18. Dezember 2009

[Rezension] Bernd Perplies - Ritter des ersten Lichts

Bernd Perplies
Ritter des ersten Lichts, TAREAN-Reihe, Teil 3
Verlag: Egmont-Lyx
Seiten: 480
Ausgabe:
Broschiert, Trade Paperback
ISBN: 978-3-8025-8246-2
Preis:
12,95 €
Leseprobe (.pdf)

ouhpuoh
In „Ritter des ersten Lichts“ kommt die Trilogie um den Helden Tarean zum Ende. Bevor er jedoch wie einst sein Vater ein Ritter des Kristalldrachenordens werden kann, bittet er die Drachin Kesrondaia um zwei Monate Bedenkzeit. In dieser Zeit muss er sein Versprechen halten und seine geliebte Moosbeere, die sich im letzten Kampf freiwillig geopfert hat, schweren Herzens in ihre Heimat nach Cerashmon zur letzten Ruhe bringen. Doch parallel dazu breitet sich im Herzen Nondur, in der verlassenen Stadt Gongathar, eine dunkle Macht aus, welche die ganze Welt in Finsternis zu tauchen droht. An der Spitze der bedrohlichen, riesigen Schattenwesen steht Bromms dunkler Zwilling, der versehentlich bei dem letzten Besuch in Gongathar zum Leben erweckt wurde. Tarean läuft die Zeit davon um die letzten Ritter des einstigen Kristalldrachenordens zu suchen und zusammen mit ihnen gegen die dämonischen Kräfte zu kämpfen.

Das Cover zu dem Buch ist sehr schön anzusehen und ist wieder ein kleines Schmuckstück im Bücherregal. Die Illustration mit Tarean und einer Burg ist wieder gelungen und passt sehr gut zu der vorliegenden Geschichte. Auf der Innenseite der vorderen und hinteren Klappbroschur findet man zwei Karten, welche die Ländereien von Tareans Welt zeigen und dem Leser die Möglichkeit bieten, den Weg der Gefährten zu verfolgen. Leider fehlt in dem Buch ein kleines Glossar oder ein Namensregister, was dem Leser sehr gut helfen würde einen Überblick über die vielen verschiedenen Namen zu erhalten.

Nachdem der erste Band „Sohn des Fluchbringers“ in sich abgeschlossen ist, werden die Handlungsstränge im zweiten Teil „Erbe der Kristalldrachen“ neu gewoben, und auf den Weg gebracht, so dass man die Handlung in dem vorliegenden Band bis zum Ende weiterverfolgen kann.
Erneut hat Bernd Perplies in seiner eigenständigen Geschichte eine phantastische Welt mit fremden Völkern und phantastischen Wesen geschaffen in der es neben Kampfszenen auch um Magie in Form von Zauberern, Drachen, und Leuchtschwerter geht. Diese Elemente hat der Autor gekonnt mit den eigenständigen Figuren, die in der nicht zu epischen und nicht zu flachen Geschichte voll zur Geltung kommen, mit einer schönen und abwechslungsreiche Welt mit völlig neuen Völkern verwoben, die mit ihrer Vielfalt in ein atemberaubendes Fantasiereich entführen.

In der vorliegenden Geschichte werden die bisherigen Ereignisse in den eigentlichen Plot als Rückblenden eingeflochten um so rufen dem Leser die Ereignisse und wichtigsten Details ins Gedächtnis zurückzurufen. Die Handlung des zweiten Bands geht nahtlos in „Ritter des ersten Lichts“ über und der Leser kehrt an die Seite des Hauptprotagonisten Tarean zurück, dem Bernd Perplies keine Atempause gönnt, sondern schon das nächste Abenteuer für ihn parat hält. So muss er zum Beispiel das Irrlicht Moosbeere nach Hause bringen, die restlichen Ritter des einstigen Kristalldrachenordens finden und sich auf die Suche nach Bromms Zwilling begeben. Natürlich gibt es bei diesem Abenteuer auch wieder genügend Action- und Kampfszenen, die sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Ebenso findet Tarean auf seiner Reise neue Freunde, muss sich verzwickte Situationen stellen und es spielen zwischenmenschliche Beziehungen eine Rolle, bei der auch eine Liebesgeschichte leicht angehaucht wird.

Das Ende wartet (ohne zu viel zu verraten) mit einigen Überraschungen auf. Jedoch hatte ich das Gefühl, dass der Autor ein Happy End zwanghaft in die Geschichte eingebaut hat. Obwohl ich nichts gegen Happy Ends habe, war mir hier ein bisschen zu viel Friede, Freude und Glück. Aber das muss jeder Leser für sich selber ausmachen.

