser zusammen mit Sofia lernen muss was es heißt das Erbe eines Drachen in sich zu tragen ist die Geschichte sehr spannend. Man weiss nicht was als nächstes passiert und ob die beiden Hauptcharaktere den Feinden etwas entgegensetzen können. Der Schreibstil ist dabei flüssig und leicht zu lesen, während die Geschichte spannend und überaus packend ist, dass sie den Leser so schnell nicht mehr los lässt.
Wie die anderen Sagen der Autorin wurde auch diese Coverillustration wieder von Paolo Barbieri gestaltet und ist wie immer sehr gelungen, da es fablich sehr gut abgestimmt ist und ein wahrlicher Blickfang im Buchregal ist.

Mein Fazit:
„Thubans Vermächtnis“ ist ein toller neuer Auftaktband einer Trilogie der italienischen Autorin Licia Troisi, der Lust auf mehr macht. Ich bin gespannt was sie aus dem vorgegebenen Plot noch macht und welche Überraschungen sie noch parat hält. Das Buch ist absolut Zauberhaft und sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene Leser geeignet. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf den nächsten Teil und ich hoffe sehr, dass uns der Verlag nicht allzu lange darauf warten lässt.

14. November 2010

[Rezension] Thomas Thiemeyer - Korona

Thomas Thiemeyer
Korona
Verlag: Droemer-Knaur
Seiten: 512
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-426-66291-5
Preis: € 16,99


Die Biologin Amy Walker arbeitet zusammen mit ihrem Forschungsteam im Mgahinga Gorilla Nationalpark, am Fuß der mächtigen Virunga Vulkane. Bei seinen Beobachtungen um das Verhalten der seltenen Berggorillas hat der Teamleiter Dr. William Burke eine ganz spezielle Gorillafamilie entdeckt, die sich weiter entwickelt hat als ihre Artgenossen. Doch kurz nach dieser Entdeckung verschwindet William Burke bei einer Expedition ins Ruwenzori-Gebirge. Amy bekommt deshalb von ihrem Vorgesetzen Professor Whitmann einen neuen Kollegen vor die Nase gesetzt: Den Iren Ray Cox, der die letzten 10 Jahre im Gefängnis saß und in Amys Augen weder ein Biologe ist noch vertrauenswürdig erscheint. Und zu recht: Obwohl sich Ray sehr schnell in die Gruppe einfügt, hat er doch etwas zu verbergen…
Als sich schließlich ein Wetterumschwung ankündigt machen Amy, Ray, der Wetterexperte Karl, der Geologe Dan und die Botanikerin Mellie auf den Weg zu den Bugonde. Sie hoffen von dem abgeschieden lebenden Stamm auf Informationen über Burkes Verbleib zu bekommen. Und tatsächlich. Die Schamanin des gegenüber fremden abweisenden Stammes hat Burke gesehen. Jedoch warnt die Schamanin das Team, dass dies eine Suche ohne Wiederkehr sein könnte. Und schließlich findet sich das Team schneller als ihnen lieb ist in einem phantastischen Abenteuer wieder, dass jegliche Vorstellungskraft übersteigt.

Ich habe mich schon sehr lange auf den neuen Roman von Thomas Thiemeyer gefreut und war nun so überglücklich ihn endlich in den Händen zu halten. Ich habe mich sofort auf meine gemütliche Couch verkrochen und bin ganz in Thiemeyers Welt eingetaucht. Die Handlung von „Korona“ ist eine gelungene Mischung aus einem Abenteuer-/Wissenschaftsroman und einer Prise Fiktion bzw. Fantasy und kann neben einer spannenden Story auch durch detailreiche Beschreibungen des Autors begeistern. Er beschreibt die Landschaft in dem Buch so anschaulich, dass man sofort ein Bild vor Augen hat. Hier merkt man sofort, dass Thomas Thiemeyer sehr gut vor Ort und in dem Gebiet der Berggorillas recherchiert hat und seine Erlebnisse und Eindrücke in dem Buch verarbeitet hat und auch einfließen ließ. Gleichzeitig möchte er mit seinen Worten auch auf die Lebenssituation der Berggorillas hinweisen von deren Art es nur noch 300 Stück gibt. Er regt an, die Welt und die vom aussterben bedrohten Tiere zu schützen und nicht deren Lebensräume zu vernichten.
Aber neben all dem fundierten Wissen und den wissenschaftlichen Fakten kommt auch die Fiktion nicht zu kurz. So reist der Leser zusammen mit den Protagonisten in eine Parallelwelt in der man auf Lebewesen und Pflanzen trifft, die es so in unserer Welt nicht gibt.

Mein Fazit:
Thomas Thiemeyer verknüpft in „Korona“ eine spannungsgeladene Geschichte und einem schönen flüssigen Schreib- und Erzählstil. Er vermischt gekonnt wissenschaftliches Wissen, historische Fakten und Fiktion zu einem fantastischen Abenteuer, das ich jedem Thriller/Mystery-Liebhaber ans Herz legen möchte. Thomas Thiemeyer hat es geschafft mich so ans Buch zu fesseln, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte, da mich das Buch einfach nur begeistert und inhaltlich gepackt hat.

11. November 2010

[Rezension] Cayla Kluver - Alera. Geliebter Feind

Cayla Cluver
Alera - Geliebter Feind
Originaltitel: Legacy
Verlag: PIPER
Seiten: 560
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-492-70216-4
Preis: € 19,95



Während Misstrauen und Rivalität zwei Königreiche in einen Krieg treiben, muss sich Prinzessin Alera entscheiden – für ihr Land, für ihre Freiheit oder für ihren Feind.

Alera ist nicht nur die Thronfolgerin des Königreichs – sie hat auch ihren eigenen Kopf, und ihre Vorstellungen von Freiheit und Gerechtigkeit finden am traditionellen Hof nicht immer Anklang. Das Land blickt dunklen Zeiten entgegen. Die lange währende Feindschaft mit dem Nachbarreich droht in einen Krieg zu münden. Und als eines Tages der junge Narian aus dem Feindesland an Aleras Hof auftaucht, ändert sich alles: Ist Narian ein Spion, ein Attentäter oder gar ein Freund? Alera erfährt mehr über das Volk, das sie für ihren erbitterten Gegner hielt. Sie erkennt, dass sie sich unsterblich in Narian verliebt hat – und dass ihre Liebe nicht nur ihr Leben, sondern das Schicksal des ganzen Königreichs aufs Spiel setzt.

Meine Rezension:

Das Buch ist mir auf einem Streifzug durch einen Buchladen aufgefallen. Mir gefiel das Buchcover mit diesem verträumten Mädchengesicht und auch der Klappentext hat mich sehr angesprochen, dass ich das Buch unbedingt lesen musste.
Alera – Geliebter Feind“ ist der 1. Band der „Alera“ Trilogie von Cayla Kluver und ein wunderbarer Auftaktband. Schon alleine der Titel des Buchs zeigt, dass es sich hierbei um einen romantischen Fantasy-Roman handelt.
Alera ist die älteste Tochter des Königspaars von Hyantica und dazu verpflichtet an ihrem 17. Geburtstag zu heiraten. Allerdings nicht aus Liebe, sondern ihrem Vater und ihrem Land zuliebe. So ist der Favorit ihres Vaters Stendor, ein arroganter und jähzorniger Schönling, der nach der Heirat über das Königreich regieren wird. Immer wieder wird Alera von ihrem Vater dazu gedrängt ihn zu heiraten, da es keinen angemesseneren König für die und das Reich gäbe. Doch eines Tages wird der Cokyrier Narian gefangen genommen und es stellt sich heraus, dass er der Sohn einer adligen Familie ist, der vor vielen Jahren entführt wurde. Alera fasziniert sein Mut und seine Verschlossenheit und es kommt zu einer langsamen Annäherung der beiden. Doch Alera hat Pflichten ihrem Vater, dem König, und auch ihrem Volk gegenüber und Narian ist der Feind, den sie eigentlich nicht lieben sollte…
Aber nicht nur die Romantik spielt eine große Rolle in dem Roman, sondern auch die tragische Leben der jungen Prinzessin mit all ihren Sorgen und Nöten sind sehr gut ausgearbeitet und es gibt einige dramatische Wendungen. Auch das Ende des Romans ist sehr mitreisend und ganz anders als man zuerst gedacht hat und als ich auf der letzten Seite angekommen war, hätte ich so gerne weiter gelesen um zu wissen, wie es mit ihr weitergeht.Die Charas sind gut und authentisch dargestellt. Allerdings hat mich Aleras Naivität anfangs doch etwas gestört. Vielleicht kann man aber aufgrund ihrer jungen 17 Jahre und der Tatsache dass sie als Prinzessin aufgewachsen ist darüber hinwegsehen.
Für ihre 17 Jahre beweist die Autorin ein tolles Sprachgefühl und begeistert mit ausführlichem Erzählstil, der nie langweilig wird oder sich in die länge zieht. Die Sprache ist verständlich und es gibt auch ein paar Spannungselemente, die aber aufgrund des romantisch angehauchten Genres aber eher gering bleiben. Die Geschichte wird aus Aleras Sicht geschrieben und der Leser bekommt einen sehr guten Eindruck in ihr Gefühlsleben und dem höfischen Leben auf dem Schloss. Was jedoch ausserhalb passiert und was es mit dem bevorstehenden Krieg auf sich – darüber schweigt sich die Autorin (noch) aus.

Mein Fazit:
Alera – Geliebter Feind“ ist ein gelungener Debutroman der jungen Autorin Cayla Kluver. Es ist ein atemberaubender und bezaubernder Roman mit einer entzückenden Liebesgeschichte, die einen nicht mehr so schnell loslässt und deswegen die volle Punktzahl verdient.

