10. Dezember 2009

[Rezension] Licia Troisi - Die Schattenkämpferin. Das Siegel des Todes

Licia Troisi
Das Siegel des Todes, DIE SCHATTENKÄMPFERIN-Reihe, Teil 2
Originaltitel: Le Guerre del Mondo Emerso – Le Due Guerriere
Verlag:
Heyne
Seiten: 464
Ausgabe:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26564-6
Preis: € 16,95
Leseprobe


Nachdem Dubhe zusammen mit Lonerin vor der Assassinengilde geflohen ist, erzählen die beiden dem Rat der Magier, was die Gilde im Schilde führt. Diese wollen den einstigen Tyrann Aster wieder zum Leben erwecken und alles was sie dafür noch brauchen ist ein Körper als Gefäß. Da dieser ebenfalls wie Aster ein Halbelf sein muss, tritt hier nun Sennars und Nihals Sohn ins Geschehen ein. So ist es der Zwerg Ido, der sich auf den Weg macht um Sennars Sohn zu finden und ihn vor den Assassinen in Sicherheit zu bringen. Jedoch haben die Assassinen bereits Meuchelmörder ausgesandt um den Jungen herbeizuschaffen. Da Sennars Sohn jedoch bereits selber Vater ist und das Bürschchen das gleiche Alter wie Aster besitzt, werden die Eltern des 12-Jährigen getötet und der Knabe verschleppt…
Zur gleichen Zeit wird die Diebin Dubhe von dem Magier Lonerin in die unerforschten Länder begleitet. Nicht ahnend, dass sie sich nicht nur gegen gefährliche Tiere zur Wehr setzen müssen, sondern auch von der Gilde verfolgt werden, deren Giftmischerin Rekla noch eine offene Rechnung mit Dubhe offen hat. Doch Dubhe selber hofft, dass Sennar sie von ihrem Siegel befreien und die aufgetauchte Welt wie einst retten kann indem er die Wiederkehr des Tyrannen verhindert. Doch als die beiden Sennar begegnen ist dieser ein gebrochener Mann…

