29. Dezember 2009

[Rezension] Lena Klassen - Magyria. Das Herz des Schattens

Lena Klassen
Magyria. Das Herz des Schattens
Verlag: Penhaligon
Seiten: 560
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7645-3044-0
Preis: 14,99

Die 18-jährige Hanna geht für ein Jahr als Au-Pair nach Budapest. Obwohl die Au-Pair Familie sehr freundlich ist, macht die 14-jährige Gastschwester Réka macht Hanna Sorgen, da sie unter starkem Gedächtnisverlust leidet sowie verstört wirkt. Hanna vermutet, dass dies etwas mit Rékas Freund Kunun zu tun hat und versucht dem Rätsel auf die Schliche zu kommen. Bei ihren Nachforschungen bleibt sie eines Abends mit einem fremden jungen Mann in einem Aufzug stecken, der sich nicht nur als Kununs jüngerer Bruder sondern auch als Vampir entpuppt. Ausserdem erzähl Mattim, dass er aus einer Parallelwelt kommen würde, und er dort in Magyria ein Prinz des Lichts sei. Im Verlauf des Gesprächs gewinnt Mattim Hannas Vertrauen und da er nicht bei Sonnenaufgang verbrennen soll, erlaubt sie ihm von ihrem Menschenblut zu trinken. Obwohl er das gar nicht will. Als sich die beiden wenig später wiedertreffen stellt Hanna fest, dass es sie wie magisch zu Mattim hinzieht und die beiden beginnen sich langsam ineinander zu verlieben. Doch Kunun gibt sich immer weiter der Dunkelheit hin und kämpft immer stärker gegen seine eigene Familie, die Königsfamilie, dass Hanna und Mattim schließlich auf eigene Faust ermitteln um ihm Einhalt zu gebieten. Dabei geraten die beiden in weit größere Gefahr, als sie je angenommen hatten…

Das Cover von „Magyria“ zeigt im oberen Bildrand eine junge Frau, die sehr gut Hanna aus der Geschichte sein kann. Der untere Bildrand zeigt die Brücke einer Stadt, die sehr gut in Budapest sein könnte. Das Gesamte Cover wurde in Blautönen gehalten und wirkt sehr stimmig auf die beinhaltete Geschichte.

In „Magyria – Das Herz des Schattens“ hat Lena Klassen gezeigt, welch wunderbare Schriftstellerin sie ist. Ich finde sie ist die deutsche Antwort auf Stephenie Meyer und kann locker mit anderen Fantasyautoren mithalten. Sie bringt mit ihrer Geschichte eine wunderbare Abwechslung in die typischen Vampirromane und hebt sich aus diesem Metier auf jeden Fall ab. Sie entführt in dem vorliegenden Roman den Leser in die ungarische Metropole Budapest. Dort will die Hauptprotagonistin des Romans, Hanna, ein Jahr als Au-Pair bei einer Gastfamilie verbringen. Doch es kommt ganz anders, als sie ihren Aufenthalt geplant hat.
„Magyria“ ist ein Vampirroman einer ganz anderen Art, der mit den Elementen eines Märchens verbunden wurde. So gibt es in Magyria, ein Schloss, einen König sowie eine Königin, einen Prinzen sowie andere verschollene Prinzen, über die nicht gesprochen werden darf und deren Bilder unter Verschluss gehalten werden.
So geht es in diesem reality-Märchen um den typischen Kampf Gut gegen Böse, genauer gesagt um den Kampf von Licht gegen Dunkelheit. Aber es gibt natürlich auch eine Liebesgeschichte zwischen den Hauptprotagonisten. Diese Liebesgeschichte wurde sehr einfühlsam in die Handlung eingewoben. Sie ist nicht sexuell, sondern so eher so süß wie Zucker.
Nach dem Prolog ist die Geschichte in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil „Stadt der Brücke“ kommt Hanna nach Budapest und versucht das Rätsel zwischen Réka und dem geheimnisvollen Kunon zu lüften. In der Zwischenzeit versucht Prinz Mattim in Magyria einen Weg zu finden um die Schatten aufzuhalten. Im zweiten Teil „Stadt der Löwen“ treffen Mattim und Hanna aufeinander. Während Mattim versucht mit seinem neuen Leben zu recht zu kommen, versuchen die beiden hinter das Geheimnis der Pforte zu kommen. Im dritten Teil „Stadt im Winter“ kommt es zu einem fuminösen Finale, zu dem ich mich hüten werde irgendetwas zu sagen. Der Roman ist in sich abgeschlossen und lässt bei mir nur eine Frage offen: Was ist an Hanna so besonders, dass gerade sie sich nach einem Biss an alles erinnern kann und wie Réka nicht alles vergisst? Des weiteren habe ich mich mit der Sichtweise sehr schwer getan, dass freiwillig geopfertes Blut die Schatten über Eis laufen lässt.
Der wunderbare Schreibstil der deutschen Autorin ist flüssig zu lesen und zudem noch von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Dabei greift die Autorin auf eine feinfühlige, bildhafte Sprache zurück, die nicht nur Budapest und die Parallelwelt sehr gut beschreibt. Mit ihrer detaillierten Sprache wirken die Schauplätze sehr farbenreich und eindrucksvoll. Im allgemeinen benutzt Lena Klassen viele neue sowie originelle Ideen und Bilder, die ich so noch in keinen anderen Büchern gefunden habe. Die Spannung, die sich kontinuierlich durch die Handlung zieht und gut ausgearbeitet ist lässt den Leser mitfiebern und bietet potentielle Suchtgefahr nach mehr. Das Buch wurde in der Erzählform geschrieben, wobei zwischen den Sichtweisen der verschiedenen Charaktere abgewechselt wird. Zudem sich die Sachverhalte alle logisch und klar aufgebaut, damit sich der Leser jederzeit in jede Person gut hineinversetzen kann.