1. November 2010

[Rezension] Nora Melling - Schattenblüte. Die Verborgenen


Nora Melling
Schattenblüte - Die Verborgenen
Verlag:
rowohlt POLARIS
Seiten:
352
Ausgabe:
Hardcover
ISBN: 978-3-86252-000-8
Preis: € 14,95
Leseprobe


Der Bruder der 17-jährigen Luisa ist vor einem halben Jahr an Krebs gestorben. Die Eltern können den Tod des Sohnes nicht verkraften und ziehen direkt nach der Beerdigung nach Berlin. Da Luisa das gespannte Verhältnis zu Hause nicht mehr aushält, beschließt sie sich umzubringen. Sie geht im Grunewald auf einen alten, verlassenen Aussichtsturm und will hinunter springen. Doch plötzlich taucht ein Junge auf und hält sie fest. Er hält sie von diesem schrecklichen Fehler ab und stellt sich ihr mit dem Namen Thursen vor. Luisa ist sofort fasziniert von Thursen und die beiden beginnen sich fortan im Wald zu treffen, denn hier lebt Thursen mit einigen anderen Jugendlichen und Wölfen zusammen. Doch Luisa findet schnell heraus, dass es sich bei den Wölfen eigentlich um Werwölfe handelt, die zwischen der menschlichen und der wölfischen Gestalt hin und her wechseln können. Doch mit jeder Verwandlung werden sie mehr und mehr zum Wolf: Sie werden blasser und sie vergessen ihren Namen, ihre Herkunft und auch ihre Vergangenheit, weshalb sie eigentlich zu Werwölfen werden wollten. Aber Luisa liebt Thursen und da sie ihn nicht verlieren will forscht sie in der Hoffnung diesen Fluch zu brechen nach seiner Vergangenheit...

„Schattenblüte – Die Verborgenen“ ist der viel versprechende Auftaktband einer Serie der deutschen Autorin Nora Melling. Das wunderschön gestaltete Cover, das durchaus zum Träumen einlädt, hat mich sehr neugierig auf dieses Buch gemacht und ich wurde keineswegs enttäuscht. Die romantische und überaus phantastische Geschichte hat mich sofort vom ersten Satz an so gefesselt, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Viele würden jetzt vielleicht sagen: „Nicht schon wieder so ein Romantasy-Roman mit Werwölfen.“ Aber ich kann versichern, dass diese Leute eines besseren belehrt werden. Das Buch ist wunderbar spannend und faszinierend geschrieben, dass selbst große Autoren wie Stephanie Meyer neidisch werden könnten. Nora Melling benutzt in „Die Verborgenen“ alles was einen gute Geschichte ausmacht: Liebe, Freundschaft, Verlust und Trauer.

Dabei bedient sie sich einer einfachen Sprache und einem wundervolle Schreib- und Erzählstil. Die Handlung ist super geschrieben und auch Luisas Depressionen und ihre Krise sind so real beschrieben, dass man als Leser einfach nur Gänsehaut bekommen muss. Aber auch die Liebe der beiden Hauptprotagonisten ist so unheimlich gefühlvoll dargestellt, dass sie so süß wie Zucker und schön zu lesen ist.
Die Charaktere in der Geschichte sind allesamt sehr facettenreich und sehr greifbar dargestellt. Sie sind so sympathisch, dass man sofort ein Bild von Ihnen im Kopf hat und man gar nicht anders kann als sie einfach nur ins Herz zu schließen.

Mein Fazit:
„Schattenblüte – Die Verborgenen“ ist eines der besten Romantasy-Bücher, das ich in der letzten Zeit gelesen habe. Es ist durch die zauberhafte Geschichte und wunderbaren Charakteren einfach in seinem Genre ein Buch der superlative und wird von mir deswegen mit voller Punktzahl bewertet. Ich hoffe sehr, dass die Autorin und der Verlag nicht allzu lange auf die Fortsetzung warten lassen, denn dieses Buch macht süchtig nach mehr!

14. Oktober 2010

[Lesung] Thomas Thiemeyer - Buchprämiere Korona

Dietmar Wunder und Thomas Thiemeyer
Am 14. 10. 2010 präsentierte Thomas Thiemeyer seinen neuen Mysterythriller „Korona“ im Stuttgarter Planetarium. Der Autor zeigte interessante Bilder zu seine Recherchereise und unterlegte diese mit spannenden Geschichten. Begleitet wurde er von Dietmar Wunder, der einer der bekanntesten und profiliertesten Synchronsprecher ist und seine Stimme schon Adam Sandler und Daniel Craig geliehen hat. Dietmar Wunder hat bereits das Hörbuch zu „Korona“ eingelesen und las bei der Prämiere einige Abschnitte aus dem gleichnamigen Buch vor.
In „Korona“ geht es zum einen Teil um Gorillas bzw. Gorillaforscher, zum anderen um die Sonne oder vielmehr um die äußere Schicht der Sonne, die Korona. Sie hat einen ziemlich großen Einfluss auf die Geschehnisse auf der Erde, so kann es zum Beispiel zu Irritationen im Funkverkehr oder zu Satellitenausfällen kommen…
Das Buch ist eine Mischung aus Wissenschaftsthriller mit einer gelungenen Prise Phantastik. Aber es gibt auch eine Liebesgeschichte zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen ist da die Gorillaforscherin Amanda Walker, die plötzlich einen Neuzugang zu ihrem Team bekommt: Ray Cox. Er saß die letzten 10 Jahre im Gefängnis und vermittelt so überhaupt nicht den Eindruck eines Biologen…

Korona“ ist der 5. Erwachsenenroman von Thomas Thiemeyer, der zwischenzeitlich auch 2 Jugendromane geschrieben hat. Wie der Autor berichtete ist „Korona“ für ihn aber ein ganz besonderes Buch, da es im Kern eine Geschichte enthält, die er vor über 10 Jahren geschrieben hat. In diesem Erstlingswerk mit dem Namen „Inseln über dem Abgrund“ und zugleich allererste Fassung von „Korona“ geht es um einen Künstler der ein spezielles Bild malt. Dieses Bild hat magische und übersinnliche Eigenschaften und ist wie ein Tor zu einer anderen Welt, in dem der Künstler zwar viele Abenteuer erleben aber nicht mehr zurückkehren kann…
Obwohl Thomas Thiemeyer zu diesem Zeitpunkt Blut geleckt hat und definitiv Schriftsteller werden wollte, landete dieses Erstlingswerk sowie sein zweiter Roman in der Schreibtischschublade, bis dann schließlich sein 3. Roman „Medusa“ bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur im Jahre 2004 erschienen ist.
Nach Veröffentlichung weiterer Romane, beschäftigte ihn wieder die Grundidee des 1. Romans. Er wollte das Buch mit dem Dimensionstor ganz neu schreiben und so entstand aus dem Künstler eine Gruppe Gorillaforscher und aus dem magischen Bild eine „kosmische Katastrophe“ in Form eines Ausbruchs auf der Sonne. Die Grundidee um die Öffnung eines Portals oder vielmehr eines Wurmlochs, dass die Forscher in eine andere Welt bringt, ist aber immer noch die gleiche geblieben. So entstand die Geschichte von „Korona“. 2008 hat sich Thomas Thiemeyer ein Ticket gekauft um vor Ort über die Gorillas und die Umgebung zu forschen. Dabei erzählt der Autor, dass er auf diese Reise über 20 Jahre warten musste, da die Länder Uganda, Ruanda und die Demokratische Republik Kongo enorme humanitäre Probleme hatten und zu diesem Zeitpunkt auch der große Völkermord in Uganda war, dem mehr als 1 Mio. Menschen zum Opfer fielen.
Thomas Thiemeyer zeigte Bilder seiner Reise, die man auf der Internetseite der Verlagsgruppe Droemer Knaur anschauen kann. Bilder. Außerdem las er einen Erfahrungsbericht vor, in dem er berichtete was ihm genau durch den Kopf ging, als er den Gorillas und vor allem dem Silberrücken begegnet ist.
Dietmar Wunder las auf angenehme und mitreißende Art und Weise aus dem Buch, wie ich es noch auf keiner Lesung erfahren habe. Das Zusammenspiel zwischen dem Autor und dem Synchronschauspieler war einfach nur perfekt und harmonisch.
Nach der „Show“ standen die beiden schließlich noch für Autogramme, Bilder und Diskussionen zur Verfügung und rundeten somit den schönen und abwechslungsreichen Abend ab.

Mein Dank geht an Thomas Thiemeyer, Dietmar Wunder, die Organisationstalente von Droemer Knaur sowie dem Planetarium in Stuttgart, die dafür gesorgt haben, dass die Prämieren-Lesung von „Korona“ ein unvergesslicher Abend wurde.

13. Oktober 2010

[Rezension] Sergej Lukianenko - Trix Solier

 Sergej Lukianenko
Trix Solier
Originaltitel: Nedotepa
Verlag:
Beltz
Seiten: 584
Ausgabe:
Gebundenes Buch
ISBN: 978-3-407-81074-8
Preis: € 17,95
Leseprobe


Trix, Erbe des Herzogtums Solier, wird Opfer eines gemeinen Putschs. Trix schwört Rache. Bloß wie? Die wilde Welt jenseits der Schlossmauern ist nichts für zarte Jünglinge. Grässliche Untote, verwirrte Feen und minderbemittelte Minotauren machen Trix das Leben schwer. Aber dann entdeckt er ein ungeahntes Talent: Ist er vielleicht zum Magier berufen? Mit neuem Mut versucht sich Trix als Retter der schönen Fürstin Tiana, die zwangsverheiratet werden soll. Dafür verspricht Tiana, ihm zu helfen, den Thron zurückzuerobern. Die beiden schmieden einen tollkühnen Plan …

Meine Rezension:

“Trix Solier” ist der neueste Jugendbuch-Roman des russischen Schriftstellers Sergej Lukianenko, der mich sehr durch sein schön gestaltetes Cover, den Klappentext aber auch durch den Untertitel „Zauberlehrling voller Fehl und Adel“ neugierig gemacht hat. Ich musste das Buch unbedingt lesen.
Die Abenteuer des Trix Solier sind in vier Abschnitte unterteilt: Wahrheit, Gewissen, Gerechtigkeit und Schluss. Doch schon nach den ersten paar Seiten steckt der Leser in einer spannenden und sehr unterhaltsamen Fantasygeschichte, die für Leser jedes Alters geeignet ist und einfach mitreist. Je weiter man in die Geschichte vordringt und den unterhaltsamen und fantasiereichen Erzählungen des Autors folgt, umso mehr entstehen die bildlichen Beschreibungen des Autors wie von selbst vor dem eigenen Auge und lassen den Leser in die wundervolle Welt des (Co-)Herzogs Trix Solier eintauchen.
Die Geschichte wurde mit soviel Charme und Humor geschrieben, dass man gar nicht anders kann als diese zu lieben und sich sofort heimisch zu fühlen. Die Welt ist so detailreich und verspielt beschrieben, wie die Handlungsorte und die Charaktere.
Man merkt sehr schnell, dass in den Protagonisten von Sergej Lukianenko sehr viel Liebe und Charme steckt. Vor allem der Hauptprotagonist Trix Solier hat es mir sehr angetan, denn er durchlebt in der Geschichte eine sehr gut dargestellte Wandlung. So muss der mutige und tapfere Trix sehr viel lernen um in der Welt außerhalb des wohl behüteten zu Hauses zu überleben und seine angekündigte Rache zu bekommen. Aber auch die Weggefährten von Trix sind sehr facettenreich dargestellt und habe ich sehr gemocht – bis auf die Blumenfee. Sie war mir als einzigster Charakter zu aufmüpfig und nervig – auch wenn ich die Idee von einer Rauschkrautsüchtigen Fee lustig finde.

