29. Dezember 2009

[Rezension] Lena Klassen - Magyria. Das Herz des Schattens

Lena Klassen
Magyria. Das Herz des Schattens
Verlag: Penhaligon
Seiten: 560
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7645-3044-0
Preis: 14,99

Die 18-jährige Hanna geht für ein Jahr als Au-Pair nach Budapest. Obwohl die Au-Pair Familie sehr freundlich ist, macht die 14-jährige Gastschwester Réka macht Hanna Sorgen, da sie unter starkem Gedächtnisverlust leidet sowie verstört wirkt. Hanna vermutet, dass dies etwas mit Rékas Freund Kunun zu tun hat und versucht dem Rätsel auf die Schliche zu kommen. Bei ihren Nachforschungen bleibt sie eines Abends mit einem fremden jungen Mann in einem Aufzug stecken, der sich nicht nur als Kununs jüngerer Bruder sondern auch als Vampir entpuppt. Ausserdem erzähl Mattim, dass er aus einer Parallelwelt kommen würde, und er dort in Magyria ein Prinz des Lichts sei. Im Verlauf des Gesprächs gewinnt Mattim Hannas Vertrauen und da er nicht bei Sonnenaufgang verbrennen soll, erlaubt sie ihm von ihrem Menschenblut zu trinken. Obwohl er das gar nicht will. Als sich die beiden wenig später wiedertreffen stellt Hanna fest, dass es sie wie magisch zu Mattim hinzieht und die beiden beginnen sich langsam ineinander zu verlieben. Doch Kunun gibt sich immer weiter der Dunkelheit hin und kämpft immer stärker gegen seine eigene Familie, die Königsfamilie, dass Hanna und Mattim schließlich auf eigene Faust ermitteln um ihm Einhalt zu gebieten. Dabei geraten die beiden in weit größere Gefahr, als sie je angenommen hatten…

Das Cover von „Magyria“ zeigt im oberen Bildrand eine junge Frau, die sehr gut Hanna aus der Geschichte sein kann. Der untere Bildrand zeigt die Brücke einer Stadt, die sehr gut in Budapest sein könnte. Das Gesamte Cover wurde in Blautönen gehalten und wirkt sehr stimmig auf die beinhaltete Geschichte.

In „Magyria – Das Herz des Schattens“ hat Lena Klassen gezeigt, welch wunderbare Schriftstellerin sie ist. Ich finde sie ist die deutsche Antwort auf Stephenie Meyer und kann locker mit anderen Fantasyautoren mithalten. Sie bringt mit ihrer Geschichte eine wunderbare Abwechslung in die typischen Vampirromane und hebt sich aus diesem Metier auf jeden Fall ab. Sie entführt in dem vorliegenden Roman den Leser in die ungarische Metropole Budapest. Dort will die Hauptprotagonistin des Romans, Hanna, ein Jahr als Au-Pair bei einer Gastfamilie verbringen. Doch es kommt ganz anders, als sie ihren Aufenthalt geplant hat.
„Magyria“ ist ein Vampirroman einer ganz anderen Art, der mit den Elementen eines Märchens verbunden wurde. So gibt es in Magyria, ein Schloss, einen König sowie eine Königin, einen Prinzen sowie andere verschollene Prinzen, über die nicht gesprochen werden darf und deren Bilder unter Verschluss gehalten werden.
So geht es in diesem reality-Märchen um den typischen Kampf Gut gegen Böse, genauer gesagt um den Kampf von Licht gegen Dunkelheit. Aber es gibt natürlich auch eine Liebesgeschichte zwischen den Hauptprotagonisten. Diese Liebesgeschichte wurde sehr einfühlsam in die Handlung eingewoben. Sie ist nicht sexuell, sondern so eher so süß wie Zucker.
Nach dem Prolog ist die Geschichte in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil „Stadt der Brücke“ kommt Hanna nach Budapest und versucht das Rätsel zwischen Réka und dem geheimnisvollen Kunon zu lüften. In der Zwischenzeit versucht Prinz Mattim in Magyria einen Weg zu finden um die Schatten aufzuhalten. Im zweiten Teil „Stadt der Löwen“ treffen Mattim und Hanna aufeinander. Während Mattim versucht mit seinem neuen Leben zu recht zu kommen, versuchen die beiden hinter das Geheimnis der Pforte zu kommen. Im dritten Teil „Stadt im Winter“ kommt es zu einem fuminösen Finale, zu dem ich mich hüten werde irgendetwas zu sagen. Der Roman ist in sich abgeschlossen und lässt bei mir nur eine Frage offen: Was ist an Hanna so besonders, dass gerade sie sich nach einem Biss an alles erinnern kann und wie Réka nicht alles vergisst? Des weiteren habe ich mich mit der Sichtweise sehr schwer getan, dass freiwillig geopfertes Blut die Schatten über Eis laufen lässt.
Der wunderbare Schreibstil der deutschen Autorin ist flüssig zu lesen und zudem noch von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Dabei greift die Autorin auf eine feinfühlige, bildhafte Sprache zurück, die nicht nur Budapest und die Parallelwelt sehr gut beschreibt. Mit ihrer detaillierten Sprache wirken die Schauplätze sehr farbenreich und eindrucksvoll. Im allgemeinen benutzt Lena Klassen viele neue sowie originelle Ideen und Bilder, die ich so noch in keinen anderen Büchern gefunden habe. Die Spannung, die sich kontinuierlich durch die Handlung zieht und gut ausgearbeitet ist lässt den Leser mitfiebern und bietet potentielle Suchtgefahr nach mehr. Das Buch wurde in der Erzählform geschrieben, wobei zwischen den Sichtweisen der verschiedenen Charaktere abgewechselt wird. Zudem sich die Sachverhalte alle logisch und klar aufgebaut, damit sich der Leser jederzeit in jede Person gut hineinversetzen kann.

Die Charaktere sind nicht nur sehr gut ausgearbeitet, sondern auch sympathisch und facettenreich. Sie sind sehr gut auf die jeweiligen Personeneigenschaften von Gut und Böse abgestimmt und runden das Gesamtbild damit ab. Hanna ist als Hauptprotagonistin ein sehr verantwortungsvolles und selbstbewusstes Mädchen, dass sehr in ihrer Rolle als Au-Pair aufgeht. So gibt sie sich aufopferungsvoll Réka hin, um sie vor Kunun zu beschützen. Mattim, der 17-jährige Prinz des Lichts ist zu Anfang des Buchs sehr übermütig und leichtsinnig. Doch im Lauf der Geschichte wandelt er sich zu einem verantwortungsvollen jungen Mann, der weder Gefahr noch Tod fürchtet um seine Heimat oder seine Freundin vor der Dunkelheit zu schützen. Kunun, der älteste Prinz des Lichts und König der Dunkelheit, ist durch und durch böse. Er verfolgt sehr ehrgeizig sein Ziel über Akink zu herrschen und die Dunkelheit über ganz Magyria zu bringen. Einzig und alleine die 14-jährige Réka mit ihrer naiven und kindischen Art hat mich ab und an zur Weißglut gebracht. Mich hat extrem gestört, dass es ihr nichts ausgemacht hat wie Kunun sie zum einen behandelt und sich in dieser Sache absolut nicht helfen lies sondern einfach wie verblendet diesem doch für sie fremden Mann geglaubt hat. Und das obwohl sie sich nach den Treffen an nichts erinnern konnte.

Mein Fazit:
„Magyria – Das Herz des Schattens“ hat mich sofort magisch in den Bann gezogen und ich konnte das buch nicht mehr aus der Hand legen, bis ich auf der letzten Seite angelangt bin. Doch trotz kleinen Fehlern oder Verständnisproblemen ging mir die Geschichte ins Herz und ich finde Lena Klassen macht mit diesem Buch Stephenie Meyer Konkurrenz. Wenn ich ganz ehrlich bin finde ich dieses Buch sogar um Welten besser als die Biss…-Reihe. „Magyria“ ist ein abwechslungsreicher Vampirroman mit wunderbaren Charakteren, einer phantastischen Parallelwelt und viel Spannung in der es um Aufopferung, Freundschaft, Vertrauen und Verrat geht. Zudem rundet eine wunderbare Liebesgeschichte die Handlung ab. Ich kann dieses Buch allen Fantasyfans, die dieses Genre lieben, wärmstens empfehlen und hoffe, dass wir noch öfters solche Meisterwerke der Autorin zu lesen bekommen.

28. Dezember 2009

[Rezension] Lara Morgan - Der Herr der Drachen

Lara Morgan
Der Herr der Drachen
Originaltitel: The Twins of Saranthium 01. Awakening
Verlag: Penhaligon
Seiten: 512
Ausgabe:
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7645-3059-4
Preis: 19,95 €

Immer öfter häufen sich die Anzeichen, dass Azoth, der Herr der Drachen, nicht endgültig besiegt wurde sondern ins Land Saranthium zurückkehren wird. Es werden sogar Überfälle wilder, schwarzer Drachen auf Menschen gemeldet. So wird auch Tallis und sein Clan Opfer eines solchen Drachenangriffs. Doch Tallis kann mit Hilfe einer unbekannten Magie die Drachen verjagen. Allerdings passt diese Art von Magie nicht zu dem Wüsten-Clan und Tallis wird von seinem Stamm verbannt. Zur gleichen Zeit lebt in der Hauptstadt Sakut Shaan, die gerne eine Drachenreiterin werden möchte. Um sich etwas Geld zu verdienen arbeitet sie in dem Drachenturm und muss den Stall des unberechenbaren Drachen Nuathin ausmisten. Doch als dieser plötzlich anfängt in einer Geisterverbindung mit ihr zu sprechen, wandelt sich Shaans Leben auf ungeahnte Weise. Als sie schließlich auch noch auf Tallis trifft entdecken die beiden, dass sie mehr verbindet als diese seltsamen Begebenheiten. Doch dann wird Shaan plötzlich von Azoth entführt…

Das Cover zu dem Buch ist sehr schön anzusehen und ist wieder ein kleines Schmuckstück im Bücherregal. Die Illustration zeigt ein schönes Bild von einem Drachenkopf, der von zwei weiteren kleinen Drachen umrahmt wird. Das Bild ist somit sehr schön mit der Geschichte abgestimmt, da es hierin ebenfalls um Drachen geht. Am Anfang des Buchs findet man eine Karte, sowie am Ende des Buchs ein Glossar und eine Liste der Charaktere.
„Der Herr der Drachen“ von Lara Morgan ist ein guter Auftakt zu einer neuen Trilogie. Der Originaltitel „Awaking“ zu deutsch „Erwachen“ hat eine ganz bestimmte Bedeutung, denn in dieser Geschichte von „The Twins of Saranthium – Die Zwillinge von Saranthium“ geht es um das Erwachen von Azoth, welcher der Herr der Drachen ist. Dabei handelt es sich bei den Drachen in dieser Geschichte nicht um die mystische Wesen, für die sie bekannt sind, sondern vielmehr um geflügelte, gehorsame Reittiere. Die Handlung dreht sich jedoch nicht in erster Linie um die Drachen, sondern um die Geschichte von Shaan, Tallis und Azoth.