Die Charaktere sind nicht nur sehr gut ausgearbeitet, sondern auch sympathisch und facettenreich. Sie sind sehr gut auf die jeweiligen Personeneigenschaften von Gut und Böse abgestimmt und runden das Gesamtbild damit ab. Hanna ist als Hauptprotagonistin ein sehr verantwortungsvolles und selbstbewusstes Mädchen, dass sehr in ihrer Rolle als Au-Pair aufgeht. So gibt sie sich aufopferungsvoll Réka hin, um sie vor Kunun zu beschützen. Mattim, der 17-jährige Prinz des Lichts ist zu Anfang des Buchs sehr übermütig und leichtsinnig. Doch im Lauf der Geschichte wandelt er sich zu einem verantwortungsvollen jungen Mann, der weder Gefahr noch Tod fürchtet um seine Heimat oder seine Freundin vor der Dunkelheit zu schützen. Kunun, der älteste Prinz des Lichts und König der Dunkelheit, ist durch und durch böse. Er verfolgt sehr ehrgeizig sein Ziel über Akink zu herrschen und die Dunkelheit über ganz Magyria zu bringen. Einzig und alleine die 14-jährige Réka mit ihrer naiven und kindischen Art hat mich ab und an zur Weißglut gebracht. Mich hat extrem gestört, dass es ihr nichts ausgemacht hat wie Kunun sie zum einen behandelt und sich in dieser Sache absolut nicht helfen lies sondern einfach wie verblendet diesem doch für sie fremden Mann geglaubt hat. Und das obwohl sie sich nach den Treffen an nichts erinnern konnte.

Mein Fazit:
„Magyria – Das Herz des Schattens“ hat mich sofort magisch in den Bann gezogen und ich konnte das buch nicht mehr aus der Hand legen, bis ich auf der letzten Seite angelangt bin. Doch trotz kleinen Fehlern oder Verständnisproblemen ging mir die Geschichte ins Herz und ich finde Lena Klassen macht mit diesem Buch Stephenie Meyer Konkurrenz. Wenn ich ganz ehrlich bin finde ich dieses Buch sogar um Welten besser als die Biss…-Reihe. „Magyria“ ist ein abwechslungsreicher Vampirroman mit wunderbaren Charakteren, einer phantastischen Parallelwelt und viel Spannung in der es um Aufopferung, Freundschaft, Vertrauen und Verrat geht. Zudem rundet eine wunderbare Liebesgeschichte die Handlung ab. Ich kann dieses Buch allen Fantasyfans, die dieses Genre lieben, wärmstens empfehlen und hoffe, dass wir noch öfters solche Meisterwerke der Autorin zu lesen bekommen.

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