Mein Fazit:
„Trix Solier“ hat mich absolut begeistert, da es ein erfrischendes und fantasievolles Werk des russischen Autors ist. Er verbindet eine wundervolle Fantasiegeschichte mit Witz und viel Ideenreichtum und ich persönlich würde mich sehr über eine Fortsetzung des Werks freuen.

[Lesung] Markus Heitz - Judassohn

Am 11.10.2010 hat Markus Heitz in der Thalia-Buchhandlung in Ludwigsburg eine Lesung zu seinem Buch „Judassöhne“ gegeben. Pünktlich um 20 Uhr nahm der Autor am Pult Platz und riss das Publikum sofort mit seiner witzigen Art mit. So erzählte er erst einmal Vorweg aus dem Nähkästchen und brachte das Publikum zum Lachen. Unter anderem erzählte er, dass er prinzipiell an allen Flughafen kontrolliert wird. Was auch kein Wunder sei, wenn einer ganz in Schwarz auftaucht und dann noch Stahlkappen in den Schuhen hat, was wiederum dafür sorgt, dass jeder Metalldetektor sofort bis zum Anschlag „rot“ schreit. Dies sei für ihn aber auf jeden Fall kein Grund plötzlich eine Jeanshose und ein weißes Hemd zu tragen. Des weiteren berichtete er, dass sein Buch „Blutportale“ soeben in Holland erschienen und er über den Titel etwas enttäuscht ist, da er nicht mehr so spektakulär klingt. So heißt das Buch dort „Bloedportale“, was ihn ziemlich irritiert, denn es ist viel mehr blutig als blöd (Zitat: „Nehme ich doch mal an.“).
Nach diesen Lachern stellte sich der Autor kurz vor und gab eine kurze Übersicht über seine Werke. So nebenbei stellte er auch richtigerweise fest, dass seine Vampire nichts mit dem derzeitigen Hype der Kuschelvampiren zu tun hat. Seine Vampire waren zuerst am Start und das wichtigste Merkmal ist, dass seine Vampire nicht glitzern und auch nicht so romantisch sind – zumindest nicht prinzipiell. Vielmehr sind seine Vampire mit Dingen aus dem Volksglauben gespickt, weil diese sehr interessant und sehr umfangreich sind.
Bevor Markus Heitz seine einstündige Lesung begann erzählte er, dass dass seine Vampir-Reihe mit „Kinder des Judas“ angefangen hat. Nachfolgend erschien „Judassohn“ und im Dezember 2010 wird die Reihe ihren Abschluss mit „Judastöchter“ finden. Über seine zukünftige Ideen berichtete er, dass er im Moment 2 Ideen hat, diese aber noch weiter ausdenken muss. Fest steht laut Autor: „Es bleibt böse, dreckig und gemein“.
In der Vampir-Reihe ist die Hauptdarstellerin Sia und sie hat eine große Verpflichtung, die sie sich selber aufgebürdet hat. Sie ist eine der wenigen unsterblichen Vampiren in der Buchreihe und überwacht ihre Kinder, ganz normalen Vampire. Denn nach Volksglauben können Vampire ganz normal wie Menschen gebären, jedoch besteht bei ihnen eine größere Möglichkeit, dass sie als Vampir wieder auferstehen. Da Sia aber weiss, dass zu viele Vampire nicht gut für die Menschen sind, möchte Sia die Rückkehr ihrer Kinder verhindern und eliminiert diese. In „Judassohn“ lebt sie mit ihren Nachfahren Emma und Elena zusammen. Sia hat es nicht übers Herz gebracht die beiden vorab zu eliminieren und hat es sich zur Aufgabe gemacht über die beiden zu wachen und vor Schaden zu bewahren…
Welche Spannung dabei dem Leser geboten wird kann jeder selber in „Judassohn“ nachlesen :-)
Nach einer anschließenden Frage-Runde an den Autor hat er sich Zeit genommen Autogramm- und Fotowünsche zu erfüllen, wofür er sich sehr viel Zeit genommen hat. Nach der Veranstaltung war es sehr schön noch für einen kurzen Moment privat mit Markus Heitz zu reden und ihm das eine oder andere private Detail und Geheimnis zu entlocken…


Ich danke Markus Heitz und der Thalia-Buchhandlung in Ludwigsburg für eine wundervolle Veranstaltung und einen wunderschönen Abend.

28. September 2010

[Interview] Interview mit Thomas Thiemeyer


Nachdem im Juni 2010 der 2. Teil von Thomas Thiemeyers Jugendbuchreihe “Chroniken der Weltensucher – Der Palast des Poseidon” erschienen ist und im Oktober 2010 die Veröffentlichung des Mystery-Thrillers “Korona” ansteht, konnte ich es mir nicht nehmen lassen den Autor um ein Interview zu bitten. Herausgekommen ist ein wunderschönes Interview, bei dem der Autor etwas über seine Arbeit; aber auch über sein Privatleben erzählt.

Yvonne: Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für das Interview nimmst. Was war denn der Auslöser, dass Du mit dem Schreiben begonnen hast und unter die Schriftsteller gegangen bist?

Thomas Thiemeyer: Eigentlich komme ich ja aus der Illustratorenecke. Ich habe jahrelang für Ravensburger Jugendbücher und für Heyne Umschläge illustriert. Es hat mich jedoch immer schon gereizt zu schreiben. Als ich dann mit meiner Frau nach Stuttgart zog, machte ich die Bekanntschaft einiger Schriftsteller (unter ihnen Andreas Eschbach) und fasste den Mut, es auch einmal zu versuchen. Das Ergebnis war dann so zufriedenstellend, dass ich dabei geblieben bin.

Yvonne: Nach Mystery-Thrillern hast Du nun eine Jugendbuch-Reihe herausgebracht, die auch für Erwachsene wunderbar zu lesen ist. Wie ist die Idee um „Die Chroniken der Weltensucher“ entstanden?

Thomas Thiemeyer: Die Idee hatte ich schon lange. Ich fand immer, dass in unserer Buchlandschaft etwas fehlt: die schönen und spannenden Abenteuer in Stile eine Jules Verne oder Arthur Conan Doyle. Bücher, die Mädchen und Jungen, Männer und Frauen mit einem Hang zu Spannungsliteratur gleichermaßen anspricht. Als dann der Loewe Verlag an mich herantrat und fragte, ob ich Lust hätte Jugendromane zu schreiben, war ich natürlich sofort Feuer und Flamme.


Yvonne: Wie lange hat es von der ersten Idee bis zur Umsetzung der Jugendbuch-Reihe gedauert?

Thomas Thiemeyer: Der erste Roman entstand in einer Rekordzeit von nur vier Monaten. Ich hatte natürlich lange vorher über die Handlung nachgedacht und ein entsprechend detailliertes Konzept gemacht. Aber es war trotzdem etwas völlig Neues für mich. Fast so, als wolle der Roman, dass man ihn schreibt.

Yvonne: Wie bist Du dann gerade auf das Leben von Alexander von Humboldt gestoßen?

Thomas Thiemeyer: Humboldt ist für mich eine Art Symbol. Ein Symbol für eine Weltanschauung, in der man über seinen Tellerrand schaut und versucht die Welt als Gesamtheit zu verstehen. Alexander von Humboldt war eines der letzten wirklichen “Allround-Genies”, die unser Land hervorgebracht hat. Tatsächlich hat er in allen möglichen Zweigen geforscht (Geographie, Völkerkunde, Physik, Chemie, Botanik, usw.) und so ein übergreifendes Wissen von der Welt erworben. Ich glaube das fehlt in unserer heutigen Zeit. Wir sind zu einem Verbund von Spezialisten geworden, in dem jeder sich nur noch um seinen Kram kümmert und vergisst, dass es noch viel mehr gibt. Besonders in den Universitäten ist mir das aufgefallen. Da weiß ein Wissenschaftler kaum, woran sein Kollege drei Türen weiter arbeitet.

Yvonne: Mit welchem der Charaktere kannst Du Dich am meisten identifizieren?

Thomas Thiemeyer: Natürlich mit Charlotte und Oskar. Sie sind wie zwei Seiten derselben Münze. Die eine skeptisch, nachdenklich und manchmal auch ein bisschen rechthaberisch, der andere neugierig, leichtsinnig und vorwitzig. Ich glaube in mir steckt von beidem etwas.

Yvonne: Gab es in der bisherigen „Chroniken der Weltensucher“-Bücher auch mal eine schwierige Szene, bei der Du nicht gewusst hast, wie Du sie anpacken sollst?

Thomas Thiemeyer: Eigentlich nicht. Dass schöne am Jugendbuch ist ja, dass man praktisch alles machen kann, solange man auf ein Übermaß an Sex und Gewalt verzichtet. Da ich das aber auch in meinen Erwachsenenromanen nie praktiziert habe, gab es da keine Probleme. Meine Schwerpunkte liegen auf Spannung, Fantasie, Kreativität und Abenteuer. Mit Grausamkeiten und Tabubrüchen, wie sie heute in der Literatur immer mehr und immer heftiger zelebriert werden, kann ich als Autor nichts anfangen. Als Leser übrigens auch nicht.

Yvonne: Hast Du eine Lieblingsszene, die Dir besonders viel Spaß gemacht hat zu schreiben?

Thomas Thiemeyer: Eine? Dutzende! Worauf ich allerdings besonders stolz bin, ist eine Szene im “Palast des Poseidon”, die ich komplett aus der Sicht des Kiwis Wilma geschrieben habe. Sich in einen Vogel hineinzuversetzen, das war schon eine besondere Herausforderung.

Yvonne: Die sind auch wirklich sehr interessant dargestellt. Ist das nächste Buch dieser Reihe schon in der Arbeit? Wie wird es weitergehen?

