1. Dezember 2009

[Rezension] Jenny-May Nuyen - Feenlicht

Jenny-May Nuyen 
Feenlicht, DIE STURMJÄGER VON ARADON-Reihe, Teil 1
Originaltitel: Feenlicht
Verlag: Cbt
Seiten: 480
Ausgabe:
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-16033-6
Preis: € 18,95

Hel wurde als Kind von einem Menschenhändler an den Sturmjäger Gharra verkauft. Schnell erfährt dieser, dass sie mit ihrer zweiten Sicht Liriumstürme sehen kann, auf welche die Sturmjäger mit ihrem Luftschiff „Schwalbe“ jagt machen. Auf dem fliegenden Schiff genießt sie ihr Leben in Freiheit und wächst unter der Sturmjägerbesetzung auf bis eines Tages ein Unglück passiert und die „Schwalbe“ in einem plötzlich aufkommenden Sturm abstürzt. Hel ist die einzig Überlebende und wird von einem geheimnisvollen jungen Mann mit dunklem langen Mantel und einer seltsam flackernden Aura gerettet. Obwohl sich dieser sehr verschlossen gibt, machen sich die beiden zusammen auf en Weg nach Harr’punatra, der Zwergenstadt, um von dort einen Weg in die Stadt Aradon zu finden. Dort will Hel den Magiern von dem schrecklichen Unglück der „Schwalbe“ berichten. Doch die Lage spitzt sich schlagartig zu, als plötzlich von einem Dämon die Rede ist, der auf dem Weg durch das gesamte Land eine Spur von Verwüstung und Tod hinterlässt…

Der Schutzumschlag dieses Hardcover Buches wurde sehr schön und aufwendig gestaltet. Es ist mit seiner Farbgebung und seiner glitzer-goldenen Elementen in der Schrift und in den Tribals ein echter Blickfang.
Im Vordergrund des Bilds sitzt ein weibliches Wesen, welches an eine Fee erinnert. An ihren steil hochstehenden Haaren wohl Lirium-Funken zu erkennen sind. Jedoch kann ich die Figur nicht in die vorliegende Geschichte zuordnen, da sie keinem genannten Protagonisten ähnlich sieht. Der Hintergrund wurde in angenehmen blau-grün Tönen gehalten, welches wohl einen Sumpf oder einen Wald darstellen soll.
Im innern des Buches, gleich am Anfang, gibt es eine doppelseitige Karte des Lebendigen Landes, auf die ich während des lesens immer wieder zurückgegriffen habe um den Weg von Hel und ihren Gefährten zu verfolgen. Des Weiteren findet der Leser am Ende des Buches noch 10 Illustrationen der Protagonisten. Sie wurden, wie die Karte, von der Autorin selbst gezeichnet, was ich sehr lobenswert finde.
„Feenlicht – Die Sturmjäger von Aradon“ von Jenny-May Nuyen ist der erste Teil eines 3-Teiligen Zyklus. Obwohl dies mein erstes Buch von der jungen Autorin war, wurde ich nicht enttäuscht. Die Geschichte entführt den Leser in das Lebendige Land, in dem es komisches Essen, höhlenartige Zwergenstädte, Gladiatorenkämpfe sowie Magie gibt. Lirium ist so eine kostbare magische Kraft. Es ist  ein Rohstoff, der in allen Dingen steckt und sie am Leben erhält. Da dieser Rohstoff immer knapper wird kommen hier die Sturmjäger sowie Hels Geschichte ins Spiel…
Allerdings gibt es hier, wie bei den meisten Bücherreihen, ein offenes Ende. Die Erzählung hört mitten in der Geschichte auf und es bleiben noch viele Fragen offen, so dass ich wirklich sehr gespannt bin, wie es in dem nächsten Teil weitergeht.
Das vorliegende Buch ein Jugendbuch ist, schreibt die Autorin in einfachen Worten so dass es sich gut liest und der Leser der Handlung jederzeit folgen kann. Dies bezüglich greift die Autorin auf einen ungewöhnlichen Schreibstil zurück, der oft träumerisch-lyrisch bis hin zur bildhaften Sprache reicht. Die jeweiligen Kapitel sind in einer angenehm knappen Länge gehalten, von denen man am Anfang des Buches eine Übersicht findet.
Dennoch zieht sich die Geschichte an manchen Stellen, die gerne etwas kürzer hätten sein können und die interessanten spannenden Szenen etwas länger. Obwohl es manche holprige Stellen gibt, an denen Dialoge sowie zusammenhängende Beschreibungen unstimmig wirken und somit kleine Handlungslücken erscheinen, verliert die Handlung für mich keinesfalls an Glanz.
Obwohl ich mich am Anfang sehr schwer getan habe die vielen einzeln fremd klingenden Namen der Protagonisten zuzuordnen und zu behalten und immer wieder zu den Illustrationen der Protagonisten geblättert habe, hat Jenny-May Nuyen alle Charaktere sehr toll und glaubhaft ausgearbeitet. Jeder für sich wirkt mit seinen Stärken und Schwächen sehr lebendig und hat Tiefgang in ihren Wesenszügen.
So ist Hel, deren Name „Licht“ bedeutet, eine starke und vor allem sympathische Heldin, genauso wie ihr Freund Nova, der stets im Mittelpunkt steht, ein Herzensbrecher und der angehende Kapitän des Flugschiffs „Taube“ ist. Aber auch die Nebencharaktere sind sehr gut dargestellt, wie zum Beispiel die eigensinnige und merkwürdige Zwergin Harlem, der Magier Olowain oder gar der geheimnisvolle Fremde Mercuri, der von sich aus nichts über seine Herkunft oder sein Vorhaben verrät.
Allerdings erinnern manche Namen von Orten und Charakteren in dieser Geschichte an den Epos: „Der Herr der Ringe“. So zum Beispiel die Namen: Aradon, Gondurill oder Moia. Des Weiteren gibt es noch weitere Ähnlichkeit zwischen den beiden Werken, in dem ein etwas älterer Anführer mit einem leuchtenden Stab die Truppe anführt bis hin zu den bekannten Zwergentunneln.

Mein Fazit:
„Feenlicht“ ist eine sehr schöne Fantasygeschichte mit Unterhaltungswert und ein kleines-großes Highlight in meinem Bücherregal, dass ich nicht nur für Jugendliche ist. Auch Erwachsenen, die gerne im Bereich Fantasy lesen möchte ich dieses Buch ans Herz legen. Es ist ein perfekter Auftakt für eine vielversprechende Triologie auf deren Folgeband ich mich schon sehr freue.

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