Lara Morgan hat in „Der Herr der Drachen“ eine völlig neue Welt mit fremden Völkern und phantastischen Wesen geschaffen in der es neben der Liebe auch um gut beschriebene Kampfszenen und Magie in Form von Ringen und einem Schöpferstein geht. Diese Elemente hat die Autorin gekonnt mit den eigenständigen Figuren mit einer schönen und abwechslungsreiche Welt verwoben.
Als ich das Buch angefangen habe zu lesen brauchte ich eine Weile mich in der neuen Welt zu recht zu finden, in welche der Leser hineinkatapultiert wird. Es gibt so viele neue und fremdklingende Namen, dass ich über das Glossar und die Namensliste am Ende des Buches sehr glücklich war und während des Lesens reichlich auf sie zurückgegriffen habe.

Obwohl die Handlung zügig voranschreitet, hat es eine Weile gedauert, bis sich ein Kopfkino bei mir eingestellt hat. Dann schritt die Handlung aber zügig voran und es gab nur vereinzelte kleine Stellen, die etwas langatmig oder langweilig waren. So hätte man meines Erachtens den Anfang um einige Szenen kürzen können, da sie nicht wesentlich wichtig für den Verlauf der Geschichte waren. Sehr schade fand ich auch, dass eigentlich offensichtlich ist wer Azoth ist und dass der aufmerksame Leser sofort in der Geschichte eine Querverbindung zu einer anderen Person ziehen kann.
Das Buch ist in der Erzählform geschrieben und ist nach einer Eingewöhnungszeit sehr gut zu lesen. Sehr gut haben mir die Handlungsstränge gefallen, welche die Autorin benutzt hat. In den beiden geht es jeweils um Shaan und Tallis, welche die Autorin gegen Mitte des Buches zu einer spannenden und unglaublichen Reise verwoben hat. Das Ende hingegen war sehr, sehr spannend und wie es eben in Trilogien meistens so der Fall ist, hört das Buch mitten in der Geschichte auf und lässt noch einige Fragen offen, die man nur allzu gerne sofort beantwortet hätte. Leider muss der Leser aber noch eine Weile auf die Fortsetzung warten, da diese erst im Frühjahr 2010 in Australien/Neuseeland erscheint und vermutlich nicht vor Herbst 2010 in Deutschland auf den Markt kommt.

Die Hauptcharaktere sind gut ausgearbeitet, sympathisch beschrieben und mit ihrem Handeln, ihren Gedanken und auch ihren Stärken und Schwächen sehr realistisch dargestellt. Ich habe beim Lesen mit Shaan und Tallis mitgefühlt, mitgeeifert, mitgelitten und mitgekämpft.
Auch die anderen Charaktere sind liebevoll beschrieben und die Autorin hat neue Namen und Bezeichnungen für Menschen und Tiere entwickelt, wie zum Beispiel für die Verführer, die Alhanti oder die Muthus. Sehr gerne hätte ich noch mehr über den Gott Azoth erfahren, der über die Drachen herrscht und herausgefunden hat wie er Menschen und Drachen zu einer neuen Rasse vereinen kann.

Mein Fazit:
Lara Morgan hat mit dem Auftakt ihrer Trilogie „Der Herr der Drachen“ eine neue, wunderbare All Age Fantasy-Geschichte geschaffen. Obwohl es recht schwierig ist sich anfänglich in die Geschichte zu Recht zu finden ist diese sehr spannend, auch wenn die eine oder andere Szene etwas kürzer hätte sein können. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine Mischung aus „Der Herr der Ringe“ und der „Eragon“-Saga lesen möchte. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil der Trilogie um Shaan und Tallis. Dem Buch gebe ich trotz der interessanten Geschichte vorläufig „nur“ 4 Punkte, da ich finde, dass Lara Morgan ihr Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft hat und noch etwas Luft nach oben hat. Ich bin gespannt was sie daraus macht.

18. Dezember 2009

[Rezension] Bernd Perplies - Ritter des ersten Lichts

Bernd Perplies
Ritter des ersten Lichts, TAREAN-Reihe, Teil 3
Verlag: Egmont-Lyx
Seiten: 480
Ausgabe:
Broschiert, Trade Paperback
ISBN: 978-3-8025-8246-2
Preis:
12,95 €
Leseprobe (.pdf)

ouhpuoh
In „Ritter des ersten Lichts“ kommt die Trilogie um den Helden Tarean zum Ende. Bevor er jedoch wie einst sein Vater ein Ritter des Kristalldrachenordens werden kann, bittet er die Drachin Kesrondaia um zwei Monate Bedenkzeit. In dieser Zeit muss er sein Versprechen halten und seine geliebte Moosbeere, die sich im letzten Kampf freiwillig geopfert hat, schweren Herzens in ihre Heimat nach Cerashmon zur letzten Ruhe bringen. Doch parallel dazu breitet sich im Herzen Nondur, in der verlassenen Stadt Gongathar, eine dunkle Macht aus, welche die ganze Welt in Finsternis zu tauchen droht. An der Spitze der bedrohlichen, riesigen Schattenwesen steht Bromms dunkler Zwilling, der versehentlich bei dem letzten Besuch in Gongathar zum Leben erweckt wurde. Tarean läuft die Zeit davon um die letzten Ritter des einstigen Kristalldrachenordens zu suchen und zusammen mit ihnen gegen die dämonischen Kräfte zu kämpfen.

Das Cover zu dem Buch ist sehr schön anzusehen und ist wieder ein kleines Schmuckstück im Bücherregal. Die Illustration mit Tarean und einer Burg ist wieder gelungen und passt sehr gut zu der vorliegenden Geschichte. Auf der Innenseite der vorderen und hinteren Klappbroschur findet man zwei Karten, welche die Ländereien von Tareans Welt zeigen und dem Leser die Möglichkeit bieten, den Weg der Gefährten zu verfolgen. Leider fehlt in dem Buch ein kleines Glossar oder ein Namensregister, was dem Leser sehr gut helfen würde einen Überblick über die vielen verschiedenen Namen zu erhalten.

Nachdem der erste Band „Sohn des Fluchbringers“ in sich abgeschlossen ist, werden die Handlungsstränge im zweiten Teil „Erbe der Kristalldrachen“ neu gewoben, und auf den Weg gebracht, so dass man die Handlung in dem vorliegenden Band bis zum Ende weiterverfolgen kann.
Erneut hat Bernd Perplies in seiner eigenständigen Geschichte eine phantastische Welt mit fremden Völkern und phantastischen Wesen geschaffen in der es neben Kampfszenen auch um Magie in Form von Zauberern, Drachen, und Leuchtschwerter geht. Diese Elemente hat der Autor gekonnt mit den eigenständigen Figuren, die in der nicht zu epischen und nicht zu flachen Geschichte voll zur Geltung kommen, mit einer schönen und abwechslungsreiche Welt mit völlig neuen Völkern verwoben, die mit ihrer Vielfalt in ein atemberaubendes Fantasiereich entführen.

In der vorliegenden Geschichte werden die bisherigen Ereignisse in den eigentlichen Plot als Rückblenden eingeflochten um so rufen dem Leser die Ereignisse und wichtigsten Details ins Gedächtnis zurückzurufen. Die Handlung des zweiten Bands geht nahtlos in „Ritter des ersten Lichts“ über und der Leser kehrt an die Seite des Hauptprotagonisten Tarean zurück, dem Bernd Perplies keine Atempause gönnt, sondern schon das nächste Abenteuer für ihn parat hält. So muss er zum Beispiel das Irrlicht Moosbeere nach Hause bringen, die restlichen Ritter des einstigen Kristalldrachenordens finden und sich auf die Suche nach Bromms Zwilling begeben. Natürlich gibt es bei diesem Abenteuer auch wieder genügend Action- und Kampfszenen, die sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Ebenso findet Tarean auf seiner Reise neue Freunde, muss sich verzwickte Situationen stellen und es spielen zwischenmenschliche Beziehungen eine Rolle, bei der auch eine Liebesgeschichte leicht angehaucht wird.

Das Ende wartet (ohne zu viel zu verraten) mit einigen Überraschungen auf. Jedoch hatte ich das Gefühl, dass der Autor ein Happy End zwanghaft in die Geschichte eingebaut hat. Obwohl ich nichts gegen Happy Ends habe, war mir hier ein bisschen zu viel Friede, Freude und Glück. Aber das muss jeder Leser für sich selber ausmachen.

Erneut hat mich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, indem der Autor sich einer kräftigen, ausdrucksstarken und bildgewaltigen Sprache bedient hat. Er weiss mit seinem sicherer Schreibstil und seinem sehr gut ausgereiftem Handlungsstrang zu verzaubern. Er regt das Kopfkino so an, dass der Plot vor dem inneren Auge zum Leben erwacht und dem Leser keine Atempause gönnt. Trotz der sehr bildgenauen Beschreibung verliert er sich jedoch nicht im Detail und es wird auch nie langweilig, da er den Spannungsbogen kontinuierlich strafft.

Insgesamt liest sich die Geschichte flüssig während man den Schreibstil mit einer Mischung aus Jugend- als auch einer anspruchsvollen Fantasyliteratur vergleichen kann. Die Geschichte ist in der Erzählform geschrieben, wobei der Leser in den letzten beiden Bänder hauptsächlich den Hauptprotagonist Tarean auf seinem Weg begleitet. Bei „Ritter des Lichts“ ist das anders. Der Autor konzentriert sich bei diesem atemberaubenden Abschluss der Trilogie auf alle aufgebauten Handlungsstränge. Sei es auf der Suche nach dem ersten Licht, die Suche nach den Rittern oder der Kampf an vorderster Kriegsfront mit dem General Jaular. Dabei werden auch die Gedanken und Beweggründe der Figuren nicht vernachlässigt, so dass der Leser diese nachvollziehen kann.
Bernd Perplies Charaktere wachsen einem richtig ans Herz. Sie sind sympathisch beschrieben und sind mit ihrem Handeln, ihren Gedanken und auch ihren Stärken und Schwächen sehr realistisch, dass sie beim lesen richtig real werden und der Leser mit ihnen mitfühlen, mit eifern, mitleiden und mitkämpfen kann. Jeder, egal ob sympathischer oder unsympathischer Charakter hat seinen ganz speziellen Platz und somit auch seine Berechtigung in der Geschichte. So gibt es in dem Plot zum Beispiel sehr viele Monologe, in dem jeder der betreffenden Figuren mit seinem eigenen inneren Dämon zu kämpfen hat. Vor allem die Albin Auril trifft es meiner Meinung nach sehr in dieser Geschichte. So hat sie nicht nur ihren geliebten Tarean-Zwilling und somit seine Liebe verloren, so muss sich sich auch ihrer Vergangenheit und somit ihrer Mutter stellen, die sie und ihren Vater vor vielen Jahren verlassen hat. So trifft man neben Auril und dem Hauptprotagonisten Tarean auch andere alte Bekannte aus der ungewöhnlichen Truppe wieder. Unter ihnen der Taijirinprinz Iegi, der Werbär Bromm, die Wolflingsfrau Haffta oder das freche Irrlicht Moosbeere. Aber es gibt auch neue Charaktere in der Geschichte. Obwohl Questoi nur eine Nebenrolle in der Geschichte erhalten hat, so ist der blinde Weltenbummler, der zwischen den Universen wandern kann, ein absolutes Unikat und in seiner Art und Weise einfach liebenswert. Ich hätte sehr gerne mehr über ihn erfahren, aber vielleicht spielt er ja in in irgendeiner anderen Fantasysaga noch eine Rolle.