Thomas Thiemeyer: Das nächste Buch ist sogar schon fertig. Es wird allerdings erst im Sommer/Herbst 2011 erscheinen. Humboldt und seine Truppe reisen dabei ins westafrikanische Mali zu dem legendenumwitterten Volk der Dogon. Die Dogon besitzen ein unerklärliches Wissen über Sterne und Astronomie und hüten auf einem ihrer Tafelberge einen Schatz in Form eines Meteoriten. Nun ist es aber kein gewöhnlicher Meteorit, sondern eine fremde Lebensform, die die Eigenschaft besitzt, Menschen und Tiere zu imitieren. Man denke dabei an “Die Körperfresser” und “Das Ding aus einer anderen Welt”. Es wird also recht unheimlich zugehen, zumal Oskar von dem Ding infiziert und umgewandelt wird.

Yvonne: Wie viele Bücher sind für diese Reihe geplant?

Thomas Thiemeyer: Momentan fünf.

Yvonne: Du arbeitest auch noch als erfolgreicher, freier Illustrator. Wie kam es dazu, dass Du die Coverillustrationen zu der „Chroniken der Weltensucher“-Reihe selber gestaltet hast?

Thomas Thiemeyer: Der Umschlag ist als Teamwork zwischen Dirk Steinhöfel, Christian Keller und mir entstanden. Ich habe nur das Innenmotiv gemalt. Aber dafür so richtig schön in Öl und auf Leinwand. Ich glaube, dieser “altmodische” Stil passt ganz gut zu der modernen Rahmengestaltung und Typographie.

Yvonne: Ist es ein Unterschied für Jugendliche oder für Erwachsene zu schreiben?

Thomas Thiemeyer: Kaum. Im Jugendbuch muss ich ein bisschen schneller “zum Punkt” kommen. D.h. ich darf mich nicht zu lange mit den Innenansichten der Figuren aufhalten, sondern muss handlungsorientierter schreiben. Die Darsteller definieren sich eher über ihre Taten als über ihre Gedanken. Ansonsten ist es ziemlich ähnlich.

Yvonne: Wie viel Zeit verbringst Du mit Recherchen für Deine Romane? Gerade für die Mystery-Thriller „Medusa“, „Reptilia“, „Magma“ und „Nebra“ braucht man für die Thematiken ein sehr gutes Fachwissen. Arbeitest Du mit Fachleuten zusammen?

Thomas Thiemeyer: Mit Fachleuten, mit anderen Autoren, mit Wissenschaftlern, Museumsangestellten und Einheimischen. Ich nehme jeden, den ich kriegen kann. Eines darf man als Autor nicht sein: schüchtern. Man muss auf die Leute zugehen und ihnen ein Loch in den Bauch fragen. Und das Überraschende: die Leute sind begeistert, wenn man sich für sie und ihre Arbeit interessiert. Ich habe noch nie erlebt, dass einer gesagt hätte: “Darüber möchte ich nichts erzählen.”

Yvonne: Dein neuer Mystery-Wissenschafts-Thriller „Korona“ wird im Oktober im Handel erscheinen. Möchtest Du vielleicht etwas über das Buch erzählen?

Thomas Thiemeyer: Es geht um eine Expedition in den Ruwenzori, Zentralafrikas geheimnisvolles Hochgebirge. Die Gorillaforscherin Amanda Walker und ihr Team stößt dabei auf Ruinen des versunkenen Königreiches Kitara. Doch dann spielt das Wetter verrückt und es kommt zu einem unerwarteten Wintereinbruch. Als sie versuchen heimzukehren, müssen sie feststellen, dass ihnen das nicht gelingt. Die Gegend hat sich auf merkwürdige Weise verändert und wird obendrein von furchterregenden Kreaturen beherrscht. Für Rückkehr ist es längst zu spät.

Yvonne: Was können die Leser von Deiner Lesung am 14.10.1980 im Stuttgarter Planetarium erwarten? Es ist ja ein aussergewöhnlicher und zugleich auch passender Ort um „Korona“ vorzustellen.

Thomas Thiemeyer: Zum einen bin ich sehr froh und glücklich, dass ich von Dietmar Wunder (Synchronsprecher von Daniel Craig – “James Bond”) unterstützt werde, zu anderen natürlich, dass mir im Planetarium technische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die ich sonst nicht habe. Es geht in dem Roman ja um die Sonne und ihre Auswirkungen auf unsere Erde. Außerdem kann ich ein paar Fotos und einen kleinen Film von meiner Expedition zu den letzten Berggorillas zeigen. Es wird also sicher ein recht abwechslungsreicher Abend.

Yvonne: Jetzt hab ich aber auch noch ein paar persönliche Fragen an Dich: Wie kam es denn dazu, dass es Dich vom Rheinland ins Schwabenland nach Stuttgart verschlagen hat?

Thomas Thiemeyer: Aus dem einfachsten und schönsten Grund, den man sich vorstellen kann: der Liebe wegen.

Yvonne: Mich würde interessieren, wie viele ungelesene Romane bei Dir daheim rumliegen? Als Autor wird man ja nicht unbedingt dazukommen Bücher zu lesen…

Thomas Thiemeyer: Das ist leider der Fluch meines Jobs. Mein SUB (Stapel ungelesener Bücher) beläuft sich zur Zeit auf etwa zwanzig Romane. Ich hoffe darum immer auf den nächsten Urlaub, damit ich der mal kleiner wird. Allerdings kommen ja immer neue Romane dazu …

Yvonne: Hast Du Lieblingsautoren?

Thomas Thiemeyer: Weniger Lieblingsautoren als Lieblingsbücher. Aber es gibt ein paar Leute, von denen ich fast alles lesen kann: King, Rowling, Crichton, Preston/Child, Strugatzki, Steinfest, Simmons.

Yvonne: Bleibt neben dem Schreiben und der Familie auch noch Zeit für Hobbys?

Thomas Thiemeyer: Schreiben und Familie sind doch Hobby genug ;-)
Nein, im Ernst, es gibt noch ein paar Sachen. Malen natürlich (ist durch meine Autorentätigkeit tatsächlich leider zu einem Hobby reduziert worden), Schlagzeug spielen, Filme und Musik.

Yvonne: Worüber kannst Du selbst lachen?

Thomas Thiemeyer: Die Absurditäten des Alltags.

Yvonne: Vervollständige bitte den Satz: Mein Leben ist…

Thomas Thiemeyer: … ein langer, ruhiger Fluss. Mit ein paar Stromschnellen zwischendurch.

Yvonne: Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast und ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute.

Thomas Thiemeyer: Ich bedanke mich für das Interview.


13. September 2010

[Lesung] Fantasygala: Rheinlesen mit Bernd Perplies


Am Samstag, 04.09.2010, fand am Kölner Rheinhafen zum 2. Mal im Rahmen des Rheinlesens die Fantasygala statt. Durch die 1 ½ Stündige Veranstaltung moderierte Verena Wolf, die zugleich die Redakteurin der Phantastik Couch ist. Sie gab eine sachkundige Einführung in die Welt der Phantastik, ehe die Autoren Oliver Buslau, Miriam Broicher und Bernd Perplies ihre Bücher vorstellten. Oliver Buslau, der eigentlich Krimi-Autor ist, stellte sein Buch „Der Vampir von Melaten vor“, dessen Schauplatz passend zur Veranstaltung in Köln spielt und um einen geheimnisvollen und legendären Pianisten handelt, der nicht so ganz menschlich ist. Miriam Broicher, die trotz ihres jungen Alters bereits 3 Bücher geschrieben hat, las den Prolog aus ihrem Buch „Tor zum Schattenland“ vor, in dem es um ein Kölner-Mädchen geht, das an einen fernen und magischen Ort gelangt, in dem es Feen und Elfen, Drachen und Einhörner gibt.
Mein persönliches Highlight war jedoch die Lesung von Bernd Perplies, der seinen Auftaktband zu seiner neuen Trilogie „Magierdämmerung“ vorstellte und auch berichtete, wieso es ihn nach seiner erfolgreichen High-Fantasy-Trilogie „Tarean“ direkt und geradewegs ins viktorianischen London verschlug und wie die Recherchearbeit dazu betrieben hat. Nach dieser kleinen Einführung verzauberte Bernd Perplies mit einer tollen Lesung das Publikum. In „Magierdämmerung – Für die Krone“ geht es um zwei Magierfraktionen, die sich um eine unglaublich starke, aus dem Meer aufgetauchte Quelle der Magie streiten. In diesen Kampf wird der junge Reporter Jonathan Kentham hineingezogen, als er eines Abends einen alten, sterbenden Mann findet. Dieser gibt ihm einen Ring, woraufhin sich Jonathans Leben ganz stark ändert. Er entwickelt Kräfte, die er nicht haben sollte und stellt fest, dass es Menschen mit Magie und eine Parallelwelt zum Alltag gibt…
Was es aber mit dem Ring und der Welt der Magie auf sich hat kann jeder in “Magierdämmerung – Für die Krone” nachlesen. 
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Mein Dank geht an die Veranstalter dieser Gala, Christina Knorr vom LYX-Verlag sowie den Autoren, die dafür gesorgt haben, dass die Veranstaltung ein wundervoller Abend wurde.


28. August 2010

[Rezension] Celine Kiernan - Geisterpfade

Celine Kiernan
Geisterpfade, Morkawk-Trilogie, Teil2
Originaltitel: The Crowded Shadows
Verlag: Heyne
Seiten: 544
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26634-6
Preis: € 18,95

 
Seitdem Wynter den Hof König Jonathons unentdeckt verlassen konnte, um nach dem verstoßenen Kronprinz Alberon zu suchen, ist sie auf sich allein gestellt. Ohne Schutz reist sie durch die Wälder und begreift bald: Sie ist nicht die einzige, die sich auf die Suche nach Alberon gemacht hat. Alle, die sich in den letzten Jahren gegen König Jonathon gestellt haben, scheinen Abgesandte geschickt zu haben, die den rebellischen Königssohn finden sollen. Und so – mit unter Feinden – ist Wynter überglücklich, als sie auf ihre Freunde und Verbündeten Razi und Christopher stößt. Doch alten Freunde folgen alte Feinde und es dauert nicht lang, bis die drei den Loups-Garous, den berüchtigten Wölfen, gegenüberstehen. Die einzige Rettung versprechen sie sich von Christophers Volk, den Merronern, doch die scheinen andere, geheimnisvolle Pläne zu verfolgen.

