28. Dezember 2009

[Rezension] Lara Morgan - Der Herr der Drachen

Lara Morgan
Der Herr der Drachen
Originaltitel: The Twins of Saranthium 01. Awakening
Verlag: Penhaligon
Seiten: 512
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7645-3059-4
Preis: 19,95 €

Immer öfter häufen sich die Anzeichen, dass Azoth, der Herr der Drachen, nicht endgültig besiegt wurde sondern ins Land Saranthium zurückkehren wird. Es werden sogar Überfälle wilder, schwarzer Drachen auf Menschen gemeldet. So wird auch Tallis und sein Clan Opfer eines solchen Drachenangriffs. Doch Tallis kann mit Hilfe einer unbekannten Magie die Drachen verjagen. Allerdings passt diese Art von Magie nicht zu dem Wüsten-Clan und Tallis wird von seinem Stamm verbannt. Zur gleichen Zeit lebt in der Hauptstadt Sakut Shaan, die gerne eine Drachenreiterin werden möchte. Um sich etwas Geld zu verdienen arbeitet sie in dem Drachenturm und muss den Stall des unberechenbaren Drachen Nuathin ausmisten. Doch als dieser plötzlich anfängt in einer Geisterverbindung mit ihr zu sprechen, wandelt sich Shaans Leben auf ungeahnte Weise. Als sie schließlich auch noch auf Tallis trifft entdecken die beiden, dass sie mehr verbindet als diese seltsamen Begebenheiten. Doch dann wird Shaan plötzlich von Azoth entführt…

Das Cover zu dem Buch ist sehr schön anzusehen und ist wieder ein kleines Schmuckstück im Bücherregal. Die Illustration zeigt ein schönes Bild von einem Drachenkopf, der von zwei weiteren kleinen Drachen umrahmt wird. Das Bild ist somit sehr schön mit der Geschichte abgestimmt, da es hierin ebenfalls um Drachen geht. Am Anfang des Buchs findet man eine Karte, sowie am Ende des Buchs ein Glossar und eine Liste der Charaktere.
„Der Herr der Drachen“ von Lara Morgan ist ein guter Auftakt zu einer neuen Trilogie. Der Originaltitel „Awaking“ zu deutsch „Erwachen“ hat eine ganz bestimmte Bedeutung, denn in dieser Geschichte von „The Twins of Saranthium – Die Zwillinge von Saranthium“ geht es um das Erwachen von Azoth, welcher der Herr der Drachen ist. Dabei handelt es sich bei den Drachen in dieser Geschichte nicht um die mystische Wesen, für die sie bekannt sind, sondern vielmehr um geflügelte, gehorsame Reittiere. Die Handlung dreht sich jedoch nicht in erster Linie um die Drachen, sondern um die Geschichte von Shaan, Tallis und Azoth.

Lara Morgan hat in „Der Herr der Drachen“ eine völlig neue Welt mit fremden Völkern und phantastischen Wesen geschaffen in der es neben der Liebe auch um gut beschriebene Kampfszenen und Magie in Form von Ringen und einem Schöpferstein geht. Diese Elemente hat die Autorin gekonnt mit den eigenständigen Figuren mit einer schönen und abwechslungsreiche Welt verwoben.
Als ich das Buch angefangen habe zu lesen brauchte ich eine Weile mich in der neuen Welt zu recht zu finden, in welche der Leser hineinkatapultiert wird. Es gibt so viele neue und fremdklingende Namen, dass ich über das Glossar und die Namensliste am Ende des Buches sehr glücklich war und während des Lesens reichlich auf sie zurückgegriffen habe.

Obwohl die Handlung zügig voranschreitet, hat es eine Weile gedauert, bis sich ein Kopfkino bei mir eingestellt hat. Dann schritt die Handlung aber zügig voran und es gab nur vereinzelte kleine Stellen, die etwas langatmig oder langweilig waren. So hätte man meines Erachtens den Anfang um einige Szenen kürzen können, da sie nicht wesentlich wichtig für den Verlauf der Geschichte waren. Sehr schade fand ich auch, dass eigentlich offensichtlich ist wer Azoth ist und dass der aufmerksame Leser sofort in der Geschichte eine Querverbindung zu einer anderen Person ziehen kann.
Das Buch ist in der Erzählform geschrieben und ist nach einer Eingewöhnungszeit sehr gut zu lesen. Sehr gut haben mir die Handlungsstränge gefallen, welche die Autorin benutzt hat. In den beiden geht es jeweils um Shaan und Tallis, welche die Autorin gegen Mitte des Buches zu einer spannenden und unglaublichen Reise verwoben hat. Das Ende hingegen war sehr, sehr spannend und wie es eben in Trilogien meistens so der Fall ist, hört das Buch mitten in der Geschichte auf und lässt noch einige Fragen offen, die man nur allzu gerne sofort beantwortet hätte. Leider muss der Leser aber noch eine Weile auf die Fortsetzung warten, da diese erst im Frühjahr 2010 in Australien/Neuseeland erscheint und vermutlich nicht vor Herbst 2010 in Deutschland auf den Markt kommt.

Die Hauptcharaktere sind gut ausgearbeitet, sympathisch beschrieben und mit ihrem Handeln, ihren Gedanken und auch ihren Stärken und Schwächen sehr realistisch dargestellt. Ich habe beim Lesen mit Shaan und Tallis mitgefühlt, mitgeeifert, mitgelitten und mitgekämpft.
Auch die anderen Charaktere sind liebevoll beschrieben und die Autorin hat neue Namen und Bezeichnungen für Menschen und Tiere entwickelt, wie zum Beispiel für die Verführer, die Alhanti oder die Muthus. Sehr gerne hätte ich noch mehr über den Gott Azoth erfahren, der über die Drachen herrscht und herausgefunden hat wie er Menschen und Drachen zu einer neuen Rasse vereinen kann.

Mein Fazit:
Lara Morgan hat mit dem Auftakt ihrer Trilogie „Der Herr der Drachen“ eine neue, wunderbare All Age Fantasy-Geschichte geschaffen. Obwohl es recht schwierig ist sich anfänglich in die Geschichte zu Recht zu finden ist diese sehr spannend, auch wenn die eine oder andere Szene etwas kürzer hätte sein können. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine Mischung aus „Der Herr der Ringe“ und der „Eragon“-Saga lesen möchte. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil der Trilogie um Shaan und Tallis. Dem Buch gebe ich trotz der interessanten Geschichte vorläufig „nur“ 4 Punkte, da ich finde, dass Lara Morgan ihr Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft hat und noch etwas Luft nach oben hat. Ich bin gespannt was sie daraus macht.

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