Mein Fazit:
Leider geht mit diesem spannenden High-Fantasy-Roman, eine bildgewaltige Trilogie zu Ende, der ich irgendwie etwas nachweine. Ich bin sehr froh Tarean und seine Abenteuer gelesen und erlebt zu haben. Sie haben mir wirklich sehr schöne Lesestunden beschert und ich habe mich in der abenteuerlichen Fantasygeschichte als Leser sehr wohl gefühlt. Zudem hat sich der Autor mit seinem Schreib- und Erzählstil nochmal enorm gesteigert, indem er seinen Stil gefestigt und mir somit vor meinem geistigen Auge ein wahres Kopfkino beschert hat. Ich musste öfters den Atem anhalten und habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, da ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Deswegen kann ich die Tarean-Trilogie jedem Fantasyfan nur wärmstens empfehlen und jeder, der bereits die ersten beiden Teile dieser Saga gelesen hat, wird auch um diese Fortsetzung nicht herum kommen. Es lohnt sich auf jeden Fall! Ich bin schon sehr auf die weiteren Werke des Autors gespannt und hoffe er lässt uns Leser nicht allzu lange darauf warten.

16. Dezember 2009

[Rezension] Bernd Perplies - Erbe der Kristalldrachen

Bernd Perplies
Erbe der Kristalldrachen, TAREAN-Reihe, Teil 2
Originaltitel: Tarean – Erbe der Kristalldrachen
Verlag: Egmont-Lyx
Seiten: 512
Ausgabe:
Broschiert, Trade Paperback
ISBN: 978-3-8025-8184-7
Preis: 12,95 €
Leseprobe (.pdf)

ouhpuoh

 6 Monate ist es bereits her, seitdem Tarean den Hexenmeister besiegt hat. Seitdem lebt er zurückgezogen bei den Taijirin, den Vogelmenschen, und hat keine Ahnung wie es weitergehen und was er mit seinem Leben anstellen soll. Da erhält er plötzlich durch das Irrlicht Moosbeere einen Hilferuf, den die beiden zurück zu den Ruinen von At Arthonac führt. Unter der einstigen Burg, in den großen Tiefen, trifft Tarean auf einen der längst verschwunden geglaubten Kristalldrachen mit Namen Kesrondeia, der dort gefangen gehalten wird. Der Kristalldrache bittet Tarean ihresgleichen mit ihrem Sternenkristall zu befreien. Dazu muss Tarean zu den Glutlanden gehen, wo tief in den Dunkelreichen verborgen sich ein Siegel befindet, hinter dem der Herr der Tiefe die anderen Kristalldrachen verbannt hat. Doch Tarean muss feststellen, dass er in jenen Tiefen unter der Burg nicht nur einen gefangenen Drachen vorfindet, sondern auch Calvas’ Geist, der dort sein Unwesen treibt. Er fährt völlig unerwartet in den Körper der Taijirin Raisil, um einerseits Tarean zu vernichten und andererseits sich auf den Weg zu seinem Meister, dem Herrn der Tiefe zu machen. Und erneut muss sich Tarean zusammen mit seinen Freunden auf eine gefährliche Reise machen um seiner Bestimmung zu folgen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…

Das Cover zu dem Buch ist sehr schön anzusehen und ist wieder ein kleines Schmuckstück im Bücherregal. Die Illustration mit Tarean und einem Drachen ist gelungen und passt zu der vorliegenden Geschichte. Auf der Innenseite der vorderen und hinteren Klappbroschur findet man zwei Karten, welche die Ländereien von Tareans Welt zeigen und dem Leser die Möglichkeit bieten, den Weg der Gefährten zu verfolgen. Leider fehlt in dem Buch ein kleines Glossar oder ein Namensregister, was dem Leser sehr gut helfen würde einen Überblick über die vielen verschiedenen Namen zu erhalten.

Nach dem viel versprechenden Debut „Sohn des Fluchbringers“ ist „Erbe der Kristalldrachen“ eine ehrwürdige Fortsetzung der Tarean-Saga. Bernd Perplies hat in seiner eigenständigen Geschichte eine phantastische Welt mit fremden Völkern und phantastischen Wesen geschaffen in der es neben Kampfszenen auch um Magie in Form von Zauberern, Leuchtschwerter und machtvolle Amulette geht. Diese Elemente hat der Autor gekonnt mit den eigenständigen Figuren, die in der nicht zu epischen und nicht zu flachen Geschichte voll zur Geltung kommen, mit einer schönen und abwechslungsreiche Welt mit völlig neuen Völkern verwoben, die mit ihrer Vielfalt in ein atemberaubendes Fantasiereich entführen.

Eine allgemeine Zusammenfassung des ersten Buchs vor der vorliegenden Geschichte des zweiten Buchs gibt es leider nicht, dennoch werden die Ereignisse in den eigentlichen Plot als Rückblenden eingeflochten. So rufen sie dem Leser die Ereignisse und wichtigsten Details ins Gedächtnis zurück und man findet einen nahtlosen Übergang zwischen den beiden Teilen. Mit diesem zweiten Teil „Erbe der Kristalldrachen“ kehrt der Leser an die Seite des Hauptprotagonisten Tarean zurück, dem Bernd Perplies keine Atempause gönnt, sondern schon das nächste Abenteuer für ihn parat hält. So wird er nach einem halben Jahr, nachdem er Calvas den Hexenmeister besiegt hat, noch einmal mit der dunklen Macht konfrontiert und muss erneut in die Welt hinaus ziehen, um dem Ruf des Kristalldrachens zu folgen. Natürlich gibt es bei diesem Abenteuer auch wieder genügend Action- und Kampfszenen, die sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Ebenso findet Tarean auf seiner Reise neue Freunde, muss sich verzwickte Situationen stellen und es spielen zwischenmenschliche Beziehungen eine Rolle, bei der auch eine Liebesgeschichte leicht angehaucht wird.

Von der ersten bis zur letzten Seite des Buchs bedient sich der Autor einer kräftigen, ausdrucksstarken und bildgewaltigen Sprache. Er weiss mit seinem sicherer Schreibstil und seinem sehr gut ausgereiftem Handlungsstrang zu verzaubern. Er regt das Kopfkino so an, dass der Plot vor dem inneren Auge zum Leben erwacht und dem Leser keine Atempause gönnt. Trotz der sehr bildgenauen Beschreibung verliert er sich jedoch nicht im Detail und es wird auch nie langweilig, da Bernd Perplies den Spannungsbogen kontinuierlich strafft und auch während der Geschichte so einiges an Überraschungen parat hält. So lässt der Autor den Leser nicht unbedingt bis zum Ende des Buchs auf das große Finale warten, sondern lässt den Prota- und Antagonist immer wieder im Verlauf der Geschichte aufeinander treffen um Kämpfe auszufechten. Somit hat Bernd Perplies einen Gegner geschaffen, der sich bis zum Finale im Hintergrund aufhält sondern die ganze Geschichte hindurch greifbar und präsent ist. Insgesamt liest sich die Geschichte flüssig während man den Schreibstil mit einer Mischung aus Jugend- als auch einer anspruchsvollen Fantasyliteratur vergleichen kann. Die Geschichte ist in der Erzählform geschrieben, wobei der Leser hauptsächlich den Hauptprotagonist Tarean auf seinem Weg begleitet. Dabei werden auch die Gedanken und Beweggründe der Figuren nicht vernachlässigt, so dass der Leser diese nachvollziehen kann.

Bernd Perplies Charaktere wachsen einem richtig ans Herz. Sie sind sympathisch beschrieben und sind mit ihrem Handeln, ihren Gedanken und auch ihren Stärken und Schwächen sehr realistisch, dass sie beim lesen richtig real werden und der Leser mit ihnen mitfühlen, mit eifern, mitleiden und mitkämpfen kann. Jeder, egal ob sympathischer oder unsympathischer Charakter hat seinen ganz speziellen Platz und somit auch seine Berechtigung in der Geschichte. So gibt es in dem Plot zum Beispiel sehr viele Monologe, in dem jeder der betreffenden Figuren mit seinem eigenen inneren Dämon zu kämpfen hat. Neben Tarean trifft man auch andere alte Bekannte aus der ungewöhnlichen Truppe wieder. Unter ihnen der Taijirinprinz Iegi, der Werbär Bromm, die Albin Auril oder das freche Irrlicht Moosbeere. Aber es gibt auch neue Charaktere in der Geschichte. So zum Beispiel die Grawl oder besser gesagt Wolflingsfrau Haffta, die sich der Truppe anschließt und eigene persönliche Motive hat den Zauberer Calvas endgültig zu vernichten.

Mein Fazit:
Ein neuer, spannender High-Fantasy-Roman, der mit wunderbaren und bildgewaltigen Worten geschrieben wurde. Die Handlung war erneut von der ersten bis zur letzten Seite spannend und ich habe mich in der abenteuerlichen Fantasygeschichte als Leser sehr wohl gefühlt. Deswegen kann ich die Tarean-Trilogie jedem Fantasyfan nur wärmstens empfehlen und jeder, der bereits den ersten Teil dieser Saga gelesen hat, wird auch um diese Fortsetzung nicht herum kommen. Es lohnt sich auf jeden Fall! Obwohl das aktuelle Abenteuer hier in diesem Buch abgeschlossen ist, bleibt die weitere Handlung offen und hält im dritten Teil um Tarean eine mehr als interessante Geschichte parat. Ich freue mich schon sehr auf den diesen Teil, der den Titel: „Ritter des ersten Lichts“ trägt.

12. Dezember 2009

[Rezension] Licia Troisi - Die Schattenkämpferin. Der Fluch der Assassinen

Licia Troisi
Der Fluch der Assassinen, DIE SCHATTENKÄMPFERIN-Reihe, Teil 3
Originaltitel: Le Guerre del Mondo Emerso – Un Nuovo Regno
Verlag:
Heyne
Seiten: 528
Ausgabe:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26565-3
Preis:
€ 16,95

Da Dubhe ihren Fluch, der sie in eine alles tötende Bestie verwandelt, nur aufhalten kann indem sie Dohor, den König vom Land der Sonne, tötet, macht sie sich zusammen mit der Zauberin Theana als Bauernfrauen verkleidet auf den Weg in die Stadt Makrat. Auf dem Weg dorthin werden die beiden jedoch angegriffen und auf einen Sklavenmarkt in Dubhes Heimatstadt verschleppt. Dort werden sie allerdings von keinem anderen als von dem jungen Prinzen Learco, der Sohn des grausamen Königs Dohor, freigekauft. Zwischen ihm und Dubhe entwickelt sich ein zartes Band der Liebe, doch wird sie es schaffen seinen Vater zu töten?
Währenddessen sind die Zauberer Sennar und Lonerin auf dem Weg zu Tariks Wohnung um einen magischen Gegenstand zu suchen, der einst Nihal im Kampf gegen den Tyrannen geholfen hatte und nun gegen Asters endgültige Vernichtung eingesetzt werden soll…
Parallel dazu bring der Gnom Ido Sennars Enkel San in die untergetauchte Welt in Sicherheit. Doch es kommt alles anders und trotz Idos Bemühungen fällt San schließlich der Gilde in die Hände, mit dessen Hilfe sie nun endlich Aster zurück auf die Erde holen können.