Wie bei der Drachenkämpfer-Trilogie hat auch hier bei der Schattenkämpferin-Trilogie Paolo Barbieri die Coverillustration des Schutzumschlags gestaltet und es ist ihm wieder einmal gelungen ein richtiges Gemälde zu zaubern.
So ist in der Mitte des Bildes eine Frau zu sehen, die zwischen zwei großen Ranken steht und sehr gut die Hauptprotagonistin Dubhe sein kann während man ihm Hintergrund schemenhaft eine Kriegerin mit gekreuzten Klingen sehen kann, die für mich die Giftmischerin Rekla darstellt. Im allgemeinen ist das Bild wieder farblich sehr gut abgestimmt und zeigt eine gewisse Düsternis auf, die sich in der Geschichte fortsetzt. Der Name der Autorin sowie der Buchname wurden in weißen Buchstaben gedruckt währen der Name des Zyklus „Die Schattenkämpferin“ in Gold gehalten wurde und deswegen mit ein Blickfang für sich ist.
Klappt man das Buch auf, findet man vorne und hinten jeweils eine Doppelseite mit einer Weltkarte der Aufgetauchten Welt, sowie eine grobe Skizze der unerforschten Länder auf Buchseite 76. Des Weiteren gibt es dieses mal am Ende des Buchs ein Glossar, indem die wichtigsten Begriffe, Orte und Charaktere erläutert werden. Sehr schön finde ich auch, dass diesem Buch ein Lesezeichen beiliegt.
„Die Schattenkämpferin“-Trilogie ist keine Kopie der Drachenkämpferin-Trilogie sondern eine für sich eigenständige Geschichte, die 40 Jahre später spielt, nachdem Nihal und Sennar das Land vor dem Tyrannen Aster befreit haben. Ich finde, dass die Geschichte um Dubhe vielseitiger aufgebaut ist. Das merkt man schon alleine an der gut ausgearbeiteten Handlung, die dunkler und emotionaler als bei den Vorgängern ist.
Am Anfang von „Das Siegel des Todes“ gibt es einen Prolog, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Er ist aus der Sicht des Magiers Lonerin geschrieben und gibt einen kleinen Rückblick auf die vorausgehende Geschichte „Das Erbe der Drachen“. Während die nachfolgenden Kapitel nahtlos an den Vorgängerband anschließen, geht es dann mit der eigentlichen Geschichte los.
Zuviel möchte ich nicht verraten, aber die Charaktere entwickeln sich sehr gut weiter und es gibt auch eine kleine Liebesromanze zwischen Lonerin und Dubhe, die jedoch nur mit einem leichten Hauch angeschnitten wird.
Sehr schön und lobenswert muss auch erwähnt werden, wie es Licia Troisi erneut geschafft hat die verschiedenen Handlungsstränge wieder gekonnt zu verweben. So ist das zum einen die Reise von Dubhe und Lonerin in die unerforschten Länder, als auch Idos Suche nach Sennars Sohn. Des Weiteren hat sie gekonnt die frühere Geschichte der Drachenkämpferin aufgegriffen und die Rückblenden aus Idos und Sennars Sicht gekonnt in die vorliegende neue Handlung eingebracht. Dazu werden endlich wieder die Drachen benannt, die in der Drachenkämpferin vorkamen und es gibt ein Wiedersehen mit Oarf und dem verstorbenen Drachen Vesna.
Das Ende der Geschichte bleibt wie bei jedem Mittelstück einer Trilogie offen und lässt auf sehr viel hoffen.
Licia Troisis Erzählstil ist wie immer gewohnt locker und fesselnd. Erneut konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, bis ich die letzte Seite der Geschichte gelesen habe. Die Autorin schreibt in einem erzählerischen Tempo, dass man beim Lesen außer Atem gerät und das Buch dadurch sehr kurzweilig ist. Durch den ständigen Perspektivenwechsel der Erzählform wird es nie langweilig, da die Autorin versteht die Charaktere mit ihren Gefühlen und Gedanken zum Leben zu erwecken. Dabei kommt auch die Landschaftsbeschreibung vor allem in den unerforschten Ländern nicht zu kurz. Sie wurden einwandfrei kurz und nicht zu lange gehalten, so dass man sich nicht im Detail verliert sondern einen durchweg ununterbrochenen Lesefluss genießen kann.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken sehr real und bodenständig. Die Hauptprotagonistin in dieser Reihe ist keine strahlende Heldin so wie in anderen Büchern, und will auch keinen Schutz und vor allem auch kein Mitleid. Sie kämpft nur für ihre eigene Sache und versucht den ihr aufgezwungenen Fluch und somit ihr Leben unter Kontrolle zu bekommen. Ihr zur Seite steht Lonerin, ein Zauberer, der Dubhe hilft ihr auferlegtes Siegel loszuwerden. Er ist eine äußerst sympathische Person und ich habe mit ihm mitgelitten, als Dubhe ihm nach einer kleinen Romanze den Laufpass gegeben hat.
Ebenfalls wird in diesem Buch auch die Geschichte von Rekla vertieft und der Leser erfährt sehr viel von ihrer Kindheit bis hin zu jenem Tag, als sie der Assasinengilde beigetreten ist. Ebenso mit dem Zwerg Ido. Es ist sehr schön von seiner Lebensgeschichte zu lesen und beide Charaktere erhalten dadurch in dieser Geschichte endlich den Tiefgang, den ich mir seit dem Vorgängerband „Das Erbe der Drachen“ gewünscht habe.


Mein Fazit:
„Die Schattenkämpferin – Das Siegel des Todes“ hat mich mit seiner anknöpfenden Geschichte an „Das Erbe der Drachen“ wieder einmal voll überzeugt. Und das obwohl es sich um eine Mittelgeschichte in einer Trilogie handelt. Ich finde das vorliegende Abenteuer sehr unterhaltsam und die Trilogie besitzt alle nötigen Eigenschaften und Potenziale, um ein Stern am Fantasyhimmel zu sein. Alle bisherigen Geschichten um die Drachen- und Schattenkämpferin habe ich verschlungen und kann sie wirklich nur jedem Fantasyfan ans Herz legen. Jedoch sollten Neueinsteiger mit dem ersten Teil der Geschichte beginnen. Zwar Erleichtert der vorhandene Prolog den Einstieg, dennoch kann es schon sein, dass man im Lauf der Geschichte etwas durcheinander kommt. Den wirklichen Lesegenuss erhält man daher erst, wenn man ganz von vorne beginnt. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt wie es mit Dubhes und Lonerins Reise weitergeht und brenne schon fieberhaft darauf den letzten Teil der Schattenkämpferin-Trilogie zu lesen.

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