1. Dezember 2009

[Rezension] Nina Blazon - Totenbraut

Nina Blazon
Totenbraut
Verlag:
Ravensburger Buchverlag
Seiten: 429
Ausgabe:
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-4733-5304-0
Preis: € 16,95


In den Wäldern von Serbien, 1971: Die 14-jährige Jasna wird für eine handvoll Gold von ihrem Vater an den reichen Gutsherrn Jovan Vuvovic verkauft. Dieser nimmt sie mit an seinen Hof, an die Grenze des Osmanischen Reiches, damit sie seinen Sohn Danilo heiratet und schnellstmöglichst einen Sohn gebären soll. Doch es kursieren mysteriöse Geschichten um die Familie, und die Braut stellt schnell fest, dass auf ihrer neuen Familie ein schrecklicher Fluch lastet. Jasnas einziger Halt scheint der Holzfäller Duschan zu sein, in den sie sich allmählich verliebt. Doch auch er scheint ein dunkles Geheimnis zu haben…

Nina Blazons „Totenbraut“ ist eine phantastische Geschichte, die spannend, packend und fesselnd geschrieben ist. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen und die Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann gezogen. Vor allem der Schluss wartet mit einer intelligenten Auflösung auf. Der Roman ist in der Ich-Form, aus der Sicht der 14-jährigen Hauptprotagonistin Jasna, geschrieben.
Jasna ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Ihre Angst aus den mysteriösen Vorkommnissen in der Geschichte haben sich auf mich als Leser übertragen und ich habe mit ihr gelitten, als sie sich auf ihre Reise in ein neues Leben gemacht und versucht hat, ihren Platz in ihrer neuen, seltsamen Familie zu finden.
So ist sie bisher mehr oder weniger wohl behütet mit ihren fünf Geschwistern bei ihrem Vater auf einem abgelegenen Hof mitten in den Bergen aufgewachsen. Jasnas Vater fühlt sich nach dem Tod seiner Frau alleine gelassen, wird immer verbitterter und fühlt sich dem Mädchenhaushalt nicht mehr gewachsen. Wie gerufen kommt es ihm, als eines Nacht ein fremder Mann an seine Türe klopft und um eine Unterkunft für eine Nacht bittet. Er stellt sich als Jovan Vukovic vor, der auf der Suche nach einer Braut für seinen Sohn Danilo ist. So ist es Jasna, die mit dem fremden Mann mitgehen muss. Insgeheim fragt sie sich, warum Jovan so weit entfernt von seinem zu Hause eine Frau für seinen Sohn gesucht hatte, wenn es doch eine Dorfgemeinschaft in der Nähe gibt. Doch schnell muss sie feststellen, dass sie als Frau Vukovic in dem Dorf sehr schnell auf Ablehnung stößt und sogar vom Dorfleben ausgeschlossen wird. Schließlich geschehen seltsame Dinge, welche die Dorfbewohner in Angst und Schrecken versetzen. So häufen sich mysteriöse Mordfälle an Menschen und Tieren. Treibt tatsächlich ein Vampir sein Unwesen?
Auch die Ehe von Jasna und Danilo gestaltet sich  eher schwierig, da er bis auf die Brautnacht nicht bei ihr liegt und sie meidet, wo es nur geht. So ist es nicht verwunderlich, dass Jasna anfänglich in dem Holzfäller Duschan einen guten Freund sieht, in den sie sich nach und nach verliebt.
Umso gekränkter ist sie, als sie feststellen muss, dass nicht nur ihr Schein-Ehemann sondern auch Duschan, ihr Liebster und einzigster Halt in ihrem Leben, ein dunkles Geheimnis hütet. Je mehr Jasna glaubt, der Lösung des Rätsels nahe zu sein, öffnet sich eine neue Türe, die wiederum neue Rätsel birgt.
Ohne jetzt zu viel zu verraten, lenkt der Titel und das Cover von  „Totenbraut“ in eine ganz andere Richtung, als ich erwartet habe. So geht dieser Roman von den Hollywood-Vampiren à la Dracula mit allen Vampireigenschaften, wie dem Beißen und Blutsaugen, weg und zurück zu den eigentlichen Ursprüngen des Vampirglaubens. Als Vorlage für diesen Roman diente der Autorin die Vampirhysterie in einem serbischen Dorf 1931. Zu dieser Zeit starben die Dorfbewohner in Medveda plötzlich an einer seltsamen Krankheit. Damals herrschte der Aberglaube an Vampiren, dort genannte Strigoi, und einer blutsaugenden Mora.
Desweiteren werden in diesem Roman Legenden und Bräuche erwähnt, die mir ab und an einen Schauder über den Rücken gejagt haben. So zum Beispiel auch der eigentliche Begriff einer Totenbraut.

Mein Fazit:
Meiner Meinung nach ist dies eines der besten Bücher 2009!
„Totenbraut“ ist ein schöner ursprünglicher Vampirroman und hat überhaupt nichts mit den bekannten Blutsaugern oder anderen schrecklichen „Glitzervampiren“ zu tun. Die Handlungs- und Spannungskurve wurde wunderbar aufgebaut, sodass der Roman keinesfalls an irgendeiner Stelle langweilig wird. Solche Romane würde ich gerne öfters lesen. Er ist spannend, gruselig und absolut fantastisch!

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