Wie bei der Drachenkämpfer-Saga hat auch hier bei der Schattenkämpferin-Saga Paolo Barbieri die Coverillustration des Schutzumschlags gestaltet und es ist ihm wieder einmal gelungen ein richtiges Gemälde zu zaubern.
So ist in der Mitte des Bildes Dubhe zu sehen, die vermutlich auf König Dohors Thron in Makrat sitzt und ihren Dolch gezückt hat. Im allgemeinen ist das Bild wieder farblich sehr gut abgestimmt und zeigt eine gewisse Düsternis auf, die sich in der Geschichte fortsetzt. Der Name der Autorin sowie der Buchname wurden in weißen Buchstaben gedruckt währen der Name des Zyklus „Die Schattenkämpferin“ in Gold gehalten wurde und deswegen mit ein Blickfang für sich ist.
Klappt man das Buch auf, findet man vorne und hinten jeweils eine Doppelseite mit einer Weltkarte der Aufgetauchten Welt. Sonstige Skizzen oder Lesezeichen gibt es dieses Mal nicht, dafür aber am Ende des Buchs ein Glossar, indem die wichtigsten Begriffe, Orte und Charaktere erläutert werden.
„Die Schattenkämpferin“-Trilogie ist keine Kopie der Drachenkämpferin-Trilogie sondern eine für sich eigenständige Geschichte, die 40 Jahre später spielt, nachdem Nihal und Sennar das Land vor dem Tyrannen Aster befreit haben. Ich finde, dass die Geschichte um Dubhe vielseitiger aufgebaut ist. Das merkt man schon alleine an der gut ausgearbeiteten Handlung, die dunkler und emotionaler als bei den Vorgängern ist.

Am Anfang von „Der Fluch der Assassinen“ gibt es wieder einen Prolog, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Er ist dieses Mal aus der Sicht der Magierin Theana geschrieben. Dieser Prolog gibt nicht nur einen kleinen Rückblick auf die beiden vorausgehende Geschichten sondern auch einen ersten Einblick in Theanas Gefühle, die dem Leser bisher zum größten Teil verwehrt blieben. Die nachfolgenden Kapitel schließlich schließlich nahtlos an die Vorgängerband an und es geht dann mit der eigentlichen Geschichte los.
Licia Troisi hat mit der vorliegenden Handlung erneut ein mitreißendes Fantasyabenteuer geschaffen, in dem Fantasy, Assassinen, Magie, Freundschaft als auch ein Hauch von Liebe eine Rolle spielt. Es ist eine spannende Fortsetzung der ersten beiden Sagen um die Schattenkämpferin und hat mir auf Grund des überaus spannenden Endes eine Gänsehaut beschert. Dabei finde ich sehr schön, dass das Ende nicht so schnell wie im dritten Teil der Drachenkämpferin-Saga abgehandelt wurde sondern sich die nötige Zeit lässt um es ausreichend zu genießen.
Sehr schön und lobenswert muss auch erwähnt werden, wie es Licia Troisi erneut geschafft hat drei verschiedenen Handlungsstränge wieder gekonnt zu verweben, um sie gegen Ende des Buches zu einem grandiosen Höhepunkt zusammenzuführen. Aber mehr kann ich nicht verraten, da es sonst den Lesegenuss schmälern würde. Nur noch eins: Es ist sehr schön, dass es ein Wiedersehen mit Ondine gibt und Nihal durch Sennars Gedanken und Erinnerungen wieder präsent wird.
Obwohl ich gerne wissen würde, wie es mit San weitergeht (was wir sicher in dem nächsten Teil der Saga erfahren werden), kann ich „Der Fluch der Assassinen“ guten Gewissens als besten Roman von Licia Troisi bezeichnen.
Licia Troisis Erzählstil ist wie immer gewohnt locker und fesselnd. Erneut konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, bis ich die letzte Seite der Geschichte gelesen habe. Die Autorin schreibt in einem erzählerischen Tempo, dass man beim Lesen außer Atem gerät und das Buch dadurch sehr kurzweilig ist. Durch den ständigen Perspektivenwechsel der Erzählform wird es nie langweilig, da die Autorin versteht die Charaktere mit ihren Gefühlen und Gedanken zum Leben zu erwecken und sie wirken schließlich so real, dass der Leser die ganze Zeit das Gefühl hat direkt neben dem Geschehen zu stehen.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken sehr real und bodenständig. Die Hauptprotagonistin erhält in diesem Roman noch mehr Tiefgang und ich war sehr gefesselt von der inneren Zerrissenheit dieses Charakters. So teilt sie mit Learco viele gemeinsame Gefühle, welche sie als Schwäche ihrerseits erkennt und leidet sehr darunter, denn gerade aufgrund ihrer aufkommende Gefühle für den Sohn ihres Todfeindes weiss sie auch, dass sie nie mehr ohne ihn sein kann.
Doch das Buch enthält noch mehr Hintergrundinformationen, die vor allem Theana und Learco beschreiben und somit diese Nebenfiguren besser verständlich machen.
So schließt sich Theana am Anfang des Buches ihrer Konkurrentin Dubhe nur an, damit sie nicht alleine beim Rat zurückbleibt während Lonerin erneut in die Welt zieht. Sie will eine neue Frau werden, die ihr Leben in ihre eigenen Hände nimmt und nun einer „Feindin“ helfen muss, einen Menschen zu töten…
Learco hingegen steht schon sein ganzes Leben im Schatten seines längst verstorbenen Bruders und kann es seinem Vater, dem König Dohor, einfach nie recht machen. Doch nachdem er Dubhe kennen und lieben gelernt hat, will er nicht länger seine Tränen und sein Blut für seinen Vater opfern und dafür nichts als Verachtung erhalten.
Mein Fazit:
„Die Schattenkämpferin – Der Fluch der Assassinen“ hat mich mit seiner fantastischen Geschichte wieder voll überzeugt und in seinen Bann gezogen. Alle bisherigen Geschichten um die Drachen- und Schattenkämpferin habe ich verschlungen und kann sie wirklich nur jedem Fantasyfan ans Herz legen, egal welches Alter er hat. Wenn man diese Saga nicht liest, hat man wirklich eine phantastische High-Fantasy-Sage verpasst. Jedoch sollten Neueinsteiger mit dem ersten Teil der Geschichte beginnen. Zwar Erleichtert der vorhandene Prolog den Einstieg, dennoch kann es schon sein, dass man im Lauf der Geschichte etwas durcheinander kommt. Den wirklichen Lesegenuss erhält man daher erst, wenn man ganz von vorne beginnt. Licia Troisi hat wieder ein phänomenales Meisterwerk geschaffen, dessen Fortsetzung (obwohl man den vorliegende Teil als abgeschlossen betrachten kann) im ersten Teil der Feuerkämpferin-Saga „Im Bann der Wächter“ weitergeht.

10. Dezember 2009

[Rezension] Licia Troisi - Die Schattenkämpferin. Das Siegel des Todes

Licia Troisi
Das Siegel des Todes, DIE SCHATTENKÄMPFERIN-Reihe, Teil 2
Originaltitel: Le Guerre del Mondo Emerso – Le Due Guerriere
Verlag:
Heyne
Seiten: 464
Ausgabe:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26564-6
Preis: € 16,95
Leseprobe


Nachdem Dubhe zusammen mit Lonerin vor der Assassinengilde geflohen ist, erzählen die beiden dem Rat der Magier, was die Gilde im Schilde führt. Diese wollen den einstigen Tyrann Aster wieder zum Leben erwecken und alles was sie dafür noch brauchen ist ein Körper als Gefäß. Da dieser ebenfalls wie Aster ein Halbelf sein muss, tritt hier nun Sennars und Nihals Sohn ins Geschehen ein. So ist es der Zwerg Ido, der sich auf den Weg macht um Sennars Sohn zu finden und ihn vor den Assassinen in Sicherheit zu bringen. Jedoch haben die Assassinen bereits Meuchelmörder ausgesandt um den Jungen herbeizuschaffen. Da Sennars Sohn jedoch bereits selber Vater ist und das Bürschchen das gleiche Alter wie Aster besitzt, werden die Eltern des 12-Jährigen getötet und der Knabe verschleppt…
Zur gleichen Zeit wird die Diebin Dubhe von dem Magier Lonerin in die unerforschten Länder begleitet. Nicht ahnend, dass sie sich nicht nur gegen gefährliche Tiere zur Wehr setzen müssen, sondern auch von der Gilde verfolgt werden, deren Giftmischerin Rekla noch eine offene Rechnung mit Dubhe offen hat. Doch Dubhe selber hofft, dass Sennar sie von ihrem Siegel befreien und die aufgetauchte Welt wie einst retten kann indem er die Wiederkehr des Tyrannen verhindert. Doch als die beiden Sennar begegnen ist dieser ein gebrochener Mann…

Wie bei der Drachenkämpfer-Trilogie hat auch hier bei der Schattenkämpferin-Trilogie Paolo Barbieri die Coverillustration des Schutzumschlags gestaltet und es ist ihm wieder einmal gelungen ein richtiges Gemälde zu zaubern.
So ist in der Mitte des Bildes eine Frau zu sehen, die zwischen zwei großen Ranken steht und sehr gut die Hauptprotagonistin Dubhe sein kann während man ihm Hintergrund schemenhaft eine Kriegerin mit gekreuzten Klingen sehen kann, die für mich die Giftmischerin Rekla darstellt. Im allgemeinen ist das Bild wieder farblich sehr gut abgestimmt und zeigt eine gewisse Düsternis auf, die sich in der Geschichte fortsetzt. Der Name der Autorin sowie der Buchname wurden in weißen Buchstaben gedruckt währen der Name des Zyklus „Die Schattenkämpferin“ in Gold gehalten wurde und deswegen mit ein Blickfang für sich ist.
Klappt man das Buch auf, findet man vorne und hinten jeweils eine Doppelseite mit einer Weltkarte der Aufgetauchten Welt, sowie eine grobe Skizze der unerforschten Länder auf Buchseite 76. Des Weiteren gibt es dieses mal am Ende des Buchs ein Glossar, indem die wichtigsten Begriffe, Orte und Charaktere erläutert werden. Sehr schön finde ich auch, dass diesem Buch ein Lesezeichen beiliegt.
„Die Schattenkämpferin“-Trilogie ist keine Kopie der Drachenkämpferin-Trilogie sondern eine für sich eigenständige Geschichte, die 40 Jahre später spielt, nachdem Nihal und Sennar das Land vor dem Tyrannen Aster befreit haben. Ich finde, dass die Geschichte um Dubhe vielseitiger aufgebaut ist. Das merkt man schon alleine an der gut ausgearbeiteten Handlung, die dunkler und emotionaler als bei den Vorgängern ist.
Am Anfang von „Das Siegel des Todes“ gibt es einen Prolog, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Er ist aus der Sicht des Magiers Lonerin geschrieben und gibt einen kleinen Rückblick auf die vorausgehende Geschichte „Das Erbe der Drachen“. Während die nachfolgenden Kapitel nahtlos an den Vorgängerband anschließen, geht es dann mit der eigentlichen Geschichte los.
Zuviel möchte ich nicht verraten, aber die Charaktere entwickeln sich sehr gut weiter und es gibt auch eine kleine Liebesromanze zwischen Lonerin und Dubhe, die jedoch nur mit einem leichten Hauch angeschnitten wird.
Sehr schön und lobenswert muss auch erwähnt werden, wie es Licia Troisi erneut geschafft hat die verschiedenen Handlungsstränge wieder gekonnt zu verweben. So ist das zum einen die Reise von Dubhe und Lonerin in die unerforschten Länder, als auch Idos Suche nach Sennars Sohn. Des Weiteren hat sie gekonnt die frühere Geschichte der Drachenkämpferin aufgegriffen und die Rückblenden aus Idos und Sennars Sicht gekonnt in die vorliegende neue Handlung eingebracht. Dazu werden endlich wieder die Drachen benannt, die in der Drachenkämpferin vorkamen und es gibt ein Wiedersehen mit Oarf und dem verstorbenen Drachen Vesna.
Das Ende der Geschichte bleibt wie bei jedem Mittelstück einer Trilogie offen und lässt auf sehr viel hoffen.
Licia Troisis Erzählstil ist wie immer gewohnt locker und fesselnd. Erneut konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, bis ich die letzte Seite der Geschichte gelesen habe. Die Autorin schreibt in einem erzählerischen Tempo, dass man beim Lesen außer Atem gerät und das Buch dadurch sehr kurzweilig ist. Durch den ständigen Perspektivenwechsel der Erzählform wird es nie langweilig, da die Autorin versteht die Charaktere mit ihren Gefühlen und Gedanken zum Leben zu erwecken. Dabei kommt auch die Landschaftsbeschreibung vor allem in den unerforschten Ländern nicht zu kurz. Sie wurden einwandfrei kurz und nicht zu lange gehalten, so dass man sich nicht im Detail verliert sondern einen durchweg ununterbrochenen Lesefluss genießen kann.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken sehr real und bodenständig. Die Hauptprotagonistin in dieser Reihe ist keine strahlende Heldin so wie in anderen Büchern, und will auch keinen Schutz und vor allem auch kein Mitleid. Sie kämpft nur für ihre eigene Sache und versucht den ihr aufgezwungenen Fluch und somit ihr Leben unter Kontrolle zu bekommen. Ihr zur Seite steht Lonerin, ein Zauberer, der Dubhe hilft ihr auferlegtes Siegel loszuwerden. Er ist eine äußerst sympathische Person und ich habe mit ihm mitgelitten, als Dubhe ihm nach einer kleinen Romanze den Laufpass gegeben hat.
Ebenfalls wird in diesem Buch auch die Geschichte von Rekla vertieft und der Leser erfährt sehr viel von ihrer Kindheit bis hin zu jenem Tag, als sie der Assasinengilde beigetreten ist. Ebenso mit dem Zwerg Ido. Es ist sehr schön von seiner Lebensgeschichte zu lesen und beide Charaktere erhalten dadurch in dieser Geschichte endlich den Tiefgang, den ich mir seit dem Vorgängerband „Das Erbe der Drachen“ gewünscht habe.