Meine Rezension:

Der zweite Teil der „Moorehawk“-Trilogie vonCeline Kiernan knüpft direkt an den ersten Teil an und spielt wie er in einem Land, einem fiktiven südlichen Frankreich, in dem es sprechende Katzen und Geister gibt, die auf die Welt Einfluss nehmen. Doch bedrohlicher denn je sind in „Geisterpfade“ die Werwölfe. Obwohl sie die Schurken in diesem Buch sind, wird der Leser keine wilden Schlachten oder übernatürliche Szenen finden.
Vordergründig schildert die Autorin in der vorliegenden Geschichte nur die Suche der 3 Freunde Wynter, Razi und Christoph nach dem Rebellenprinzen Alberon. Obwohl die Frage interessant ist, warum der Prinz sich vom König abgewandt hat und damit zum Feind des Reichs wurde, wird dies nicht geklärt. Das Buch ist vielmehr eine einzige Wanderung durch die Ländereien des Reichs, die sehr langatmig sein kann und sich sehr zieht. Da ist die aufkeimende, zarte Liebe von Wynter und Christopher sehr schön zu lesen. Diese Liebesgeschichte ist nicht allzu kitschig, hat aber meiner Meinung nach zu wenig Raum erhalten. Sie ist einfach wunderbar zwischen dem ganzen hin- und herwandern der Protagonisten zu lesen und wurde wunderbar mit der Handlung verwoben.
Auch diesen Roman erlebt der Leser aus Wynters Sicht, die versucht hinter die Wahrheit der politischen Intrigen im Königreich Jonathons zu kommen. Allerdings bin ich von „Geisterpfade“ etwas enttäuscht: Es passiert einfach zu wenig. Die ganze Handlung zieht sich in die Länge und kommt einfach nicht vorwärts. Was vielleicht auch mit daran liegen könnte, dass die Autorin ihr Augenmerk auf die einzelnen Personen richtet und nicht auf die Handlung selber. Man muss als Leser schon aufpassen, dass man den roten Faden nicht verliert.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die deutsche Übersetzung. Entweder hat das Übersetzen nicht geklappt oder es war zu wenig Zeit dazu. Es haben sich Übersetzungsfehler eingeschlichen, die einen verwirren. So zum Beispiel ein Dialog auf Seite 240, der da heißt: „Das Feuer ist nicht klug, Razi“. Wie kann Feuer klug sein? Da fehlt etwas… Oder auch auf Seite 242, wo es heisst: „Christopher schauderte bestürzt zurück“. Wie geht das denn?
Dies sind nur kleine Aufzählungen von Verständnisproblemen. Ich hoffe sie werden im dritten und letzten Band nicht so oft vorkommen.
Neben einer faszinierenden und glaubwürdigen Welt präsentiert Celine Kiernan lebendige und tiefgründige Charaktere, die sehr wohl auch ihre Ecken und Kanten haben. Während der Leser im ersten Teil Wynter näher kennenlernen durfte, ist es in diesem Teil Christopher. Durch Begegnung mit den Sklavenjägern kehren schmerzende Erinnerungen zurück und zeigen einen bisher unbekannten Charakter. Aber auch im Lager der Merronern wird er zum Dreh und Angelpunkt der Geschichte, da er es ist, der ihre Sprache und Gebräuche kennt.
Das Buch ist wie sein Vorgänger gebunden und wunderschön gestaltet. Das Cover wurde in matt gehalten, während der Schriftzug des Titels in Glanz eingearbeitet wurde. Das Cover ziert eine Eule, wobei ich ehrlich gesagt nicht weiss, wo hier die Verbindung zu der Geschichte sein soll. Dem Buch liegt erneut eine Landkarte in Form eines losen Blatts bei und im hinteren Teil des Buchs findet man eine Übersetzung der Merronischen Sprache, die das moderne Irisch oder auch Gälisch wieder spiegelt.

Mein Fazit:
Ich bin von „Geisterpfade“ nach dem interessanten und wunderbaren ersten Teil enttäuscht. Hier wird nur die Suche nach dem abtrünnigen Prinzen erzählt, wofür man nach meinem Geschmack keine 536 Seiten füllen muss. Auch ist das Buch für Einsteiger nicht geeignet. Man sollte schon den ersten Teil „Schattenpfade“ gelesen haben, da man sich ansonsten sehr abmüht. Der Roman weist einige Schwächen auf und ich hoffe sehr, dass dies im dritten und letzten Teil der Trilogie besser sein wird. Ich hoffe es zumindest, denn die Geschichte bietet an sich so einiges an Potential. Ich bin sehr gespannt, was die Autorin daraus macht.

[Rezension] Rainer Werkwerth - Damian. Die Stadt der gefallenen Engel


Rainer Werkwerth
Damian - Die Stadt der gefallenen Engel
Verlag: Arena
Seiten: 424
Ausgabe:
Klappenbroschur
ISBN: 978-3-401-06513-7
Preis: € 16,95



Die 17-jährige Lara aus dem kleinen Ort Rottenbach hat gerade eine schmerzende Trennung von ihrer 1. großen Liebe Ben hinter sich. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, schickt ihre Mutter sie zu den Großeltern nach Berlin. Lara freut sich über dieses Wiedersehen und will auch gleich die Stadt erkunden, als sie eines Abends im Park von 2 Jungen angegriffen und fast vergewaltigt wird. Doch Dank der Hilfe von Damian kann sie entkommen. Lara ist dem fremden Jungen nicht nur für seine Hilfe sehr dankbar, sondern fühlt sich auch noch zu ihm hingezogen. In den folgenden Tagen trifft sie sich immer öfter mit ihm und ist endlich wieder glücklich. Doch schon bald bemerkt sie, dass Damian ein dunkles Geheimnis hütet und noch ahnt sie nicht, welche Rolle sie im Kampf von Gut gegen Böse einnimmt und welch bedeutende Rolle ihre Großeltern dabei spielen…

„Damian – Die Stadt der gefallenen Engel“ ist der erste Jugendroman von dem Autor Rainer Werkwerth und besitzt alle Voraussetzungen um junge und jung gebliebene Leser zu überzeugen. Die vorliegende Geschichte ist ein modernes Märchen, dass so wunderbar und erfrischend anders ist als die ganzen Vampir-, Werwölfe- und Hexenbücher ist, die im Moment den Markt überschwemmen.
Die Geschichte beginnt völlig normal und harmlos in Berlin. Doch hinter Deutschlands Hauptstadt verbirgt sich viel mehr: Dunkle Kreaturen. Engel, Dämonen und Satan tragen in der Welt der Menschen einen erbitterten Kampf aus. Darin eingebettet ist eine zarte Liebesgeschichte, die aber weder kitschig wirkt oder sich in den Vordergrund drängt.
Rainer Werkwerths Schreibstil ist locker und flüssig baut die Geschichte so wunderbar spannend mit vielen Facetten auf, dass sie den Leser einfach nur mitreist. Die Handlung berührt und fesselt. Zudem wurde jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhenger versehen, so dass man einfach nur wissen möchte wie es in der Handlung weitergeht. Man liest Seite um Seite, Kapitel um Kapitel und merkt gar nicht wie schnell die Zeit vergeht. Je näher das Finale rückt, desto mehr zieht das Lesetempo an, bis hin zum dramatischen Finale. Der Erzählstil ist modern, abwechslungsreich und unterhaltsam. Sehr gut fand ich, dass in ein paar Kapiteln auch aus Damians Sicht geschrieben wurde, was schnöde Eindimensionalität vermeidet.
Auch die Charaktere sind wunderbar gelungen. Egal ob Hauptchara, Dämon, Engel oder Mensch. Die Gefühlsregungen der Personen sind immer und zu jeder Zeit nachvollziehbar. Dies macht sie sehr real und damit auch interessant.
Lara ist ein ganz normales Mädchen, die keine Ahnung hat, welch düsteres Familiengeheimnis sie umgibt. Der Leser kann sich sehr gut in sie hineinversetzen, welch Veränderung in ihr vorgeht, als sie so nach und nach dahinter kommt. Ihre Wut auf ihre Familie, die ihr so einiges verheimlicht, ist sehr überzeugend. Aber auch ihre Liebe zu Damian wird auf eine harte Probe gestellt, den er ist ein gefallener Engel und ein Sklave von Satan. Er kämpft mit sich selber und seinen eigenen Gefühlen und ist dadurch etwas undurchsichtig. Aber genau das macht diesen Charakter aus. Mal kann man ihn leiden, mal nicht. Wunderschön ist vor allem dargestellt, wie er sich seinen Dienern gegenüber als Herr gibt und dann bei Lara wieder sanft ist.
Am allermeisten hat mir jedoch der Charakter von Satan gefallen. Der hat so gar nichts mit „Hörnern auf dem Kopf“ zu tun. Vielmehr kann er sich nach Lust und Laune in jede beliebige Gestalt verwandeln. Mal ein Kind, mal eine sexy Frau. Über ihn habe ich mich köstlich amüsiert.
Das Cover wurde in Blau- und Schwarztönen gehalten. Das Nachtblau verleiht der Silhouette von Berlin eine gewisse Düsternis, die zu der vorliegenden Geschichte passt. Der absolute Hingucker ist auf jeden Fall der Schriftzug „Damian“ sowie die Flügel, die in metallic-blau gedruckt sind. 

Mein Fazit:
„Damian – Die Stadt der gefallenen Engel“ von Rainer Werkwerth ist eine düster angehauchte Fantasygeschichte die alles was eine gute Geschichte ausmacht, vereint: Spannung, Liebe und Hass. Es ist erfrischend anders als die anderen Bücher dieses Genres. Dieses Buch begeistert und ist ein atemberaubendes All-Age-Leseereignis.