Erneut hat mich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, indem der Autor sich einer kräftigen, ausdrucksstarken und bildgewaltigen Sprache bedient hat. Er weiss mit seinem sicherer Schreibstil und seinem sehr gut ausgereiftem Handlungsstrang zu verzaubern. Er regt das Kopfkino so an, dass der Plot vor dem inneren Auge zum Leben erwacht und dem Leser keine Atempause gönnt. Trotz der sehr bildgenauen Beschreibung verliert er sich jedoch nicht im Detail und es wird auch nie langweilig, da er den Spannungsbogen kontinuierlich strafft.

Insgesamt liest sich die Geschichte flüssig während man den Schreibstil mit einer Mischung aus Jugend- als auch einer anspruchsvollen Fantasyliteratur vergleichen kann. Die Geschichte ist in der Erzählform geschrieben, wobei der Leser in den letzten beiden Bänder hauptsächlich den Hauptprotagonist Tarean auf seinem Weg begleitet. Bei „Ritter des Lichts“ ist das anders. Der Autor konzentriert sich bei diesem atemberaubenden Abschluss der Trilogie auf alle aufgebauten Handlungsstränge. Sei es auf der Suche nach dem ersten Licht, die Suche nach den Rittern oder der Kampf an vorderster Kriegsfront mit dem General Jaular. Dabei werden auch die Gedanken und Beweggründe der Figuren nicht vernachlässigt, so dass der Leser diese nachvollziehen kann.
Bernd Perplies Charaktere wachsen einem richtig ans Herz. Sie sind sympathisch beschrieben und sind mit ihrem Handeln, ihren Gedanken und auch ihren Stärken und Schwächen sehr realistisch, dass sie beim lesen richtig real werden und der Leser mit ihnen mitfühlen, mit eifern, mitleiden und mitkämpfen kann. Jeder, egal ob sympathischer oder unsympathischer Charakter hat seinen ganz speziellen Platz und somit auch seine Berechtigung in der Geschichte. So gibt es in dem Plot zum Beispiel sehr viele Monologe, in dem jeder der betreffenden Figuren mit seinem eigenen inneren Dämon zu kämpfen hat. Vor allem die Albin Auril trifft es meiner Meinung nach sehr in dieser Geschichte. So hat sie nicht nur ihren geliebten Tarean-Zwilling und somit seine Liebe verloren, so muss sich sich auch ihrer Vergangenheit und somit ihrer Mutter stellen, die sie und ihren Vater vor vielen Jahren verlassen hat. So trifft man neben Auril und dem Hauptprotagonisten Tarean auch andere alte Bekannte aus der ungewöhnlichen Truppe wieder. Unter ihnen der Taijirinprinz Iegi, der Werbär Bromm, die Wolflingsfrau Haffta oder das freche Irrlicht Moosbeere. Aber es gibt auch neue Charaktere in der Geschichte. Obwohl Questoi nur eine Nebenrolle in der Geschichte erhalten hat, so ist der blinde Weltenbummler, der zwischen den Universen wandern kann, ein absolutes Unikat und in seiner Art und Weise einfach liebenswert. Ich hätte sehr gerne mehr über ihn erfahren, aber vielleicht spielt er ja in in irgendeiner anderen Fantasysaga noch eine Rolle.

Mein Fazit:
Leider geht mit diesem spannenden High-Fantasy-Roman, eine bildgewaltige Trilogie zu Ende, der ich irgendwie etwas nachweine. Ich bin sehr froh Tarean und seine Abenteuer gelesen und erlebt zu haben. Sie haben mir wirklich sehr schöne Lesestunden beschert und ich habe mich in der abenteuerlichen Fantasygeschichte als Leser sehr wohl gefühlt. Zudem hat sich der Autor mit seinem Schreib- und Erzählstil nochmal enorm gesteigert, indem er seinen Stil gefestigt und mir somit vor meinem geistigen Auge ein wahres Kopfkino beschert hat. Ich musste öfters den Atem anhalten und habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, da ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Deswegen kann ich die Tarean-Trilogie jedem Fantasyfan nur wärmstens empfehlen und jeder, der bereits die ersten beiden Teile dieser Saga gelesen hat, wird auch um diese Fortsetzung nicht herum kommen. Es lohnt sich auf jeden Fall! Ich bin schon sehr auf die weiteren Werke des Autors gespannt und hoffe er lässt uns Leser nicht allzu lange darauf warten.

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