Mein Fazit:
„Die Schattenkämpferin – Das Siegel des Todes“ hat mich mit seiner anknöpfenden Geschichte an „Das Erbe der Drachen“ wieder einmal voll überzeugt. Und das obwohl es sich um eine Mittelgeschichte in einer Trilogie handelt. Ich finde das vorliegende Abenteuer sehr unterhaltsam und die Trilogie besitzt alle nötigen Eigenschaften und Potenziale, um ein Stern am Fantasyhimmel zu sein. Alle bisherigen Geschichten um die Drachen- und Schattenkämpferin habe ich verschlungen und kann sie wirklich nur jedem Fantasyfan ans Herz legen. Jedoch sollten Neueinsteiger mit dem ersten Teil der Geschichte beginnen. Zwar Erleichtert der vorhandene Prolog den Einstieg, dennoch kann es schon sein, dass man im Lauf der Geschichte etwas durcheinander kommt. Den wirklichen Lesegenuss erhält man daher erst, wenn man ganz von vorne beginnt. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt wie es mit Dubhes und Lonerins Reise weitergeht und brenne schon fieberhaft darauf den letzten Teil der Schattenkämpferin-Trilogie zu lesen.

8. Dezember 2009

[Rezension] Joseph Nassise - Der Schattenseher

Joseph Nassise
Der Schattenseher, DIE HUNT CHRONIKEN-Reihe, Teil 1
Originaltitel: Eyes to see
Verlag:
PAN
Seiten: 352
Ausgabe:
Klappenbroschur, Quality Paperback
ISBN: 978-3-426-28304-2
Preis: € 9,95

Jeremiah Hunts Tochter wurde vor 5 Jahren entführt, während er in seinem Büro arbeitete. Er gibt sich selber die Schuld für Elizabeths verschwinden und während die Polizei im dunkeln tappt, behauptet eine Zeugin, Hunt und Elizabeth zusammen nach ihrem Verschwinden auf der Straße gesehen zu haben.
Nachdem die Polizei den Fall nach einem Jahr zu den Akten legt setzt Hunt alles daran seine Tochter auf eigene Faust zu finden. Nachdem ihn schließlich auch noch seine Frau verlässt droht er an dem Verlust seiner Tochter zu zerbrechen. Erst als er auf die Spur eines magischen Rituals stößt schöpft er neue Hoffnung. Hierin verliert er zwar fast komplett sein Augenlicht, dennoch kann er nun übernatürliche Wesen wie die Geister der Toten sehen.
Erst als weitere Morde passieren findet er eine Spur, die ihn zu seiner verschwundenen Tochter führen könnte…

Auf dem Cover ist ein Dämonenkopf abgebildet, der das Tor zu einer anderen Welt sein könnte. Das Bild zusammen mit dem Buchtitel und dem Autorenname wurde so gepresst, so dass sich eine Erhebung ergibt wenn man mit den Fingern darüber fährt.
Ich habe mich schon sehr auf den Titel „Der Schattenseher“ von Joseph Nassise gefreut, der nach den „Chroniken der Templer“ nun der Debutroman zu seiner neuen „Die Hunt Chroniken“-Reihe ist.
Er ist ein furioser, paranormaler Thriller mit einer Detektivgeschichte bei dem die Kämpfe von Hunt gegen die Geister auf der Welt im Vordergrund steht. Also ein Kampf gut gegen böse, der jedoch einen sehr hohen Unterhaltungswert hat.
Da das Ende noch offene Fragen in Bezug auf den Doppelgänger als auch Elizabeths Geschichte offen lässt, freue ich mich schon sehr auf die Nachfolgebände.
Joseph Nassise’ Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Sie wird überaus packend erzählt, dass ich öfters die Luft angehalten habe und das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich die letzte Seite gelesen hatte. Die Spannungskurve baut sich von Anfang bis Ende überaus spannend auf und selbst am Schluss hat es der Autor geschafft noch einmal an Dramatik zuzulegen. Dazu hat er magische Elemente in die Geschichte einfließen lassen und gibt ihr somit noch einen mysteriösen Hauch.
Sehr schön finde ich, dass er seine Kapitel immer recht kurz gehalten hat und diese noch durch zwei Zeitstränge unterteilt sind. Einerseits liest man in der Vergangenheit über Elizabeths verschwinden bis hin zu dem geheimnisvollen Ritual, und zum anderen die eigentliche Geschichte. Beide Handlungsstränge werden unter den Kapiteln durch die Vermerke wie Vergangenheit, Heute und Gegenwart unterteilt. Dabei wechselt der Autor in die unterschiedlichsten Erzählformen wie die Ich-Perspektive von Hunt, dann wieder zum normalen Erzählstil und das ohne dabei den Leser zu verwirren. Das verdient meines Erachtens ein großes Lob.
Die Hauptcharaktere wurden sehr gut ausgearbeitet und wirken sehr real. Allen voran kann man sich in Jeremiah Hunt sehr gut reinversetzen, da einem Elternteil nichts schlimmeres passieren kann, als dass das eigene Kind verschwindet und wohlmöglich sogar tot ist. So sieht er in dem mysteriösen Ritual die einzige Möglichkeit seine Tochter wieder zu finden und greift nach diesem letzten Strohhalm.
Denise Clearwater hatte bereits in „Die Chroniken der Templer“ eine Nebenrolle und wird nun in „Die Hunt Chroniken“ dem Hauptprotagonist Jeremiah zur Seite gestellt und erhält somit ebenfalls eine Hauptrolle. Sie ist eine Zaunhexe, mit deren Hilfe Jeremiah sich auf die Suche nach seiner verschwundenen Tochter macht.
Leider bleibt der große Feind von Hunt und Denise weitgehend im Nebel weshalb ich hoffe, dass man über ihn etwas mehr in den Folgebänden erfährt. Auch die Nebenfiguren sind dem Autor gut gelungen. Egal ob der immer hilfsbereite Barkeeper Dmitri oder der seltsame Detective Stanton. Beide wissen den Leser mit ihrem Verhalten zu überraschen, worüber ich aber nichts weiter verraten darf.

Mein Fazit:
Abschließend kann ich diesen Fantasy-Thriller jedem nur wärmstens empfehlen. Für mich ist es eines der besten Bücher 2009, die ich gelesen habe. Es ist sehr ansprechend und die Geschichte reißt den Leser mit liebenswerten Hauptprotagonisten von Anfang bis Ende mit. Ich hoffe sehr, dass der Verlag den Leser nicht allzu lange auf den Nachfolgeband warten lässt.

7. Dezember 2009

[Rezension] Chiara Strazzulla - Dardamen. Gefährten der Finsternis

Chiara Strazulla
Dardamen. Gefährten der Finsternis
Originaltitel: Gli eroi del crepuscolo
Verlag:
cbj
Seiten: 800
Ausgabe:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-13741-3
Preis: € 19,95
Leseprobe (.pdf)


Der Herr der Finsternis ist zusammen mit der Dunkelheit zurückgekehrt und hat seine dunkle Armee am alten Druidenkreis zusammengezogen, deren Macht gewaltig und grenzenlos wirkt. Um seiner Stärke Nachdruck zu verleihen und seine Macht zu demonstrieren hat er Prinzessin Eileen, die einzige Tochter des Königs der Ewigen entführt. Doch Lyannen, ein Halbsterblicher und jüngster Sohn von Hauptmann Vandriyan von der schwarzen Lilie, möchte seine heimliche Geliebte befreien, sich dem Herrn der Finsternis entgegenzustellen und das Königreich zu retten. Ihm schließt sich eine mutige Gruppe junger Männer an, die sich „Bund der Rebellen“ nennen und die auf ihrem abenteuerlichen Weg magischen, mystischen und auch gefährlichen Kreaturen begegnen.