20. August 2010

[Rezension] Ursula Poznanski - Erebos

 
 Ursula Poznanski
Erebos
Verlag: Loewe
Seiten: 488
Ausgabe:
Klappbroschur
ISBN: 978-3-7855-6957-3
Preis: € 14,90


An Nicks Schule wird eine geheimnisvolle DVD unter der Hand weitergereicht. Doch niemand redet über das, was sich auf dem Silberling befindet, noch dass er im Besitz dieser Scheibe ist. Und obwohl er vermutet, dass diese Geheimnistuerei etwas mit der Verhaltensänderung seines Freundes sowie seiner Mitschüler zu tun hat, nimmt er eines Tages die ihm angebotene DVD an. Als er daheim die DVD in seinen Rechner legt, ist zu seiner Enttäuschung nur ein Rollenspiel mit Namen „Erebos“ darauf. Bleibt also die Frage: Warum sind die anderen davon so fasziniert? So taucht er ab in diese geheimnisvolle Welt und wird schon nach kurzer Zeit süchtig danach. Er spielt Tag und Nacht und beachtet genauestens die äußerst strengen Regeln des Spiels, denn jeder hat nur eine Chance das Spiel zu spielen und wer die Spielregeln bricht, scheidet aus und kann nie wieder an dem Spiel teilnehmen. Sein Leben dreht sich fortan also nur noch um das Spiel und den geheimnisvollen Boten, der seinen Charakter vor dem Sterben retten kann. Jedoch verlangt dieser dafür kleine Gefälligkeiten. Die Nick nicht im Spiel sondern in der Realität ausführen muss. Diese sind zum Beispiel Pakete zu transportieren oder Leute zu beschatten. Doch dann verlangt das Spiel eines Tages, dass Nick jemanden umbringen soll…

„Eerebos“ ist der erste Roman der österreicherin Ursula Poznanski und führt den Leser in die Welt der Rollenspiele ein. Anfangs war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch gegenüber diesem Computerthriller, da ich dachte, dass für Nicht-Rollenspieler die Passagen in der virtuellen Welt nicht interessant sein könnten. Aber ich wurde eines Besseren belehrt… Zwar befindet man sich in der ersten Hälfte des Buchs fast ausschließlich im Spiel, aber zeigt die Autorin auch die Realität auf, in der sich das Klima in Nicks Schule, seinem Umfeld, seinen Freunden und seiner Familie ändert und er zusehens von dem Computerspiel beeinflusst wird. Das Buch lässt den Leser, genauso wie das Rollenspiel den Hauptprotagonisten Nick, nicht mehr los. Es ist schwer das gelesene in Worte zu beschreiben – man muss das Buch einfach lesen und erleben!
Die Autorin schafft es nicht nur die Welt der Computerspiele unglaublich detailliert und fantastisch darzustellen, sondern auch die Auswirkungen einer Spielsucht nahe zu bringen. Sie beschreibt auf spannende Weise die Gefahren von Computerspielen oder Spielsucht – wie der Mensch manipulierbar ist und es nicht mehr schafft Realität und Fantasiewelt auseinander zu halten. In diesem Fall verbringt Nick sehr viel Zeit damit, seinen Charakter aufzuleveln und dabei stellt sich immer wieder die Frage: Wie weit reichen die Finger des Boten in die reale Welt? Gut und Böse liegen nämlich in dem Buch sehr nahe beieinander und das obwohl es eigentlich keinen richtigen Bösewicht in der Geschichte gibt. Dennoch gibt es einen hochspannender Showdown mit fulminalen Finale…
Der Erzähl- und Schreibstil wurde in kurzen und klaren Sätzen gehalten. Wirken sie auf der einen Seite abgehackt und gehetzt, sind sie auf der anderen Seite gut lesbar und steigert mit jeder Seite, die in der Realität spielt, die Spannung und lässt den Leser mit jedem neuen Ereignis und mit jeder neuen Info rätseln und spekulieren, welche Zusammenhänge und Hintergründe hinter der Geschichte stecken. Mit Fortschreiten der Geschichte. Genauso wie der Spieler von Erebos die Zeit um sich herum vergisst, passiert dem Leser das gleiche. Die Autorin schreibt so bildgewaltig, dass der Leser selbst zum Teil von Erebos wird und die guten 500 Seiten nur so dahin fliegen.
Die Charaktere sind angenehm realistisch und nicht übertrieben dargestellt. Alle weisen menschliche Stärken und Schwächen auf, die sie gegenüber dem Leser sehr sympathisch machen und auch nahe bringen. So wird hier zum Beispiel wunderbar geschildert, wie jemand langsam ohne es zu merken abrutschen kann und Dinge tut, die er eigentlich gar nicht tun will und diese für nicht richtig hält.

Mein Fazit:
Das Buch ist wie das Spiel geheimnisvoll, atemberaubend und auf seine eigene Art und Weise erschreckend real. Die Autorin verbindet phantastische Elemente mit einem atemberaubenden Thriller, der für alle Altersklassen empfehlenswert ist. Mir hat das Buch sehr schöne und spannende Lesestunden beschert und ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher der Autorin. „Erebos“ ist ein absolutes Bücherhighlight des Jahres!

18. August 2010

[Rezension] Thomas Thiemeyer -Chroniken der Weltensucher. Der Palast des Poseidon

Thomas Thiemeyer
Der Palast des Poseidon, Chroniken der Weltensucher, Band 2
Verlag: Loewe
Seiten: 480
Ausgabe:
Hardcover
ISBN: 978-3-7855-6576-6


Wenige Wochen nach seiner Rückkehr aus der Stadt der Regenfresser nimmt Carl Friedrich von Humboldt seinen ersten Auftrag von einem griechischen Reederer an, der vor der Inselgruppe Santorin eines seiner Frachtschiffe verloren hat. Der einzige Überlebende dieser Tragödie ist der Kapitän. Dieser erzählt, dass wechselnde Leuchtfeuer ihn in die Irre geführt haben, bevor sich riesige Fangarme mit eisernen Klauen erhoben haben und das Schiff zum Kentern brachten. Kurz darauf ist das Schiff, wie auch viele andere, an dieser Stelle spurlos verschwunden. Von Humboldt, Oskar, Charlotte, Eliza und die Kiwi-Dame Wilma brechen schließlich sofort auf um diesem mysteriösen Rätsel auf den Grund zu gehen. Dabei können sie Hippolyte Rimbault und seine Tochter Océanne für ihr Vorhaben gewinnen. Diese besitzen eines der aufregendsten Erfindungen dieser Zeit: Die Nautilus. Eine Art Tauchkugel mit weltweit erster Bathysphere, die es ihnen ermöglicht mehrere Stunden unter Wasser zu bleiben. Dort, mehr als 300 Meter unter dem Meeresspiegel machen die Forscher eine unglaubliche Entdeckung…

Die Gestaltung des Buchs, sowohl in Optik als auch in der Verarbeitung, ist wieder einmal wunderbar gelungen und lässt jedes Leserherz höher schlagen. Das Buch liegt in gebundener Form mit einem Lesebändchen vor. Während der blaue Kartoneinband mit silberner Prägung versehen wurde, ist die Coverillustration der vorliegenden Geschichte angepasst worden. Das Kreisrunde Innenmotiv wird in Spotlackoptik hervorgehoben und wurde von Herrn Thiemeier selbst gestaltet. Das Bild ist sehr detailliert gemalt und zeigt eine Szene der Geschichte auf. Das Motiv wird von vielen Zahnrädern in den unterschiedlichsten Größen umrahmt und weist somit einen hohen Wiedererkennungswert zum ersten Teil auf.
Nach dem mehr als gelungenen Auftaktband „Die Stadt der Regenfresser“ entführt der Autor nun mit dem zweiten Teil von „Die Chroniken der Weltensucher“ in ein spannendes Unterwasserabenteuer. Genauer gesagt, in die versunkene Stadt Atlantis. Der Autor vermischt gekonnt historische Tatsachen mit phantastischen Elementen, bei denen auch ein klein wenig sein eigener Forschungsdrang hindurch dringt, denn das Abenteuer basiert auf fundierter Recherche der historischen Fakten sowie seiner eigenen künstlerischen Freiheit.
Wie beim Vorgänger ist auch diese Geschichte in sich abgeschlossen. Jedoch sollten gerade jüngere Leser beim Schlussteil des Buchs gruselfest sein, da es ziemliche schaurige Szenen gibt. Die Vorstellung an eine Symbiose von Mensch und Maschine, die man aus dem Genre Science-Fiction kennt, ist nicht unbedingt was für zart besaitete Abenteurer-Gemüter.
Der Schreib- und Erzählstil ist wunderbar flüssig für jede Szene gewählt. Obwohl die Sprache sehr einfach gehalten wurde, regt der Autor aber auch an einigen Stellen zum nachdenken an, da einige Dialoge in französisch abgefasst sind.
Der Autor versteht eindrucksvolle Bilder zu zeichnen ohne sich im kleinsten Detail zu verlieren. Die Geschichte wird farbenfroh und lebendig erzählt und fesselt von Anfang bis Ende. Der Spannunsgbogen wird durch Verfolgungsjagten, einer Portion Grusel in Form von Science Fiction und einigen Überraschungsmomenten kontinuierlich aufgebaut.
Thomas Thiemeyer hat mit seinen Charakteren wunderbare Helden erschaffen, die so greifbar erscheinen und ein fesselnder Bestandteil des Romans sind. Hauptprotagonist und Drehschreibe dieser Geschichte ist Carl Friedrich von Humboldt, der eigentlich Carl Friedrich Dunhauser heißt, und sich als Nachfahre des berühmten Forschers Alexander vonHumboldt sieht. Neben dem ehemaligen Straßenjungen Oskar, von Humboldts Nichte Charlotte und Eliza spielt auch die kleine liebenswerte Kiwi-Dame Wilma bei der Reise am Meeresgrund eine ganz besondere Rolle. Aber auch der diesmalige Widersacher, ein skrupelloser Assasine, genannt „der Norweger“, der seine Arbeit sehr ernst nimmt und jeden seiner Aufträge mit äußerster Präzision ausführt, sorgt für genügend Spannung und Nervenkitzel.

Mein Fazit:
Der Autor überzeugt wieder einmal mit spannenden Abenteuer, die das Kopfkino nur so anregen. Das Buch ist unglaublich toll geschrieben und überaus fesselnd. Jeder der sich dann auch noch ein klein wenig für Naturwissenschaften, Erfinder und Erfindungen aus des 19. Jahrhunderts interessiert, ist hier genau richtig. Historische Details werden hier nämlich mit phantastischen Elementen verknüpft und machen “Der Palast des Poseidon” zu einem höchst unterhaltsamen und fesselnden Roman, der für jung und alt absolut empfehlenswert und ein richtiges Lesehighlight ist. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen, dass der Autor sowohl die Verantwortungen, als auch die Auswirkungen der Wissenschaft gegenüber ihren Schöpfungen anspricht und den Leser zum Nachdenken anregt. Ich freue mich deshalb schon sehr auf den nächsten Teil der “Chroniken der Weltensucher” und hoffe sehr, dass uns der Autor und der Verlag nicht allzu lange darauf warten lassen.