Das Cover wurde im typischen cbj-Stil für dieses Genre gehalten. Während die Schrift von „Dardamen“ auf dem Schutzumschlag in goldener Schrift gehalten wurde, glänzt in Hochglanz darüber gedruckt das dunkle Bild eines geflügelten Wesens aus der vorliegenden Geschichte. Wer das ist, erfährt man im letzten viertel des Buches und ich werde mich hüten, den Namen zu erwähnen, da ich dem Leser die Spannung nicht nehmen will. Auf jeden Fall spiegelt das dunkle Cover die düstere Hintergrundstimmung der Geschichte wieder und ist somit sehr passend gewählt.
Am Anfang des Buches ist eine Karte des ewigen Königsreichs. Obwohl ich während des Lesens sehr oft auf sie zurückgegriffen habe um den Weg der Gefährten im Detail nachzufolgen, ist sie jedoch für meinen Geschmack etwas zu ungenau gehalten, dass ich ihren Weg nicht immer nachvollziehen konnte. Vermisst habe ich ein kleines Namensregister, da ich aufgrund der vielen fremd und vor allem manchmal auch gleich klingenden Namen etwas verwirrt war.
„Dardamen – Gefährten der Finsternis“ ist ein neuer Debutroman der 17-jährigen Italienerin Chiara Strazzulla. Sie hat mit ihrem grandiosen Werk eine eigenständige Welt geschaffen, die sich keinesfalls an anderen Epen orientiert oder diese gar als Vorlage gedient haben. Am Anfang des Buches führt die Autorin den Leser wie durch einen biblischen Text in die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Völker ein. Langsam wird der Leser in die Welt der ewigen Königreiche sowie den Geschehnissen in der weißen Stadt Dardamen eingeführt. Dennoch muss man leider sagen, dass das Buch in den ersten 100 Seiten nicht spannend ist und die Geschichte in eher ruhigen Szenerien vor sich hin schreitet. Stattdessen werden sowohl die Charaktere als auch die Umgebung genauestens beschrieben; ohne dass dies in langweiligen Detailschilderungen ausartet.
Wie im Klappentext schon angedeutet, wird in der Geschichte um die Errettung von Eileen und der Errettung des ewigen Königreichs viel gekämpft und es werden auch Liebesgeschichten leicht angedeutet.
Etwas enttäuscht war ich allerdings über die völlig unnötige zick-zack-Reise der Gefährten, die zwar eine wichtige Person für die weitere Handlung der Geschichte fanden, jedoch ihr eigentliches Ziel nicht erreicht haben.
Die Autorin überzeugt durch einen angenehmen Erzähl- und Schreibstil, der flüssig zu lesen ist. Dabei greift die Autorin auf die Erzählform zurück und wechselt mehrfach die Perspektiven der Protagonisten um die gleichen aber auch unterschiedlichen Sichtverhältnisse zu erklären. Dies trägt dazu bei, dass der Leser einen umfangreichen Überblick über die Geschehnisse der Geschichte erhält. Leider muss man sagen, dass es in der Geschichte dadurch zu viele Handlungsstränge gibt, die irgendwie miteinander verwoben sind und den Leser verwirren.
Die Autorin bedient sich wortgewaltigen Wörtern und obwohl sie den Leser in die Handlung fesselt ist es ihr auch trotz der ansteigenden Spannungskurve nicht gelungen die Begeisterung aufrecht zu erhalten. Was zum einen an starken 800 Seiten des Buches liegt und zum anderen auch an den immer wiederkehrenden gleichen Beschreibungen und Aussagen. Auch die ständigen Landschaftsbeschreibungen haben mich gegen Mitte des Buches erschöpfen lassen und ich musste mich zusammenreißen, weiterzulesen. Danach entwickelt sich die Geschichte jedoch zu einem spannenden Abenteuer mit vereinzelten Höhepunkten und überraschenden Ereignissen.
Hier merkt man zum einen, dass es sich um einen Anfängerroman handelt zum anderen muss man der Autorin ein großes Lob aussprechen, die mit ihren 17 Jahren ein Meisterwerk für die eigentliche Zielgruppe von 14-16 Jahren geschaffen hat.
Die Charaktere sind sehr detailliert beschrieben und wirken dadurch sowohl sympathisch als auch authentisch. Chiara Strazzulla führt den Leser langsam an die Figuren heran, dass man sie verstehen und bildhaft vor sich sehen kann. Allen voran natürlich einer der Hauptprotagonisten, Lyannen, der sich im Laufe der Geschichte von einem Außenseiter zu einem Volkshelden entwickelt, obwohl er nur ein Halbewiger ist. Aber auch die anderen Charaktere werden sehr gut beschrieben, wobei mir Ventel und vor allem Rabba Nix, ein Ka-da-lun, sehr gut gefallen haben. Leider wird für meinen Geschmack der Bösewicht in der Geschichte Gylion, der Herr der Finsternis, etwas schwach und weniger facettenreich beschrieben. Ich hätte ihn mir gerne etwas böser gewünscht, wenn er schon die Dunkelheit repräsentieren soll. Damit kommen wir zu meinem persönlichen Lieblingscharakter, dem Monsterdämon Scrubb, der ein sehr sympathisches schlaues Kerlchen und auch der beste Freund von Gylion ist. Leider spielt er nur eine kleinere Rolle auf den 800 Buchseiten, aber er wurde mit soviel Leben, Gedanken und Gefühlen beschrieben, dass ich ihn sofort in mein Herz geschlossen habe.
Im Gegensatz zu den ganzen Hauptcharakteren wurden die Nebencharaktere wie Feen, Pixies, Kobolde, Zentauren und Amazonen eher farblich blass beschrieben.

Mein Fazit:
Bis auf kleine Schwächen ist „Dardamen – Gefährten der Finsternis“ ein gelungenes Debut der jungen italienischen Schriftstellerin, die diese Geschichte im Alter von 15 Jahren angefangen hat zu schreiben. In dem Buch geht es vor allem um einzelne Schicksale, große Mythen und Prophezeihungen, Liebe, Freundschaft und großen Abenteuern. Da das Buch in sich abgeschlossen ist, werden wohl keine weiteren Teile um die Stadt „Dardamen“ folgen. Es ist für die jugendlichen Leser super geeignet und bietet einen tollen Einstieg in die Welt der Fantasy-Epen, alteingesessene Fantasyfans jedoch, erwarten mehr.
Trotz der genannten Mängel habe ich das Buch sehr gerne lesen und freue mich schon sehr darauf wieder etwas von der aufstrebenden Autorin zu lesen/hören.

6. Dezember 2009

[Rezension] Bernd Perplies - Der Sohn des Fluchbringers

Bernd Perplies
Der Sohn des Fluchbringers, TAREAN-Reihe, Teil 1
Verlag: Egmont-Lyx
Seiten: 352
Ausgabe:
Broschiert, Trade Paperback
ISBN: 978-3-8025-8180-9
Preis: 12,95 €
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Der 16-jährige Tarean hat es nicht leicht, denn er ist der Sohn des sogenannten “Fluchbringers“. Sein Vater, der Krieger Anreon, wurde getäuscht und verhalf unabsichtlich dem Hexenmeister Calvas zum Sieg über die freien Länder, während er selber sein Leben ließ. Wilfert, der einstige Waffengefährte seines Vaters, nahm ihn auf der Burg Dornhill auf, um ihn zusammen mit dem Waffenmeister Ilrod zu einem Krieger auszubilden. Obwohl Wilfert und Ilrod Tarean gut behandeln, spürt er die Ablehnung der Leute ihm gegenüber und entschließt sich eines Tages dazu, den Namen seines Vaters reinzuwaschen, indem er sich dem Hexenmeister stellen und ihn vernichten will. So macht er sich auf den langen Weg nach At Athonac, der Burgfeste des Hexenmeisters. Unterwegs muss Tarean sich vielen Gefahren stellen und sammelt nach und nach eine Gruppe von Gefährten von sich, die ihn nach allen Möglichkeiten unterstützen.

Das Cover zu dem Buch ist sehr schön anzusehen. Die passende Illustration zeigt eine hoch in den Himmel ragende Burg, die sehr gut die Burgfeste At Athonac aus der Geschichte sein kann. Der Schriftzug von Tarean wurde mit einem Schwert als „T“ versehen und wenn man das Buch aufschlägt findet man vorne und hinten im Buch jeweils eine aufklappbare Karte, welche die Ländereien von Tareans Welt zeigt.

„Tarean – Der Sohn des Fluchbringers“ von Bernd Perplies ist ein viel versprechender Auftakt einer Trilogie mit vielen Kampfszenen, fremden Völkern, der Bande der Freundschaft und viel Magie in Form von Zauberern und Leuchtschwertern bis hin zu machtvollen Amuletten geht.

Während des Lesens stieß ich auf verschiedenste Elemente anderer Fantasygeschichten wie „Taran“ aus der gleichnamigen Reihe, dessen Name sehr viel Ähnlichkeit mit Tarean aus der vorliegenden Geschichte hat und er zudem ebenfalls ein leuchtendes Zauberschwert besitzt. Dann wären da noch Elemente aus „Peter Pan“, dessen Sternenfee Tinkerbell sehr viel Ähnlichkeit mit Moosbeere hat und auch die Beziehung zwischen Peter Pan und Tinkerbell sehr viel Ähnlichkeit mit der von Tarean und Moosbeere hat. Dies soll nun aber nicht heißen, dass das Buch nicht überzeugen kann. Nein. Bernd Perplies hat mit seiner Geschichte von Tarean eine eigenständige Geschichte und eigenständige Figuren erschaffen, die in der nicht zu epischen und nicht zu flachen Geschichte voll zur Geltung kommen. Er hat eine schöne und abwechslungsreiche Welt mit völlig neuen Völkern erschaffen, die mit ihrer Vielfalt in ein atembereaubendes Fantasiereich entführen.

Obwohl die vorliegende Handlung an sich nicht neu ist, gelingt es dem Autor schon im Prolog den Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Dabei gelingt es ihm die Welt von Tarean dem Leser schnell detailliert nahe zu bringen und das Kopfkino anzuregen.

Dennoch hat das Buch einige leichte Schwächen. So zum Beispiel, dass sich der Hauptprotagonist am Anfang zu schnell auf den Weg nach At Arthanoc hetzt, wo ich sehr gerne noch etwas mehr über die Lebensumstände auf der Burg erfahren hätte.

Die Handlung schreitet zügig voran und ist bis zum Ende an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Auch wenn das Ende für dieses Genre typisch und nicht überraschend ist, ist der Auftakt dieser Fantasy-Saga ein in sich abgeschlossener Roman. Dennoch sind noch lange nicht alle Fragen und alle Gebiete auf der Landkarte bereist worden, was somit noch für weitere Abenteuer der Gefährten spricht.

Am Anfang habe ich mich sehr schwer getan in den Schreib und Erzählstil von Bernd Perplies einzufinden. Er greift in der direkten Rede oftmals auf die altertümliche Sprache zurück um seinem Epos gerecht zu werden und den Leser in die Geschichte und die dortige Handlungszeit zu entführen. Dabei bedient er sich einer kräftigen, ausdrucksstarken und bildgewaltigen Sprache und lässt die Spannungskurve so kontinuierlich steigen, dass die knappen 350 Seiten Handlung nie langweilig werden und man viel zu schnell die letzte Seite des Buches aufschlägt. Insgesamt liest sich die Geschichte flüssig während man den Schreibstil mit einer Mischung aus Jugend- als auch einer anspruchsvollen Fantasyliteratur vergleichen kann.

Bernd Perplies Charaktere wachsen einem nur ans Herz. Sie sind sympathisch beschrieben und sind mit ihrem Handeln, ihren Gedanken und auch ihren Stärken und Schwächen sehr realistisch, dass sie beim lesen richtig real werden und der Leser mit ihnen mitfühlen, miteifern, mitleiden und mitkämpfen kann. Sehr schön hat mir der Hauptprotagonist Tarean gefallen, der am Anfang dieser Geschichte als Anti-Held auftritt und immer mit dem Kopf durch die Wand gehen muss. Doch genau das ist der Grund weshalb man mit ihm mitleiden muss und sich auch sehr gut mit ihm identifizieren kann. Auch die anderen Charaktere sind liebevoll beschrieben und der Autor hat neue Rassen und Völker erschaffen und zum Leben erweckt; zum Beispiel die Wolflinge oder die Stein- und Vogelmenschen. So schließen sich Tarean auf dem Weg seiner Bestimmung die unterschiedlichsten Rassen an: Ein Vogelmensch, eine Albin, ein Werbär und ein Irrlicht, genannt Moosbeere. Gerade sie wird durch ihre naiven, unschuldigen aber auch unheimlich sympathischen Art schnell einen Platz im Herzen des Lesers finden.

Mein Fazit:
Nach „Herr der Ringe“ und anderen großen Fantasygeschichten, die zu Haufen im Handel erhältlich sind, ist es nicht einfach neues Material für dieses Genre zu finden, doch ich finde Bernd Perplies ist dies sehr gut gelungen. „Tarean – Sohn des Fluchbringers“ ist ein rundum gelungenes Debut, dass nicht nur für alteingesessene Fantasyfans sondern auch für Neueinsteiger ideal ist. Die Handlung ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und ich habe mich in der abenteuerlichen Fantasygeschichte als Leser sehr wohl gefühlt. Obwohl die Handlung in diesem Buch abgeschlossen ist, sind doch noch einige Fragen offen. So würde mich sehr interessieren, wo Moosbeere genau herkommt, ob es noch mehrere von ihrer Art gibt und welche Geheimnisse sie noch so hütet. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil „Erbe der Kristalldrachen“ und bin schon sehr gespannt wie es mit Tarean und der Geschichte weiter geht.

2. Dezember 2009

[Rezension] Licia Troisi - Die Schattenkämpferin. Das Erbe der Drachen

Licia Troisi
Das Erbe der Drachen, DIE SCHATTENKÄMPFERIN-Reihe, Teil 2  
Originaltitel: Le Guerre del Mondo Emerso – La Setta degli Assassini
Verlag:
Heyne
Seiten: 528
Ausgabe:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-453-26563-9
Preis: € 19,95

Es ist 40 Jahre her, seitdem die Halbelfe Nihal zusammen mit dem Magier Sennar die Aufgetauchte Welt von dem Tyrannen Aster befreit haben. Doch nun scheint Yeshol, ein treuer Gefolgsmann Asters und Anführer einer blutrünstigen Assasinengilde, einen Weg gefunden zu haben den Tyrannen zurück ins Leben zu rufen.
Nachdem Dubhe im Alter von 8 Jahren bei einer Rauferei versehentlich einen Jungen tötet, wird sie aus der Dorfgemeinschaft verbannt und in der Ferne ausgesetzt. Dort trifft sie den geheimnisvollen Mann Sarnek, der einst selbst zu den Assasinen gehörte und sich aber nun auf der Flucht vor ihnen befindet. Er nimmt Dubhe in die Lehre und in den folgenden Jahren wird aus ihr eine Meisterdiebein und eine perfekte Kämpferin. Jedoch wird sie bei ihrem letzten Auftrag ungewollt von der Assasinengilde von einem bösen Fluch belegt und nur ihr Führer Yeshol und seine Giftmischerin haben das Gegenmittel für sie. So wird Dubhe gezwungen sich der Sekte und ihren grausamen Mödervereinigung anzuschließen…

Wie bei der Drachenkämpfer-Trilogie hat auch hier Paolo Barbieri die Coverillustration des Schutzumschlags gestaltet und es ist ihm wieder einmal gelungen ein richtiges Gemälde zu zaubern.
So ist in der Mitte des Bildes eine Frau zu sehen, die zwischen zwei Bäumen steht und sehr gut die Hauptprotagonistin Dubhe sein kann, während man ihm Hintergrund schemenhaft einen Drachen erkennt. Im allgemeinen ist das Bild farblich sehr gut abgestimmt und zeigt eine gewisse Düsternis auf, die sich in der Geschichte fortsetzt. Der Name der Autorin sowie der Buchname wurden in weißen Buchstaben gedruckt währen der Name des Zyklus „Die Schattenkämpferin“ in Gold gehalten wurde und deswegen mit ein Blickfang für sich ist.
Klappt man das Buch auf, findet man vorne und hinten jeweils eine Doppelseite mit einer Weltkarte der Aufgetauchten Welt, sowie im hinteren Teil Skizzen vom Tempel und dem Quartier der Gilde.
„Das Erbe der Drachen“ ist keine Kopie der Drachenkämpferin-Triologie sondern eine für sich eigenständige Geschichte, die 40 Jahre später spielt, nachdem Nihal und Sennar das Land von dem Tyrannen Aster befreit haben. Ich finde, dass die Geschichte um Dubhe vielseitiger aufgebaut ist. Das merkt man schon alleine um an der gut ausgearbeiteten Handlung, die dunkler und emotionaler als bei den Vorgängern ist. Denn der Tod ist durch die Assasinengilde mit ihren blutigen Opferritualen, ihren Intriegen und tödlichen Machenschaften allgegenwertig und hat nichts mehr mit Drachen zu tun. Dennoch wurden einige mystische Ereignisse in die Handlung eingebaut und auch die aufgetauchte Welt ist wie in den Vorgängern erneut Dreh- und Angelpunkt in der Geschichte in der die Reise von Dubhe in den einzelnen Ländereien, die so detailliert beschrieben wurden, dass sie fantastisch zur Geltung kommen.
Licia Troisi ist im Schreibstil im Vergleich zu ihren Vorgängerbüchern gereift und hat sich weiterentwickelt. Der Erzählstil ist locker und fesselnder geworden, dass, als ich angefangen habe zu lesen, das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Sie schreibt in einem erzählerischen Tempo, dass man beim Lesen außer Atem gerät und sich nicht mehr von dem Buch lösen kann. Durch den ständigen Perspektivenwechsel der Erzählform wird es nie langweilig, da die Autorin versteht die Charaktere mit ihren Gefühlen und Gedanken zum Leben zu erwecken.
Licia Troisi teilt die Geschichte in diesem Buch in zwei Handlungsstränge auf. Während man in dem einen an Dubhes Vergangenheit von den Kindheitsgeschichten bis zur Meisterdiebin herangeführt wird, wird in dem anderen die Hauptgeschichte mit seiner mitreisenden Handlung erzählt. Beide Handlungsstränge finden erst am Ende zusammen, an dem sich alles fügt. Die Idee mit den Zwischenkapiteln, welche von Dubhes Vergangenheit erzählen, waren meiner Meinung nach viel zu lange und an manchen Szenen unnötig. Man hätte diese ganze Geschichten schneller und vor allem in weniger Kapiteln abhandeln können, denn sie haben den Lesefluss der eigentlichen Geschichte ein wenig gestört.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken sehr real und bodenständig. Die Hauptprotagonistin in dieser Reihe ist keine strahlende Heldin so wie in anderen Büchern, sondern eine Diebin und angehende Assasinin. Sie kämpft nur für ihre eigene Sache und versucht den ihr aufgezwungenen Fluch und somit ihr Leben unter Kontrolle zu bekommen. Ihr zur Seite steht Lonerin, der sich als Spion der Zauberer in die Assasinengilde eingeschlichen hat um hinter ihr Geheimnis und ihre Machenschaften zu kommen. Sehr schön finde ich, dass in dieser Handlung ein „alter Bekannter“, Ido, von der Drachenkämpferin-Triologie mit dabei ist und der Geschichte mit seiner Weisheit einen zusätzlichen Tiefgang verleiht.

Mein Fazit:
„Die Schattenkämpferin – Das Erbe der Drachen“ hat mich trotz seiner anderen und eigenständigen Handlungsgeschichte zu „Die Drachenkämpferin“ völlig überzeugt. Ich kann das Buch jedem empfehlen der Wert auf eine gute und spannende Fantasygeschichte legt, bei der es nicht um Drachen sondern viel mehr um Macht, Spionage und Herrschaft geht. Da das Ende in diesem Buch ein offenes Ende hat und ich wissen will, wie es mit Dubhe und Lonerin weitergeht, bin ich schon sehr auf den zweiten Teil gespannt. Vor allem weil mich brennend interessiert ob Yeshol es schafft Aster zurück auf die Welt zu holen.

1. Dezember 2009

[Rezension] Nina Blazon - Totenbraut

Nina Blazon
Totenbraut
Verlag:
Ravensburger Buchverlag
Seiten: 429
Ausgabe:
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-4733-5304-0
Preis: € 16,95


In den Wäldern von Serbien, 1971: Die 14-jährige Jasna wird für eine handvoll Gold von ihrem Vater an den reichen Gutsherrn Jovan Vuvovic verkauft. Dieser nimmt sie mit an seinen Hof, an die Grenze des Osmanischen Reiches, damit sie seinen Sohn Danilo heiratet und schnellstmöglichst einen Sohn gebären soll. Doch es kursieren mysteriöse Geschichten um die Familie, und die Braut stellt schnell fest, dass auf ihrer neuen Familie ein schrecklicher Fluch lastet. Jasnas einziger Halt scheint der Holzfäller Duschan zu sein, in den sie sich allmählich verliebt. Doch auch er scheint ein dunkles Geheimnis zu haben…

Nina Blazons „Totenbraut“ ist eine phantastische Geschichte, die spannend, packend und fesselnd geschrieben ist. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen und die Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann gezogen. Vor allem der Schluss wartet mit einer intelligenten Auflösung auf. Der Roman ist in der Ich-Form, aus der Sicht der 14-jährigen Hauptprotagonistin Jasna, geschrieben.
Jasna ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Ihre Angst aus den mysteriösen Vorkommnissen in der Geschichte haben sich auf mich als Leser übertragen und ich habe mit ihr gelitten, als sie sich auf ihre Reise in ein neues Leben gemacht und versucht hat, ihren Platz in ihrer neuen, seltsamen Familie zu finden.
So ist sie bisher mehr oder weniger wohl behütet mit ihren fünf Geschwistern bei ihrem Vater auf einem abgelegenen Hof mitten in den Bergen aufgewachsen. Jasnas Vater fühlt sich nach dem Tod seiner Frau alleine gelassen, wird immer verbitterter und fühlt sich dem Mädchenhaushalt nicht mehr gewachsen. Wie gerufen kommt es ihm, als eines Nacht ein fremder Mann an seine Türe klopft und um eine Unterkunft für eine Nacht bittet. Er stellt sich als Jovan Vukovic vor, der auf der Suche nach einer Braut für seinen Sohn Danilo ist. So ist es Jasna, die mit dem fremden Mann mitgehen muss. Insgeheim fragt sie sich, warum Jovan so weit entfernt von seinem zu Hause eine Frau für seinen Sohn gesucht hatte, wenn es doch eine Dorfgemeinschaft in der Nähe gibt. Doch schnell muss sie feststellen, dass sie als Frau Vukovic in dem Dorf sehr schnell auf Ablehnung stößt und sogar vom Dorfleben ausgeschlossen wird. Schließlich geschehen seltsame Dinge, welche die Dorfbewohner in Angst und Schrecken versetzen. So häufen sich mysteriöse Mordfälle an Menschen und Tieren. Treibt tatsächlich ein Vampir sein Unwesen?
Auch die Ehe von Jasna und Danilo gestaltet sich  eher schwierig, da er bis auf die Brautnacht nicht bei ihr liegt und sie meidet, wo es nur geht. So ist es nicht verwunderlich, dass Jasna anfänglich in dem Holzfäller Duschan einen guten Freund sieht, in den sie sich nach und nach verliebt.
Umso gekränkter ist sie, als sie feststellen muss, dass nicht nur ihr Schein-Ehemann sondern auch Duschan, ihr Liebster und einzigster Halt in ihrem Leben, ein dunkles Geheimnis hütet. Je mehr Jasna glaubt, der Lösung des Rätsels nahe zu sein, öffnet sich eine neue Türe, die wiederum neue Rätsel birgt.
Ohne jetzt zu viel zu verraten, lenkt der Titel und das Cover von  „Totenbraut“ in eine ganz andere Richtung, als ich erwartet habe. So geht dieser Roman von den Hollywood-Vampiren à la Dracula mit allen Vampireigenschaften, wie dem Beißen und Blutsaugen, weg und zurück zu den eigentlichen Ursprüngen des Vampirglaubens. Als Vorlage für diesen Roman diente der Autorin die Vampirhysterie in einem serbischen Dorf 1931. Zu dieser Zeit starben die Dorfbewohner in Medveda plötzlich an einer seltsamen Krankheit. Damals herrschte der Aberglaube an Vampiren, dort genannte Strigoi, und einer blutsaugenden Mora.
Desweiteren werden in diesem Roman Legenden und Bräuche erwähnt, die mir ab und an einen Schauder über den Rücken gejagt haben. So zum Beispiel auch der eigentliche Begriff einer Totenbraut.