20. Juli 2010

[Rezension] Celine Kiernan - Schattenpfade


Celine Kiernan 
Schattenpfade, Morkawk-Trilogie, Teil 1
Originaltitel: The Poison Throne
Verlag: Heyne
Seiten: 496
Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26629-2
Preis: € 19,95


Nichts ist mehr, wie es war, als die fünfzehnjährige Wynter nach ihrer Lehrzeit im Norden nach Hause zurückkehrt. Ein dunkler Bann scheint über dem Königreich zu liegen: Alte Bekannte weichen Wynter aus, und auch die sonst so redseligen Katzen weigern sich, mit ihr zu sprechen. Vor allem aber ist einer ihrer besten Freunde spurlos verschwunden: Kronprinz Albernon. Was ist mit ihm geschehen? Warum hat König Jonathon eine Schreckensherrschaft errichtet? Und was hat es mit den Gerüchten um eine neue, furchterregende Waffe auf sich? Wynter sieht sich vor eine schicksalhafte Wahl gestellt: Soll sie sich dem Willen des Königs beugen oder sich von ihm und ihrer Familie lossagen und das Geheimnis lüften?
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Meine Rezension:

Das Buch ist gebunden und wunderschön gestaltet. Das Cover wurde in matt gehalten, während der Schriftzug des Titels in Glanz eingearbeitet wurde. Die abgebildete Katze, lässt zwar auf einen Katzenroman hoffen – was allerdings nicht stimmt. Sie nehmen nur einen ganz kleinen Teil in der Geschichte ein und man weiß nicht, ob sie noch eine weitere tragende Rolle in der Trilogie haben, oder ob sie füllendes und ausschmückendes Beiwerk sind. Dem Buch liegt auch eine Landkarte in Form eines losen Blatts bei. Diese ist ebenfalls sehr schön gestaltet und lässt hoffen, dass noch viele Orte und Städte in den nächsten Teilen besucht werden.
Die irische Autorin Celine Kiernan hat bereits mit ihrem ersten Roman „Schattenpfade“ die irischen Leser begeistert und hat es nun mit ihrer „Moorehawk“ Trilogie nach Deutschland geschafft.
Die Saga spielt im 15 Jh. eines alternativen Europas und die Autorin nimmt sich viel Zeit den Leser in diese fremdartige Welt zu entführen. Bei all den Details, wie z.B. die Vorgänge am Hof, vergisst sie leider etwas mehr auf die Figuren (Lorca, Wynter, Rafi und Christopher) einzugehen. So wirken diese anfänglich sehr blass und oberflächlich, weshalb die ersten 100 Seiten schwer zum reinkommen sind und so einiges an Kraft kosten. An einigen Stellen zieht sich deswegen die Gerschichte in die Länge, aber wenn man die ersten 100 Seiten geschafft und sich eingelesen hat, ist die Geschichte mit ihrem Charme einfach nur wunderbar zu lesen und es macht richtig Spaß diese Welt zu entdecken. Auch wenn manche Dinge leider nicht genau erklärt werden und somit im Dunkeln bleiben oder der Leser sich diverse Dinge selber zusammenreimen muss. Dennoch muss hier erwähnt werden, dass dieses Buch eher etwas für die ruhigen Fantasyleser ist. Es gibt keine Kampf- und Actionszenen. Die Szene bleibt immer gleich ruhig auf gleichem Level. Vielleicht ändert sich das aber auch mit den nachfolgenden Teilen dieser Trilogie. Der Leser darf gespannt sein…
Sprachlich ist das Buch gut zu lesen. Lediglich das Erzähltempo gewinnt kaum an Fahrt und bleibt an manchen Stellen auf der Strecke. Vieles wiederholt sich und viele Dinge geschehen in der Geschichte ohne dass es in der Handlung weitergeht.

Mein Fazit:
„Schattenpfade“ ist ein wunderbarer, wenn auch langatmiger Auftakt der „Moorhawke“-Trilogie von Celine Kiernan. Sehr schön wäre es gewesen, wenn etwas ausführlicher auf die Geschehnisse und Umstände eingegangen wäre, die sich zwischen dem König, Rafi und Lorcan abspielen. Dennoch ein phantastisches Buch, dass mich trotz seiner kleinen Schwächen mit seinem Charme gefesselt und in seinen Bann gezogen hat.

17. Juli 2010

[Rezension] Suzanne Collins - Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe

Suzanne Collins
Gefährliche Liebe, Die Tribute von Panem, Band 2
Verlag: Oetinger
Seiten: 432
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7891-3219-3


Katniss hat zusammen mit Peeta die Hungerspiele gewonnen und durfte nun nach Hause zurückkehren.
Doch nun müssen sie sich als Liebespaar ausgeben und werden vom Kapitol auf die „ Tour der Sieger“ geschickt. Als dann plötzlich auch noch Präsident Snow bei ihr auftaucht und ihr droht, möchte Katniss mit ihrem Jugendfreund Gale fliehen…. Doch dann kommt alles ganz anders, denn auf einmal werden Katniss und Peeta in den Augen der Menschen zum Zeichen des Widerstands und außerdem noch vom Kapitol wieder in die Arena geschickt. Katniss muss sich von nun an zwischen Gale und Peeta sowie Freiheit, Sicherheit, Leben oder Tod entscheiden…
Nach dem spannenden ersten Teil „Tödliche Spiele“ geht es mit einem Zeitabstand von ungefähr einem halben Jahr in diesem zweiten Teil „Gefährliche Liebe“ in der Panem-Trilogie weiter. Dieses Buch ist wesentlich „gemütlicher“ als sein Vorgänger, denn hier starten die spannenden Hungerspiele nicht in der Hälfte des Buchs sondern nehmen nur einen kleinen Teil gegen Ende ein. Zuvor wird auf die „Tour der Sieger“ eingegangen, bei der Katniss vor aller Welt das verliebte Mädchen spielen muss, dass sie überhaupt nicht ist. Nach und nach kommt dann noch die Tatsache hinzu, dass die Menschen nach Rebellion rufen. So werden Katniss und der Spotttölpel zum 75. Jubiläum der Hungerspiele zum Zeichen der Rebellion. Somit ist das erste Drittel des Buchs ruhiger und ohne große Spannung, aber trotzdem lesenswert, da man viel von Katniss’ Konflikten miterlebt. Die Zeit in der Arena wurde von der Autorin wieder bekannt spannend geschrieben und geschildert. Obwohl Katniss nun im Gegensatz zum ersten Teil keine Einzelkämpferin mehr ist, erlebt sie und der Leser genauso viel Grausamkeit. In den Kämpfen unter den Teilnehmern geht es spannend her, wofür diverse Allianzen Misstrauen und Zwietracht säen. In Sachen Liebe gibt es nur die eine oder andere kleine, kurze romantische Szene, die allerdings nur die schwierige Dreiecksbeziehung Katniss–Peeta–Gale aufzeigt.
Das Ende von „Gefährliche Liebe“ ist offen und wird somit im dritten und letzten Teil dieser Trilogie fortgesetzt. Wann dieser in Deutschland erscheint steht leider bis jetzt noch nicht fest. Der englische Titel wird am 24.08.2010 veröffentlicht. Ich vermute, dass es das Buch bis zum Frühjahr 2011 auch in unsere Buchläden schafft.
Das vorliegende Buch wurde in Sachen Covergestaltung optisch dem ersten teil angeglichen. Erneut sieht man in der Mitte ein Frauengesicht, dessen eine Gesichtshälfte diesmal von roten Blättern verdeckt wird. Es ist eine neugierig-machende Illustration, die den Inhalt des Buchs perfekt wiedergibt.
Suzanne Collins hat sich ein wunderbares Gerüst für eine Geschichte ausgedacht und weiß den Leser mit Spannung und ihrem Schreibstil zu fesseln. Sie schreibt wie gewohnt aus Sicht von Katniss in der Ich-Form und in der Gegenwart. Wie beim ersten Teil wirken manche Szenen in dem Buch sehr brutal, doch die Autorin hat ein tolles Gespür dafür, wie sie diese Szenen schreiben soll, damit diese nicht ganz so grausam wirken.
Katniss wirkt sehr sympathisch und ist die perfekte und glaubwürdige Heldin dieser Trilogie. Obwohl jede Figur einen eigenen Part in der Geschichte erhalten hat (Katniss für Freiheit und Rebellion und Präsident Snow für Hass und Diktatur), wirken die anderen Charaktere etwas blass. So zum Beispiel Peeta, der in diesem Buch keine Hauptrolle sondern nur eine Nebenrolle erhalten hat.

Mein Fazit:

Obwohl der erste Teil packender und spannender war, bietet „Gefährliche Liebe“ gute Unterhaltung und ist nicht nur ein Muss für jeden Leser, der schon „Tödliche Spiele“ gelesen hat, sondern für jeden, der sich gerne in eine neuartige und gefährliche Welt entführen lassen will.

[Rezension] Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher. Die Stadt der Regenfresser

Thomas Thiemeyer
Die Stadt der Regenfresser, Chroniken der Weltensucher, Band 1
Verlag: Loewe
Seiten: 447
Ausgabe: Hardcover
ISBN: 978-3-7855-6574-2



Der 16-jährige Berliner Oskar Wagner lebt als Taschendieb auf der Straße und investiert einen Teil seiner beute in Romane um auf den Spuren von Karl May und Jules Verne zu wandeln… Eines Tages bestiehlt er jedoch einen fremden Mann, der ihn daraufhin verfolgt. Gerade als Oskar glaubt den Mann abgehängt zu haben, taucht dieser plötzlich aus dem Schatten auf und betäubt ihn mit einem seltsamen, weißen Pulver. Als Oskar wieder erwacht ist er gefesselt und ein Gefangener des mysteriösen Mannes. Schnell erfährt Oskar jedoch, dass ihn keine harte Strafe für den Diebstahl erwartet, denn bei seinem Entführer handelt es sich um Carl Friedrich Donnhauser, der sich allerdings Humboldt nennt und sich als Nachkomme des bekannten Forschers Alexander Humboldt sieht. Oskar soll ihn als Diener auf seiner nächsten Expedition begleiten, denn seit kurzem befindet sich eine höchst interessante Fotoplatte in seinem Besitz. Auf dieser ist eine Stadt in der Vertikalen zu sehen, die 3000 Meilen über dem Meer liegt und merkwürdige Luftfahrzeuge umringen: Der 1. Beweis für die Existenz der Stadt der Regenfresser…

Schon die Aufmachung des Buchs ist wunderschön gestaltet und motiviert jeden Abenteurer zum Lesen. Die Coverillustration ist perfekt der Geschichte angepasst und erinnert sehr an „In 80 Tagen um die Welt“ oder „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und verspricht Abenteuer pur. Klappt man das Buch auf, findet man eine sehr schöne Karte, die ins Detail geht und nostalgisch wirkt.
„Die Stadt der Regenfresser“ des Stuttgarter Autors Thomas Thiemeyer ist der perfekte Auftakt einer viel versprechenden Reihe um die „Chroniken der Weltensucher“, die eine Mischung aus Jugend- und Erwachsenenliteratur ist. Dabei ist es dem Autor gelungen die geschichtlichen Fakten sehr gekonnt mit einer fantastischen und spannenden Geschichte zu verbinden. Gemeinsam mit dem Leser entdecken Humboldt, Oskar und Co. Vergessene Völker, findet unvorstellbare Schätze und macht seltsame Entdeckungen… Die Leser erwartet wahrhaftig eine spannende und abenteuerliche Reise und werden mit kulturellen Überraschungen und Ideen konfrontiert, dass man sich selber als Protagonist in der Geschichte vorkommt und schnell mitfiebert. Neben spannenden Abenteuern gibt es auch sonderbare Erfindungen wie z.B. das Linguaphon zu entdecken. Es gibt fliegende Schiffe, chemische Waffen sowie mörderische Insekten, die zum Teil an Filme wie „Alien“ erinnern.
Der Schreibstil von Thomas Thiemeyer ist sehr schön, ebenso wie die gut durchdachten und verwobenen Handlungsstränge, wovon es in dieser Geschichte zwei gibt. So bekommt der Leser immer wieder eine andere Sichtweise der Geschehnisse vermittelt, die das Lesen interessant machen. Selbst die Reisevorbereitungen oder die Reise liest sich wie von selbst, indem der Autor sich nicht im Detail verliert sondern mit jedem Kapitel immer mehr Spannung aufbaut, bis zu einem überaus packenden und atemraubenden Finale.
Egal ob Oskar, Humboldt oder die Kampfamazone Valkrys Stone, alle Charaktere wurden sehr liebevoll ausgearbeitet und bilden mit den anderen Charakteren eine Vielzahl an interessanter Figuren.
 