Mein Fazit:
Meiner Meinung nach ist dies eines der besten Bücher 2009!
„Totenbraut“ ist ein schöner ursprünglicher Vampirroman und hat überhaupt nichts mit den bekannten Blutsaugern oder anderen schrecklichen „Glitzervampiren“ zu tun. Die Handlungs- und Spannungskurve wurde wunderbar aufgebaut, sodass der Roman keinesfalls an irgendeiner Stelle langweilig wird. Solche Romane würde ich gerne öfters lesen. Er ist spannend, gruselig und absolut fantastisch!

[Rezension] Jenny-May Nuyen - Feenlicht

Jenny-May Nuyen 
Feenlicht, DIE STURMJÄGER VON ARADON-Reihe, Teil 1
Originaltitel: Feenlicht
Verlag: Cbt
Seiten: 480
Ausgabe:
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-570-16033-6
Preis: € 18,95

Hel wurde als Kind von einem Menschenhändler an den Sturmjäger Gharra verkauft. Schnell erfährt dieser, dass sie mit ihrer zweiten Sicht Liriumstürme sehen kann, auf welche die Sturmjäger mit ihrem Luftschiff „Schwalbe“ jagt machen. Auf dem fliegenden Schiff genießt sie ihr Leben in Freiheit und wächst unter der Sturmjägerbesetzung auf bis eines Tages ein Unglück passiert und die „Schwalbe“ in einem plötzlich aufkommenden Sturm abstürzt. Hel ist die einzig Überlebende und wird von einem geheimnisvollen jungen Mann mit dunklem langen Mantel und einer seltsam flackernden Aura gerettet. Obwohl sich dieser sehr verschlossen gibt, machen sich die beiden zusammen auf en Weg nach Harr’punatra, der Zwergenstadt, um von dort einen Weg in die Stadt Aradon zu finden. Dort will Hel den Magiern von dem schrecklichen Unglück der „Schwalbe“ berichten. Doch die Lage spitzt sich schlagartig zu, als plötzlich von einem Dämon die Rede ist, der auf dem Weg durch das gesamte Land eine Spur von Verwüstung und Tod hinterlässt…

Der Schutzumschlag dieses Hardcover Buches wurde sehr schön und aufwendig gestaltet. Es ist mit seiner Farbgebung und seiner glitzer-goldenen Elementen in der Schrift und in den Tribals ein echter Blickfang.
Im Vordergrund des Bilds sitzt ein weibliches Wesen, welches an eine Fee erinnert. An ihren steil hochstehenden Haaren wohl Lirium-Funken zu erkennen sind. Jedoch kann ich die Figur nicht in die vorliegende Geschichte zuordnen, da sie keinem genannten Protagonisten ähnlich sieht. Der Hintergrund wurde in angenehmen blau-grün Tönen gehalten, welches wohl einen Sumpf oder einen Wald darstellen soll.
Im innern des Buches, gleich am Anfang, gibt es eine doppelseitige Karte des Lebendigen Landes, auf die ich während des lesens immer wieder zurückgegriffen habe um den Weg von Hel und ihren Gefährten zu verfolgen. Des Weiteren findet der Leser am Ende des Buches noch 10 Illustrationen der Protagonisten. Sie wurden, wie die Karte, von der Autorin selbst gezeichnet, was ich sehr lobenswert finde.
„Feenlicht – Die Sturmjäger von Aradon“ von Jenny-May Nuyen ist der erste Teil eines 3-Teiligen Zyklus. Obwohl dies mein erstes Buch von der jungen Autorin war, wurde ich nicht enttäuscht. Die Geschichte entführt den Leser in das Lebendige Land, in dem es komisches Essen, höhlenartige Zwergenstädte, Gladiatorenkämpfe sowie Magie gibt. Lirium ist so eine kostbare magische Kraft. Es ist  ein Rohstoff, der in allen Dingen steckt und sie am Leben erhält. Da dieser Rohstoff immer knapper wird kommen hier die Sturmjäger sowie Hels Geschichte ins Spiel…
Allerdings gibt es hier, wie bei den meisten Bücherreihen, ein offenes Ende. Die Erzählung hört mitten in der Geschichte auf und es bleiben noch viele Fragen offen, so dass ich wirklich sehr gespannt bin, wie es in dem nächsten Teil weitergeht.
Das vorliegende Buch ein Jugendbuch ist, schreibt die Autorin in einfachen Worten so dass es sich gut liest und der Leser der Handlung jederzeit folgen kann. Dies bezüglich greift die Autorin auf einen ungewöhnlichen Schreibstil zurück, der oft träumerisch-lyrisch bis hin zur bildhaften Sprache reicht. Die jeweiligen Kapitel sind in einer angenehm knappen Länge gehalten, von denen man am Anfang des Buches eine Übersicht findet.
Dennoch zieht sich die Geschichte an manchen Stellen, die gerne etwas kürzer hätten sein können und die interessanten spannenden Szenen etwas länger. Obwohl es manche holprige Stellen gibt, an denen Dialoge sowie zusammenhängende Beschreibungen unstimmig wirken und somit kleine Handlungslücken erscheinen, verliert die Handlung für mich keinesfalls an Glanz.
Obwohl ich mich am Anfang sehr schwer getan habe die vielen einzeln fremd klingenden Namen der Protagonisten zuzuordnen und zu behalten und immer wieder zu den Illustrationen der Protagonisten geblättert habe, hat Jenny-May Nuyen alle Charaktere sehr toll und glaubhaft ausgearbeitet. Jeder für sich wirkt mit seinen Stärken und Schwächen sehr lebendig und hat Tiefgang in ihren Wesenszügen.
So ist Hel, deren Name „Licht“ bedeutet, eine starke und vor allem sympathische Heldin, genauso wie ihr Freund Nova, der stets im Mittelpunkt steht, ein Herzensbrecher und der angehende Kapitän des Flugschiffs „Taube“ ist. Aber auch die Nebencharaktere sind sehr gut dargestellt, wie zum Beispiel die eigensinnige und merkwürdige Zwergin Harlem, der Magier Olowain oder gar der geheimnisvolle Fremde Mercuri, der von sich aus nichts über seine Herkunft oder sein Vorhaben verrät.
Allerdings erinnern manche Namen von Orten und Charakteren in dieser Geschichte an den Epos: „Der Herr der Ringe“. So zum Beispiel die Namen: Aradon, Gondurill oder Moia. Des Weiteren gibt es noch weitere Ähnlichkeit zwischen den beiden Werken, in dem ein etwas älterer Anführer mit einem leuchtenden Stab die Truppe anführt bis hin zu den bekannten Zwergentunneln.

Mein Fazit:
„Feenlicht“ ist eine sehr schöne Fantasygeschichte mit Unterhaltungswert und ein kleines-großes Highlight in meinem Bücherregal, dass ich nicht nur für Jugendliche ist. Auch Erwachsenen, die gerne im Bereich Fantasy lesen möchte ich dieses Buch ans Herz legen. Es ist ein perfekter Auftakt für eine vielversprechende Triologie auf deren Folgeband ich mich schon sehr freue.

Rezensionen

Hier findet ihr meine Rezensionen nach Autor/Autorin sortiert.
Jeder Titel ist mit meiner Rezension im Blog verlinkt, so dass man mit einem Klick meine Rezension  lesen kann. Ich wünsche euch viel Spaß beim stöbern.

A

B
Bellem, Stephan R. - Portal des Vergessens
Blazon, Nina - Totenbraut
Blazon, Nina - Faunblut
Blazon, Nina - Ascheherz
Blazon, Nina - Zweilicht
Brom - Der Kinderdieb

C
Carriger, Gail - Glühende Dunkelheit (Band 1)
Carriger, Gail - Brennende Finsternis (Band 2)
Carriger, Gail - Entflammte Nacht (Band 3)
Cross, Kady - Das Mädchen mit dem Stahlkorsett

D

E

Eschbach, Andreas - Black Out

F
Fitzek, Sebastian - Der Augenjäger
Fitzek, Sebastian - Der Augensammler
Fitzek, Sebastian - Splitter

G
Grant, Sara - Neva
Gratton, Tessa - Blood Magic

H
Harrison, Michelle - Elfenseele. Hinter dem Augenblick (Band 1)
Harrison, Michelle - Elfenseele. Zwischen den Nebeln (Band 2)
Harrison, Michelle -
Elfenseele. Jenseits der Ferne (Band 3)

I

J

Jones, Carrie - Flüsterndes Gold (Band1)
Jones, Carrie - Finsteres Gold (Band 2)
Jordan, Sophie - Firelight. Brennender Kuss

K
Kiernan, Celine - Schattenpfade (Band 1)
Kiernan, Celine - Geisterpfade (Band 2)
Kluver, Cayla - Alera. Geliebter Feind (Band1)
Kluver, Cayla - Alera. Zeit der Rache (Band 2)

L

M

Marzi, Christoph - Grimm

N
Nassise, Joseph - Der Schattenseher (Band 1)

O

P

Perplies, Bernd - Tarean. Sohn des Fluchbringers (Band1)
Perplies, Bernd - Tarean. Erbe der Kristalldrachen (Band 2)
Perplies, Bernd - Tarean. Ritter des ersten Lichts (Band 3)
Pike, Aprilynne - Elfenkuss (Band1)
Pike, Aprilynne - Elfenliebe (Band 2)

Q

R

S

T
Thiemeyer, Thomas - Chroniken der Weltensucher. Die Stadt der Regenfresser (Band 1)
Thiemeyer, Thomas - Chroniken der Weltensucher. Der Palast des Poseidon (Band 2)
Thiemeyer, Thomas - Chroniken der Weltensucher. Der Gläserne Fluch (Band 3)
Thiemeyer, Thomas - Korona
Troisi, Licia - Die Schattenkämpferin. Das Erbe der Drachen (Band 1)
Troisi, Licia -
Die Schattenkämpferin. Das Siegel des Todes (Band 2)
Troisi, Licia -
Die Schattenkämpferin. Der Fluch der Assassinen (Band 3)
Troisi, Licia -
Die Feuerkämpferin. Im Bann der Wächter (Band 1)
Troisi, Licia - Die Feuerkämpferin. Tochter des Blutes (Band 2)
Troisi, Licia -
Drachenschwester. Thubans Vermächtnis (Band 1)
Troisi, Licia -
Drachenschwester. Eltanins Verrat (Band 2)

U

V

W
White, Kiersten - Flames `n´ Roses. Lebe lieber übersinnlich