Mein Fazit:
„Die Stadt der Regenfresser“ ist ein mehr als gelungener Auftakt einer neuen Romanreihe und ein absoluter Geheimtipp! Der Autor verwebt überzeigende Charaktere und wundervolle Schauplätze zu einer atemberaubenden Geschichte, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Er bietet beste Unterhaltung für Jugendliche als auch für Erwachsene und ist ein absolutes Lesehighlight.

1. Juni 2010

[Interview] Interview mit Carina Bargmann

Auf der Leipziger Buchmesse 2010 hatte ich das Glück mit Carina Bargmann, der Autorin von “Sayuri”.

Yvonne Staller: Hallo Carina, schön, dass du dir für das Interview Zeit genommen hast. Du bist eine neue Autorin am deutschen Bücherhimmel. Möchtest du dich vielleicht erstmal für die Leser vorstellen?

Carina Bargmann: Ich heiße Carina Bargmann, bin 18 Jahre, habe noch 3 Geschwister und wohne bei meinen Eltern. Zurzeit gehe ich in die 12. Klasse und bin gerne auf Reisen oder als Teamerin auf Freizeiten. Nebenbei interessiere ich mich für die japanische Kultur und Sprache, aber auch für andere Kulturen. In meiner Freizeit schreibe ich Geschichten.

Yvonne Staller: Schon mit 15 Jahren hast du 2 Fantasy-Romane verfasst. Stand für dich schon seit deiner Kindheit fest Autorin zu werden?

Carina Bargmann: Ich habe erst mit 12 Jahren richtig angefangen zu schreiben und das Ziel Autorin zu werden hatte ich vielleicht mit 15. Damals war es mehr ein Traum, etwas zu veröffentlichen, als eine konkrete Berufsvorstellung. Erst mit 17 Jahren, als ich bereits einen Agenten hatte, konnte ich mir auch vorstellen, das Schreiben von Büchern zu meinem späteren Beruf zu machen.

Yvonne Staller: Wenn es als Autorin nicht geklappt hätte, was würdest du dann später machen?

Carina Bargmann: Ich bin jetzt zwar Autorin, aber ich kann nicht davon ausgehen, dass ich es bleiben werde und damit genug Geld verdienen kann, um gut zu leben. Deshalb und auch, weil ich einfach gerne mehr machen würde, habe ich vor, nach dem Abitur zu studieren. In welche Richtung es dabei gehen soll, kann ich noch nicht sagen. Mich interessieren sowohl die Naturwissenschaften als auch die Gesellschaftswissenschaften. Sicher ist nur, dass ich weiter schreiben werde.

Yvonne Staller: Wie bist du auf die Idee der Geschichte von Sayuri gekommen? Wie entstand sie?

Carina Bargmann: Die Geschichte entstand in Zusammenarbeit mit dem Verlag. Ich hatte eine Grundidee. Sayuri entstand als erster Charakter und mit dem Verlag zusammen habe ich dann die gesamte Geschichte so ausgearbeitet, wie sie jetzt geschrieben steht. Dabei hat mich der Verlag immer wieder in die eine oder andere Richtung angestoßen, mich also beim Schreiben angeleitet, und keine strengen Vorgaben gemacht. Das war für mich sehr spannend und hat Spaß gemacht. Ich hatte Vorgaben in gewisser Weise, konnte mich ansonsten aber sehr frei entfalten.

Yvonne Staller: Wie bist du beim Ausarbeiten der Charaktere vorgegangen? Auffallend ist, dass ihre Namen asiatisch angehaucht sind.

Carina Bargmann: Charaktere entstehen bei mir mehr aus der Welt heraus, die ich als Erstes entwickle. Wenn ich über die Geschichte nachdenke, schreibe ich häufig einzelne Szenen, in denen ich die Welt beschreibe und erkläre und die Charaktere für mich entwickle. Auch beim Schreiben verändern sie sich weiter und gewinnen an Tiefe. Manchmal muss ich dann feststellen, dass etwas nicht so funktioniert, wie ich es geplant hatte, weil es nicht zu einem Charakter passt und dann muss ich es ändern. Mir ist wichtig, dass die Charaktere möglichst realistisch sind.

Yvonne Staller: Was war dein persönliches Highlight beim Schreiben des Buchs?

Carina Bargmann: Ich glaube die Szenen zwischen Kiyoshi und Marje waren für mich am einfachsten, da sie am Anfang ein ganz faszinierendes Verhältnis zueinander hatten, das ich gerne beschrieben habe und das beim Schreiben in der Entwicklung spannend war. Ein bisschen schwieriger fand ich Sayuri, weil sie am Anfang sehr ruhig, zurückhaltend und geheimnisvoll sein sollte.

Yvonne Staller: Hattest du an einer bestimmten Stelle Schwierigkeiten beim Schreiben?

Carina Bargmann: Zum Ende der Geschichte hin, wurde Sayuri manchmal ein bisschen schwierig, wenn ich mir nicht sicher war, wie lebendig ich sie gestalten sollte und wie weit sie in ihrer vorherigen Rolle bleiben musste. Sie wird im Lauf der Geschichte immer weiter in den Vordergrund gerückt, sollte aber dabei ihren eigenen Charakter nicht verlieren und auch Marje und Kiyoshi nicht verdrängen.

Yvonne Staller: Gibt es Momente, in denen du dich nicht entscheiden konntest, in welche Richtung deine Geschichte geht?

Wo erhältst du Unterstützung?

Carina Bargmann: Es gibt immer Situationen, in denen man sich nicht sicher ist, wie sich die Geschichte weiterentwickeln sollte. Wenn der Plot allerdings steht, funktioniert das Schreiben meistens auch. Wenn ich aber am Planen bin, diskutiere ich manchmal mit Freunden, die in die Planung eingeweiht sind, die Probleme und Situationen und höre mir die verschiedenen Meinungen an. Bei manchen Problemen wende ich mich aber auch an meine Familie, den Verlag oder meinen Agenten und frage diese um Rat.

Yvonne Staller: Wie lange hast du an dem Buch „Sayuri“ geschrieben? Immerhin hat es gute 500 Seiten. Es ist doch bestimmt schwer neben der Schule zu schreiben und eine völlig neue Welt entstehen zu lassen?

Carina Bargmann: Geplant hatte ich einen Zeitraum vom Sommer bis Dezember und geschrieben habe ich dann etwa bis März. Mitte April hab ich dann abgegeben. Für die nächste Geschichte werde ich mir aber etwas mehr Zeit nehmen.

Yvonne Staller: Woran arbeitest du gerade und was können wir als Nächstes von dir erwarten?

Carina Bargmann: Der Plan steht einigermaßen und jetzt muss ich sehen, ob die Geschichte so funktioniert, wie ich es mir gedacht habe. Das wird spannend. Aber verraten möchte ich nichts, bevor nicht wenigstens der Prolog geschrieben ist.

Yvonne Staller: Also gibt es auf jeden Fall noch mehr Werke von dir zu lesen?

Carina Bargmann: Auf jeden Fall. Eins kommt bestimmt noch. Ich kann sowieso nicht mit dem Schreiben aufhören.

Yvonne Staller: Was hast du für Hobbies? Hat man neben dem Scheiben noch Zeit bzw. wie stark beeinflusst das Schreiben dein Leben?

Carina Bargmann: Ich unternehme gerne viel mit Freunden. Zusätzlich bin ich noch in der evangelischen Jugend als Teamerin aktiv und arbeite auch in verschiedenen Gremien mit. Wenn ich Zeit habe, lese ich noch das ein oder andere Buch oder fahre bei gutem Wetter gerne Fahrrad. Das Schreiben beeinflusst mein Leben, genauso wie alles andere. Aber ich könnte meine anderen Hobbys nicht aufgeben, um mehr zu schreiben, weil ich nur schreiben kann, wenn ich auch etwas erlebe. Wenn ich nur in meinem Zimmer säße und mir meine Geschichten da alleine ausdenken würde, dann würden die Geschichten irgendwann unrealistisch werden.

Yvonne Staller: Welche Bücher liest du denn gerne?

Carina Bargmann: Fantasy, aber auch Krimis und gute historische Romane.

Yvonne Staller: Hast du dann auch irgendwelche Lieblingsautoren?

Carina Bargmann: Ich lese viele Autoren gerne: Cassandra Clare, die Autorin der „Chroniken der Unterwelt“, Markus Heitz mag ich gerne, Bernhard Hennen hab ich gerne gelesen, Die Werke von Christoph Marzi. Ich lese auch Bücher von Ulrike Schweikert sehr gerne und noch vieles mehr.

Yvonne Staller: Was ist die wichtigste Sache in deinem Leben?

Carina Bargmann: Das Leben selbst.

Yvonne Staller: Worüber kannst du selber lachen?

Carina Bargmann: Ich lache gerne über lustige Sachen – immer wenn es sich anbietet.

Yvonne Staller: Vervollständige den Satz: Mein Leben ist: …

Carina Bargmann: Abenteuerlich.

Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute.